Hör nicht auf zu flattern!

Bishop T.D. Jakes ist schon nur von seiner Gestalt her eine eindrückliche Persönlichkeit. Wenn man dazu noch liest, was er schon alles als Autor, Unternehmer, Pastor oder Filmmacher erreicht hat (beispielsweise wurde er vom TIME Magazine als „America’s Best Preacher“ bezeichnet), wird einem etwas schwindlig.

Doch was er uns am Global Ledership Summit in seinem Kurzreferat weitergab, war alles andere als ein 10-Schritteprogramm zum grossen Erfolg.

Seine Schulssfolgerung war erstaunlich simpel: „Keep flapping and falling, flapping and falling, and eventually you get your rhythm.“ (Flattere und scheitere, flattere und scheitere – und schliesslich wirst du deinen Rhythmus finden.)

Was er damit meinte, verdeutlichte er mit dem Bild des Adlers:  Sie bauen ihre Neste in luftiger Höhe an Klippen. Wenn der Nachwuchs dann aus den Eiern geschlüpft ist, „they kick the kids out of the house“. Die Jungen werden zum Nest herausgestossen und lernen das Fliegen im Fallen.

„The eaglet is not trying to fly;
it’s trying not to die!“
(Das Alderjunge versucht nicht zu fliegen;
es versucht, nicht zu sterben.)

Und dann staunen wir, wie die Adler erhaben als Könige der Lüfte fliegen.

Genau so kann es uns ergehen, wenn wir nicht aufgeben. T.D. Jakes: „They may laugh at your start but they’ll take pictures when you get it.“
(Sie lachen vielleicht über deine Anfänge, aber sie werden Fotos schiessen, wenn du es geschafft hast.)

Was brauchen wir also, um grosse Ziele zu erreichen? Wir brauchen eine Idee, eine Vision, einen „Dream“, der uns dazu bringt, das Nest zu verlassen. Die Komfortzone zu überwinden, auch wenn wir nicht wissen, was auf der anderen Seite des Nestes auf uns wartet.

Wir schauen auf unsere Vorbilder, auf solche, die es geschafft haben – auf den Adler, der erhaben durch die Lüfte segelt. Wir wollen von den Gewinnern lernen – das ist auch gut so.

Doch Entwicklung geschieht über den Weg des Scheiterns!

Der grosse Traum und der mutige Start sind wichtig – doch es ist nur der Anfang. Was jetzt kommt, ist der Härtetest für jede Vision. Rückschläge gehören zu jedem Unternehmen, zu jedem Lebensweg.

Fallen ist das Eine, Liegenbleiben das Andere. Hinfallen, aufstehen, aufs Neue probieren, wieder hinfallen, aufstehen, scheitern, aufrappeln – so sind die grössten Errungenschaften dieser Welt entstanden.

Jemand sagte einmal an einem GLS, es brauche „Grit“ um seiner Vision näherzukommen.  Es brauchte eine ziemliche Weile, bis wir Deutschsprachigen verstanden, was gemeint ist: Rückgrat, Durchhaltewille.

„Grit“ – das gefällt mir. Nein, ein Kinderspiel ist es nicht. Und wenn sich ein Scheitern ans andere reiht, ein Frust auf den letzten folgt … Ja, dann braucht es ganz viel „Grit“ um nicht vorzeitig die Segel zu streichen.

Mir hilft es, wenn ich beim „Flattern“ zwischendurch das Gefühl vom „Fliegen“ bekomme. Ein, zwei Flügelschläge, die gelingen und mich sofort spüren lassen: Fliegen ist so viel schöner, als gemütlich im Nest zu hocken.

Dann flattere ich wieder weiter, lerne von meinen Fehlern, versuche es nochmals, flattere wie wild – und dann ist er wieder da, dieser Flow wenn das Flattern zum Fliegen wird.

Ganz oft bin ich noch am Flattern, doch der Traum vom Fliegen lebt!

Und ich gebe nicht auf, weil ich eines sicher weiss:
Zurück ins Nest will ich nicht.

Glücksaufgabe

Gib nicht auf zu Flattern! Oder hast du dich gerade in einer Komfortzone gemütlich gemacht? Dann frag dich: Welches Nest sollte ich hinter mir lassen?

Was lernst du aus deinen Fehlern der Vergangenheit für deine Entwicklung von morgen?

Lebe unverschämt! – Sage „NEIN!“

Anfangs Woche hatte ich eine Teamsitzung um die nächste gms Matinée vorzubereiten. Bereits vor Monaten haben wir festgelegt, dass in unserer Serie „FULLDRIVE – aus dem Vollen schöpfen“ im September das Thema des Morgens „Unverschämt glauben“ lauten soll.

Ich fand die Idee von Anfang an toll. Doch mein Team war sich irgendwie unsicher: „Unverschämt? – ist das nicht zu negativ geprägt?“

Mit was verbinden wir denn unverschämt? Freche Jugendliche? Sich auf Kosten von anderen bereichern? Respektlos? – Natürlich ist das nicht das, was ich mit „unverschämt glauben“ verbinden möchte …

Nun, ich gebe zu, auch das Google Wörterbuch ist nicht auf meiner Seite:

Wir fanden dann im Verlauf der Kreativ-Sitzung den Kern, auf den wir hinaus wollen: Wir wollen einem angepassten Lebensstil den unverschämten Lebensstil gegenüberstellen.

Angepasste gibt es genug! Sei unverschämt, sei dich selbst!

