Respekt für die "Waffeln"

Männer sind einfach gestrickte Geschöpfe,
die meisten brauchen nichts weiter als Respekt!

Richard Rohr

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen – so habe ich Samstag bis Dienstag verbracht. Zuerst als Referent in zwei Kirchen, dann zusammen mit meinem Vater zwei wunderbare Skitage. Das tut gut!

Und zwar mehrfach: Der Respekt und die Anerkennung, die ich als Referent für mein Schaffen erhalte, beflügelt mich immer wieder. Da fühle ich mich in meinem Element, das ist mein „Pinguin-Moment„. Der Sprung ins Wasser (der Schritt auf die Bühne) braucht zwar auch nach vielen Jahren Erfahrung immer noch eine kleine Überwindung (Wird es hier auch funktionieren? Können die Leute mit dem, was ich sage, etwas anfangen? …), doch während dem Reden zu spüren, wie die Leute dabei sind und das gesagte dankbar aufnehmen, macht unheimlich viel Spass.

Nach dem Referieren gibt es immer gute Begegnungen und dankbar nehme ich den Respekt an, der mir entgegengebracht wird. Es geht mir nicht um Respekt im Sinn von unterwürfiger Ehrfurcht – das könnte dann schon fast „guruhaft“ verstanden werden. Nein, ich meine den gesunden Respekt, den wir alle – mindestens wir Männer – zwingend zum Atmen brauchen: Anerkennung für das, was wir tun.

Besonders schön war das Referieren letzten Samstag, weil wir es als Ehepaar machen durften. Wir sprachen über die Unterschiede von Mann und Frau. Als Bild brauchten wir dafür Waffeln (Männer) und Spaghetti (Frauen). In Anlehnung an das entsprechende Buch beschrieben wir, dass Frauen oft alle Themen miteinander in Verbindung bringen (wie ein Teller Spaghetti), während Männer in einzelnen Kästchen denken und handeln (wie die Struktur der Waffel).

Herrlich das selbstoffenbarende Lachen der über 40 anwesenden Paare. Hier und da entdeckte ich während dem Referieren ein bestätigendes Kopfnicken und auch die Reaktionen im Nachhinein zeigen, wie alltagsrelevant für viele Paare dieses Thema ist.

Es ist immer gefährlich, wenn wir Menschen „schubladisieren“: Männer sind … / Frauen sind … Nicht überall treffen die Beschreibungen zu, manchmal sind die Rollen sogar umgekehrt vorhanden. Tatsächlich prallen jedoch in einer Partnerschaft diese zwei unterschiedlichen „Energien“ – das Männliche und das Weibliche – aufeinander. Im schlimmsten Fall wird aus diesem Aufeinanderprallen ein Krieg der Geschlechter, im Idealfall wird es ein Zusammenspiel, eine wertvolle Ergänzung.

Ich bin meinem Coach (Georges Morand) noch immer dankbar dafür, dass er mich zu einem „Richard Rohr Leser“ gemacht hat. In seinem Buch Vom wilden Mann zum weisen Mann stellt Rohr das Konzept von Wurzeln und Flügeln vor. Die Mutterliebe erdet uns, schenkt uns Geborgenheit, verwurzelt uns. Die Vaterliebe traut uns etwas zu, fordert uns heraus, bringt uns zum Fliegen.

Und ich meine immer mehr zu beobachten, dass uns dieses Konzept auch eine Ahnung davon gibt, wie Männer und Frauen unterschiedlich Liebe auftanken:

  • Männer suchen Respekt:
    Sie fühlen sich geliebt, wenn sie Anerkennung für ihr Tun erhalten.
  • Frauen suchen Geborgenheit:
    Sie fühlen sich geliebt, wenn sie Annahme für ihr Sein spüren.

Ich weiss, dass mein Wert nicht abhängig von meinen Taten ist – ich bin geliebt (gerade auch von meinem himmlischen Schöpfer) auch ohne tolle Taten. Trotzdem gehört es zu meinem Mannsein, dass ich gerne etwas leiste und dafür Anerkennung ernten möchte. So wie ich es letztes Wochenende beim Referieren erlebte. Und so wie meine Flügel bei den schönen Skistunden mit meinem Vater weiter wuchsen: Wir flogen schier über die Pisten und in den gemeinsamen Gesprächen spürte ich Anerkennung für mein Tun.

Richard Rohr hat recht: Wir Männer sind ziemlich einfache Wesen …

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Erfülltes Liebes- und Familienleben.

 

Fremdverliebt?

Einen Menschen zu lieben heißt einzuwilligen, mit ihm alt zu werden.
Albert Camus

Als Teenager war ich in mehrere Mädchen gleichzeitig verliebt. Es schien mir zu viele tolle Menschen des anderen Geschlechts zu geben, um mich auf ein Mädchen festzulegen. Gleichzeitig war keines so perfekt, dass sie alles verkörperte, was mir wichtig war: Mit Corinne konnte ich nächtelang über das Leben philosophieren, mit Renate genoss ich kumpelhafte Momente und bei Mirjam stimmte die Figur …
(Damit keine Missverständnisse entstehen: Namen und Attribute sind fiktiv.)

Aus dem Teenager wurde ein Jugendlicher, aus dem Händchenhalten wurde ein Knutschen. Es gab die eine oder andere längere oder vor allem kürzere Beziehung, doch die richtige Frau war irgendwie noch nicht auf meiner Bildfläche erschienen. Verliebt zu sein, war ein schönes Gefühl – zu oft aber auch ein schmerzhaftes, weil die Liebe nicht erwiedert wurde oder zu schnell in der Sackgasse endete.

