Glücklich erfolgreich sein

Was hast du dir und anderen zum neuen Jahr gewünscht? Für mich steht fest: Ich wünsche mir, glücklich erfolgreich zu sein. Und das wünsche ich auch dir!

Wie das geht? Zuerst müssen wir uns mal klar darüber werden, was hinter diesen Begriffen steht – oder noch besser: Was jeder von uns darunter versteht. Und dann ist entscheidend, unsere Reise zu Glück und Erfolg an der richtigen Stelle zu beginnen.

Neulich wurde ich zu einem Rotary-Treffen eingeladen, um über das Thema „Erfolgsfaktor Glück“ zu sprechen.

Ich lud die Zuhörenden ein, die eigene Begriffsdefinition auf der einen Seite zum Wort Glück und auf der anderen Seite zum Begriff Erfolg aufzuschreiben.

Bist du glücklich? Bist du erfolgreich? Bevor du das überhaupt beantworten kannst, solltest auch du für dich definieren:

  • Was verstehe ich unter Glück?
    Was ist Glück für mich persönlich?
    Was müsste sein, damit ich mich als glücklich bezeichnen würde?

 

  • Was verstehe ich unter Erfolg?
    Was ist Erfolg für mich persönlich?
    Was müsste sein, damit ich mich als erfolgreich bezeichnen würde?

Ich verrate dir gleich, was ich unter Glück und Erfolg verstehe. Aber um sicher zu gehen: Hast du dir schon überlegt oder gar aufgeschrieben, was für dich Erfolg und Glück bedeuten?

Meine Glücksdefinition habe ich in „Glück finden – hier und jetzt“ niedergeschrieben und dort auch aufgezeigt, wie man das erreichen kann. Hier also, was ich unter Glück verstehe:

Glück besteht aus einem dankbaren Blick zurück,
einem genussvollen Leben im Hier und Jetzt sowie
aus einer hoffnungsvollen Perspektive für die Zukunft.
Dazu gehört ein Versöhntsein mit sich,
seinen Mitmenschen und dem Leben ganz allgemein.

Und wann bin ich erfolgreich? Hier meine Erfolgsdefinition:

Erfolgreich bin ich dann,
wenn die Investition meiner Ressourcen
eine für mich befriedigende Resonanz bewirkt.

In den Augen der Anderen sind wir vielleicht die ewigen Looser – oder: Andere finden, wir seien längst erfolgreich, aber für uns selbst fühlt es sich gar nicht so an. Darum ist meine Erfolgsdefinition ganz eine persönliche: Erfolgreich fühle ich mich da, wo ich zufrieden bin mit dem Resultat, den Auswirkungen, von dem, was ich eingesetzt habe an Energie, Geld, Ideen, Arbeitskraft …

Und wie geht jetzt Erfolg? Wie geht Glück? Diesen Fragen gehen wir in den nächsten Wochen hier nach. Bist du bereit für ein erfolgreiches 2018? Bist du offen für dein Glück?

Glücksaufgabe

Verfasse deine persönliche Glücks- und Erfolgsdefinition und bewerte gemäss diesen Definitionen auf einer Skala von 0 – 10 wie glücklich und erfolgreich du gerade bist.

 

Glück finden – hier und jetzt 
Das praktische GlücksBuch von Stefan Gerber jetzt bestellen.
Adonia Verlag, CHF 19.80, ISBN 978-3-03783-104-5
184 Seiten
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Glücksirrtum Nr. 4: Die Lebensumstände bestimmen unser Glück

Die ständige Jagd nach besseren Lebensumständen macht vielleicht materiell reich und ziemlich sicher müde, aber bestimmt nicht glücklich.
Stefan Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

Kann man das Glück berechnen oder gibt es gar eine Formel, die uns den Weg ins Glück aufzeigt? Ich bin immer sehr skeptisch, wenn die Komplexität des Lebens und die Individualität des Einzelnen in eine einfache Gleichung gepresst wird.

Martin Seligman, der Begründer und Vordenker der Positiven Psychologie, war da mutiger. In seinem Buch Der Glücks-Faktor präsentiert er eine Glücksformel, die er aus seiner langjährigen Forschungsarbeit ableitet. Dabei beziffert er den Prozentanteil, den die unterschiedlichen Elemente wie Gene oder der Wille auf unser subjektives Wohlbefinden haben.