Dazu forderte uns auch die dritte Sprecherin des GLS18 heraus: In der Gesellschaft und am Arbeitsplatz gibt es so viele die in Konformität leben, sich also angepasst verhalten.

Juliet Funt, CEO von WhiteSpace, beobachtet in vielen Firmen eine gewisse Trägheit: Keiner ändert sich, bis sich alle ändern und sich so doch wieder niemand verändert.

Die Erklärung davon: Die Macht des Gruppendrucks.

Um dies zu veranschaulichen, brachte Juliet Funt folgenden Videoclip mit auf die GLS-Bühne:

Auf dem Weg zu mehr Einfachheit im Alltag und im Unternehmen, kommt uns diese menschliche Verhaltensweisen in die Quere. Der Gruppendruck führt zu einer gefährlichen Angepasstheit.

Laut WhiteSpace ist rund die Hälfte von dem, was uns am Arbeitsplatz stört, unser eigener Fehler. Das ändert sich erst, wenn wir uns und das System hinterfragen. Eine kleine, sichere, „unverschämte“ (unerwartete, unangepasste) Handlung bringt vieles in Bewegung.

„NEIN!“-sagen lernen

Funt: „Everyone says yes because no one knows how to say no.“ („Jeder sagt ja, weil niemand weiss, wie man nein sagt.“)

Angepasste sagen ja, wenn es von ihnen erwartet wird. Unverschämte sagen auch einmal nein.

Als Führungsperson ist es praktisch, Leute zu haben, die immer anständig mit dem Kopf nicken und tun, was man von ihnen wünscht. Doch als Chef sollten wir uns einmal überlegen: Was für Mitarbeitende will ich eigentlich? Angepasste oder unverschämte? (Natürlich geht das jetzt nur, wenn wir das Wort „unverschämt“ positiv füllen. Auch ich will keinen respektlosen, selbstsüchtigen und verletzenden Mitarbeiter.)

Aber ich wünsche mir Leute in meinem Umfeld, die sich gewohnt sind, selber zu denken. Die eine ehrliche Antwort geben – und nicht die Antwort, die zwar gut tönt, aber nicht authentisch ist.

Das heisst für uns als Führungsperson: Sei kein Kontrollfreak! Lerne loszulassen! Lerne zu delegieren – nicht nur an deine Topleute! Sondern auch an Leute, die du entwickeln willst – denn das sind deine zukünftigen Topleute!

Und wie lernen wir jetzt NEIN zu sagen?

Bist du eine Führungskraft? Dann sorge dafür, dass in deinem Team, deiner Organisation, eine Kultur herrscht, in dem Nein gesagt werden darf. Dies kannst du zum Beispiel, in dem du einem Mitarbeitenden, der Nein sagt, erwiderst: „Danke für deine Offenheit/Direktheit.“

Was ich versuche: Wenn ich nein sagen muss, bemühe ich mich, dem Fragenden eine Alternative anzubieten. „Ich kann dir nicht helfen, aber schau doch mal dort …“.

Wenn du nicht direkt nein sagen kannst – oder auch noch nicht weisst, ob deine Antwort ein Ja oder ein Nein sein soll – dann bitte um Bedenkzeit.

Wenn du zusagst, kannst du auch gleich sagen, dass du diese Arbeit jedoch in Zukunft nicht immer übernehmen kannst.

Falls dein Nein aus zeitlichen Gründen ist, biete einen späteren Zeitpunkt an.

Ganz schön finde ich diesen WhiteSpace-Tipp: “I have something on my calendar.” (Make sure you write the actual word “Something” on your calendar in spare moments so you can be honest when you use this phrase.)

Wenn es dir schwer fällt, nein zu sagen, dann übe es. Vielleicht bei Freunden oder in der Familie. Du kannst sogar um Hilfe bitten, damit sie dich beim Nein-sagen unterstützen.

Den schönsten Satz sparte sich Juliet Funt für den Schluss auf: „Legacy is a story that has yet to be written, but you hold the pen.“ („Vermächtnis ist eine Geschichte, die noch geschrieben werden muss, aber du hältst den Stift.“)

Glücksaufgabe

Welches Vermächtnis willst du hinterlassen? Was schreibst du für eine Geschichte mit dem Stift in deiner Hand? Ein angepasstes Leben? Oder bist du unverschämt unterwegs?

Wie kannst du respektvoll NEIN sagen und dein Leben leben?

Führen ist Beziehungspflege

Meine „Bekehrung“ zu Apple hatte ich, als ich die Biografie von Steve Jobs gelesen hatte. Plötzlich sah ich das iPhone nicht mehr bloss als funktionaler Gegenstand sondern als kleines Kunstwerk mit bestechendem Design.

Nein, ein Apple Jünger bin ich dennoch nicht geworden. Aber aufs iPhone bin ich tatsächlich umgestiegen und die Faszination für die „Apple Geschichte“ ist geblieben.

So war ich natürlich gespannt, was Angela Ahrendts von Apple am GLS18 zu sagen hatte. Sie gehört zum Topkader und ist für die weltweiten Apple Stores verantwortlich.

Zum Interview, dass Leadership-Experte John C. Maxwell mit ihr führte, habe ich in meinem Notizbuch zwei Worte gross aufgeschrieben. Zwei Worte, die mir während dem diesjährigen Summit noch mehrmals begegnen werden.

WHY?

Alles beginnt mit dem „Warum?“.

Warum tun wir, was wir tun?

Was ist der Sinn? Die Vision?

