Zur Ruhe kommen

An alle, die total unter Druck stehen,
weil so viel von ihnen verlangt wird:
Kommt zu mir! Ich werde dafür sorgen,
dass ihr euch so richtig entspannen könnt.

Jesus (in Matthäus 11,28 nach der Volxbibel)

Haben Sie in Ihrer Wohnung, in Ihrem Haus, eine Badewanne? Als wir kürzlich in einer Runde über neue Wohnungen sprachen, kam die Frage auf, wer heute eigentlich noch eine Badewanne braucht. Jemand gestand: „Früher konnte ich mit einem Vollbad bei Kerzenlicht wunderbar entspannen. Heute funktioniert das nicht mehr.“

Zu wissen, wie man persönlich entspannen kann, ist ein grossartiges Geschenk. Und vielleicht müssen wir uns hin und wieder auch eingestehen, dass die Wege, wie wir früher entspannen konnten, für uns ausgedient haben.

Wie können Sie „runterfahren“, entspannen, auftanken, neue Energie gewinnen? Bei mir ist es immer noch das Vollbad. Oder der Spaziergang im Wald oder an der Aare. Und das Tagebuch schreiben, das hilft mir, den Alltag für eine kurze Zeit zu stoppen, innezuhalten, nachzudenken und mit neuer Kraft vorwärtszugehen.

Ferienstress oder Kraft tanken?

Einige können beim Nichts-tun wunderbar entspannen, andere entspannen aktiv und finden (innere) Ruhe zum Beispiel darin, dass sie den Garten umpflügen. Oder sie finden zu sich indem sie sportlich an ihre Leistungsgrenzen gehen.

Nun sollten ja eigentlich auch unsere Sommerferien dazu dienen, dass wir zur Ruhe kommen und frische Kraft tanken können.

Leider geschieht das nicht immer. Einige sind am Arbeitsplatz bis zur letzten Minute über alle Masse gefordert, hüpfen mit letzter Energie in den Flieger, füllen die Ferientage mit einer Aktivität nach der anderen („wenn man schon mal da ist, sollte man doch …“), steht einmal ein „Ruhetag“ auf dem Programm, wissen sie gar nicht, was sie damit (oder mit sich selbst) anfangen sollen, nach 14 Tagen fliegen sie wenig erholt wieder heim, wo es gilt, Haus und Garten wieder in Schwung zu bringen und sich noch mit einer Gartenparty bei Familie und Freunden zurückzumelden.

Wenn wunderts, dass wir nach diesem Ferienstress nicht gerade mit einem gefüllten Akku zurück an den Arbeitsplatz kommen. Die angestauten E-Mails und To-Do’s geben uns den Rest, so dass wir uns erschöpft fragen, warum wir uns das mit den Ferien eigentlich antun.

Natürlich muss es nicht so sein: Wer sich bereits bei der Urlaubsplanung fragt, wie er (und allenfalls die anderen Familienmitglieder) auftanken und zur Ruhe kommen kann/können, wird zum Beispiel festhalten: Weniger ist mehr. Ebenso ist eine gute Vorbereitung zentral: Nicht arbeiten bis zur Abreise, sondern schon 2,3 Tage vorher frei nehmen, herunterfahren, Zeit haben für Haus, Garten und Koffern packen …

Göttliche Kraftquellen anzapfen

Ob in den Ferien oder mitten im Alltag: Für viele ist auch die persönliche Spiritualität eine nachhaltige Variante, um zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu tanken.

Im oben zitierten Bibelwort spricht Jesus davon, dass in und bei ihm dieser innere Frieden zu finden ist. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt erleben dies auf ihre ganz persönliche und unterschiedliche Weise: In der Besinnung auf das Göttliche, in der Nachfolge Jesu, im Gebet, im Hören oder Singen von Worship-Liedern, im Eintauchen in die Bibel sind kraftvolle Energiespender zu finden.