Das Spannende an dieser Formel: In Sachen Glück sind wir viel weniger Spielball unserer Lebensumstände, als dies allgemein angenommen wird. Darum will ich heute mit dem 4. Glücksirrtum, dass die Lebensumstände unser Glück bestimmen würden, aufräumen.

90 % Energieaufwand für 10 % Glück

Laut der Glücksforschung der Positiven Psychologie hängen gerade mal rund 10 % unseres Glücksempfindens von den Lebensumständen ab. Im Gegensatz zu dieser Zahl ist meine Zahl (90 % Energieaufwand) nicht wissenschaftlich begründet. Vielmehr will ich damit etwas provozieren: Nur ein Zehntel unseres Glücks hat mit unseren Lebensumständen zu tun. Paradoxerweise investieren aber viele Menschen den Grossteil ihrer Energie genau in dieses Zehntel: Sie wollen einen schlankeren Körper, eine bessere Wohnung, einen weiteren Sprung auf der Karrierenleiter, luxuriösere Ferien, nie verblühende Jugend … Aber dadurch werden sie nicht glücklicher.

Das Gegenteil ist der Fall: All diese Dinge können sehr ermüdend wirken. Die Pflege meines Images, meiner Wirkung gegen aussen, kann sich zu einem mühsamen, nie enden wollenden Kampf entwickeln: Der Kampf um bessere Lebensumstände. Und wenn wir hier noch die Macht des Vergleichens beisteuern, wird aus dem Kampf rasch ein fortdauernder Kriegszustand. Kann ja nicht sein, dass wir als einzige nicht dreimal pro Jahr in den Urlaub verschwinden! Ich fühle mich immer älter während die Kollegin immer jünger aussieht – ich muss etwas unternehmen! Wenn mein Nachbar mit diesem neuen Auto vorfährt, muss ich in den nächsten Monaten bestimmt nachziehen …

Macht das glücklich? Wohl kaum, das ist uns irgendwie allen klar. Trotzdem haben ganz viele diesen Glücksirrtum noch nicht aus ihrem Leben verbannt.

Im GlücksBuch verbinde ich die Glücksformel mit dem Windrad als Symbol für unser Leben. Dabei ist weniger wichtig, wo unser Windrad steht (Lebensumstände). Die Energie und damit die nachhaltige Steigerung unseres Glücksempfindens gewinnen wir durch den oberen, beweglichen Teil des Windrades – durch unsere Denk- und Verhaltensmuster in den unterschiedlichen Lebensfeldern.

Es ist meine grosse Hoffnung, dass das GlücksBuch und dieser GlücksBlog dazu dienen können, dass möglichst viele Menschen aus dem Hamsterrad aussteigen und sich stattdessen vom ganzheitlicheren und lebensbejahenderen ShalomLeben-Windrad inspirieren lassen.
Denn:

Gemessen an der Energie, die viele Menschen in die Verbesserung ihrer Lebensumstände investieren, ist die Auswirkung davon aufs Glücksempfinden im marginalen Bereich. (aus dem GlücksBuch)

 

 

LESEN SIE WEITER:

Das Leadership-Gen – und wie wir es weiterentwickeln

Grossartige Leader starten nicht als grosse Leader.
Sie wachsen zu grossartigen Führungskräften heran.
Jim Collins 
(am Global Leadership Summit 2015)

Gibt es ein „Leadership-Gen“, das eine Person zu einer besonders guten Führungskraft macht? Ich glaube tatsächlich, dass Leadership mehr als ein erlernbares Vorgehen ist. All die unsäglich mittelmässig-schlechten Chefs sind der beste Beweis dafür: Nicht jeder hat das Zeug zur grossartigen Führungskraft.

Gleichzeitig stimme ich natürlich Jim Collins zu: Auch wer mit dem „Leadership-Gen“ ausgerüstet ist, startet nicht als grossartiger Leader. Im Einbringen der eigenen Stärke erzielt man Fortschritte und wird – hoffentlich – immer mehr zu einer grossartigen Führungspersönlichkeit.