Vielen, besonderes jüngeren Generationen, ist die alte Gleichung „Leistung gegen Bezahlung“ heute zu wenig. Sie wollen Teil von etwas Grösserem sein, Arbeit soll Sinn machen, soll einen wert- und sinnvollen Beitrag leisten.

In der Apple-Welt heisst das beispielsweise: „Steve Jobs sagte den Leuten, dass sie nicht verkaufen dürfen; sie sollten das Leben der Kunden bereichern.“

Und ob man ein Fan oder ein Gegner diesen US-Riesen ist – Jobs gelang es, dieses „WHY?“ zu implementieren. Technologie zu verkaufen, ist jetzt wirklich nicht zwingend ein „sexy Business“. Doch dank Apple stecken heute unheimlich viele Emotionen in diesen Gebrauchsgegenständen.

Wie gesagt, ich bin Apple Kunde, aber nicht Apple Jünger. Es ist ein spannendes Anschauungsbeispiel, aber mir persönlich wäre das „WHY?“ als Verkäufer von iProdukten trotzdem zu klein.

Aber ich muss mich fragen: Was ist mein „WHY?“? Und: Ist das „WHY?“ in den Organisationen, die ich leite, für alle klar? Inspiriert das „WHY?“ andere Menschen zur Teilhabe?

HOW?

Nach dem Warum gilt es zu klären, wie wir tun, was wir tun.

Dabei geht es als Organisation um unsere strategische Ausrichtung, um Planung, Prozesse und weiteren Managementaufgaben.

Doch unsere Führungsaufgabe ist eben nicht nur Managmentaufgabe, es geht um Leadership.

Managen heisst, Prozesse organisieren.

Leadership heisst, Menschen inspirieren.

Und wie wir das tun, da fügte sich Angela Ahrendts direkt ihrem Vorredner (Craig Groeschel) an: „Great leaders are just great listeners. They listen, they learn, then they lead. “ (Grosse Führungspersonen sind grosse Zuhörer. Sie hören, sie lernen, dann leiten sie.)

Mit anderen Worten: Interessiere dich für Menschen, kümmere dich um sie. In einem Unternehmen mit 66’000 Mitarbeitenden in 30 Ländern sieht das natürlich ganz anders aus als bei dir und mir. Doch die Haltung ist entscheidend. Ahrendts sagt: „Wir müssen auf unsere Angestellten hören. Sie wissen was funktioniert und was nicht.“

Leider erzählen mir immer wieder Leute davon, wie sie sich in ihrer Firma nicht gehört fühlen. Schade – was für ein ungenutzten Potenzial …

„Leaders move people. To move people, you have to understand them.“ Ahrendts ist überzeugt: Wir inspirieren, indem wir uns kümmern, in dem wir auf den Einzelnen eingehen, versuchen ihn zu verstehen.

„It’s caring. It’s authenticity. It’s consistency. It’s celebrating.“ Es geht um diese emotionale Intelligenz, Authentizität, bei sich selbst sein.

Ja, eigentlich ist einfach unsere Menschlichkeit gefragt: Zuhören, Danke sagen, Anteil nehmen, Erfolge feiern und Trauer gemeinsam durchstehen …

Und wie lässt sich eine Apple-Chefin selbst für jeden neuen Tag inspirieren?  „I read. I listen. I pray everyday that the Spirit moves me.“ (Ich lese. Ich höre. Ich bete jeden Tag, dass der Heilige Geist mich leitet.)

Glücksaufgabe

Bist du dir deines „WHYs?“ im Leben und Job bewusst? Und ist den Menschen, die du leiten darfst, das „WHY?“ der Organisation klar?

Wie steht es ums „HOW?“? Wie führst und inspirierst du andere Menschen?

Sei „real“, sei dich! – auch als Chef!

Letzte Woche war es wieder einmal soweit: Ich durfte Teil vom Global Leadership Summit in Chicago sein. Diese jährliche Konferenz ist das Beste, was ich im Bereich Leadership-Motivation kenne. Ein vollgepacktes Feuerwerk von Weltklasse Sprechern in nur zwei Tagen – ich weiss nicht, wo du das sonst in dieser Dichte, Qualität und vor allem zu diesem Preis kriegst.

Die Stärke ist ja oft gleichzeitig die Schwäche: Genau die Dichte der genialen Referate lassen einem schier mit einem brummenden Kopf zurück. Das Gehörte will verarbeitet werden, sonst ist es tatsächlich nicht nachhaltiger als ein schönes Feuerwerk.

Meine Verarbeitung geschieht in den nächsten Wochen über meinen GlücksBlog. Denn: Glückliche Persönlichkeiten = glückliche Chefs = glückliche Mitarbeitende.

Wie werde ich ein Chef, für den man gerne arbeitet?

Wir alle haben Einfluss und sind im einen oder anderen Setting eine Führungsperson – als Eltern, als Chef, in der Freiwilligenarbeit.

Hast du in dieser Rolle schon mal überlegt, wo du besser werden solltest? Und vor allem: Hast du schon mal die Leute, die du leitest, gefragt, in welchen Bereichen du Entwicklungspotenzial hast?

Genau das tat eine Firma und kam zum – für die Chefetage – erstaunlichen Befund: Während die Führungskräfte dachten, ihr Verbesserungspotenzial liege im Umgang mit neuen Technologien und im Finanzmanangement, sagten die Mitarbeitenden etwas völlig anderes: Nach ihnen wäre eine Steigerung der Leadershipqualitäten und eine Verbesserung der Emotionalen Intelligenz angesagt.

