Frisch bleiben – in Job und Leben

Ich werde fürs Nachdenken, fürs Dranbleiben, für gute Ideen bezahlt. Das alles gelingt leichter ohne permanente Reizüberflutung. 
Martin Eppler

Das hat mein Interesse sofort geweckt: „Warum der weltweit gefragte Mieden-Professor aufs Handy verzichtet“ stand vor zwei Wochen über dem Interview in der Zeitungsbeilage „Stellen Markt“.

Und tatsächlich, dass Interview mit Martin Eppler, aus welchem auch das obige Zitat stammt, hat einiges an Perlen zu bieten. Von Anregungen zum Thema Visualisierung und Sitzungskultur über eine Art Zauberformel für KLARE Kommunikation bis zu wertvollen Gedanken zum Zeitmanagement.

Eine Hilfe im Umgang mit der Zeit ist es, wenn wir in unseren Tätigkeiten unseren Interessen und Leidenschaften folgen können, das erlebt auch Martin Eppler. Und was er bezüglich Zeitmanagement sagt, entspricht natürlich meiner Überzeugung als LifeBalance-Coach:

Und ich vermeide es, mir die ganze Woche mit fixen Terminen zuzupflastern. Es passiert immer Unvorhersehbares und wir sind ohnehin keine Maschinen. Wir brauchen Auszeiten. Ohne Musse sind kreative Spitzenleistungen schwer möglich.

Wer Arbeit mit hoher Qualität und Kreativität abliefern will, muss es auch verstehen, richtig Pause zu machen. Höchstleistung braucht Frische im Kopf.

Frische im Kopf fördern

Was kann helfen, diese Frische im Kopf zu erhalten oder neu zu gewinnen? Als erstes sich wie genannt Zeiten der Musse und ganz allgemein Auszeiten gönnen.

Immer wieder betont und doch so wenig beherzigt wird das Thema Schlaf. Ein wacher Geist lebt in einem ausgeruhten Körper.

Regelmässig „an der Firma, nicht in der Firma“ arbeiten, ist ein Tipp, den ich einmal aufgeschnappt habe. Wer sich andauernd vom Tagesgeschäft gefangen nehmen lässt, wird über kurz oder lang die Frische im Kopf verlieren. Wir brauchen immer wieder Momente, in denen wir quasi auf der Metaebene über unsere Tätigkeit nachdenken.

Und dann ist da die Steilvorlage vom Medien-Professor, der aufs Handy verzichtet: „Die Smartphones verleiten uns dazu, jede kleine Pause mit Unsinn zu füllen. … Wenn neue Inputs für einen Moment ausbleiben, sind wir wie Süchtige auf Entzug“, sagt Martin Eppeler.

Ich möchte nicht gänzlich auf mein Smartphone verzichten, doch ich versuche bewusst einen Tag pro Woche ohne Mails, Internet & Co. auszukommen. Weil es meinen Kopf frisch hält.

Ablenkungen ausschalten

Diese nützlichen Errungenschaften können nämlich auch ganz schnell zum Gegenteil werden: Eine andauernde Ablenkung im Arbeitsprozess. Genau darum ist der Umgang mit Ablenkungen auch immer ein grosses Thema in unserem Workshop Motivationstag Mehr Zeit.

Für Menschen mit Führungsverantwortung und/oder mit hohem Anteil an kreativer Arbeit empfiehlt sich der Zeitmanagement-Tipp der „Stillen Stunde“. Festgelegte Zeiten, in denen man weder per Mail, Telefon noch persönlich erreichbar ist. Überhaupt ist der sinnvolle Umgang mit der Kommunikationsflut eine grosse Herausforderung für viele.

Grundsätzlich gilt es, sich zu fragen, wie man es persönlich am besten schaffen kann, fokussiert zu arbeiten. Und das kann dann bei jedem etwas anders aussehen, weil es auch mehrere unterschiedliche Zeittypen gibt.

 

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Säen – Schlafen – Ernten

Wenn Sie heute Radieschen säen, können Sie morgen keine Ananas ernten.
unbekannt

Was war ich jung und naiv. Aber auch voller Leidenschaft, Risikobereitschaft und Idealismus. Getrieben von einer grossen Vision gründete ich noch vor meinem 24. Geburtstag das gms. Das Ziel war klar, als wir damals am Reformationssonntag zum ersten Gospel Brunch in die örtliche Mehrzweckhalle einluden: Hier soll eine grossartige Kirche für Familien von heute entstehen.

