Mehr als Zahlen und Normen

Love is not in the numbers.
(Die Liebe ist nicht in Zahlen zu finden.)
Shauna Niequist (im Bestseller Present Over Perfect)

Während dem Frühstück entdeckte ich heute bei der Zeitungslektüre eine halbseitige Werbung für eine Schönheitsoperation. Die Botschaft: Steigern Sie Ihr Selbstwertgefühl durch einen chirurgischen Eingriff.

Ich will ja gar nicht abstreiten, dass es Ausnahmefälle gibt, in denen ein solcher Eingriff aus unterschiedlichen Gründen seine Berechtigung haben mag.

Doch diese Werbeanzeige passt bestens zu dem, was ich mit meinem Wochenzitat (siehe oben) ausdrücken will: Wir tappen immer wieder in die Falle, dass wir Liebe, Zuneigung und Anerkennung in Zahlen und Normen suchen.

Dabei vergessen wir, dass Zahlen und Normen in den wenigsten Fällen glücklich machen!

Darum will ich uns als Eltern, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber heute daran erinnern: Verkaufs- und Besucherzahlen, Schulnoten und Zahltage sind wichtig, aber sie machen nicht unser Leben aus! In diesen Zahlen finden wir nicht die ersehnte Liebe – höchstens eine gekaufte Liebe.

Wenn sich also in diesen Wochen tausende Kinder erstmals und noch mehr Kinder zum wiederholten Mal auf den Weg in die Schule machen, lassen wir sie wissen: Gute Schulleistungen sind wichtig, aber sie sind nicht alles!

Wenn in diesen Wochen tausende junge Menschen in die Berufswelt einsteigen, lassen wir sie spüren: Eine steile Karriere kann etwas Schönes sein, aber sie ist nicht alles!

Wenn wir uns als Arbeitnehmer diese Tage frisch erholt und doch schon wieder erschlagen von Mailflut, Umstrukturierungen, neuen Chefs oder schlicht von der überwältigenden Arbeitslast aus den Ferien zurückmelden, denken wir daran: Ein guter Job ist viel wert, aber er ist nicht alles! Das Leben ist mehr als Arbeit!

Wenn wir als Arbeitgeber und Chefs nach den Sommermonaten unsere Mitarbeitenden motivieren wollen, nun mit zusätzlichem Engagement in der verbleibenden Zeit bis Silvester die Jahresziele noch zu erreichen, lassen wir uns erinnern: Zahlen sind wichtig, aber sie sind nicht alles!

Es ist etwas Gesundes und Schönes, dass wir gute Leistungen an den Tag legen wollen. Ja, wir sind dazu geboren worden, unseren Beitrag zu leisten. Und wer nicht bloss einem Job nachgeht, sondern in seinem Beruf auch seine Berufung leben kann, hat wahrlich grossen Grund zur Freude.

Ins Schleudern kommen wir dabei jedoch dann, wenn wir unser Selbstwertgefühl von unseren Leistungen, unseren Noten, unserem Aussehen oder unseren Verkaufszahlen abhängig machen. Die Liebe, die wir suchen, werden wir in diesen Dingen nicht dauerhaft finden!

Es gilt dabei zwischen Selbstwert und Selbstvertrauen zu unterscheiden:

Während der Selbstwert etwas mit dem geschenkten Lebenswert zu tun hat, meint das Selbstvertrauen: Ich weiß, dass ich etwas leisten kann – ich traue mir etwas zu.
(aus dem GlücksBuch)

Für unseren Selbstwert gilt es, das Leben als Geschenk anzunehmen. Wir haben unseren Wert, weil wir sind, nicht weil wir tun! Und darum liegt die Lösung für ein geknicktes Selbstwertgefühl auch nicht in der Schönheitsoperation, den besten Schulnoten oder der steilen Berufskarriere.

Liebe finden wir im menschlichen Miteinander, in dem wir uns gegenseitig mit Wertschätzung begegnen – unabhängig ob wir mit Äusserem brillieren können oder nicht.

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

 Lassen Sie sich von meinem Glücksbuch inspirieren!