Wie wir uns in diesen beiden Bereichen weiterentwickeln können, darüber sprach am GLS18 (Global Leadership Summit) Craig Groeschel, Gründer und Leiter von Life.Church, die unter anderem die weltweit 180 Millionen-fach genutzte You Version App entwickelt hat.

Groeschel zeigte auf, was in Bezug auf Leadership das Verlangen von uns allen ist. Was wünschen wir uns von einem Chef?

– Ich fühle mich wertgeschätzt.
– Ich fühle mich inspiriert.
– Ich fühle mich bevollmächtigt.
(eigentlich „empowered“, wofür es kein schönes deutsches Wort gibt.)

Wenn sich das alle wünschen, ist die Frage, wie ich ein Chef werde, dem gelingt, dass sich seine Mitarbeitenden so fühlen. Folgende Qualitäten helfen dabei:

Heart to care.

Was im Deutschen etwas komisch tönt (Ein Herz, um sich zu kümmern.), hat ganz einfach damit zu tun, dass Menschen geliebt werden wollen. Als Führungsperson müssen uns unsere Mitarbeitenden wichtig sein. Und sie sollten spüren, dass sie wichtig sind – nicht wir.

Passion to inspire.

Es geht nicht um die glühende Motivationsrede. Leute wollen nicht von aussen motiviert werden, Inspiration geht tiefer. Die gute Nachricht, die Craig Groeschel überbrachte: Es gibt unterschiedliche Inspirations-Stile.

Ich brauche nicht einen anderen Chef nachzuahmen, sondern soll meinen eigenen Weg finden, andere Menschen zu inspirieren. Dafür ist es in erster Linie wichtig, dass ich selbst „zentriert“ bin, versöhnt lebe, mein Glück gestalte – ich würde sagen: Mein ShalomLeben gestalte.

Willingness to empower.

Bist du bereit, deine Mitarbeitende zu ermächtigen? Groeschel provozierte: Du kannst entweder die Kontrolle haben oder Wachstum – aber nicht beides zusammen. Es geht dabei um die Kunst des richtigen Delegierens. Nicht einfach Aufgaben abgeben, sondern auch Verantwortung und Kompetenzen übertragen.

Am Ende seines Vortrages machte Groeschel Mut, sich auch als Führungsperson verletzlich zu zeigen, transparent zu leben und führen, nicht alle Antworten zu haben, Vergebung zu beanspruchen.

Denn: „Wir versuchen starke Leiter zu sein, aber die Leute suchen nicht starke, sondern ehrliche, vertrauenswürdige, authentische Leiter.“

Glücksaufgabe

Was zeichnet einen guten Chef für dich aus? Kommst du auf ähnliche Punkte wie Craig Groeschel? Und wie stark sind diese Leadership-Qualitäten bei dir selbst bereits vorhanden? In welchem Punkt willst du konkret zulegen?

Glücklich in den Sommer

Nun hat also die Fussball-WM auch für uns Schweizer ein enttäuschendes Ende genommen. Wie werden wir trotzdem glücklich?

Nein, dieser Frage werde ich hier nicht nachgehen. So gerne ich die Schweizer Sportler siegen sehe, mein Glück hängt nicht wirklich an ihrem Erfolg oder Misserfolg. Es ist eine schöne Nebensache – aber für mich wirklich nicht mehr.

Glück im Sinn von Lebenszufriedenheit ist für mich jedoch die Hauptsache im Leben. Es ist das Bestreben in uns, das Beste aus unserem Leben herauszuholen.

Das wiederum meint nicht, von einer Erfolgswelle auf die nächste zu fliegen. Wer wahrhaftig die Kunst des Glücklichseins erlernt hat, zeigt sich nicht in den Höhen des Lebens sondern in dessen Tiefen.

Und darum ist in meinem „Glücks-Konzept“, das ich ShalomLeben nenne, das Versöhntsein mit allem, was unser Leben an Gutem und Schwierigem, an Schönem und Belastendem mit sich bringt, von zentralster Bedeutung:

Kann ich Frieden (Shalom) stiften mit mir selbst?

Lebe ich in Frieden mit meinen Mitmenschen?

Erlebe ich ZuFRIEDENheit in meiner Partnerschaft und Familie?

Bin ich in Frieden (zufrieden, versöhnt) mit meiner beruflichen Situation?

Und: Wie reagiere ich auf das Friedensangebot Gottes, der mir Shalom anbietet, der alles irdische und menschliche übertrift?

Was glückliche Menschen auszeichnet

Genau in diesen fünf Bereichen entscheidet sich unser Glück. Mehr dazu, was glückliche Menschen auszeichnet, habe ich zum internationalen Tag des Glücks (20. März) in diesem Blogartikel festgehalten: Bin ich glücklich?

Und in den letzten Monaten habe ich immer wieder Gedanken zu einer der sechzehn Glücksaktivitäten festgehalten. Diese Liste ist meiner Recherche (für meine Masterarbeit und mein GlücksBuch) in der Positiven Psychologie entsprungen und beinhaltet Aktivitäten, die nachweislich das persönliche Glück steigert:

Guter Umgang mit sich selbst
Originalität leben
Ziele setzen
Körper und Seele pflegen
Achtsamkeit, bewusstes Denken
Dankbarkeit
Vergebung
Optimistisch in die Zukunft
Genuss
Gemeinschaft: Liebe geben und empfangen
Großzügigkeit
Ehe (Familie) gestalten
Flow-Erfahrungen
Stärken einbringen
Berufung leben / Arbeit gestalten
Spiritualität 

Glücksaufgabe – lass uns konkret werden!