Dabei fühlte ich mich schier unbesiegbar: Schliesslich waren wir voller guter Absicht und trauten uns mit einem starken Gott an unserer Seite vieles zu. Unser Mut wurde belohnt: Der Start war geglückt! Die MZH füllte sich an diesem Morgen am 31. Oktober 1999 und viele unserer Gäste waren begeistert von dem, was sie hier erlebten.

Wie gesagt: Ich war jung, leidenschaftlich und naiv. Ich war der Meinung, dass, wenn man alles richtig macht, das Leben nur eine Richtung kennt: Aufwärts.

Um es kurz zu machen: Auch 15 Jahren nach der Gründung von gms – gospel movement seeland sind wir mit grossen Visionen unterwegs. Doch nach dem tollen Startschuss reihte sich nicht Erfolg an Erfolg. Die Gefühle spielten verrückt, die Finanzierung war wacklig, die Leute kamen – und gingen…

Vom Säen und Ernten

Als ehrgeiziger Pionier in einer Leistungsgesellschaft litt ich, wenn auch unbewusst und in vorwiegend löblicher Absicht, unter dem in der Arbeitswelt allgemein verbreiteten Machbarkeits-Syndrom.

Inzwischen erinnere ich mich und andere in Coachings und Referaten daran, dass das Leben eher in Zyklen zu denken ist – und nicht als ein einziger Aufwärtstrend.

Dabei half mir die Geschichte, die Jesus von einem Bauern erzählte, der auf sein Feld ging, um die Saat auszusäen (Markus 4,26-29): „Nach der Arbeit geht er nach Hause, schläft, steht wieder auf, und das tagaus, tagein. Im Laufe der Zeit wächst die Saat ohne sein Zutun heran. Denn die Erde lässt die Frucht aufgehen und wachsen. Zuerst kommt der Halm, dann die Ähre und endlich als Frucht die Körner. Wenn aus der Saat das reife Getreide geworden ist, lässt der Bauer es abmähen, denn die Erntezeit ist da.“

Nach dem Säen kommt nicht gleich das Ernten! Und noch viel herausfordernder für uns Leistungstypen: Die Saat wuchs ohne sein Zutun! Oder in einer anderen Übersetzung steht: „Er weiss nicht wie.“

Unser Arbeiten – egal in welcher Branche – hat oft etwas mit Säen zu tun. Wir investieren uns und hoffen auf ein Resultat. Nicht selten gibt es aber auch Umwege. Oder unsere Resultate sind gar von „glücklichen Umständen“ abhängig – „Er weiss nicht wie.“

Dieser Zyklus von Säen – Schlafen – Ernten – und da füge ich gerne noch „Feiern/Danken“ als vierte Phase an – hilft mir, einen gesunden Arbeits- und Lebensrhythmus zu entwickeln. Und er hilft mir auch, eine gesunde Einstellung zu meiner Arbeit zu haben:

  • Nicht alles ist machbar! – „ich weiss nicht wie“
  • Nicht alles ist abhängig von mir! – „ohne sein Zutun“
  • Nicht alles ist dringend! – „tagaus, tagein“

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Die Perfektionismus-Falle

Wer alles perfekt haben und stets perfekt sein will, wird perfekt unglücklich.
Walter Ludin

Was war das für ein Frust?! Da hatte ich Stunden damit zugebracht, meiner Powerpoint-Präsentation den letzten, perfekten Feinschliff zu verpassen, – und was war die Reaktion meiner Frau? „Ich seh keinen Unterschied!“

Diese Erfahrung liegt Jahre zurück, doch es war für mich die wohl nachhaltigste Lektion zum Pareto-Prinzip. Dieses Prinzip besagt, dass wir oft mit 20 % Energie- und Zeitaufwand 80 % des Ergebnisses erzielen. Für die erwähnte Powerpoint-Präsentation wären 80 % gut genug gewesen. Doch ich brauchte wohl noch einmal das Fünffache der Zeit, um eine perfekte (100 %) Präsentation zusammenzustellen.