Zur Ruhe kommen

An alle, die total unter Druck stehen,
weil so viel von ihnen verlangt wird:
Kommt zu mir! Ich werde dafür sorgen,
dass ihr euch so richtig entspannen könnt.

Jesus (in Matthäus 11,28 nach der Volxbibel)

Haben Sie in Ihrer Wohnung, in Ihrem Haus, eine Badewanne? Als wir kürzlich in einer Runde über neue Wohnungen sprachen, kam die Frage auf, wer heute eigentlich noch eine Badewanne braucht. Jemand gestand: „Früher konnte ich mit einem Vollbad bei Kerzenlicht wunderbar entspannen. Heute funktioniert das nicht mehr.“

Zu wissen, wie man persönlich entspannen kann, ist ein grossartiges Geschenk. Und vielleicht müssen wir uns hin und wieder auch eingestehen, dass die Wege, wie wir früher entspannen konnten, für uns ausgedient haben.

Wie können Sie „runterfahren“, entspannen, auftanken, neue Energie gewinnen? Bei mir ist es immer noch das Vollbad. Oder der Spaziergang im Wald oder an der Aare. Und das Tagebuch schreiben, das hilft mir, den Alltag für eine kurze Zeit zu stoppen, innezuhalten, nachzudenken und mit neuer Kraft vorwärtszugehen.

Ferienstress oder Kraft tanken?

Einige können beim Nichts-tun wunderbar entspannen, andere entspannen aktiv und finden (innere) Ruhe zum Beispiel darin, dass sie den Garten umpflügen. Oder sie finden zu sich indem sie sportlich an ihre Leistungsgrenzen gehen.

Nun sollten ja eigentlich auch unsere Sommerferien dazu dienen, dass wir zur Ruhe kommen und frische Kraft tanken können.

Leider geschieht das nicht immer. Einige sind am Arbeitsplatz bis zur letzten Minute über alle Masse gefordert, hüpfen mit letzter Energie in den Flieger, füllen die Ferientage mit einer Aktivität nach der anderen („wenn man schon mal da ist, sollte man doch …“), steht einmal ein „Ruhetag“ auf dem Programm, wissen sie gar nicht, was sie damit (oder mit sich selbst) anfangen sollen, nach 14 Tagen fliegen sie wenig erholt wieder heim, wo es gilt, Haus und Garten wieder in Schwung zu bringen und sich noch mit einer Gartenparty bei Familie und Freunden zurückzumelden.

Wenn wunderts, dass wir nach diesem Ferienstress nicht gerade mit einem gefüllten Akku zurück an den Arbeitsplatz kommen. Die angestauten E-Mails und To-Do’s geben uns den Rest, so dass wir uns erschöpft fragen, warum wir uns das mit den Ferien eigentlich antun.

Natürlich muss es nicht so sein: Wer sich bereits bei der Urlaubsplanung fragt, wie er (und allenfalls die anderen Familienmitglieder) auftanken und zur Ruhe kommen kann/können, wird zum Beispiel festhalten: Weniger ist mehr. Ebenso ist eine gute Vorbereitung zentral: Nicht arbeiten bis zur Abreise, sondern schon 2,3 Tage vorher frei nehmen, herunterfahren, Zeit haben für Haus, Garten und Koffern packen …

Göttliche Kraftquellen anzapfen

Ob in den Ferien oder mitten im Alltag: Für viele ist auch die persönliche Spiritualität eine nachhaltige Variante, um zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu tanken.

Im oben zitierten Bibelwort spricht Jesus davon, dass in und bei ihm dieser innere Frieden zu finden ist. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt erleben dies auf ihre ganz persönliche und unterschiedliche Weise: In der Besinnung auf das Göttliche, in der Nachfolge Jesu, im Gebet, im Hören oder Singen von Worship-Liedern, im Eintauchen in die Bibel sind kraftvolle Energiespender zu finden.

 

 Meine Buchempfehlung für den Urlaub: Glück finden – hier und jetzt!

