Gott ist grösser

Schau nicht auf die Grösse deiner Probleme.
Erzähl deinen Problemen von der Grösse deines Gottes.

Dr. Robi Sonderegger

Konferenzen wie diese faszinieren mich: Hohe Professionalität – auf und neben der Bühne, Top-Speaker, tausende Leute, gute Stimmung, ansprechende Musik, jede Menge witzige, spannende und tiefgründige Storys, gute Begegnungen in den Pausen … – einfach alles, was es braucht, um für einige Tage aus dem Alltag gerissen zu werden.

Und alles ist so viel grösser als im Alltag. Wenn das Hallenstadion für zwei Tage zur grössten Kirche der Schweiz wird und du dort mit 7’000 anderen Menschen lachst, weinst, singst, gebannt zuhörst und dich berühren lässt, dann hat das schon was an sich.

Selbst Gott scheint da plötzlich grösser zu sein als im Alltag. „Das kann gar nicht sein!“ protestiert da der Theologe in mir. „Gott ist nicht mal grösser und mal kleiner. Gott ist Gott. Er ist gestern, heute und morgen der gleiche. Gott ist derselbe im Hallenstadion und daheim!“

Das stimmt natürlich. Doch was ebenso stimmt: An solchen Konferenzen wird die Grösse Gottes oftmals stärker sichtbar als im gewöhnlichen Alltag. Ich werde auf vielfältige Weise an die Grösse meines Gottes erinnert: In der Herzlichkeit meines Gegenübers, in den Storys der Speaker, in der Musik, die direkt zu meinem Herzen spricht und auch in der Tatsache, dass ich an solchen Konferenzen vor Augen geführt bekomme: Gott schreibt Geschichte mit ganz normalen Menschen, die – wie ich – durch viele Aufs und Abs gehen.

An solchen Konferenzen feiern wir die Grösse Gottes, freuen uns über die Storys, die Menschen mit ihm erleben. Geschrieben aber werden diese Storys im gewöhnlichen Alltag!

Vielleicht scheint Gott an solchen Konferenzen grösser, weil wir uns mit tausenden anderen daran erinnern, wie gross dieser Gott ist, der im Alltag Schritt für Schritt mit uns vorwärts geht.

Das ist es auch, was mich an der diesjährigen icf conference begeistert hat: Ob der Amerikaner Matthew Barnett mit seinem Dream Center in Kalifornien, Leo Bigger mit der 20jährigen icf Geschichte oder der Asiate Tan Seow How, der sowohl eine Megachurch als auch ein Millionen-Unternehmen führt, – sie alle sind bestimmt aussergewöhnliche Persönlichkeiten, aber vor allem sind sie Tag für Tag mit einem aussergewöhnlichen Gott an ihrer Seite unterwegs, der zu allererst im gewöhnlichen Alltag Geschichte mit ihnen schreibt – und nicht auf der grossen Bühne.

Die Message der Konferenz war eigentlich simpel: Gott ist gross, er ist grösser als deine Probleme und vor uns liegt „Wide open Space“ (Konferenzthema). Für die meisten von uns wird diese Weite und der offene Gestaltungsraum weder mit einem Millionen-Unternehmen noch mit einer Megachurch zu tun haben. Doch: Wenn wir ein Ja dazu haben, wie uns der Schöpfer geschaffen hat, sind wir im Grunde alles aussergewöhnliche Persönlichkeiten. Und Gott wird mit jedem von uns, seine einzigartige Geschichte schreiben.

Im Alltag bleibt die Herausforderung, unseren Problemen immer wieder von der Grösse unseres Gottes zu erzählen. Die Probleme sind dann nicht automatisch weg. Doch statt auf das Problem fokussiere ich mich auf meinen Gott, der mich an meiner Seite mitten durchs Problem begleitet und so Schritt für Schritt Geschichte mit mir schreibt.