Als sie, die richtige Frau, dann im Frühjahr 1999 auftauchte, ging es ziemlich zügig voran: Am 9.9.99 wurde verlobt, im Mai 2000 geheiratet – aber das ist eine andere Story …

Mutig wie wir sind, gaben wir unserer Hochzeitsanzeige den Titel „für immer“. Uns erschien dies nicht mutig – es war (und ist) ja unsere klare Absicht. Doch einige Reaktionen aus unserem Umfeld liessen uns spüren, dass diese Festlegung scheinbar etwas Mutiges an sich hat.

Mit dem Tag der Hochzeit hat sich alles komplett verändert: Ich hatte nur noch Augen für meine Frau, in meinem Alltag begegnete ich (ausser ihr) keiner schönen Frauen mehr, da war kein Wunsch nach kumpelhafter gegengeschlechtlicher Freundschaft mehr und mit jemand anderem ausser ihr nächtelang zu philosophieren, verlor auf einen Schlag seinen Reiz.

Natürlich nicht! Irgendwie hatte wohl bei mir das Software-Update nicht einwandfrei funktioniert. Jedenfalls viel mir nach der Schmetterlingphase auf, dass es da auf dem Planeten ja noch viele weitere schöne und/oder spannende Frauen gab, die eine starke Anziehungskraft auf mich ausüben.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin kein „Schürzenjäger“ und war es auch nie! Was ich sagen will: Der Mensch ist so ausgestattet, dass andere Menschen eine starke (emotionale oder/und erotische) Anziehungskraft auf einen ausüben – selbst wenn man in einer festen Partnerschaft ist. Und ich behaupte: Sogar, wenn man in einer glücklichen, festen Partnerschaft lebt. Unsere Hardeware ist einfach so ausgestattet.

Es wäre ja einfach, wenn es diese Software geben würde, die schöne Frauen ignorieren würde und uns hälfe, nur noch Augen und Gefühle für unseren Partner zu haben …

Ich habe diese Software bis jetzt nicht entdeckt – und bin mir nicht mal sicher, ob ich sie wirklich installieren würde. Die Frage ist vielmehr: Wie gehen wir damit um, dass andere Menschen eine starke Anziehungskraft auf uns ausüben? Was machen wir damit, wenn wir uns „fremdverlieben“?

Sind wir denn diesen Gefühlen machtlos ausgeliefert? Ich finde es zu einfach, wenn man behauptet, Liebe sei ein Gefühl, für oder gegen das man sich nicht entscheiden könne. Das mag bei den Schmetterlingen im Bauch und dem „Verliebtheitsgefühl“ so sein. Doch wir entscheiden, ob es Liebe wird. Liebe hat so viel mehr mit einer Entscheidung als mit einem schönen Gefühl zu tun. Oder wie es eben im Eingangszitat heisst: „Einen Menschen zu lieben heißt einzuwilligen, mit ihm alt zu werden.“

„Einwilligen“ tönt jetzt nicht wirklich nach grossem Gefühlskino. „Einwilligen“, das ist ein Entscheid, den ich tagtäglich neu zu treffen habe. Hier geht es um Treue, Beziehungspflege, gemeinsam Hochs und Tiefs durchleben, für einander kämpfen, einander verzeihen, zueinander stehen … Und hoffentlich schaffen wir es dann auch, immer wieder Momente des Prickelns im Bauch gemeinsam zu erleben. Auch dafür kann man sich entscheiden!

Was bleibt: Andere Frauen haben immer noch ihre Anziehungskraft. Gerade diese Woche habe ich geschäftlich eine wunderschöne Frau kennen gelernt. Meine Software konnte sie einfach nicht ignorieren …

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Erfülltes Liebes- und Familienleben.

 

Alles andere als fade

Die Liebe ist das Gewürz des Lebens.
Sie kann es versüßen,
aber auch versalzen.
Konfuzius

Wie haben Sie es mit der Liebe? Ist sie die Gewürznote, die das Leben so spannend und abwechslungsreich macht? Oder empfinden Sie Ihr Leben punkto Liebe aktuell eher als etwas fade?

Wie schon Konfuzius bemerkte, kann die Liebe das Leben versüssen oder versalzen. Überhaupt ist die richtige Würzung nicht nur beim Kochen eine Kunst für sich: Ohne Salz schmeckts nicht, zu viel Salz machts nicht besser. Ich liebe es, wenn zum Salz noch etwas Blumenpfeffer und weitere spannende Gewürze dazu kommen. Natürlich kann es dann auch mal des Guten zu viel sein – darum: Der richtige Mix macht es aus.

Die versalzene Suppe schmeckt nicht, schlimmer noch ist eine fade Suppe. Fade steht gemäss Wörterbuch für reizlos, langweilig, ohne Geschmack.

Und wer wünscht sich schon, dass sein Leben reizlos, langweilig, ohne Geschmack ist?

Würzige Partnerschaft leben

Beim monatlichen „Chäs, Brot, Wy„-Anlass von „gms – z’friede läbe“ hatten wir gestern Abend ein junges, cooles Ehepaar zu Gast. Ihre Liebesgeschichte ist spannend, überraschend, konsequent. Und ganz bestimmt alles andere als fade. Gemeinsam engagieren sie sich für mehr Friede, Freude und Gerechtigkeit auf dieser Welt. Sie leben eine gemeinsame Berufung – ein durchaus gutes Gewürz für eine Liebesbeziehung.