Der Unterschied von gut (80 %) zu perfekt (100 %) wird von vielen oft gar nicht wahrgenommen, doch uns selbst kosten diese 20 % unheimlich viel Kraft und Zeit, die wir in den meisten Fällen wohl besser investieren könnten. Und vor allem macht uns, schenken wir dem obigen Zitat Glaube, das „Perfekt-sein-Wollen“ (es müssen 100 % sein) perfekt unglücklich.

Perfektionisten machen sich das Leben unnötig schwer

Natürlich reichen nicht immer 80 %. Ich möchte zum Beispiel nicht in einem Flugzeug sitzen, dass zu 80 % sicher ist. Auch würde ich mich nicht gerne den Händen eines Chirurgens anvertrauen, der sich in seinem Job mit 80 % Ergebnis zufrieden gibt. Wir brauchen also auch Perfektionisten, die den oft kraftraubenden Weg der letzten 20 % auch noch gehen.

Trotzdem können manche Perfektionisten ein Lied davon singen, wie sie sich durch ihre eigenen hohen Ansprüche selbst das Leben unnötig schwer machen. In der Berufswelt ist Effizienz gefragt und im Familienmanagement hinkt man fast immer etwas hinterher. Wer da in die Perfektionismus-Falle tappt, macht entweder andauernd freiwillig Überstunden oder hat permanent mit einem unguten Gefühl (bis zu schlechtem Gewissen) zu kämpfen.

Die Kunst ist es, herauszufinden, wann die Stärke der Genauigkeit gefragt ist – und ich ein „100 % Ergebnis“ abliefern muss – und wann auch einfach mal ein „Gut ist genug!“ angebracht ist.

 

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„Pareto“ und andere Zeitmanagement-Tools: 
Motivationstag Mehr Zeit, 12. Sept. in Studen BE
An diesem Tag werden wir das Pareto-Prinzip (80/20 Regel) und viele weitere sofort anwendbare Tools für ein effizientes und effektives Arbeiten kennen lernen.
„Ich habe es in diesem Workshop genossen, einmal genügend Zeit und Ruhe zu haben, um über meinen eher schwierigen Umgang mit Zeit und Schnelligkeit, Leistungen und Zielsetzungen nachzudenken.“ (T.C.)
weitere Teilnehmer-Stimmen, Infos & Anmeldung

Gut ist gut genug! 
Timeout-Weekend für Frauen, 1. + 2. Nov. im Ländli
Für alle Frauen, die sich lieber mit einem „Gut“ zufrieden geben wollen, statt „perfekt unglücklich“ zu sein.
Neben viel Zeit zum Ausspannen, Geniessen und Auftanken – zum Beispiel in der Wellness-Oase – wird Brigitte Gerber mit wertvollen Impulsen Wege aus der Perfektionismus-Falle aufzeigen.
Weitere Infos & Anmeldung
(Bis Ende Juli vom Frühbucherrabatt profitieren!)

Der massgeschneiderte „Gut ist gut genug“-Plan:
Coaching-Prozess mit Stefan oder Brigitte Gerber
Als Vertiefung unserer Seminar– und Timeout-Angebote – oder einfach als individuelle Möglichkeit, Ihre Persönlichkeitsentwicklung mit fachkundiger Unterstützung zu gestalten.
Weitere Infos & Terminanfrage

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

 

Haben Sie einen Plan?

Wenn man es nicht schafft zu planen,
plant man, es nicht zu schaffen.

Benjamin Franklin

Es ist wissenschaftlich erwiesen: Wer plant, erreicht mehr im Leben. Und wie so oft: Eigentlich braucht es die wissenschaftlichen Studien nicht, um uns die Zusammenhänge zwischen Planen und Erfolgserlebnissen klar zu machen. Wir wissen es auch so, haben bestimmt auch schon persönliche Erfahrungen darin gesammelt. Planen macht Sinn.

Soweit die Theorie. Warum fällt es aber vielen von uns in der Praxis trotzdem so schwer, einen Plan zu erstellen UND sich dann auch daran zu halten?

