Kriegszustand im Büro?

Ein Team siegt nur, wenn man den anderen zum Stern macht!
Alain Suter

Kürzlich erlebte ich innerhalb von 24 Stunden Situationen, die kaum gegensätzlicher hätten sein können. Da war die Sachbearbeiterin im Coaching-Gespräch, die von ihrem neuen Kollegen erzählte. Nach der Einführungsphase in den unterschiedlichen Abteilungen sagte er bei einer (Krisen)Sitzung vor versammelter Chefetage: „Bei euch herrscht Krieg! Da gibt es kein Wir-Gefühl, jeder schaut nur für sich.“

Wow, dieser Mann hat Rückgrat. Doch wie muss es den Abteilungsleitern und Chefs ergangen sein, einen solchen Spiegel vorgesetzt zu bekommen? Da wurde jahrelang bei Qualität sichernden und Teamspirit fördernden Massnahmen gespart. Und jetzt scheint der Bumerang mit voller Wucht zurück zu kehren…

Tags darauf erlebte ich eine völlig andere Situation: Ich durfte ein motiviertes Team im Prozess der Visionsfindung begleiten. Diesen Workshop zu moderieren war ein Highlight, weil offensichtlich war, dass dieses Team am selben Strick – und erst noch in die selbe Richtung – zieht. Man ist, um im oben zitierten Bild des ehemaligen Fussballprofis Alain Suter zu bleiben, bereit, die anderen Teammitglieder zum Stern zu machen.

Ein starkes Wir-Gefühl zeigt sich da, wo wir den anderen Teamler zum Glänzen bringen.

Zehn Kennzeichen eines starken Wir-Gefühls

Was zeichnet diesen positiven Teamspirit aus? Was erlebe ich in einem Dream-Team? Zehn Dinge gehen mir durch den Kopf:

  • Ich kann meine Stärken einbringen!
    Erfolgreiche Teams sind stärkeorientiert: Jeder kann das einbringen, was er am besten kann.
  • Ich muss meine Schwächen nicht verstecken!
    Weil jeder seine Stärken einbringen kann, muss er sich auch nicht seiner Schwächen schämen. In einem guten Team werden diese durch die Stärken der Anderen aufgefangen.
  • Ich werde von den Anderen „angefeuert“ und „gefeiert“!
    Stimmt das Wir-Gefühl, dann freut sich jeder am Erfolg des Anderen. Ist der Einzelne erfolgreich, dann gewinnt auch das Team. Darum ist ein Dream-Team voller Cheerleaders, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen motivieren.
  • Ich erlebe Interesse an mir als Person!
    Stimmt der Teamspirit, dann interessiert nicht nur meine Leistung. Ich als Person werde wahr- und ernst genommen. Ich erfahre Anteilnahme für das, was ich (auch im Privatleben) durchmache.
  • Gemeinsam verfolgen wir eine Vision!
    Ein Team braucht eine Vision und eine Mission, die sich jeder Einzelne zu eigen macht. In einem solchen Team herrscht eine grosse Identifikation mit der gemeinsamen Vision und der Firma/Organisation.
  • Gemeinsam bringen wir den Einzelnen zum Blühen!
    Die positive Teamatmosphäre sorgt für ein Umfeld, in dem sich jeder weiterentwickelt.
  • Gemeinsam schaffen wir Grosses!
    Weil wir füreinander und nicht gegeneinander arbeiten, die Projekte gemeinsam lösungsorientiert anpacken und den „Schwarzen Peter“ nicht reihum weitergeben, schaffen wir Ausserordentliches.
  • Gemeinsam erleben wir Spass!
    Ein Dream-Team arbeitet hart und erreicht vieles. Trotzdem ist es vielmehr als nur ein Leistungsteam. Man hat einfach Freude, wenn man sich hier investieren kann.
  • Gemeinsam feiern wir Erfolge!
    Und diesen Spass erlebt man nicht nur beim Arbeiten. Es werden auch mal Timeouts angesetzt, wo man sich gemeinsam über Erreichtes freut. Ein Teamausflug oder auch ein Feierabendbier sorgt dafür, dass das Wir-Gefühl auch neben dem Arbeitsplatz gestärkt wird.

Es ist zwar kein offizielles Menschenrecht. Aber ich wünsche jedem, dass er mindestens einmal im Leben Teil eines solchen Dream-Teams sein darf!

 

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

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