Sie erzählten uns auch, was sie bezüglich Ehe und Familie geprägt hat. Da waren Eltern, die sehr engagiert miteinander diskutierten – und manchmal mehr als das, es seien auch mal Späne geflogen. Aber immer hätten sie sich wieder versöhnt. Was für ein Vorbild für die Kinder und was für ein gutes Gewürz für eine Liebesbeziehung.

Anderer Anlass, auch gestern: Regierungsrat Bernhard Pulver referiert über die Führungsgrundsätze der Erziehungsdirektion. Dabei geht es auch um die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Behörden. Das hat also auf den ersten Blick überhaupt nichts mit unserem Thema hier zu tun.

Auf den zweiten Blick jedoch sehr wohl. Die Schlagwörter Verstehbarkeit, Verbundenheit und Gestaltbarkeit, welche Pulver uns vorstellte, können nicht nur das richtige Gewürz für ein funktionierendes Teamwork an einer Schule sein, sondern tun auch ihren Dienst im Teamwork als Liebespaar.

Mit dem Stichwort Verstehbarkeit ist das wichtige Gewürz der aktiven Kommunikation gemeint. Nicht nur reden, reden, reden – sondern auch verstehen, sich in den anderen einfühlen, seine Position zu verstehen versuchen. Bevor wir aufschreien und böse Blicke, Sprüche oder Mails versenden, nehmen wir besser eine positive Unterstellung vor: Mein Gegenüber hat sich bestimmt etwas dabei gedacht, als er genau so handelte. Was waren seine Überlegungen?

Unsere Welt könnte so viele Konflikte aus der Welt schaffen, wenn wir die Welt für einen Moment aus der Brille unseres Gegenübers betrachten würden! Und das gilt auch für unsere Liebesbeziehungen. Eine gute Kommunikation ist für die Liebe wie das Salz fürs Kochen – sie ist unabdingbar!

Bei der Verbundenheit geht es um einen wertschätzenden Umgang miteinander. Dankbarkeit ist ein Gewürz, dass die Kraft hat, die ganze Mahlzeit – das ganze (Liebes)Leben – in eine neue Richtung zu lenken.

Und schliesslich die Gestaltbarkeit. Es gibt keine Einheitslösungen. Wer alles nur mit Aromat würzt, hat wenig Gestaltungsraum. Doch jede Beziehung und jede Partnerschaft ist einmalig und hat es verdient, dass wir sie auch entsprechend behandeln. Wir dürfen und sollen uns die Freiheit herausnehmen, unsere Liebesbeziehung nach unserem eigenen Rezept zu würzen und zu gestalten.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

  Lassen Sie sich von meinem Glücksbuch inspirieren!

Damit die Liebe nicht auf der Strecke bleibt

Wer Zufriedenheit im Leben sucht, muss seinem Liebestank die nötige Aufmerksamkeit schenken.
Stef Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

Was für eine Wohltat: Nach vielen Regentagen hat mich heute Morgen in der Früh wieder mal die Sonne im Gesicht gekitzelt. Ein Blick durchs Zimmerfenster meines Sohnes brachte jedoch auch zum Vorschein, was während dem Regenwetter so schön verborgen blieb: Die Fenster hätten dringendst eine Reinigung nötig.

„Find ich auch“, sagte meine Frau als ich ihr sagte, dass wir uns unbedingt bald einmal dem Fensterputzen widmen sollte. „Aber wann?“

Die Zeit rast, bald ist die erste Hälfte des Jahres vorbei und erfahrungsgemäss geht es nach den Sommerferien steil Richtung Weihnachten … Wer nicht aufpasst, reiht da schnell ein Jahr ans andere und kommt sich wie einer vor, der im Schnellzug sitzt und nur noch zuschauen kann, wie sein Leben an ihm vorbeizieht.

Gibt es in diesem Schnellzug eigentlich auch eine Notbremse? Ich meine jetzt nicht unbedingt die Bremse, um dann daheim die Fenster zu putzen. Was sind schon schmutzige Fenster im Vergleich zu all den „Qualitätsstunden“, die uns in der Hektik des Alltags abhanden kommen?

Ja, eine solche Bremse gibt es! Sie beginnt mit einem Wort, das im obigen Zitat aus dem Glücksbuch vorkommt: Aufmerksamkeit.

Wer aus diesem Schnellzug des Getriebenseins aussteigen will, beachtet aufmerksam, wo seine (Lebens)Zeit hingeht: „Wiederspiegelt mein Zeitmanagement die Prioritäten in meinem Leben?“ „Tu ich, was mir wirklich wichtig ist?“ „Wenn ich könnte, wofür würde ich mir mehr Zeit nehmen?“ – Und warum tun Sie es nicht einfach?

Paarbeziehung aktiv gestalten

Gerade für Paare mit Kindern sind die Anforderungen zeitweise enorm hoch. Das Bild vom Schnellzug wird vielen Eltern vertraut sein. Die Situation spitzt sich dann noch zu, wenn man als Eltern plötzlich feststellt, dass man nicht einmal im selben Schnellzug festsitzt: Jeder rast durch seinen Job, füllt Familienverpflichtungen aus, engagiert sich noch hier oder da … Und plötzlich bleibt die Frage: Wo sind eigentlich unsere Gemeinsamkeiten geblieben? Wann kreuzen sich unsere Züge vielleicht wiedereinmal? Und wann treffen wir uns mal wieder im Bett?