Bestimmt willst auch du glücklich sein – und zwar nicht nur in den Sommerferien.

Welche der obgenannten und verlinkten Glücksaktivitäten hast du schon in dein „Lebens-Repertoire“ aufgenommen? Freu dich daran und wenn du so funktionierst wie ich: Druck dir diese Liste aus und hacke alle Aktivitäten ab, die du schon zu 80 % beherrschst.

Und welche Glücksaktivitäten willst du dir noch aneignen? Lies den entsprechenden Blogartikel und versuch die Aktivität Schritt für Schritt in dein Alltagsleben zu integrieren. Vielleicht ist ja gerade die Sommerzeit ganz praktisch dafür, wenn alles etwas weniger hastig läuft …

Etwas mehr Ruhe, Pause vom Alltag, genau das habe auch ich mir für die nächsten fünf Wochen vorgenommen und darum geht der GlücksBlog mit diesem Artikel in die Sommerpause.

GlücksLesestoff gibt es trotzdem zu genüge – hier im GlücksBlog (zB die oben verlinkten Glücksaktivitäten), oder wie wär’s mit dem GlücksBuch als Ferienlektüre? (Für alle, die es schon gelesen haben: Man kann das Buch gut mehrmals lesen – so die Feedbacks. Und: Man kann das Buch auch gut verschenken – so die Feedbacks.)

Und nun: Einen erholsamen, glücklichen Sommer!

Glück finden – hier und jetzt 
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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bereits stehen wir in der Nachspielzeit. Für ein Weiterkommen benötigt der aktuelle Weltmeister einen Sieg. Doch während über 90 Spielminuten will den Deutschen trotz mehr Ballbesitz und hochkarätigen Chancen kein Treffer glücken.

Plötzlich steht es sogar 0:1, kurz später gar 0:2. Jetzt fehlen den deutschen Fussballprofis 3 Tore.

Und Spielzeit bleibt im Prinzip keine mehr – schliesslich steht das Spiel bereits in der 6. Nachspielminute. Trotzdem stürmen Hummels, Müller und sogar der Torwart Neuer Richtung gegnerischen Strafraum, als ob sie um ihr Leben rennen würden.

Wenn wir sagen „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meinen wir dann solche Situationen? Eine Hoffnung, die eigentlich völlig utopisch ist und jeder reellen Einschätzung der Sachlage entbehrt?

Langezeit ging es mir bei dieser Redewendung so. Es kam mir vor, als würde man die, die nach diesem Motto lebten, als naive Träumer belächeln.

„Warte nur, bis dich die Realität einholt!“
„Die Facts sprechen gegen dich, aber hoffen kannst du ja schon …“
„Du kannst schon auf glückliche Umstände hoffen, aber …“

Die Kraft der Hoffnung entdecken

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist jedoch kein billiges „Sich-Mut-zusprechen“ in ausweglosen Situationen. Klar gibt es auch diese Momente, in denen uns eigentlich nur noch ein Wunder helfen kann – und manchmal fallen sie tatsächlich, diese Tore in der Nachspielzeit, die über Sein oder Nicht-Sein entscheiden.

Doch ich frage dich heute: Was, wenn wir die Kraft der Hoffnung ganz allgemein in unserem Alltag entdecken würden?

Hoffnung ist ein Glücksfaktor! Und: Optimistisch in die Zukunft gehen, ist eine der 16 Glücksaktivitäten.

Es ist der Optimismus oder eben die Hoffnung, die in uns ungeahnte Kräfte freisetzen und uns die Gegenwart mit einem neuen Motivationsschub gestalten lassen.

In den Worten von Erich Fromm:

Wenn das Leben keine Vision hat,
nach der man sich sehnt,
die man verwirklichen möchte,
dann gibt es auch kein Motiv,
sich anzustrengen.

Vision ist ein optimistischer Blick auf die Zukunft. Ein Bild, das mit Hoffnung gefüllt ist.

Eine Sehnsucht,
die uns beflügelt,
die uns am Morgen aus dem Bett reisst,
die uns zu Höchstleistungen treibt,
die unsere Leidenschaft weckt,
die aus unserem Job eine Berufung macht.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist nicht ein Lebensmotto für naive Träumer. Es betrifft uns alle – bodenständige Realisten und verrückte Visionäre: Hoffnung haben, heisst leben!

Wenn die Hoffnung stirbt, sind wir innerlich tot.
Wenn die Hoffnung stirbt, haben wir innerlich gekündigt.
Wenn die Hoffnung stirbt, sind Sehnsucht und Leidenschaft von uns gewichen.

Du magst am Boden liegen,
dein Leben ist ein reines Chaos,
deine Firma ist Konkurs,
deine Partnerschaft kriselt,
deine Kinder wollen nichts mehr von dir wissen,
aber solange Hoffnung in dir lebt, bist du nicht geschlagen!

Hoffen heisst leben!

Glücksaufgabe

Hoffe nicht nur auf einen Treffer in der Nachspielzeit! Frag dich bereits in der regulären Spielzeit, was die Hoffnung in deinem Leben ist.
Worauf setzt du?
Was willst du nicht aufgeben, selbst wenn alles andere zerbricht?
Welche Sehnsucht ist es, die dir zeigt, dass du lebst?