Unsere Ausreden sind vielfältig, wenn auch oftmals eher eine Lüge, als stichfeste Tatsache. Unter der Liste unserer (faulen) Ausreden könnten sich folgende vorfinden. Beginnen wir mit der beliebtesten:

  • Ich habe keine Zeit zum Planen!
    Muss ich dazu noch etwas schreiben? Wenn wir das so schwarz auf weiss lesen, scheint doch jedem klar zu sein, dass es sich hier eher um eine Lüge als um eine Ausrede handelt. Eben weil unsere Zeit so knapp bemessen ist, müssen wir planen! Zeitmanagement-Gurus wie Lothar Seiwert versprechen uns: „Wer seinen Arbeitstag acht Minuten lang vorbereitet und konsequent in Angriff nimmt, kann täglich eine Stunde Zeit für das Wesentliche gewinnen.“ (in: Das neue 1×1 des Zeitmanagement)

  • Ein Plan engt mich ein, würgt meine Kreativität ab!
    Diese Gefahr kann tatsächlich bestehen. Es gibt unterschiedliche Zeittypen (vom Jongleur bis zum Buchhalter) und daher sollte die Planung auch individuell dem eigenen Typ angepasst werden. Ich als Jongleur brauche ein gewisses kreatives Chaos. Und doch mache auch ich die Erfahrung, wie befreiend es ist, einen Plan zu haben. In meinem Plan muss ich nicht sämtliche Details klären, aber ich plane, wann ich mit welchen Bällen jongliere. So engt mich der Plan nicht ein, sondern befreit mich vor unnötigem Stress.

 

  • Ich hab ja meinen Plan schon im Kopf!
    Tatsache ist: Was wir im Kopf haben, gleicht eher einer Idee oder einem Wunschtraum als einem Plan. Bestes Beispiel sind unsere Neujahrsvorsätze: Da denkt man sich zwischen Fondue Chinoise und Prosecco noch rasch was Nettes aus und ist anfangs Februar erstaunt, wenn man sich nicht mehr an den Vorsatz erinnern kann. Ein schriftlicher Plan hat mehrere Vorteile: Unser Planen wird dadurch viel ernsthafter und konkreter. Wir fühlen uns gegenüber uns selbst deutlich stärker verpflichtet, einen schriftlichen Plan umzusetzen als wenn ein unspezifischer Plan in unserem Kopf existiert. Und zu guter Letzt hat der schriftliche Plan auch den Vorteil, dass da irgendwo ein Schriftstück vorhanden ist, das wir so deponieren können, dass es uns regelmässig an unseren Plan erinnert.

Welche Ausreden haben Sie, wenn es ums Planen geht? Was fällt Ihnen schwieriger, den Arbeitstag oder die Freizeitaktivitäten zu planen? Und welchen Plan haben Sie für Ihr Leben?

Ich liebe es, im Coaching mit Menschen über solche Fragen nachzudenken und dann mitverfolgen zu dürfen, wie Pläne in die Tat umgesetzt werden.

Übrigens: Auch wir planen. Darum ist jetzt unser Jahresprogramm 2014 mit den verschiedenen Timeout-Weekends online!

 

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Wann macht Arbeit müde?

Müde macht uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

Immer am Dienstagmorgen poste ich in meinem Xing-, Twitter-, und Facebook-Profil ein Zitat, über welches ich dann an dieser Stelle am Freitag einige Gedanken veröffentliche. Manchmal sind es Zitate, die mir hundertprozentig aus dem Herzen sprechen. Es gibt aber auch Zitate, da bin ich nur teils gleicher Meinung. Dennoch können auch solche provozierende Zitate eine gute Anregung für ein Weiterdenken sein.

So geht es mir auch beim Zitat oben. Und tatsächlich folgten am Dienstag unterschiedliche Reaktionen, als ich diesen Satz über die Sozialen Medien verbreitete. Eine Freundin hat geschrieben: „Bei mir gilt definitiv aber das Gegenteil. Wer stimmt dagegen?“ 

Ich für mich würde das Zitat nicht so als Lehrsatz verwenden. Doch es liegt eben auch ein Kern Wahrheit in der Äusserung. Nur ist aus meiner Sicht das Wort „müde“ hier falsch gewählt. Meine Abwandlung des Zitates würde so klingen:Belasten tut uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.“

Im Kampf gegen die Aufschieberitis-Krankheit

Bevor wir uns weitere Gedanken zu diesem Zitat machen, hier eine wichtige Bemerkung vorweg: Es ist ferne von mir, mit diesem Artikel eine indirekte Legitimation für Workaholiker und andere zu viel Arbeitende zu bieten. Es geht mir vielmehr um die richtige Arbeitsorganisation und das Überwinden des „Auf-die-lange-Bank-schieben“-Syndroms.

