Bin ich glücklich?

Willkommen zur Stunde der Wahrheit: Wie steht es um dein Glück? Wie glücklich erlebst du dich in deiner aktuellen Lebensphase?

Heute ist internationaler Tag des Glücks und darum erscheint mein Blogartikel diese Woche auch etwas früher als sonst. Und darum stell ich mir heute die Frage: Bin ich eigentlich glücklich?

Glück ist nicht einfach ein Gefühl, auch nicht wirklich ein Zustand. Glück ist vielmehr eine Lebenseinstellung und hat mit meiner täglichen Entscheidung zu tun, mein Leben aktiv zu gestalten und die an mich gestellten Aufgaben positiv anzupacken.

Natürlich wünsch ich mir, dass Gefühle, Gedanken und meine Einstellung im Einklang zueinander sind. Glück fühlt sich durchaus gut an. Doch Glück ist eben auch mehr als ein gutes Gefühl. Glücksgefühle fallen einem manchmal überraschend zu – aber was, wenn sie ausbleiben?

Darum frage ich dich jetzt nicht bloss: Fühlst du dich glücklich? Sondern lade dich zu einer etwas differenzierteren Bestandesaufnahme anhand vom ShalomLeben-Windrad ein:

Die Nabe: Bewusste Selbstführung

Glückliche Menschen sind mit sich im Reinen, blicken optimistisch in die Zukunft und pflegen einen dankbaren und achtsamen Lebensstil.

Wo bist du mit deinem Umgang mit dir selbst zufrieden?

Was erlebst du im Zusammensein mit dir selber als schwierig?

Wo siehst du Wachstumspotenzial für eine bewusste Selbstführung?

Rotorblatt: Erfülltes Liebes- und Familienleben

Glückliche Menschen verbringen viel Zeit mit Menschen, die ihnen wichtig sind. Sie pflegen Freundschaften und gestalten ihr Liebes- und Familienleben aktiv.

Was läuft gut in deinem Liebes- und Familienleben?

Was erlebst du als schwierig, wenn du an dein Liebes- und Familienleben denkst?

Welches Entwicklungspotenzial entdeckst du?

Rotorblatt: Sinnerfüllte Tätigkeit

Glückliche Menschen gehen einer Aufgabe nach, die ihren Talenten und Interessen entspricht und mit der sie einen Unterschied auf dieser Welt machen können.

Wo kannst du deine Stärken einbringen? Was erlebst du positiv an deiner Arbeit?

Was bremst dich in deiner beruflichen Entwicklung?

Welchen Handlungsbedarf kannst du identifizieren?

Rotorblatt: Reiches Sozialleben

Glückliche Menschen bringen sich als aktiven Teil in die Gesellschaft ein – sei dies in Beziehungen oder in freiwilligem Engagement für ihre Mitmenschen.

Welche Freunde oder Gruppen tun dir richtig gut? Wo erlebst du ein positiv-förderndes Umfeld?

Was ist schwierig, wenn du an dein Sozialleben denkst?

Was würde dir helfen, diesen Bereich weiterzuentwickeln?

Der Wind: Gelebte Spiritualität

Glückliche Menschen verstehen sich als Teil des grossen Ganzen. Ihr Leben hat Bedeutung, weil sie sich im Dienst einer höheren Sache verstehen. Der Wind, der unser ShalomLeben-Windrad antreibt, steht für die Sinnhaftigkeit in unserem Sein.

Wo erlebst du dein Dasein als sinnvoll? Wie erlebst du Verbundenheit  mit dem Höheren?

Wo erlebst du deine Spiritualität gerade nicht als sehr tragfähig?

Welches Entwicklungspotenzial erkennst du in diesem Bereich?

Meine Glücksbillanz fällt heute nicht nur positiv aus – es gibt durchaus Bereiche, die ich gerade als schwierig erlebe. Doch: Glückliche Menschen sind gesünder und einfach angenehmere Zeitgenossen. Glücklichsein steht dir und mir! Und darum will ich mich auf das fokussieren, was positiv läuft und was ich selbst gestalten kann.

Glücksaufgabe

Und wie fällt deine Glücksbillanz heute am Tag des Glücks aus? Freu dich an all den positiven Punkten und nimm dir in 1-2 Bereichen einen kleinen nächsten Entwicklungsschritt vor.