Anders gesagt: Als Fürhungsperson ist es unsere Verantwortung uns stetig weiterzuentwickeln. Das sind wir uns selbst und vor allem den Menschen, denen wir vorausgehen dürfen, schuldig!

Zurück zum „Leadership-Gen“. Wie finde ich heraus, ob ich es habe oder nicht? Gerne wird immer wieder auf das etwas gar vereinfachte Testverfahren verwiesen: „Wenn du wissen willst, ob du ein Leadership-Talent hast, dann dreh dich um und schaue, ob dir jemand folgt!“

Ich erinnere mich an ein Jungscharlager: Im Team gab es einerseits einen älteren, gewissenhaften Leiter und anderseits war da der junge, freiheitsliebende Leiter. Ich konnte beide bei der Ausführung der selben Aufgabe beobachten. Dem einen ist es kaum gelungen, die Kinder zu führen. Dem anderen folgten sie wie von selbst.

Warum dieser Unterschied? Für mich liegt die Erklärung beim Vorhandensein (oder eben nicht Vorhandensein) des natürlichen „Leadership-Gens“. Und welcher der beiden Leiter hatte dieses Gen? Genau, der Jüngere war es.

Nun, wie aus diesem jungen, talentierten Leiter eines Tages eine grossartige Führungsperson wird, ist eben das Thema von Jim Collins. Mit seinem Bestseller Good to Great  hat er aufgezeigt, dass grossartige Firmen und Organisationen auch von grossartigen Leadern geführt werden. Collins zeigt darin auch auf, wo der Unterschied zwischen einer „Level 4“- und einer „Level 5“-Führungskraft liegt.

Als regelmässiger Sprecher am Leadership Summit gab Collins bei der diesjährigen Durchführung dieser globalen, inspirierenden Konferenz den rund 100’000 Zuhörenden sieben Fragen zur Weiterentwicklung des eigenen „Leadership-Gens“ mit auf den Weg:

  • Frage 1: Welchem Zweck dienen Sie – mit der Ambition auf Grossartigkeit?
    Eine grossartige Führungskraft schafft es, dass die Leute einem Zweck (übergeordneter Sinn) folgen – und nicht bloss dem Leader.
  • Frage 2: Werden Sie sich damit begnügen, ein guter Leader zu sein – oder werden Sie sich zur grossartigen Führungsperson weiterentwickeln?
  • Frage 3: Wie können Sie Versagen als Wachstumsschritt nutzen?
  • Frage 4: Wie werden Sie erfolgreich indem Sie anderen zu Erfolg verhelfen?
    Wir erreichen unser Bestes nur, wenn wir anderen helfen, erfolgreich zu sein.
  • Frage 5: Haben Sie Ihren persönlichen Igel gefunden?
    Dies ist ein Bild aus Good to Greatund steht für den Schnittpunkt von Leidenschaft, Stärken und Ressourcen.
  • Frage 6: Sind Sie bereit, Grossartigkeit in Ihren Verantwortungsbereich einzubauen?
    Nicht die eigene Karriere vor Augen, sondern das Einsatzgebiet.
  • Frage 7: Wie werden Sie das Leben anderer prägen?
    Das Leben sind Menschen – nicht Titel, Status oder Macht.

KONKRET

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Die Chef-Falle

Führung heisst, die Menschen zu motivieren,
sie zu beflügeln, sie zur Kreativität ermutigen.
Anselm Grün in Menschen führen – Leben wecken 

Wo liegt eigentlich das Problem bei Misserfolgen von Unternehmen – bei den Mitarbeitenden oder bei den Chefs? Um diese Frage dreht sich das Buch Die Chef-Falle von Jörg Knoblauch. Nach der Personal-Falle, einem Buch in dem das Personal in A-, B- und C-Mitarbeitenden eingeteilt wird und das Problem der schwachen Mitarbeiter analysiert wird, geht es nun in der Chef-Falle den schlechten Chefs an den Kragen.

Denn: „C-Mitarbeiter fallen ja nicht vom Himmel. Es sind unsere Chefs, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind“, beschreibt Knoblauch im Vorwort die Einwände des Personals.