In einer kleinen Gruppe durfte ich kürzlich den Motivationstag Mehr Zeit durchführen. Wir hatten uns mit den Grundsätzen des Zeitmanagements beschäftigt und auch wirkungsvolle Tools kennen gelernt. Neben der Theorie gab es viel Praktisches, weil sich die Teilnehmenden mit ihren konkreten Herausforderungen einbrachten.

Und genau da begegneten wir dem wahren Kern des obigen Zitates: Am meisten Energie wird blockiert durch Arbeiten, die wir nicht erledigen – und nicht durch Aufgaben, die wir abgearbeitet haben. Und die Aufschieberitis-Krankheit sorgt dafür, dass Menschen, die davon befallen sind, zuerst „allerlei Irgendetwas“ erledigen und erst am Ende des Tages, wenn überhaupt, zu den Aufgaben kommen, die sie sich eigentlich vorgenommen hatten.

So gesehen macht uns tatsächlich die Arbeit müder, die liegen bleibt. Nicht körperlich, aber mental kann das durchaus geschehen.

Nach dem Motivationstag Mehr Zeit erhielt ich von einer Teilnehmerin folgendes Feedback:

Ich bin froh, dass ich mich zur Teilnahme durch gerungen habe (d.h. die Scham überwunden habe, dass ich mit über 60 noch immer nicht meine Zeit einteilen kann). Ein Buch mit Tipps zu lesen bleibt Theorie, doch durch die abwechslungsreiche Gestaltung und den Austausch mit anderen bin ich ermutigt worden, erstmal mit der Umsetzung von zwei Tipps ernst zu machen: erstens meine Tätigkeiten schriftlich auflisten und bewerten und zweitens, um “Zeitdiebe” in den Griff zu bekommen eine Freundin als “Kommissarin” zu gewinnen. (M. C.)

In diesem Statement finden sich drei Tipps, die uns helfen können, die Aufschieberitis-Krankheit zu überwinden:

  • Erkennen und dazustehen: Mein Zeitmanagement lässt zu wünschen übrig.
  • Planung: Ich plane (schriftlich!) meine To-Do’s.
  • Rechenschaft: Ich schaue (vielleicht mit Unterstützung einer anderen Person), wo meine Zeit hinfliesst.
Ich wünsche uns, dass wir nach einem vollen Arbeitstag „zufrieden müde“ sind, weil wir viel Gutes erledigen konnten – und nicht „unzufrieden müde“ im Kopf, weil wir falsche Prioritäten gesetzt haben und wichtige Arbeiten vor uns hergeschoben haben.

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Der Stress mit dem Stress

Tatsache ist, dass fortgesetzter Stress tödlich ist.
Selbst wenn er uns nicht gleich den Herzinfarkt oder Schlaganfall bringt,
eines
tötet er immer: unsere Fähigkeit, glücklich zu sein.
Archibald Hart (in: Wer zu viel hat, kommt zu kurz

Eigentlich war es eine geniale Erfindung unseres Schöpfers: Stress war ursprünglich dazu gedacht, uns in Notsituationen quasi von null auf hundert einsatz- und kampffähig zu machen. Ein Stressmoment, also eine vom Körper als Bedrohung empfundene Situation, hat eine ganze Reihe von körperlichen Reaktionen zur Folge.

Heute wird mit dem Begriff Stress jedoch inflationär umgegangen. Anscheinend will man sich mit Aussagen wie „Ich bin gerade etwas im Stress“ das Gefühl von Bedeutung geben. Zeitdruck, starke Arbeitsbelastung und ein voller Terminkalender scheinen zum guten Ton zu gehören. Dem sagt man dann Stress und fühlt sich dabei entweder schlecht, weil viel anderes zu kurz kommt, oder fühlt sich gut, weil man diese Dinge als Indikatoren herbeizieht, die einem glauben lassen, eine wichtige Persönlichkeit zu sein.

