Singen macht glücklich – gemeinsam noch mehr!

Wir haben’s geschafft, gemeinsam!
Und das ist dann auch irgendwie gesund.

Prof. Dr. med. Tobias Esch (in: Die Neurobiologie des Glücks)

Singen Sie gerne? Unter der Dusche? Im Auto? In der Kirche? Oder sogar in einem Chor? „Singen macht glücklich“, sagt eine beliebte These. Und tatsächlich lässt die Selbsterfahrung vieler darauf schliessen, dass die These stimmt.

Anke Engelke wollte es genau wissen. Im Rahmen der eindrücklichen ARD-Themenwoche Zum Glück war sie ein Jahr lang unterwegs auf der Suche nach dem Glück. Als Reporterin fragte sie glückliche Menschen nach ihrem Geheimnis, machte auch Halt in einer Kinderkrebsstation, besuchte eine spezielle Dorfgemeinschaft und liess sich von einem alten, fröhlichen Ehepaar Tipps für eine glückliche Partnerschaft geben. Und sie sang eben auch mit den Menschen. Engelke gründete den Chor der Muffeligen, zudem nur zugelassen war, wer zuletzt nicht gerade vom Glück verfolgt wurde.

Hier wurde nun die These, dass singen glücklich macht, auf die Probe gestellt: Der Musikwissenschaftler Prof. Gunter Kreutz begleitete das Projekt und konnte am Ende wissenschaftlich belegen, dass das Singen im Chor glücklich macht.

Und wenn singen nicht mein Ding ist?

Das Resultat erstaunt nicht. Dass Musik eine positive Wirkung auf uns Menschen hat, ist schon seit Jahrtausenden bekannt (spontan kommt mir König Saul in den Sinn, der sich durch die Musik vom jungen David besänftigen liess). Das Singen ist das Eine. Das Chorprojekt war eben auch ein Gemeinschaftsprojekt. Und das ist das Andere.

Gemeinschaftserlebnisse haben das Potenzial, uns zu beflügeln, sie sind wahre Glückspillen. Singen (Musizieren) ist unbestritten gesundheits- und glücksfördernd und kann somit jedem (ob hochbegabt oder eher talentfrei) empfohlen werden. Ziel ist ja nicht die grosse Bühne einer Casting-Show oder der Plattenvertrag. Es geht ums subjektive Wohlbefinden. Der bekannte Dirigent Gotthilf Fischer (Fischer-Chöre) meint, man sollte sogar darüber nachdenken, das Singen als Gesundheitsförderung von Krankenkassen bezahlen zu lassen: „Chorarbeit oder überhaupt Singen müsste gefördert werden.“

Aber eben, was nun, wenn ich mich trotz all diesen guten Aspekten mit dem Gedanken eines Mittuns in einem Chorprojekt nicht wirklich anfreunden kann oder es sowas in meiner Umgebung gar nicht gibt? Die positiven Wirkungen von Gemeinschaftserlebnissen können selbstverständlich auch auf anderen Wegen erreicht werden. Möglichkeiten gibt es viele:

  • Gemeinsames Helfen hilft gleich mehrfach: Wir nehmen uns einer Notsituation an und erleben unserseits durchs gemeinsame Anpacken Glücksmomente.
  • Teamsport tut gut: Mein regelmässiges Unihockey-Spiel möchte ich nicht mehr missen. Das gemeinsame Schwitzen sorgt wöchentlich für Glücksmomente.
  • Freundschaften pflegen: Feines Essen mit sympathischen Leuten, gute Gespräche – ein Garant für Glücksmomente.

Auch aus neurobiologischer Sicht ist wissenschaftlich belegt, dass nicht Egoismus sondern Gemeinschaft glücklich macht. Tobias Esch führt aus: „Denn Egoismus wird nicht nachhaltig belohnt, wie wir heute wissen. Benötigt für den langfristigen Erfolg (und biologisch gefördert) wird dagegen Teamfähigkeit, gemeinsame Erfahrungen, wozu Menschen wiederum ermutigt, eingeladen und inspirierte werden müssen.“

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichGesellschaft“.

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