Nun gut, in meinem Life-Balance-Blog versuche ich wöchentlich Impulse zu einem eigenverantwortlich gestalteten Leben in gesunder Balance zu geben. Da wäre es natürlich viel zu einfach, die Schuld einfach pauschal beim Chef zu suchen. Schliesslich ist jeder für seine Persönlichkeitsentwicklung selbst verantwortlich.

Trotzdem sind die Beispiele in Knoblauchs Buch eindrücklich: Da ist zum Beispiel von einem Assistenten die Rede, der eigentlich nach dem (unfreiwilligen) Abgang seines Chefs sein Büro ebenfalls hätte räumen sollen – nach der Einschätzung von Knoblauch. Er war einfach nicht zu gebrauchen, lieferte seine Arbeit unfertig, fehlerhaft oder gar nicht ab… Doch plötzlich: Ein neuer Chef und der Assistent blüht auf, erledigt speditive und saubere Arbeit ab. Was war geschehen: „Der alte Chef liess mich nicht machen.“

Bremsklotz oder Förderer?

Sind also doch die Chefs schuld? Ganz sicher ist es eine der wichtigsten – wenn nicht die wichtigste – Führungsaufgabe, ein Umfeld zu schaffen, in dem Spitzenleistungen möglich sind. Wenn ich mich unter einem Chef jedoch über Monate oder gar Jahre nicht weiterentwickeln kann, ist es zu billig, dies als Ausrede für meine persönliche Stagnation zu gebrauchen. Ich – und nicht mein Chef – bin für mich verantwortlich!

So hart (und im Grunde auch ungerecht) es sein mag: Wenn der Chef mein „Entwicklungs-Bremsklotz“ ist, muss ich mich nach einer Veränderung umsehen, selbst wenn eigentlich der Chef gehen sollte. A-Mitarbeiter gehen weiter und suchen ein förderndes Klima: “Immer wieder höre ich von Angestellten, die gekündigt haben, dass ihre Aufgabe ihnen eigentlich Freude gemacht hat. Aber ihre Chefs waren unerträglich. Mitarbeiter verlassen nicht das Unternehmen, sondern ihren Vorgesetzten“, schreibt Knoblauch.

7 Chef-Fallen – häufige Führungsfehler

Gleich im ersten Kapitel beschreibt Prof. Jörg Knoblauch sieben häufige Fehler von Chefs:

  • Mikromanagement
  • Entwicklungsblockaden
  • Mitarbeiterausbeutung
  • Erniedrigung
  • Selbstüberschätzung
  • Entscheidungsschwäche
  • Aktionismus

Ein Chef, der alles selbst bestimmt (Mikromanagement) engt ein. Einer, der nicht entscheidet, langweilt. Und der Chef, der eine „Hü + Hott“-Strategie verfolgt (Aktionismus), irritiert. Gravierend sind auch die Fehler, die auf Charakterschwächen des Chefs schliessen lassen (Erniedrigung, Mitarbeiterausbeutung).

Führung ist eine schöne, aber auch verantwortungsvolle Aufgabe. Wenn es Chefs gelingt, ein Klima zu schaffen, in dem die Mitarbeitenden ihr Potenzial abrufen können und gerne ihr Bestes geben, haben alle gewonnen.

Und hier noch eine wunderschöne Beschreibung dieser Führungsaufgabe:

Führen ist etwas Aktives. Führen lockt im einzelnen das Leben hervor, das in ihm schlummert. Es motiviert den Mitarbeiter, die Gaben, die Gott ihm geschenkt hat, zu entfalten. Führen ist die Kunst, den Schlüssel zu finden, der die Schatztruhe des Mitarbeiters aufschliesst und ihm das Gefühl vermittelt, dass in ihm viele Möglichkeiten und Fähigkeiten stecken. Führen heisst, die Lust zu wecken an der Entfaltung der eigenen Fähigkeiten und am Dienst für die Gemeinschaft.
(Anselm Grün in Menschen führen – Leben wecken)

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Die Kunst, ein guter Chef zu sein

Führen ist die Kunst, den Schlüssel zu finden, der die Schatztruhe des Mitarbeiters aufschliesst und ihm das Gefühl vermittelt, dass in ihm viele Möglichkeiten und Fähigkeiten stecken.
Führen heisst, die Lust zu wecken an der Entfaltung der eigenen Fähigkeiten und am Dienst für die Gemeinschaft.