Meine grösste Hoffnung ist, dass Gott mit meinem und deinem Leben zum Ziel kommen wird. Ein Ziel, das über dieses gegenwärtige Leben hinausgeht und die Unvollkommenheit, die Not und das Leid dieser Welt hinter sich lassen wird.

Werde stark!

Einmal im Monat denke ich mit einigen Leuten darüber nach, wie ein FULLDRIVE Leben aussehen könnte.  Damit meinen wir die Sehnsucht, die in uns Menschen steckt: Aus dem Vollen schöpfen zu können.

Es geht weniger um ein Leben auf der Überholspur. Nicht Vollgas meinen wir mit unserem Motto. Sondern: Ich bin voller Energie, weiss, wie ich meinen Tank füllen kann und wie ich ein Leben führen kann, das mich erfüllt.

Viel Gutes (von Fokus bis die richtigen Vorbilder haben) lernten wir bereits auf unserem gemeinsamen Weg. Letzten Sonntag ging es um Ausdauer.

Und noch schlimmer: Disziplin.

Ich weiss nicht, aber irgendwie wird es Disziplin wohl nie zum Lieblingswort des Jahres schaffen. Bei mir jedenfalls weckt schon nur der Begriff Disziplin eher das schlechte Gewissen als die Lebensfreude.

Während der Sonntags-Matinée durfte ich ein Interview mit einem Mentaltrainer führen.

Sein Ansatz ist nicht eiserne Disziplin, sondern das Arbeiten mit den richtigen inneren Bildern. Mit einem Topten 100 km-Läufer arbeitete er beispielsweise daran, sich auch bei Kilometer 65, wenn sich die Beine wie Beton anfühlen, mit dem Bild des Zieleinlaufs selbst zu motivieren.

„Stell dir vor, deine Kinder und Freunde warten kurz vor dem Ziel auf dich und begleiten dich die letzten Meter. Wie fühlt sich das an?“

Mit Ausdauer bis zum Ziel

Das ist intrinsische Motivation. Das Konzept ist längst bekannt: Für selbstgewählte Ziele (von innen) fällt es uns viel leichter, die nötige Ausdauer und Energie aufzubringen als für Ziele, die uns überstülpt werden.

Trotzdem vermute ich, dass die meisten von uns im Berufs- oder Familienalltag einen Mentalcoach gebrauchen könnten, der mit uns die motivierenden inneren Bilder zum Leben erwachen lässt.

Wir brauchen Ausdauer. Wir brauchen Disziplin. Keine Frage.

Doch weder Ausdauer noch Disziplin an sich sind unsere Ziele. Sondern sie sind Mittel auf dem Weg zu unserem Ziel.

Ob in Beruf, Familie, Partnerschaft, Gesellschaft, Sport oder Spiritualität – überall warten motivierende Ziele auf uns.

Doch nicht die Ziele, die uns irgendein Chef, Politiker oder Pfarrer vorgibt, sind die, die uns motivieren. Nein, wirklich motivieren tun uns die Ziele, die wir selbst wählen, deren Erreichen wir mit positiven Bildern und Gefühlen füllen können.

Ich hoffe, dass uns Führungspersönlichkeiten auf unserem Weg inspirieren, aber nur die selbstgewählten Ziele können die letzten Reserven in uns freisetzen.

In meinem Referat an besagter Sonntags-Matinée sprach ich über verlockende Abkürzungen und schmerzliche Umwegen.

Abkürzungen bringen uns vielleicht im Strassenverkehr schneller ans Ziel – wobei dies selbst dort nicht immer sicher ist. In Beruf und Leben sind Abkürzungen oft aber nicht wirklich ein guter Ratgeber.

Tja, und wer von uns sucht Umwege? Nicht wirklich. Und doch gehören sie zum Leben.

Früher oder später müssen wir alle mit Fehlentscheidungen, Zurückweisungen und mit schmerzlichem Leid umgehen. In der Situation selbst fragen wir uns bloss, wie wir da wieder rauskommen: Umzufallen ist nicht das Problem. Das Problem ist, wenn wir liegen bleiben.

Ich möchte jedoch nicht nur wieder aufstehen, ich möchte meine Umwege sogar als Lernfelder betrachten. Ich hoffe, dass wir selbst dem schrecklichsten Umweg mit der nötigen Distanz etwas abgewinnen können, das uns stärker macht.

Glücksaufgabe

Eine der Glücksaktivitäten ist es, Körper und Seele zu pflegen. Auch da braucht es Ausdauer, wohl sogar Disziplin. Welche inneren Bilder kannst du wecken (zB wie du mit 70 sein möchtest), damit du deiner Seele und deinem Körper heute die Pflege schenkst, die sie verdienen?

Zeit verschwenden – für mich

Gestern war wieder so ein Tag: Ich habe Zeit verschwendet. Ich sass keine Stunde im Büro. Ich war bis 15 Uhr in keinem wichtigen Meeting. Ich hab kein Projekt vorangetrieben. Nichts organisiert, nichts verkauft, keinen Umsatz generiert.

Und doch hatte ich ein Projekt, das wichtigste sogar: Das Selbst-Projekt.

Glück – und nach meinem Verständnis auch Erfolg – beginnt mit dem guten Umgang mit sich selbst. Schon vor vielen Jahren habe ich in einem Führungsseminar gelernt, dass Leading up, Leading down und horizontales Führen zwar ganz schön herausfordernd sein kann, doch die wahre Leadership-Kunst beginnt bei mir selbst: Die Champions League der Führung ist die Selbstführung!