Doch Stress ist im Grunde kein Synonym für einen hektischen Lebensstil. Wie oben beschrieben, ist unter Stress eigentlich etwas anderes zu verstehen. Stress ist kein Lebensstil oder ein Gefühl, Stress ist eine körperliche Reaktion. Unser Körper nimmt eine äussere Situation (physikalische oder toxische, in unserem Fall jedoch vor allem eine psychosoziale) oder eine innere Einstellung als Bedrohung war und setzt uns in Alarmbereitschaft. Durch diesen Alarmzustand werden eine Vielzahl von körperlichen Abläufen in Bewegung gesetzt. Eine eindrückliche Auflistung dieser körperlichen Reaktionen findet sich auf der Homepage stressnostress.ch:

  • Ausschüttung von Adrenalin zur Erhöhung der Kurzzeitleistungsfähigkeit.
  • Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen zur Intensivierung des Stoffwechsels.
  • Ausschüttung von Cholesterin zur Hebung des Energieniveaus.
  • Ausschüttung von Kortison zur Erhöhung der Konzentration.
  • Ausschüttung von Endorphinen zur Verminderung der Schmerzempfindlichkeit.
  • Erhöhte Sauerstoffaufnahmen und Atemgeschwindigkeit.
  • Verengung der Blutgefässe, Abzug von Blut aus der Hautoberfläche.

Missbrauch einer genialen Erfindung

Diese wunderbare Erfindung ist zum Schutz für uns Menschen da. Wo also liegt das Problem mit dem Stress? Ich zitiere nochmals aus der Erklärung auf der Internetseite stressnostress.ch:

Da in unserer heutigen menschlichen Kultur aber physischer Kampf und physische Flucht eher seltene Bewältigungsstrategien sind, wirken sich die Prozesse im Falle von häufiger Wiederholung oder gar bei Dauerzustand nicht mehr konstruktiv aus, sondern richten sich destruktiv gegen den Menschen selbst in Form  bekannter Zivilisationskrankheiten (wie Herz-/Kreislaufprobleme, Verdauungs-/Magenprobleme, Hautprobleme, etc.).

Mit anderen Worten: Das Problem beim Stress ist, dass wir ein Notfallsystem, das für den kurzfristigen Einsatz gedacht ist, durch unseren hektischen Arbeits- und Lebensstil missbrauchen und unseren Körper sozusagen andauernd in Alarmbereitschaft halten. Dies kann nicht gut kommen. Denn: „Zu Beginn einer Stressphase ist es [das Stresshormon Kortisol] unser Freund und Helfer, aber wenn der Stress zu lange andauert (in der Regel länger als zwei Wochen), macht es unser Leben grau und trist.“ (Archibald Hart in: Wer zu viel hat, kommt zu kurz

 

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Kurzfristig chaotisch, langfristig erfolgreich

Wir überschätzen, was wir an einem Tag schaffen können
und unterschätzen, was wir in einem ganzen Jahr erreichen können.

Bestimmt kennen Sie diese Situation auch: Man startet ambitioniert in den Tag, hat sich einiges vorgenommen und ist vielleicht sogar motiviert, die lange Liste der offenen To-Do’s Punkt für Punkt zu erledigen. Richtige Planung ist alles, darum haben Sie sogar Zeitfenster für die verschiedenen Aufgaben reserviert. Gegen Mittag weicht die anfängliche Motivation einer gewissen Ernüchterung: Noch nicht einmal ein Drittel der zu erledigenden Punkte konnte abgestrichen werden.

Vollends frustriert sind Sie gegen Abend, wenn der „Super Gau“ des Büroalltags eintrifft: Statt die Liste der To-Do’s abgebaut zu haben, vermehrten sich die offenen Aufgaben auf wundersame Weise. Wie ist das nur möglich, fragen Sie sich müde und mit einem unbefriedigenden Gefühl im Bauch. Wie kann es sein, dass man einen ganzen Arbeitstag fleissig Aufgabe um Aufgabe erledigt und doch, scheinbar zumindest, nicht vorwärts kommt?

Einige Gründe liegen auf der Hand:

  • Selbst die beste Planung ist möglicherweise unrealistisch: Zu viel vorgenommen in zu kurzer Zeit.
  • Unterbrechung durch Kunden.
  • Zeitfresser wie ausgedehnte Kaffee-/Rauchpausen oder Surfen im Internet.
  • Rückfragen von Mitarbeitenden.
  • Neue Aufträge vom Chef.
  • Unstrukturiertes Arbeiten, da zu viel auf einmal erledigt wird (oder dies eben versucht wird.).
  • Perfektionismus