Anselm Grün (in “Menschen führen – Leben wecken”, Seite 51)

Der Gallup Engagement Index 2011 spricht eine deutliche Sprache: Nur gerade 14 Prozent der Angestellten haben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber. Demgegenüber haben fast ein Viertel der Mitarbeitenden bereits innerlich gekündigt und der Grossteil der Arbeitnehmenden (63 %) macht Dienst nach Vorschrift.

Die Zahlen stammen zwar aus Deutschland, aber dass das Bild bei uns in der Schweiz viel rühmlicher aussehen würde, ist zu bezweifeln. Während wie bei uns in Deutschland die grosse Mehrheit zwar zufrieden mit ihrer Arbeit ist, steht es um die emotionale Bindung an den Arbeitgeber nicht gut. Ich vermute, der grosse Bereich der Mitarbeitenden mit Dienst nach Vorschrift zählt zu den resignativ Zufriedenen: Der Job ist okay, aber ich setze mich nicht freiwillig und mit Leidenschaft überdurchschnittlich für die Unternehmensziele ein.

Was sind die Gründe, dass nur ein kleiner Teil der Belegschaft über eine hohe emotionale Bindung verfügt? Zuerst einmal ist spannend, dass die Gründe nicht bei den Rahmenbedingungen wie Arbeitszeit oder Entlöhnung zu suchen sind. „Diese Zahlen zeigen ganz eindeutig, dass die Gründe für eine mangelnde emotionale Bindung nicht in den Rahmenbedingungen des Arbeitsverhältnisses liegen. Führungskräfte sind diejenigen, die in der Verantwortung stehen, da sie es sind, die das Arbeitsumfeld durch ihr Führungsverhalten prägen und gestalten“, sagt Marco Nink, Strategic Consultant bei Gallup.

Mit anderen Worten: Ob ich mich emotional an meinem Arbeitspaltz voll einbringe (loyal und produktiv bin), einfach meinen Job mache oder gar aktiv gegen die Interessen des Unternehmens arbeite (innere Kündigung), hängt viel mehr vom „guten Chef“ ab, also vom Lohn.

Ein guter Chef zu sein, ist aber eine hohe Kunst, die leider lange nicht alle Führungskräfte beherrschen.

Was tut ein Chef, dem es gelingt, eine hohe emotionale Mitarbeiterbindung zu fördern? Die Gallup Engagement Studie zeigt einige wichtige Faktoren auf, die die Kunst des Führens umschreiben. Die Umfrage zeigt bei all diesen Faktoren deutliche Unterschiede. Innerlich Gekündigte erleben die folgenden Punkte an ihrem Arebitsplatz kaum, emotional hoch Gebundene jedoch sehr häufig:

  • Anerkennung und Lob
  • konstruktives Feedback
  • Interesse für den Menschen
  • Förderung der persönlichen Entwicklung
  • Meinung und Ansichten der Mitarbeitenden haben Gewicht

„Gute Führung orientiert sich am Menschen“, steht in der Pressemitteilung von Gallup Deutschland. Und genau das beschreibt Anselm Grün im eingangs erwähnten Zitat. Wer in der Kunst, ein guter Chef zu sein, zulegen will, dem empfehle ich, das Buch Menschen führen – Leben wecken von Grün unbedingt zu lesen und seine Ausführungen zu beherzigen.

Ein guter Chef ist nicht einer, der einfach Dienstbefehle von oben nach unten weiterreicht. Ein guter Chef schafft ein Umfeld, in dem sich jeder gerne mit Leidenschaft und mit seinen Stärken einbringt, sich in seiner Persönlichkeit wertgeschätzt fühlt und jedem klar ist: Gewinnen tun wir als Team.

 

Weiterführende Angebote zum Thema

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichArbeit“.

Führen heisst, Verantwortung übernehmen.