Eine Liebesbeziehung pflegt man nicht einfach so husch, husch im Vorbeigehen! Wenn wir ein starkes Paar werden, sein und bleiben wollen, muss die Beziehungspflege ganz oben auf unserer Prioritätenliste ihren Platz finden.

Darum sind wir stolz auf die vielen Paare, die in den letzten zehn Jahren eines unserer Timeout-Weekends für Paare besucht haben. Wir hören immer wieder, dass es ein Investment ist, das sich lohnt. Einige müssen sich für diese zwei Tage wirklich „frei schaufeln“ – Termin freihalten, alle Kids irgendwo unterkriegen, eine Stange Geld in die Hand nehmen … Doch es gibt Paare, die kommen Jahr für Jahr wieder mit uns ins Timeout. Für sie scheint das Timeout eine wohltuenden Oase im Alltagschaos zu sein.

An unserem Jubiläums-Timeout haben wir eine Top 5 Liste von Beziehungsförderer im Paaralltag präsentiert. Und hier ist sie nun auch im Blog, meine Liste zum Füllen des Liebestanks:

  • #5: Meine Life-Balance gestalten
  • #4: Dankbarkeit & Wertschätzung
  • #3: Konstruktive Kommunikation
  • #2: Investition ins gemeinsame Glück
  • #1: Erfülltes Sexleben

Die Umfrage bei den Teilnehmenden zeigte in aller Deutlichkeit die Herausforderung und Wichtigkeit des Zeitmanagements und der Zeit zu zweit (siehe Foto). Darum ist das Gestalten der eigenen Life-Balance sehr wichtig – inklusive Zeit- und Energiemanagement. Noch wichtiger ist die Investition ins gemeinsame Glück, also gemeinsam etwas zu erleben.

Und zu guter Letzt: Unser Sexleben sagt einiges über die Qualität unserer Paarbeziehung aus. Für mich – und damit bin ich nicht alleine – lässt sich der Liebestank durch nichts anderes so nachhaltig füllen wie durch regelmässigen, schönen Sex.

 

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

  Lassen Sie sich von meinem Glücksbuch inspirieren!

Begehrst du mich noch?

Es ist das Geheimnis einer guten ‪‎Ehe‬,
einer Serienaufführung immer wieder
Premierenstimmung zu geben.
Max Ophüls

Wann haben Sie letztmals mit Ihrem Partner etwas Aussergewöhnliches unternommen? Nein, ich denke jetzt nicht an eine 6monatige Traum-Weltreise (natürlich wäre das auch etwas Aussergewöhnliches), aber es geht mir um die Frage, wann Sie mitten im Alltag zu zweit etwas Schönes nur für Sie unternommen haben: Ein Theaterbesuch, ein gemütliches Essen im feinen Restaurant in der Innenstadt, ein Konzert, eine Sportveranstaltung oder vielleicht gar ein Kurztrip oder ein Timeout-Weekend … Und zwar nur Sie zwei – keine Kinder, keine Freunde – einfach Sie beide!

Laut einer Umfrage in England haben beinahe 40 % der Paare Mühe damit, sich spontan an den letzten gemeinsamen Ausgang erinnern zu können. Dem will die Marriageweek – immer eine Woche vor dem Valentinstag – entgegen wirken und sammelt viele kreative und inspirierende Ausgehtipps für Paare.

Während das Hamsterrad für einen wenig erfüllenden Alltagstrott steht, soll uns das ShalomLeben-Windrad daran erinnern, dass wir uns nicht vom Alltagstrott gefangen nehmen lassen sollen, sondern unsere verschiedenen Lebensbereiche aktiv gestalten können. Dabei ist die Liebe eines der grossen Lebensfelder. Wie gestalten wir also unsere Partnerschaft aktiv?

Dem bedeutenden deutsch-französischen Film-, Theater- und Hörspielregisseur Max Ophüls (1902 – 1957) ist zuzustimmen, wenn er im eingangs erwähnten Zitat bemerkt, ein Schlüssel zu einer guten Partnerschaft sei es, der Serienaufführung immer wieder Premierenstimmung zu verleihen.

Trotz der Vertrautheit einer Serienaufführung – man kennt die Charakteren, man kann in etwa abschätzen, was einen erwartet – darf die Neugier auf eine Premiere – die erwartungsvolle Spannung auf den grossen Moment – nicht verloren gehen. Die Vertrautheit einer langjährigen Paarbeziehung hat viele Vorzüge, kann aber ohne bewusste Pflege zur abgenützten Selbstverständlichkeit verkommen.

Anders gesagt: Auf eine Premiere wartet man sehnsüchtig, man will sie nicht verpassen – man tut alles, um beim grossen Moment dabei sein zu können. Hingegen spielt es bei einer Serienaufführung keine so grosse Rolle, ob ich jetzt heute oder morgen dabei bin.

Auf die Paarbeziehung übertragen: Kaum einer leistet sich beim ersten Date eine Verspätung – aus einem spannenden Mix von Gründen: Endlich ist es nach ungeduldiger Vorfreude soweit, man will einen guten Eindruck machen, Respekt vor dem Gegenüber … Hand aufs Herz: Nach einer Reihe von Ehejahren sind wir nicht mehr im gleichen Mass um Pünktlichkeit bemüht. Und was kommunizieren wir damit: Die Arbeit ist mir wichtiger als die Zeit mit dir, meine Vorfreude auf unsere gemeinsame Verabredung ist nicht so gross, dass ich lieber 10 Minuten früher als später bei dir bin …

Vielleicht ist es eine zu einfache Männerlogik, aber ich meine, dass es am Ende auf die einfache Frage hinausläuft: Begehrst du mich noch – emotional und körperlich? Willst du mich so sehr, dass es auch bei der vertrauten Serienaufführung mit Premierenstimmtung knistert?