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität

Befreit die Kinder vom Stress

Das Wohl und die Zukunft unserer Kinder stehen auf dem Spiel,
weil sie von den ersten Lebensjahren an
unablässig unter Stress stehen.
Archibald Hart (in: Wer zu viel hat, kommt zu kurz

Es ist ein düsteres Bild, das Archibald Hart in seinen Büchern und Seminaren malt: Depression ist heute eine Epidemie geworden – auch unter den Jugendlichen. Und wenn wir so weiterfahren, werden in Zukunft praktisch alle Teenager von Depressionen betroffen sein.

In seinem Buch Wer zu viel hat, kommt zu kurz widmet der Psychologe und Hirnforscher Archibald Hart den Herausforderungen, in denen Kinder (und ihre Eltern) heute stecken, ein ganzes Kapitel. Der Autor mahnt dort gleich zu Beginn:

„Unsere Kinder sind heute in grosser Gefahr, aber nur wenige sehen das. Von Vorschulkindern bis Teenagern ist eine ganze Generation auf dem Weg in ein Leben ohne Freude, aber kaum jemand nimmt Notiz davon, ja Eltern, Medien und unsere ganze Kultur treiben die Kinder noch weiter an auf diesem Weg.“

Hilft es, wenn ich noch erwähne, dass der Autor aus den USA stammt? „Aha, kann sein, dass es dort so ist. Aber bei uns doch nicht!“ Tatsächlich sind die vielen alarmierenden Studien, die im Buch zitiert werden, vor dem amerikanischen Hintergrund zu lesen. Doch wir tun uns und vor allem unseren Kindern ganz bestimmt einen Bärendienst, wenn wir die mahnende Stimme nicht ernstnehmen und mit dem Argument abtun, bei uns sei das mit dem Stress bei den Kindern nicht halb so schlimm.

Aus den Studien und Ausführungen von Archibald Hart lassen sich nämlich sehr wohl Parallelen zum deutschsprachigen Raum herstellen. Die Liste der Herausforderungen und Gefährdungen der Kinder ist lang:

  • Die Multitasking-Generation beschäftigt sich zwar nicht unbedingt länger mit elektronischen Medien als die Kinder vor ihnen, doch heute ist diese Zeit von Parallelkonsum geprägt: Alle „i-Geräte“ auf einmal benutzen und dabei noch die Hausaufgaben machen…
    Gewiss bringen die Multitasking-Fähigkeiten der Jugendlichen auch einige positive Fertigkeiten mit sich. Doch über allem gesehen, muss Multitasking und der hohe Medienkonsum sehr kritisch betrachtet werden. Ein Psychiater sagt es treffend: „Die Frage ist nicht so sehr: Was tue ich meinem Gehirn an mit all den Videospielen?, sondern: Was tue ich meinem Leben an mit all den Dingen, zu denen ich nicht mehr komme?“
  • Ungezähmtes Konsumverhalten: Unsere Gesellschaft, nicht nur unsere Kinder, sind von der Idee gefangen, alles sofort haben zu können, was wir gerade wollen. „Freude, die sofort kommt, ist auch sofort wieder weg“, schreibt Archibald Hart dazu.
  • Überforderung mit Langeweile: Wir sind heute nicht mehr fähig, eine gewisse Zeit lang nichts zu tun. Und weil diese Langeweile gerade für Jugendliche furchtbar ist, suchen sie andauern nach Ablenkung, Action und schlussendlich Reizüberflutung.
  • Das Problem mit den ehrgeizigen Eltern: Der an und für sich ehrbare Wunsch, dass es unseren Kindern gut geht, trägt so manche ungeniessbare Frucht! Von Überbehütung durch ständige Kontrolle zu Überforderung durch überhöhte Erwartungen bis hin zu Überstimulation durch Frühförderung und Freizeitstressprogramm.

Den Ausführung von Archibald Hart fehlt es nicht an Dringlichkeit. Zusammen mit ihm ruf ich uns als Eltern zu: Nehmen wir uns Zeit für unsere Kinder, befreien wir sie vom Stress! „Kinder, deren Tag lückenlos verplant ist, können nicht mehr träumen, sich nicht mehr ihrer Fantasie hingeben, nicht mehr ihre eigene kleine Welt gestalten.“ Die Folgen davon sind erschreckend.

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.