„Jeder, der Verantwortung für andere hat oder anstrebt, ist nicht nur für seine Ziele und Absichten verantwortlich, sondern ebenso für die Folgen seines Handelns und seines Unterlassens. Je mehr ein Mensch Macht hat über andere, je mehr Einfluss er auf andere und deren Leben ausübt – als Vater oder Mutter, als Vorgesetzter, als Lehrer oder Journalist, als Unternehmer, Manager oder Politiker -, desto schwerer lastet auf ihm die Verantwortung für das Gemeinwohl, um so schwerer wiegen seine Pflichten.“ (Helmut Schmidt in „Ausser Dienst“) Sind wir uns als Führungspersonen und als Eltern dieser Verantwortung bewusst? Ich hoffe es!

Inspiration auf dem Sessellift

Wann und wo fallen Ihnen Ihre besten Ideen ein?

Die wenigsten meiner kreativen Einfälle werden an meinem Schreibtisch geboren. Das ist auch einer der Gründe, warum ich eher selten in meinem Büro anzutreffen bin.

Auch wenn die vielen Bücher, die Ordner und natürlich der Internetzugang in meinem Büro eigentlich eine Unmenge von Ideen liefern, meine Inspirationsquelle für innovative Gedanken ist viel öfter ein Spaziergang durch die Natur – ohne Bücher, ohne Internet, dafür mit einem freien Kopf!

Kürzlich erlebte ich schon auf der Fahrt in die Winterferien, dass es in meinem Kopf losging: Da waren Ideen, frische Gedanken, Motivation und Tatendrang. Ich weiss nicht, was andere auf einer langen Autofahrt machen, aber den Alltag einmal hinter uns gelasssen, kommen meiner Frau und mir auf solchen Reisen immer mal wieder (ohne es gewollt zu haben) die besten Ideen in den Sinn.

Das Ziel der Ferien, zur Ruhe zu kommen, neue Motivation und Energie zu tanken, war schon nach der Hinreise erfüllt. Eigentlich hätte ich bei unserer Ankunft in Schruns (A) gleich wieder mit der Arbeit beginnen können. Doch die Sonne, der Schnee, die geliebten Pisten, die ungewohnte Umgebung und die Fahrten alleine auf dem Sessellift sorgten für viele weitere inspirierende und motivierende Momente.

Kreative Einfälle gibts selten auf Knopfdruck. Was mir bei der Suche nach frischen Ideen hilft:

  1. Das „Tagesgeschäft“ hinter mir lassen.
    Darum gelingt mir Kreativarbeit besser ausserhalb meines Büros.
  2. Den Gedanken freien Lauf lassen.
    „Zielloses“ Nachdenken bringt eher eine neue Idee als stundenlanges „Grübeln“ über einem Problem.
  3. Eine anregende Umgebung aufsuchen.
    Das ist bei mir oft die Natur (Wald, See), kann aber auch ein Strassencafé oder sogar eine Autofahrt sein.
  4. Offensein für unerwartete Inspirationsquellen.
    Etwas nicht Alltägliches regt meine Kreativität viel eher an als das Gewohnte. Ein Kinofilm löst nicht selten neue Ideen aus oder eine Konferenz, ungewohnte Begegnungen, ein mir bisher fremder Ort…
  5. Horizonterweiterung im Alltag suchen.
    Wer Neues entdecken will, muss „ausserhalb der Box“ denken. Innovation und Inspiration bedingen, dass ich versuche, den bekannten Rahmen zu sprengen.

Man könnte zusammenfassend auch sagen: Man muss Spass haben, wenn man auf der Suche nach frischen Ideen ist!

Dazu folgendes Zitat:

„Was wir kreative Tätigkeit nennen, sollten wir nicht „Arbeit“ nennen, weil sie das nicht ist. Ich denke, daß Thomas Edison in seinen letzten fünfzig Jahren nicht einen Tag gearbeitet hat.“
(What we callcreative workought not to be called work at all, because it isn‚t. I imagine that Thomas Edison never did a day’s work in his last fifty years.)
Stephen Butler Leacock (1869-1944), kanad. humorist. Schriftsteller

Kürbis oder Eiche?

Eine der traurigsten Erfahrungen ist es, wenn man alt ist und plötzlich entdeckt, dass man nur einen kleinen Teil seines Potenzials genutzt hat.