Und so bleibt dann für den Valentnistag weniger die Frage, welche Rosen ich wähle, sondern: Was tue ich dafür, dass ich begehrenswert für meinen Partner bin?

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

"Eigentlich" geht es uns gut

Eigentlich hatten wir alles, was wir brauchten. Ein schönes Zuhause, Geld und ein sicheres, gutes Land, in dem wir wohnten.
Sara Spross im Magazin Family (2/15) 

Das Wörtchen „eigentlich“ ist verräterisch: Sagt jemand „Eigentlich geht es mir gut“, geht es der Person eben doch nicht gut. Gemeint ist wohl: Im Grunde könnte ich dankbar sein für das, was ich habe. Oder: Es gibt keinen offensichtlichen Grund, warum ich nicht zufrieden sein könnte. Oder eben sollte. Und da liegt wohl das Problem von solchen Formulierungen: Ich sehe ja, dass ich zufrieden sein müsste – aber eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin, fühlt es sich eben doch nicht so an.

Kann man Glück, Zufriedenheit, Dankbarkeit oder auch Genügsamkeit befehlen? Nein. Wenn meine Innenwelt nicht in Balance ist, ich mich in meiner Haut nicht wohl fühle, kann äusserlich noch so vieles tiptop sein – mehr als ein „Eigentlich geht es mir gut“, „Eigentlich habe ich alles, was ich brauche“ oder „Eigentlich habe ich nichts zu jammern“ werden wir da nicht ernten.

Eine neue Lebensqualität gefunden

Das hat auch das Ehepaar Spross erlebt, von dem das Eingangszitat stammt. Gestern Abend waren sie Gast in der Veranstaltungsreihe Chäs, Brot, Wy – u mini Gschicht mit Gott von gms – z’friede läbe. In diesem Format erzählen Gäste nach Weinkunde und Tapas ihre spannende Lebensgeschichte.

Obwohl Sprosses äusserlich gesehen alles hatten, hing ihre Ehe an einem dünnen Faden. Er, der gewissenhafte Geschäftsmann aus Kloten, sie, die temperamentvolle Frau aus Chile, – da sind Konflikte vorprogrammiert. Zusätzlich stand er mit seiner Firma in einem herausfordernden Geschäftsfeld arg unter Druck.

Die Lage spitzt sich zu, bis das Paar eines Tages in einem Ehekurs (sie meldete sich an – er kam eher unfreiwillig und erst über Umwegen mit) endlich einmal Zeit findet, um zu zweit an einem Tisch zu sitzen und einfach zu reden, den anderen besser kennen und verstehen zu lernen, Zusammenhänge zu entdecken …

Wenn ich heute dem Ehepaar Spross gegenüber stehe, sehe ich nicht Menschen, denen es „eigentlich“ gut gehen sollte. Ich sehe ein Paar, das angekommen ist. Nicht in einem Leben ohne Konflikte. Die Auf und Abs gehören zu ihrem Alltag, der Druck im Geschäft ist nicht weg und die Unterschiedlichkeiten in ihrer Persönlichkeiten bleiben eine Herausforderung. Doch sie haben gelernt, konstruktiv damit umzugehen.

„Ich habe Gott nicht gesucht“, sagt Peter. Aber offensichtlich hat Gott ihn gefunden. Seit er Gott bewusst einen zentralen Platz in seinem Leben einräumt, hat sich vieles verändert. Und immer wieder spricht Peter von Wunder, die er im Alltag erlebt. Das mit der Ehe, die eine neue Qualität gewonnen hat, ist nur eines davon. Das Durchstehen der schweren Krankheit ihres Sohnes ein weiteres. Auch im Geschäftsalltag erlebt er, wie Gott vieles zum Guten führt – wenn man ihn lässt.

Eine ermutigende Geschichte, die wir da vom Ehepaar Spross erfahren durften. Und was tun Sie, damit es Ihnen und Ihrer Partnerschaft nicht nur „eigentlich“ gut geht?

 

KONKRET

Zufriedenheit kann man nicht befehlen. Aber ich lade Sie ein, das Glück einfach mal auszuprobieren. Hier finden Sie Inspiration dazu:

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

"Mach dich verletzlich!"

Be courageous. Be vulnerable. –
Sei mutig. Sei verletzlich.
Brené Brown (am Global Leadership Summit 2015)

Das braucht schon etwas Mut: Vor tausenden von handlungsorientierten, erfolgshungrigen Leaders zu stehen und zu sagen „Mach dich verletzlich!“. Dann noch von einer Frau (da Frauen auf Führungsebene immer noch massiv untervertreten sind, müssen sie sich leider zuerst behaupten, bevor man(n!) ihnen lernwillig zuhört).

Auf jeden Fall hatte am Leadership Summit Dr. Brené Brown genau diesen Mut und war auch bereit, sich verletzlich zu machen. Zum Glück! Was für eine Botschaft für Menschen, die etwas bewegen wollen, grosse Träume haben, ihre Visionen in Teilziele einteilen und sich gewohnt sind, handfeste Strategien zu entwickeln. Leadership ist mehr als bloss ein paar Managementtechniken anzuwenden. Managen können wir Finanzen und Maschinen – aber nicht Menschen.