 

Weitere Artikel zur icf conference: Du bist richtigDarf Kirche Spass machen?
Und hier geht’s zum Highlightvideo der Konferenz.

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  Weitere Inspiration zur persönlichen Lebensgestaltung finden Sie in meinem Glücksbuch!

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität

Gemeinsam über sich hinauswachsen

Wenn einer allein träumt, ist es nur ein ‎Traum.
Wenn viele gemeinsam träumen,
ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.

Helder Câmara

„Man merkt, dass da Profis am Werk sind!“ hielt ein Besucher des Happy Kids Familientages fest. Nun, das ist sehr schmeichelhaft. In Tat und Wahrheit war aber kein einziger Profi (sprich: Eventmanager oder Gastronom) im OK oder Mitarbeiterteam vertreten. Im Gegenteil: Uns als (angestelltes) Leitungsehepaar ausgenommen, waren knapp 50 freiwillig Mitarbeitende an diesem grossen Festtag engagiert. Einige davon hatten schon Erfahrung mit solch grossen Events, für andere war es völliges Neuland. Alle aber waren sie top motiviert, sehr engagiert und am Abend glücklich über das gemeinsam Erreichte.

Kurz vor elf Uhr ging es los: Kleine und grosse Gäste strömten auf das Festgelände. Spätestens jetzt war jedem Mitarbeitenden klar, dass da ein Tag mit ganz viel Arbeit auf ihn wartete. Stände mussten betreut, Auskünfte erteilt, Getränke ausgeschenkt, Glückspäckli verteilt, Würste gebraten, die Riesenrösti gewendet und serviert werden. Es brauchte jede und jeden. Und trotz Grossandrang kam bei den Mitarbeitenden keine Hektik auf, war die Stimmung positiv und trugen alle ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Als am Abend bereits im Dunkeln die letzte Kiste aus dem Anhänger ausgeladen wurde, verabschiedeten sich auch die letzten freiwillig Mitarbeitenden – um einiges müder als sie am Morgen angetreten sind, aber nach wie vor aufgestellt und sehr zufrieden über das gemeinsam geleistete.

Gemeinsam Träume umsetzen

Wie gelang es, all die vielen freiwillig Mitarbeitenden zu motivieren? Wie so vieles im Leben, begann es mit einem Traum. Etwa ein Jahr vor dem Fest wuchs der Wunsch, zum 15jährigen Jubiläum der Bewegung gms – gospel movement seeland ein würdiges Fest zu feiern. Einige Ideen kamen zusammen und das OK entschied letztlich, ein Festtag mit vier Anlässen in einer Veranstaltung auf die Beine zu stellen, inkl. Koffermarkt und Spielfest. Dabei war der heikelste Moment, als es um die Zusammenstellung des OKs ging. Der Traum eines Einzelnen musste auf ein ganzes Team überspringen. Dabei halte ich es mit dem brasilianischen Befreiungstheologe Helder Câmara, der sagte: „Wenn einer allein träumt, ist es nur ein ‎Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“

So ähnlich haben wir das an unserem Fest erlebt. Gemeinsam wurde möglich, was keiner von uns alleine geschafft hätte. Und viele von unseren Mitarbeitenden sind persönlich über sich hinausgewachsen, weil ihnen mehr zugetraut wurde, als sie sich selbst zugetraut hätten. Unsere Aufgabe war es, den schmalen Grat zwischen Herausforderung und Überforderung im Auge zu halten. Es ist gelungen und gemeinsam sind wir über uns hinausgewachsen!

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Gesellschaft“.

I have a Dream

‪‎Hoffnung‬ ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit, dass etwas ‪‎Sinn‬ hat, egal wie es ausgeht.