Und darum verschwendete ich gestern meine Arbeitszeit: Zuerst traf ich mich mit einer anderen Führungsperson zum Frühstück. Wir haben eigentlich kaum über unsere tollsten Projekte gesprochen, keine Best Practice durchgespielt oder mit unseren Zahlen geblufft. (Gut, vielleicht haben wir das nicht gemacht, weil wir beide derzeit nicht unbedingt mit Zahlen bluffen können …)

Aber vielleicht haben wir uns auch weniger auf die „hard Facts“ konzentriert, weil wir beide erfahren haben, dass die „soft Facts“ und dabei ganz besonders unsere Rolle als Führungsperson und Mensch, wichtiger sind, als die Zahlen. Natürlich wünschen wir uns auch Vorzeige-Projekte, Wachstum und Erfolg.

Doch ich glaube zu tiefst, dass stimmt, was der Rabbi Jesus gesagt hat: »Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen.«

Schön, wenn die Zahlen stimmen. Aber Zahlen sind nicht das Leben! Und mit Zahlen können wir uns das Leben nicht kaufen.

Und darum haben wir gestern beim Frühstück darüber gesprochen, was die Führungsaufgabe mit uns persönlich macht. Offen haben wir über Fehler, Nöte und Freuden gesprochen. Dabei war uns klar: Wir bleiben Lernende.

Nach dieser inspirierenden Begegnung ging mein Zeitverschwenden weiter: Ich schlenderte durch die Stadt, weinte schier, als ein kleines Mädchen trotzte und von ihrer Mutter bloss die kalte Schulter zu spüren bekam, freute mich am Violinenspiel in der Bahnhofspassage, genoss die Zeitungslektüre und gönnte mir im Starbucks eine Zeit vom Lesen, Reflektieren und Tagebuchschreiben.

Ist das verschwendete Zeit? Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mich für solche Tage zu rechtfertigen beginne. Doch eigentlich weiss ich es besser: Ich brauche diese Auszeiten, die Stille, das „an der Firma, nicht in der Firma“ Arbeiten, das Nachdenken über mich, die Unterbrechung vom Alltag, die Offenheit für Neues.

Ein guter Umgang mit sich selbst ist von zentraler Wichtigkeit, das wusste bereits König Salomo:

Was ich dir jetzt rate, ist wichtiger als alles andere:
Achte auf deine Gedanken und Gefühle,
denn sie beeinflussen dein ganzes Leben!
König Salomo

Glücksaufgabe

Vielleicht hast du das Glück wie ich, dass du deine (Arbeits)Zeit selbst einteilen kannst: Dann frag dich, wo du so eine Stille Stunde einbauen kannst.

Und wenn das bei dir nicht möglich ist, dann suche andere Wege, wie du den Alltag durchbrechen, über dich und das Leben nachdenken und dich für neues öffnen kannst.

Jobbst du noch oder …

… lebst du bereits deine Berufung?

Ein Drittel bis zur Hälfte des Tages verbringen wir bei der Arbeit. Ein Grossteil der restlichen Zeit des Tages geht drauf für Schlaf, Essen, Körperpflege und allgemeine Pflichten wie Steuererklärung ausfüllen, Staubsaugen oder Altpapier entsorgen …

In einer durchschnittlichen Arbeitswoche bleibt also gar nicht so viel frei einteilbare Zeit. Gut, wenn wir sorgfältig abwägen, was wir mit unserer Zeit anstellen: Familienzeit, gesellschaftliche Verpflichtungen, Vereinsaktivitäten und Zeit mit Freunden.

Doch hier geht es jetzt um den, an unserer Investition von Zeit und Energie gemessen, grössten Lebensbereich: Die Arbeit.

Martin Seligman, einer der Vordenker der Positiven Psychologie, schreibt in Der Glücks-Faktor:

Eine Berufung ist eine mit Leidenschaft erfüllte Selbstverpflichtung, um der Sache willen zu arbeiten.

Gestern Abend durfte ich einen Talk mit Könu Blaser moderieren. Ein innovativer Pastor, der seine Berufung lebt. Sein Vorbild inspiriert mich: Er hört auf sein Herz und verfolgt seine Spur, selbst wenn dies unpopuläre Entscheide nach sich zieht.

Trotz seinem Erfolg (als Autor, Leiter einer wachsenden, zeitgemässen Kirche oder auch als Coach, der europaweit andere Pastoren förderte), bleibt der Emmentaler bodenständig im besten Wortsinn: Er strahlt Bescheidenheit und Demut aus, liebt seine Familie, ehrt und wertschätzt andere Menschen und bleibt ein Lernender.

Ich brauche Vorbilder wie Könu, die ihre Berufung, auch trotz Widerständen, leben.

Denn: Manchmal wäre es tatsächlich einfacher, bloss einem Job nachzugehen, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

Oder an der eigenen Karriere zu basteln, um möglichst zu mehr Geld und Prestige zu kommen.

Doch was weder Job noch Karriere bieten können, bringt uns das Ausleben unserer persönlichen Berufung.

Das Wort „Selbstverpflichtung“ im Seligman-Zitat mag uns nicht sehr sympathisch sein. Der Wortteil „Pflicht“ ist negativ geprägt,  tönt mehr nach Last als Lust.

Was meint Seligman damit? Es geht bei Berufung um eine freiwillige Entscheidung unserer Leidenschaft zu folgen – egal was es kostet, egal was es an Lohn und Prestige einbringt.

