Versöhnt leben

Die Frage des Friedens ist nicht zuerst eine Frage an die Welt,
sondern für jeden an sich selbst.

Karl Jaspers

„U i ha fasch aues gha vo däm woni tröimt ha. Bimene Häärli ömu…“, sagt Dällbach Kari im Film Eine wen iig. (Und ich hatte fast alles gehabt, wovon ich träumte. Beinahe jedenfalls.)

Träume im Leben sind wichtig, aber nicht alle Träume werden in Erfüllung gehen. Unsere Lebenszufriedenheit und unser Erfolg im Alltag hangen stark davon ab, wie wir mit unseren unerfüllten Träumen umgehen.

Ich denke an eine junge Frau, die bei mir in der Beratung war. Ihr Lebenstraum, früh zu heiraten und ein junges Mami zu sein, hatte sich nicht erfüllt. Sie kann jetzt ein Leben lang dem unerfüllten Wunsch nachtrauern und sich vielleicht sogar als Versagerin fühlen. Doch wenn sie den weiteren Lebensweg positiv und mit Freude gestalten will, muss sie unbedingt Möglichkeiten finden, sich mit der Situation zu versöhnen.

Der Weltfriede beginnt im Herzen jedes Einzelnen. Wenn ich dieser Welt Frieden wünsche, stellt sich die Frage nach dem Frieden in mir selbst. Gelingt es mir, trotz zerbrochenen Träumen und unerfüllten Wünschen mein Leben positiv zu gestlaten und jedem meiner Tage etwas Gutes abzugewinnen?

Leben im Jetzt

Wie Dällebach Kari im Kinofilm stehen wir in Gefahr, in unserer Vergangenheit stecken zu bleiben. Wir trauern einer bestimmten Zeit in unserem Leben nach oder verharren in der Enttäuschung, dass etwas nicht so gekommen ist, wie wir uns das gewünscht hätten. Die Liste der möglichen Früste aus der Vergangenheit ist lang: unerfüllter Berufswunsch, unglückliche Liebe, zerbröckelte Visionen, gescheiterte Projekte, zerplatzte Träume, zerbrochene Freundschaften…

Wer in der Vergangenheit stecken bleibt, wird im Jetzt nicht glücklich. Was kann ich also tun, um bewusst im Jetzt zu leben und mich mit meinem Leben zu versöhnen?

  • Enttäuschungen nicht unterdrücken!
    Zerplatzte Träume bewusste wahrnehmen und nicht verdrängen.
  • Situation reflektieren! 
    Über Vergangenes nachdenken, Enttäuschungen in die Augen schauen und „Frust vom Leib schreiben“, z.B. in einem Tagebuch.
  • Vergangenheit verabschieden!
    Unerfüllte Träume bewusst innerlich loslassen, vielleicht sogar mit einer symbolischen Handlung („Traum beerdigen“).
  • Zukunft gestalten!
    Wenn die alten Träume losgelassen sind, wird Energie frei, um neue Träume anzupacken.

Ich möchte nicht Opfer meiner Lebensumstände, meiner zerplatzten Träumen und meines Scheiterns sein. Dass wir unser Leben immer wieder aktiv gestalten und unseren Blick vorwärts richten können, das wünsche ich mir und allen Menschen.

Manchmal brauchen wir dazu die Unterstützung eines Partners, eines Freundes, von einem Coach oder das geführte Nachdenken über unser Leben in einem entsprechenden Seminar. (Allen Frauen kann ich zu diesem Thema das nächste Timeout-Weekend für Frauen empfehlen.)

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst“.

 

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