Vaclav Havel

Kommenden Sonntag dürfen wir mit einem grossen Fest den 15. Geburtstag der Bewegung gms – gospel movement seeland feiern. Dass es überhaupt soweit kommt, ist ein Wunder. Auf dem langen Weg seit der mutigen Gründung dieser etwas anderen Kirche sind wir durch unzählige Hochs, aber auch viele Tiefs gegangen. Mehr als einmal schien der nächste Schritt der letzte zu sein…

Dabei haben wir mit grossen Träumen gestartet, als wir im Oktober 1999 erstmals zu einem Gospel Brunch eingeladen hatten. Passend wählten wir für den Startschuss das Motto „Ein Traum wird wahr!“. Nach einem feinen Brunch sagte ich in meinem Referat: „Ein klarer Traum hilft, Entscheidungen zu treffen. Wenn man seinem Traum treu bleibt, erlebt man enorme Energie und Leidenschaft. Man macht eine Sache nicht mehr, weil es gerade gut ist, weil man es sollte oder aus Angst, man könnte etwas verpassen. Das, was wir tun, tun wir, weil es unserem Ziel entspricht, weil es unser Traum ist!“

Leidenschaft schafft auch Leiden

Von dem, was ich da an unserem ersten öffentlichen gms Anlass mit der Lebenserfahrung eines 23jährigen weitergab, bin ich nach wie vor überzeugt: Ein Traum kann nur dann wahr werden, wenn wir ihn auch konsequent verfolgen. Ich musste aber auch lernen, dass nur die Tatsache, dass man einen klaren Traum hat, noch lange nicht heisst, dass dieser auch automatisch in Erfüllung geht.

Und: Leidenschaft ist unheimlich wichtig und ist eine wunderbare Sache, aber eben auch eine Sache, die Leiden schafft. Vielleicht leben genau darum so viele Menschen ohne ihrer inneren Leidenschaft zu folgen: Ein leidenschaftsloses Leben ist oft bequemer, als ein Leben, das beharrlich dem inneren Nordstern folgt – mit allen Konsequenzen.

Trotzdem: Ich bereue es nicht, 15 Jahre meines Lebens in diesen Traum von einem Gospel Movement gesteckt zu haben. Im Gegenteil: Noch heute spüre ich eine enorme Leidenschaft dafür, auf kreative Art und Weise Menschen in der Gestaltung ihres Lebens zu unterstützen und sie dabei auf Gott hinzuweisen. Im ersten Kapitel vom gms haben wir dies vor allem durch zeitgemässe Anlässe gemacht. Kapitel 2 steht für ganz viele praktische, sozial-diakonische Angebote, wie z.B. den Verein Happy Kids.

Ermutigt vorwärts

„I have a dream“ stimmt auch, wenn ich nun aufs nächste Kapitel unserer gms Geschichte schaue: Das, was wir seit 15 Jahren in Studen tun, möchten wir multiplizieren und so ein gms-Netzwerk aufbauen. Ich träume von einer Bewegung von Menschen, die sich an ihrem Ort, in ihrem Quartier, an ihrem Arbeitsplatz engagieren und den Menschen dienen – mit Aufgabenhilfe, mit Männer-Koch­kursen, mit Spielplatzaktionen, mit Kreativ-Ateliers für Frauen, mit Kursen zu Lebensfragen, mit Z’Morge für Paare…

In meinem Traum treffen sich dann all diese engagierten Menschen aus der Region regelmässig, um sich ihre Storys zu erzählen, sich gegenseitig zu ermutigen, sich von Gott beschenken zu lassen und neue Kraft zu tanken.

Das ist mein Traum vom Gospel Movement Seeland. Und ich bete zu Gott, dass er diesen Traum auch in anderen weckt und wir zusammen ermutigt vorwärts gehen können. Dabei vertraue ich darauf, dass Gott auch die nächsten Schritte führen wird. Dieses Gottvertrauen hat sich bisher bewährt. Denn: Dass wir nach 15 Jahren immer noch als gms unterwegs sind, beweist, dass wir einem treuen Gott folgen, der hält, was er verspricht.

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.