Jeder hat seinen eigenen Arbeitsstil

Ich beschäftige mich nun schon seit rund 20 Jahren mit dem Thema Zeitmanagement. Etwa zu dieser Zeit leistete ich mir eines dieser dicken, eindrücklichen Zeitplansysteme (Agenda). Rückblickend war dies wohl eher meinem Ego als einer besseren Zeiteffizienz förderlich, aber das wäre ein anderes Thema. Ich habe etliches gelesen, vieles versucht und erziele auch ansprechende Resultate (sprich: Ich schaffe es zum Beispiel, vorgegebene Abgabetermine einzuhalten). Doch zwei Dinge sind geblieben: Erstens bin ich nicht so toll strukturiert, wie ich mir dies im Idealbild vorstelle. Zweitens gibt es diese Tage wie oben beschrieben immer wieder mal und ich bin abends geschafft, weil ich hart gearbeitet habe und doch (gefühlsmässig) nicht vorwärts gekommen bin.

Ein Weiteres frustriert mich (im Vertrauen gesagt) auch etwas: Meine Frau hat sich nie gross etwas aus Zeitmanagement-Tools, geschweige denn aus entsprechenden Fachbüchern, gemacht. Aber, und das ist der eigentliche Frust, sie hat den Umgang mit der Zeit und mit den zu erledigenden Aufgaben mindestens so gut im Griff wie ich. Während ich zuwarte, bis der Termindruck wächst und wächst, erledigt meine Frau zuverlässig das, was sie sich auf ihrem einfachen Monatsplan im Voraus eingetragen hat.

Meine Erfahrung lehrt mich folgendes: Wichtiger als alles Zeitmanagement-Wissen und das Kennen allermöglichen Tools, ist das Erkennen des eigenen Zeit-Typs. Ich muss ein System haben, das mir entspricht und meinem Typ gerecht wird. Wenn mich eine „engmaschige Tagesstrukturierung“ in meiner Kreativität und Arbeitsweise einengt, lasse ich besser die Hände davon. Verliere ich mich hingegen in allen möglichen Details, muss ich mir Zeitlimits setzen.

Eine weitere Erkenntnis aus den letzten 20 Jahren ist diese: Wir überschätzen, was wir an einem Tag schaffen können und unterschätzen, was wir in einem ganzen Jahr erreichen können. Es gibt Tage, da nehmen wir uns Grosses vor, kommen aber trotzdem kaum vom Fleck. Doch blicke ich auf ein ganzes Jahr zurück (was ich kürzlich zusammen mit meinem Coach und diese Woche mit meiner Familie in Form unseres Jahrbuches gemacht habe), stelle ich fest: Wow, das war ein reiches Jahr. Da habe ich (da haben wir) ganz viel erlebt und erreicht. Ich bin meinen grossen Zielen näher gekommen.

Und das führt mich dazu, dass ich noch vehementer für Jahresziele (PEP) und Lebensplanung (LiB-Kompass) einstehe.

Das Jahr ist noch jung, auf was möchten Sie in zwölf Monaten zurückblicken können?

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Die innere Vision

Da die Welt am 21. Dezember nun doch nicht untergegangen ist, wird es höchste Zeit, sich noch rechtzeitig einige Neujahrsvorsätze zu fassen.

Doch so einfach ist das ja bekanntlich nicht. Die allermeisten Vorsätze geraten schon nach wenigen Tagen in Vergessenheit und taugen daher wenig bis nichts. Gut gemeint, aber eben doch nur wirkungsloses Wunschdenken nach dem Motto „mehr schlafen, mehr Sport und weniger trinken, weniger nörgeln“.

Das müsste eigentlich gar nicht so sein. Richtig gemacht, können Neujahrsvorsätze sehr kraftvoll sein. Es gibt kaum etwas Stärkeres als ein inneres Bild, das uns antreibt: Eine Vision, die wir unbedingt erreichen wollen. Derselbe Mechanismus, der dem Spitzensportler mit dem glasklaren Medaillenziel vor Augen hilft, die vielen Entbehrungen und täglichen Strapazen des Trainings auf sich zu nehmen, können auch wir uns zum Freund und Helfer nehmen.

Nicht was andere gut finden würden oder was in der Gesellschaft gerade Trend ist, treibt uns zu Bestleistungen an. Darum sind Neujahrsvorsätze, die uns quasi von aussen überstülpt werden, untauglich. Da kann ein Gesellschaftsideal noch so gross sein, wenn es nicht zu meinem persönlichen Ideal wird, ist es kraftlos und sorgt höchstens für ein schlechtes Gewissen.