Brené Brown sagte: „Wir wollen mehr Liebe, Intimität, Zugehörigkeit und Freude. Der Weg dazu geht über Verletzlichkeit.“ Diese menschlichen Grundbedürfnisse, die Sehnsucht geliebt und angenommen zu sein, sind bestimmt nicht dort zu finden, wo wir zwischen uns und unseren Mitmenschen eine Mauer aufbauen. Geben wir uns distanziert, oberflächlich und stets kontrolliert, wird die Intimität in einer Partnerschaft ab- und nicht zunehmen.

Doch diese Tatsache ist nicht nur auf unser Liebes- und Familienleben beschränkt. Sie zählt ganz allgemein für unseren Umgang mit Menschen – auch als Chef. Die allermeisten Menschen suchen nach Nähe, Zuneigung und einem Ort, wo sie dazugehören. Und dies werden wir erst erfahren, wenn wir uns öffnen und uns daher auch verletzlich machen.

Wie viele unnahbare Chefs kennen wir? Nur weil in der ganzen Firma alle per Du sind (weil das mal an einem Motivationsseminar so aufgezwungen wurde), heisst das noch nicht, dass eine Kultur der Zugehörigkeit, Wertschätzung und ja, sogar eine Kultur der Liebe herrscht (der Unterschied von einem guten zu einem Spitzenteam macht der Umgang miteinander, die gegenseitige Liebe, aus!). Es braucht echte Leaders, um eine solche Kultur aufzubauen. Menschen, die nicht Offenheit diktieren, sondern leben! Menschen, die bereit sind, zu scheitern – und auch dazu zu stehen. Menschen, die den Mut haben, sich auch von einer verletzlichen Seite zu zeigen.

Und dazu gehört auch, dass wir uns in Konfliktsituationen nicht einfach zurückziehen. Wie oft hat mir mein Bauchgefühl gesagt, dass etwas nicht stimmt. Und wie selten habe ich die Situation wirklich angesprochen. Ich wollte die Wahrheit im Grunde gar nicht wissen. Aus Angst vor Ablehnung, blieb ich lieber in der Ungewissheit.

Aber genau das ist eine grosse Gefahr. Brené Brown zeigte an Hand einer persönlichen Geschichte aus ihrem Ehe- und Familienalltag auf, dass wir dazu neigen, die fehlende Stücke einer Story selbst zusammenzubasteln. Sprich: Da gibt es eine irritierende Situation im zwischenmenschlichen Bereich und ohne nachzufragen fertigen wir unsere eigene Version der Geschichte zusammen. Unser Hirn glaubt zu wissen, warum der andere jetzt gerade so gehandelt hat. Doch unser Hirn kann leider nicht ins Hirn des anderen gucken und so passiert, was in den meisten Konflikten geschieht: Durch Fehlinterpretation eines Verhaltens fühlen wir uns zurückgewiesen, ziehen uns danach selbst zurück und statt mehr Intimität wächst eine Distanz zwischen uns.

Darum: Die Liebe gewinnt, wenn wir den Mut haben, uns verletzlich zu machen. Uns selber reflektieren, unsere Emotionen klären, einen Schritt auf den anderen zu gehen und Unangenehmes anpacken und so eine neue Kultur in unserer Partnerschaft, Familie, Organisation und Firma implementieren.

KONKRET

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Für immer?!

Die besten Partner sind auch gute ‎Freunde.
Sonja Lyubomirsky

Dieses Jahr dürfen meine Frau und ich unser 15jähriges Ehejubiläum feiern – Kristallhochzeit, hab ich mir sagen lassen. Als wir vor etwas mehr als 15 Jahren unsere Hochzeitsanzeige gestalteten, setzten wir das Motto „für immer“ darauf. Prompt kamen die Rückmeldungen: „Das ist aber mutig.“ Oder: „Grosse Worte…“.

Nun, „für immer“ haben wir noch nicht geschafft. Aber immerhin fünfzehn Jahre. Das ist doch ein guter Anfang, oder?

Als Einstieg in unser letztes Timeout-Weekend für Paare wollten wir von den Teilnehmenden in einem kleinen Spiel wissen, wie lange sie schon zusammen sind. Und so teilten wir den Raum in zwei Gruppen: Hinten die Paare, die bereits auf einen längeren gemeinsamen Weg blicken können, als die von uns vorgelegten fünfzehn Jahre. Vorne die „Ehe-Starter“. Ich rechnete damit, dass es zwei etwa gleich grosse Gruppen geben würde. Weit gefehlt: Bis auf zwei Paare hatten alle schon „Kristall“ angesammelt…

Es wäre nun etwas übertrieben, anhand dieses kleinen Spiels mit rund fünfzehn Paaren darauf zu schliessen, Treue und langfristige Partnerschaften seien im Trend. Aber sicher ist schon mal eine grosse Freude, dass diese Paare in ihre Beziehung investieren und auch als „alte Ehe-Hasen“ (zum Teil jährlich) an einer solchen Auszeit teilnehmen. (Als Veranstalter nehmen wir natürlich sehr gerne zur Kenntnis, dass die Paare diese Weekends als sehr wertvoll erleben.)