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität

Es geht auch anders

Geld haben ist schön, solange man nicht die Freude an Dingen verloren hat, die man nicht mit Geld kaufen kann.
Salvador Dalí

Ferien sind teuer, Familienferien erst recht, im Sommer sowieso. Wer den Familienalltag eher mit bescheidenem Budget bestreitet, muss knallhart kalkulieren, ob die Ferien am Meer oder das Familienhotel drinliegt. Entweder man nimmt sich im Alltag zurück und spart auf das eine grosse Ziel: Die Sommerferien. Oder man übernimmt sich und bezahlt im Nachhinein einen hohen Preis für zu viel ausgegebenes nicht vorhandenes Geld.

Günstige Ferien

Es geht auch anders: Auch Familienferien müssen nicht immer teuer sein. Weil der Sommer die teuerste Saison ist, haben wir in den letzten Jahren unsere Sommerferien daheim verbracht. Auch da gilt es, genau hinzuschauen. Auch etwas Kreativität ist gefragt. Denn Tagesausflüge können in der Schweiz auch schnell ganz teuer werden.

Vor unseren Sommerferien sammeln wir einerseits Ideen, was wir gerne unternehmen würden (da darf jedes Familienmitglied Wünsche anbringen), anderseits halten wir unsere Augen offen für Spezialaktionen. Immer mehr Firmen buhlen um die Zielgruppe Familie und so gibt es nicht wenige attraktive Angebote von Grossverteilern, Krankenkassen, Banken… Auch lokale Unternehmen haben manchmal spannende „Sommerloch“-Aktionen: Zum Beispiel 2 für 1 auf der Minigolfanlage.

Unser Familienhighlight in den letzten beiden Jahren war die Sommeraktion der Berner Zeitung. Völlig kostenlos wird da in verschiedenen Städten eine Schatzsuche angeboten. Das einzige, was man braucht, ist die Schatzkarte (online verfügbar oder in einem Tourismusbüro der Region erhältlich) – und los geht’s: Bei einem ausgedehnten Spaziergang lernt man eine Ortschaft besser kennen, hat Rätsel zu lösen, kommt bei einem Tierpark vorbei, landet sogar mal (kostenlos) auf einem Thunerseeschiff und wird am Ende noch mit dem einen oder anderen Geschenk und Gutschein in der Schatztruhe belohnt.

Ganz viel Erlebnis für wenig Geld

So haben wir tolle Budget-Sommerferientage verbracht. Und neben der Tatsache, dass dadurch das Familienbudget nicht in Schieflage geriet, ist das Beste, dass wir ganz viele Familienerlebnisse gesammelt haben. Und darum geht es doch bei Familienferien – ob mit grossem oder kleinem Budget. Hauptsache, wir als Familie haben Freude zusammen, erleben etwas gemeinsam und können den hektischen Alltag für einige Tage beiseite schieben.

Einen zusätzlichen Reiz haben unsere „Daheim-Ferien“ erhalten, indem wir ein Massenlager eingerichtet haben und zu viert auf dem Wohnzimmer-Boden geschlafen haben. Die Kids fanden das natürlich cool – und sogar Mami und Papi haben erstaunlich gut geschlafen…

Luxusferien und US-Rundreise passen nicht in jedes Familienbudget. Lassen wir uns nicht unterkriegen! Mit etwas Phantasie gibt es kreative Möglichkeiten, um günstig ganz tolle Familienerlebnisse zu machen. Wir treiben es auf die Spitze und haben in den beiden letzten Sommerferien mehr Geld eingenommen als ausgegeben: Einmal, weil wir am Ende der Schatzsuche noch einen Preis beim Wettbewerb gewonnen haben und dieses Jahr, weil Mutter und Tochter als Ferienerlebnis noch bei einer Werbefilmproduktion mitspielten.

Lernen wir wieder das Einfache zu geniessen – es bedeutet unseren Kindern am Ende vielleicht sogar mehr als die Luxusferien. Der Psychologe Archibald Hart schreibt in Wer zu viel hat, kommt zu kurz„Hören sie auf, der grosse Supervater/die Supermutter sein zu wollen. Gehen Sie nach draussen und spielen Sie mit Ihren Kindern.“

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.