„Selbstverpflichtung“ mag ein Wort sein, das uns nicht beflügelt. Doch pass auf, dass du deswegen nicht den Sinn dahinter verpasst: Berufung heisst, seinem Herz zu folgen und wegen unserer Überzeugung zu arbeiten – nicht primär wegen Geld und Ruhm!

Und das ist die edelste und erfüllendste Art, wie wir unser Arbeitsleben gestalten können: Arbeitszeit ist auch Lebenszeit! Und zwar einen sehr grossen Teil unserer Lebenszeit.

Stell dir vor, du gehst in dieser Zeit bloss einem Job nach, der dich nicht erfüllt.
Du bist am Abend müde und leer.
Wieder acht Stunden deiner Lebenszeit irgendwie verbracht.

Stell dir vor, du bastelst in dieser Zeit an deiner Karriere, die dein Herz nicht berührt.
Du bist am Abend reicher, aber auch müde und leer.
Wieder zehn Stunden deiner Lebenszeit auf Äusserlichkeiten gesetzt.

Stell dir nun vor, du lebst in dieser Zeit deine Berufung, gehst deiner Leidenschaft nach.
Du bist am Abend auch müde, aber erfüllt, weil du deinem Herzen folgst.
Wieder acht oder zehn oder gar zwölf Stunden deiner Lebenszeit das gemacht, wofür du bestimmt bist!

Jobbst du noch oder lebst du bereits deine Berufung?

Glücksaufgabe

Hand aufs Herz – hast du beim Lesen gerade gedacht: „Ach, Stef, du kannst schon schreiben! Irgendwie muss ich ja meine Familie durchbringen und die Welt wartet nicht darauf, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf mache …“

Berufung zum Beruf zu machen, ist tatsächlich in der Alltagsrealität herausfordernd und wird uns selten in den Schoss gelegt.

Darum die heutige Glücksaufgabe: Wie kommst du in kleinen Schritten deiner Berufung und deinem Traumjob näher? Wer könnte dich auf diesem Weg begleiten? Ist es vielleicht Zeit für einen Coaching-Prozess?

Bleibe neugierig!

Heute Morgen stecke ich zusammen mit meiner Frau und mit einem Team, mit dem zusammen ich eine Konferenz veranstalte, in einem genialen Workshop der Habegger Academy.

Titel des Workshops: Mediale Erlebniswelten.

So spannend der Titel, so spannend auch der Inhalt. Wir lernen, wie nachhaltige Wirkung entsteht und wie das Zusammenspiel zwischen dramaturgischen, kreativen und technischen Komponenten gelingen kann.

Würdest du am liebsten den Platz mit mir tauschen und jetzt an meiner Stelle hier sitzen und entdecken, wie du multimediale Erlebniswelten schaffst?

Wenn ja, kein Problem: Diese Workshops gibt es immer wieder und kosten nur einen Spottpreis.

Wenn nein, kein Problem: Wenn das nicht deine Welt ist, dann bleibe auf einem anderen Gebiet neugierig!

Weiterbildung macht glücklich

So sehr die Grundausbildung unglücklich machen kann, steckt in der (richtig – und vor allem selbstmotiviert – gewählten) Weiterbildung das Potenzial, uns glücklich zu machen.

Glückliche Menschen sind neugierig. Sie wollen Neues entdecken, ihren Horizont erweitern, einen Blick über den Tellerrand hinauswerfen und sie wollen lernen.

Während in meiner Schul- und ersten Berufsbildung oftmals die Frage im Raum stand, wo in meinem Leben dieses Wissen später mal zur Anwendung kommen sollte, waren all meine späteren Aus- und Weiterbildungen stark anwendungsorientiert.

Ich war intrinsisch motiviert (Jahrzahlen und griechische Wörter auswendig zu lernen, war zwar auch nicht gerade das Highlight meiner theologischen Ausbildung – aber ich wollte genau diese Ausbildung und sah den Nutzen für mein weiteres [Berufs]Leben.)!

Meine Welt wurde grösser – und trotzdem konnte ich mich mehr und mehr fokussieren auf meine Berufung!

Ich konnte eigene Gedanken entwickeln, Zusammenhänge entdecken und immer wieder sofort im (Berufs)Alltag umsetzen, was ich lernte.

Möglicherweise bist du auch da ganz anders als ich: Vielleicht interssieren dich gerade fremde Sprachen oder Zahlen, vielleicht sprechen dich mehr die Theorien als die Anwendung davon an, vielleicht faszinieren dich Betreuungsthemen oder du blühst im Lesen von Finanzberichten auf.

Egal! Hauptsache: Du bleibst neugierig!

Gerade habe ich von einem jungen Paar gehört, das seine Zelte abbricht, eine Asienreise macht und dann ein Jahr in eine Art modernes Kloster geht. Mutig, spannend, Horizont weitend.

Neues entdecken, heisst leben!

Neugierig bleiben, heisst sich weiterzuentwickeln!

So gewinnt das Leben an Intensität, du fällst weniger schnell in einen Alltagstrott, wirst dankbarer und wohl auch demütiger (oder mit Albert Einstein gesagt: „Je mehr ich weiß, desto mehr erkenne ich, dass ich nichts weiß.“)

Glücksaufgabe

In welche dir fremde Welt willst du eintauchen um Neues zu entdecken? Wann machst du es?

Welche Weiterbildung, Reise oder (neue) Freizeitbeschäftigung könnte genau die richtige für deine aktuelle Lebensphase sein?

Wage Neues, bleibe neugierig!