Treue im Trend

Diese Woche wurde eine etwas repräsentativere Umfrage als die unsere präsentiert. Die vom Bundesamt für Gesundheit BAG finanzierte Befragung kommt zu folgendem überraschenden Ergebnis:

Fast drei Viertel der Schweizer Bevölkerung bewerten sowohl die Partnerschaft auf Lebzeiten als auch die sexuelle Treue (je 71%) als wichtig. Darüber hinaus hält eine deutliche Mehrheit der Personen sowohl die lebenslange Partnerschaft (71%) als auch die sexuelle Treue (64%) für möglich. Dies geht aus einer repräsentativen Befragung von gfs-zürich hervor, die von der Schweizerischen Evangelischen Allianz in Auftrag gegeben wurde.

„Für immer“ ist tatsächlich ein ehrgeiziges Ziel. Eine lebenslange Partnerschaft ist nicht etwa ein Selbstläufer, nein, es steckt eine grosse, aber lohnenswerte Investition dahinter. Unsere fünfzehn Jahre Ehe betrachte ich als wundersames, spannendes Abenteuer. Das Wundersame daran begann schon mit der Art und Weise, wie sich unsere Wege gekreuzt hatten. Das Spannende hat vor allem damit zu tun, wie wir unser gemeinsames Leben gestalten: Zusammen leiten wir eine fx Kirche und haben unsere Firma Gerber Motivation & Training. Diese beiden Projekte sorgen für viele Hochs und manche Tiefs, die wir gemeinsam erleben. Dazu kommt die äusserlich betrachtet unsichere Finanzierung unserer Arbeit – das schweisst zusammen, weil wir uns den täglichen Wahnsinn des Ehekleinkriegs gar nicht leisten könnten.

Wie schafft man es, einander lebenslang treu zu bleiben? Ich hüte mich vor einer schnellen, rezeptartigen Antwort. Sicher ist, im eingangs erwähnten Zitat steckt sehr viel Wahrheit: Unsere gemeinsame Ehereise hat eine viel grössere Aussicht auf Erfolg, wenn wir als Partner auch Freunde bleiben. Freunde, die nicht nur zusammen wohnen und gemeinsame Kinder haben, sondern als Freunde auch etwas miteinander erleben: Gemeinsame Projekte, Visionen, Reisen und Abenteuer.

Konkret

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Glück in der Liebe

Bei einer/m Anderen wächst das Gras nicht grüner.
Das Gras ist dort grüner, wo du giesst.
Shauna Niequist

Der Mythos hält sich hartnäckig: Was das Glück in der Liebe angeht, sind wir gnadenlos dem Zufall und den Schmetterlingen, die mal in diese und dann wieder in die andere Richtung fliegen, ausgeliefert. Und das führt dann zur verherenden Schlussfolgerung: Meine (Verliebtheits-)Gefühle bestimmen mein (Liebes-)Verhalten.

Genau in die gegenteilige Richtung zielt das obige Zitat: Nein, bei einer anderen Frau, bei einem anderen Mann, wächst das Gras auch nicht grüner – sprich: auch dort entspricht nicht einfach alles meinen Idealbildern, oder besser: Illusionen. Das Gras ist dort grüner, wo wir giessen – sprich: wir sind nicht einfach machtlos unseren Gefühlen ausgeliefert, sondern wir können unsere Gefühle beeinflussen, indem wir uns überlegen, wo wir uns investieren.

Wo ich Gedanken, Zeit und Energie investiere, wächst eine innere Verbundenheit. Und da stellt sich natürlich die Frage: Wo fliessen all meine Gedanken und meine Energie hin? Wer oder was steht da in Konkurrenz zu meiner Frau?

Darum: Wenn ich hier von Glück in der Liebe schreibe, geht es nicht ums Zufallsglück (engl. Luck), sondern um Glück im Sinn von Zufriedenheit (engl. Happiness).

Investition Nr. 1: Unsere Kommunikation

Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir in das Glück unserer Liebe investieren können. Gemeinsam ist den verschiedenen Varianten, dass sie alle ein Mindestmass unserer Aufmerksamkeit, unserer Gedanken, Energie und Zeit erfordern.

Aus meiner Sicht ist der (Un)Glücksförderer Nr.1 in den meisten Partnerschaften die Kommunikation. Worte können so viel anrichten – positiv wie negativ! Während uns die positive Kommunikation in der Verliebtheitsphase regelrecht zum Aufblühen treibt, droht unsere Liebe in der knappen Alltagskommunikation einzugehen. Woher hatten wir in der Verliebtheitsphase nur all diese Zeit und Energie? Hatte es wohl einfach mit der Neugier und dem Interessen am Gegenüber zu tun?

Wenn ja, dann gilt es, auch nach Jahrzehnten Ehe/Partnerschaft, das Interesse am Partner hochzuhalten. Wie kann das gelingen?

Eine wertvolle Hilfe finde ich das folgende Kommunikationsmodell. Und zwar ist es eine Weiterführung der Idee des aktiven Zuhörens. Im Wesentlich geht es darum, wie wir reagieren, wenn uns unser Partner etwas mitteilt. Martin Seligman schreibt dazu in seinem Buch Flourish: „Es gibt vier grundlegende Arten zu reagieren, von denen nur eine Art eine Beziehung aufbaut.“

Bestimmt haben Sie sofort herausgefunden, welche der vier Reaktionsmöglichkeiten die aufbauende ist. Und welche Form wählen Sie gewöhnlich in der Kommunikation mit Ihrem Partner oder mit Ihren Kindern? Bei mir ist es leider viel zu oft die „passiv-konstruktive Art“. Ich bin mit vielem Anderem beschäftigt und nehme mein Gegenüber bloss zur Kenntnis, statt dass ich durch konkretes Nachfragen aktiv Anteil nehme und meiner Frau damit Wertschätzung gebe und sie ermutige.