Du willst dich eingehender mit deinem eigenen Glück beschäftigen? Dann findest du Anregungen hier im GlücksBlog. Zusätzlich empfehle ich dir mein Buch, in dem ich das ShalomLeben-Windrad und die Glücksaktivitäten ausführlich vorstelle:

Glück finden – hier und jetzt 
Das praktische GlücksBuch von Stefan Gerber jetzt bestellen.
Adonia Verlag, CHF 19.80, ISBN 978-3-03783-104-5
184 Seiten
Jetzt bestellen
! / Bestelllink für Deutschland

Mir gefällt das Buch von Stefan Gerber besonders gut, weil er es versteht, das Thema «Glück» verständlich, für alle nachvollziehbar und mit guten Beispielen versehen, zu beschreiben. Die Symbolik mit dem ShalomLeben-Windrad, der starken Nabe für die starke Selbstführung zeigt deutlich auf, dass wir zum grössten Teil selber Gestalter des eigenen Glücks sind. Ein praktisches (Arbeits)Buch für die Menschen, welche das Glück bereits gefunden haben oder noch auf der Suche danach sind.
Beat Rüfli, Geschäftsinhaber bizfit / Leiter Netzwerk santé&entreprise

Glücksirrtum Nr. 1: Egoisten sind glücklicher

Unsere guten Taten sorgen für Verzückung in unserem Gehirn und führen zur Ausschüttung von unterschiedlichen ‪Glückshormonen‬.
Stefan Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

Glück ist weniger ein Ziel, das man avisieren kann und eines Tages für immer aufgefunden hat. Glück hat mehr mit einem Weg zu tun, für den man sich entscheidet. Glück hat  mit der Art zu tun, wie man sein eigenes Leben gestaltet.

Die Positive Psychologie hat erforscht, wie wir auf diesem Weg unser Glücksniveau steigern können. Die Forscher wollten wissen, was den diese Lebensart auszeichnet, die unser Glücksempfinden nachhaltig vergrössert.

Der grosse Irrtum

Und genau diese Glücksforschung hat einige Überraschungen auf Lager. Sie räumt mit einigen gern geglaubten Glücksirrtümer auf. Ich habe meine Topten Liste von solchen Irrtümer rund ums Glück zusammengestellt und werde mich in den nächsten Wochen hier im Blog jeweils einem solchen Glücksirrtum widmen.

Zuvor aber noch zur Frage, wie es denn zu diesen Glücksirrtümer kommen konnte. Dazu ein Abschnitt aus dem Glücks-Buch:

Weil sich jeder Mensch seine eigenen Gedanken zum Thema Glück macht, stellt auch jeder – bewusst oder unbewusst – seine eigene Glückslogik zusammen. Dies führt zu Glaubenssätzen. Eine solche innere, selbst aufgestellte Logik könnte lauten: Geld macht glücklich, darum muss ich mich besonders stark anstrengen, um einen gut bezahlten Job zu bekommen.
Die Glücksforschung fördert aber erstaunliche wissenschaftliche Resultate zutage, die nicht selten landläufige Glückslogiken in Frage stellen.

Das mit dem Geld ist tatsächlich ein solcher Glücksirrtum, aber erst Nr. 5. Beginnen will ich mit einem anderen.

Glücksirrtum Nr. 1: Egoisten sind glücklicher

Manchmal sagt man salopp: „Wenn jeder für sich schaut, ist für jeden geschaut.“ Das stimmt erstens so nicht und zweitens macht diese Haltung nicht glücklich.

Es mag ein erstaunlicher Befund sein, aber der neurologische Glücksforscher Dr. Tobias Esch schreibt klipp und klar: “Egoismus wird nicht nachhaltig belohnt, wie wir heute wissen. Benötigt für den langfristigen Erfolg (und biologisch gefördert) wird dagegen Teamfähigkeit, gemeinsame Erfahrungen, wozu Menschen wiederum ermutigt, eingeladen und inspiriert werden müssen”. (im Fachbuch Die Neurobiologie des Glücks)

Die 16 Glücksaktivitäten, die ich bei der Positiven Psychologie entdeckt und im Glücks-Buch vorgestellt habe, bedeuten harte Zeiten für den Egoisten. Denn: Mindestens die Hälfte davon widersprechen einem egoistischen Lebenssstil. Nicht der Egoist, der sich nur auf sich selbst fokussiert, erlebt das grössere Glück, sondern der dankbare, grosszügige, vergebensbereite, liebevolle Mensch hat die Lebensart des Glücks verstanden. Aber auch Glücksaktivitäten wie „Guter Umgang mit sich selbst“, „Achtsamkeit“ oder „Berufung leben“ sind nicht als Einladung zu mehr Egoismus zu verstehen.

Vielleicht hätten wir diesen Befund, dass Egoisten nicht glücklicher sind, eher aus einem philosophischen und sicher aus einem religiösen Lehrbuch erwartet. Doch, wenn sogar die Neurobiologie zum Schluss kommt, dass Gemeinschaftssinn und Grosszügigkeit glücklicher machen, als Egoismus, lässt das aufhorchen: Unser Gehirn ist nicht auf Egoismus ausgelegt, sondern auf Gemeinschaft, Teamfähigkeit und gemeinsame Erfahrungen!

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