Man muss damit rechnen, dass die grössten Leistungen die Gott für uns plant, in der zweiten Lebenshälfte geschehen werden.


(beide Zitate aus „Du machst mich stark“ von Gordon MacDonald)

Ob durch seine Bücher oder an Konferenzen und Seminaren, Gordon MacDonald hat mich mit seiner Überzeugung, dass das Leben bis 40 als „Warm-up“ betrachtet werden sollte, herausgefordert. Bücher wie „Du machst mich stark“ helfen mir, mein Leben nicht als „Sprint“ zu sehen, sondern langfristig zu investieren, Ausdauer zu entwickeln und darauf zu hoffen, dass die „stärksten Runden“ in meinem „Lebenslauf“ noch vor mir liegen.

Folgendes Bild hilft mir dabei: „Was möchten Sie lieber werden, ein Kürbis oder eine Eiche? Ein Kürbis wächst innerhalb von wenigen Wochen zu seiner vollen Grösse heran. Aber ebenso schnell ist er auch wieder verrottet. Eine Eiche dagegen wächst über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Dafür verfügt sie schlussendlich über einen kräftigen Stamm und stabile Äste, dank denen sie auch wilden Stürmen trotzt.“ (aus „Echt und stark“ von Thomas Härry)

Wegrennen vor Weihnachten?

„Jetzt sitzt er schon seit einer Stunde am Fenster und sieht sich einfach nur den Stern an.
Und wird plötzlich erinnert an die lebenserfahrenen, weisen Männer, die wegen eines solchen Sterns alles stehen und liegen liessen. Eine lange beschwerliche Reise voller Risiken – nur wegen eines Sterns? Nein, darauf würde er sich nicht einlassen. Oder vielleicht doch?
Er spürt: Wegrennen vor Weihnachten ist die eine Sache. Eine andere Sache aber wäre es, sich auf den Stern auszurichten und aufzubrechen. Auf den Stern zu sehen und sich nicht ablenken zu lassen von Weihnachtskitsch und Stollen. Erfahrungen auf einem neuen Weg zu machen und am Ende vielleicht etwas ganz Neues, Wichtiges, Wertvolles entdecken. Das Kind in der Kirppe vielleicht?“

(aus: WeihnachtsSternGeschichten, Brunnen Verlag)

Zu einem Leben in Balance gehört für mich, nicht den ganzen Weihnachtsstress mitmachen zu müssen, dafür aber die tiefere Bedeutung von Weihnachten Tag für Tag ein bisschen mehr zu entdecken, erfahren, erleben.

Schöne Adventstage!

Leben mit Vision

Wir müssen alle daran erinnert werden, warum wir das tun, was wir tun. Wir müssen daran erinnert werden, was auf dem Spiel steht. Wir müssen an die Vision erinnert werden.

Bei einer Vision geht es um das, was sein könnte und sein sollte, aber im Leben geht es um das, was jetzt ist, es geht genau um diesen Augenblick.

Zu den grössten Herausforderungen im Bereich des Führens gehört es, dafür zu sorgen, dass ein Vision lebendig bleibt, denn Visionen an sich haben keine besonders lange Haltbarkeitsdauer.

Es gibt keine Phase in der Entwicklung einer Organisation oder eines Unternehmes, in der eine Führungspersönlichkeit auf Autopilot schalten und dann einfach erwarten kann, dass die Organisation auch weiterhin von ihrer ursprünglichen Vision getrieben wird.

Alle Zitate aus „Von der Vision zur Wirklichkeit“ von Andy Stanley (2008 by Gerth Medien)

Für eine gesunde Entwicklung jedes Unternehmens ist das Vorhandensein einer Vision von grösster Bedeutung. Doch eine Vision nur auf Papier ist wertlos. Die Vision muss immer wieder neu hochgehalten werden, muss gelebt werden.

Und was für ein Unternehmen gilt, hat auch für das Leben an sich Gültigkeit. Ohne Vision, ohne Zielrichtung, stehen wir in Gefahr, dass das Leben an uns vorbei zieht.

Leben Sie mit Vision? Beruflich und privat.