Glück in der Liebe ist kein Zufall. Unsere Zufriedenheit in der Liebe hängt in starkem Mass mit unserer Investition in die Beziehung zusammen!

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

  • Welche Investitionen in Ihre Partnerschaft planen Sie für die kommenden Monate? Hier drei entsprechende Veranstaltugnstipps:
    – „Z’Morge für Paare“ im Rahmen der Marriage Week:
    Sa, 31. Januar 2015 in Studen
    Timeout-Weekend für Paare:
    11. + 12. April 2015 im Zentrum Ländli
    – Relax-Wochenende für Paare:
    19. – 21. Juni 2015 im Zentrum Ländli
  • Weitere Artikel zur Paar-Kommunikation.
  • Buchtipp: Der Glücks-Faktor sowie Flourish von Martin Seligman.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Sich (miss)verstehen

Um sich zu verstehen, brauchen die Menschen nur wenige Worte.
Viele Worte brauchen sie, um sich nicht zu verstehen.

Indianische Weisheit

„Unsere Ehe-Kommunikation hat mal wieder nicht funktioniert“, leicht resignierend und etwas frustriert versucht mir eine Bekannte zu erklären, warum sie sich erst jetzt für einen Anlass anmeldet. Kaum 24 Stunden bevor es losgehen soll und wir natürlich schon alles organisiert haben.

Ein klassisches Missverständnis: Auf die Aufforderung ihres Mannes hin, hat sie den Termin in ihrer Agenda notiert. Dabei ging jedoch vergessen, zu klären, wer sich bei uns, dem Veranstalter des Anlasses, melden würde.

Leider ist der Alltag voll von solchen und ähnlichen Missverständnissen. Gerade der Paaralltag bietet hier einen fruchtbaren Nährboden, der zu einem furchtbaren „Aneinander-Vorbei-Kommunizieren“ führen kann.

Störfaktore erkennen

Dank Kommunikationswissenschaftler wie Schulz von Thun wissen wir, dass es auf dem Weg zu einer gelingenden Kommunikation mehrere Hindernisse gibt. So erinnert uns das 4-Ohren-Modell daran, dass sich unser Kommunizieren nicht nur um die Sache selbst dreht, sondern auch immer eine Beziehungsebene hat und zudem spielen unsere Erwartungen an den anderen eine wesentliche Rolle. Nicht zu unterschätzen gilt es im Weiteren meine eigene Verfassung: Bin ich gereizt? Fühle ich mich schon im Voraus in einem Minus? Oder ist mein Grundgefühl eher von Arroganz und dem Wunsch, die anderen herumzudirigieren, geprägt?

All diese Faktoren zeigen, dass in jeder Kommunikation neben dem sachlichen Informationsaustausch sofort auch immer unsere Emotionen mitspielen. Und ein kurzer Selbsttest zeigt mir, dass die emotionale Seite der Kommunikation die sachliche Seite häufig überlagert. Ich ertappe mich regelmässig dabei, dass ich in E-Mails lieber das lese, was da gar nicht steht (Was finde ich zwischen den Zeilen? Was will mir mein Gegenüber wirklich sagen? …) und dann interpretiere ich das, was da nicht steht, auch noch und schon habe ich mehr mit meiner Emotionalität zu tun als mit der Sache selbst.

Kennen Sie das? Solche Prozesse geschehen ja meistens unbewusst, doch die unpersönliche und oft hastige Kommunikation mit den neuen Technologien lädt uns geradezu ein, zwischen den Zeilen zu lesen und zu interpretieren. Die Kommunikation in der persönlichen Begegnung scheint mir da etwas einfacher zu sein, weil es weniger Spielraum zur Interpretation gibt, resp. viel einfacher abgetastet oder direkt nachgefragt werden kann.

Nun, der Interpretationsspielraum bei der Kommunikation mit den neusten Technologien mag ein möglicher Störfaktor sein. Natürlich gibt es davon noch viele weitere. Gerade in der Kommunikation als Paar gilt es, herauszufinden, was das gemeinsame Gespräch behindern könnte:

  • Falscher Zeitpunkt?
    Z.B. weil die Kinder gerade kein persönliches Gespräch zu zweit zulassen.
  • Falsche Tageszeit?
    Z.B. weil einer der beiden zu müde ist nach dem anstrengenden Arbeitstag.
  • Falscher Ort?
    Z.B. weil die Ablenkung hier zu gross ist.
  • Falsche Voraussetzung?
    Z.B. weil die Stimmung bereits gereizt ist.

Das Bewusstsein von möglichen Störfaktoren ist der erste Schritt zu einer verbesserten Kommunikation. Wenn es uns dann noch gelingt, diese Störfaktoren aus dem Weg zu räumen, werden die Missverständnisse weniger.

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

  • Unser Seminar zum Thema: Was ich dir eigentlich sagen wollte… …oder die Kunst einer gelungenen Paar-Kommunikation.
  • Eine wohltuende, ganzheitliche und alltagstaugliche Auszeit für Paare – das ist unser Timeout-Weekend für Paare. Immer am ersten Weekend im April.
  • Weitere Artikel zur Paar-Kommunikation.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.