Ein verinnerlichtes Bild vor Augen

Ziele von aussen – auch „extrinsische Motivation“ genannt – vermögen als Vorsätze nicht zu überzeugen. So wünschenswert ein bestimmtes Verhalten oder eine gesellschaftliche Norm auch sein mögen, sie bleiben wirkungslose Ziele von aussen.
Anders ist es mit den persönlichen Zielen, die von unserem Innersten kommen (intrinsische Motivation). Wenn wir eine innere Vision für unser Leben haben, setzen wir ungeahnte Kräfte und Kreativität in uns frei.

Wie der hier schon mehrfach zitierte Erich Fromm sagte:

„Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“

Ein verinnerlichtes Bild, wie wir beim New Yorker Marathon die Ziellinie überqueren, hilft uns, auch  noch Mitte Februar unsere Bequemlichkeit zu überwinden und an unserem Ziel festzuhalten. Das würde der blosse Vorsatz, mehr Sport zu treiben, nie bewirken.

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst“ und erschien in der Rubrik Carte Blanche vom Bieler Tagblatt (Freitag, 28. Dezember 2012).

 

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Auf- oder untergehen im Job

Glückliche Menschen gehen in ihrer Arbeit auf, aber niemals unter.
Unbekannt

Gehen Sie in Ihrer Arbeit auf – oder manchmal doch eher unter?

Natürlich gehört es bei engagierten Personen dazu, dass man im beruflichen oder privaten Umfeld Phasen grosser Anspannung durchlebt. Dagegen ist auch aus Sicht einer gesunden Life-Balance nichts einzuwenden – solange auf die Phasen der Anspannung auch Phasen der Entspannung folgen.

Es gibt Stimmen, die sagen, ein Leben in Balance sei langweilig. Dem widerspreche ich vehement! Ein ausgewogenes Leben hat überhaupt nichts mit einem immer gleichen, eintönigen Dasein zu tun. Im Gegenteil: Eine gesunde Life-Balance ermöglicht erst, dass wir uns mit voller Kraft für ein spannendes Projekt engagieren können, in unserer Arbeit aufgehen und Flows erleben können.

Wer in seiner Arbeit regelmässig unter- statt aufgeht, ist über kurz oder lang nicht mehr mit Leidenschaft bei seiner Tätigkeit und lebt ungesund. Was jeder Sportler weiss, muss auch die Führungskraft, der Kreative, die Familienfrau, der Ingenieur und die Ärztin beachten: Anspannung ohne Entspannung ist ein (Berufs)Risiko!

Was ist Ihre Botschaft?

Das obige Zitat begleitete mich durch diese Woche. Ich fragte zum Beispiel an einer Teamsitzung nach, wie es denn bei den Einzelnen aktuell aussehe in Sachen Auf- beziehungsweise Untergehen in der Arbeit. Das Resultat war ernüchternd: Die Menge der Arbeit lasse ein Aufgehen gar nicht zu. Selbst wenn man die Arbeit an und für sich ganz gerne täte, sei ein Untergehen in den (zu) vielen Anfragen und To-Do’s vorprogrammiert.

Meine kleine Umfrage ist natürlich überhaupt nicht repräsentativ. Doch was meine Kollegen aus einer Freiwilligenarbeit in ihrem beruflichen Umfeld erleben, ist ganz bestimmt keine Randerscheinung. Denn eigentlich brauchen wir gar nicht gross nachzufragen, ob jemand in seiner/ihrer Tätigkeit auf- oder untergeht. Oft reicht ein genauer Blick und wir sehen, mit wie viel oder wenig Freude jemand bei der Arbeit ist. Und da kann beobachtet werden, dass viele einfach ihren Job erledigen – nicht mehr und nicht weniger. Einige blühen tatsächlich in ihrer Tätigkeit auf und verbreiten in ihrem Umfeld eine positive Atmosphäre. Andere gehen offensichtlich schier unter in dem, was sie tun. Mit letzter Kraft retten sie sich ins nächste Wochenende – von Begeisterung am Arbeitsplatz ist wenig zu spüren…

Was ist also Ihre Botschaft? Wenn man Sie bei der Arbeit beobachtet, welche Botschaft, welche Signale, senden Sie aus? Sehen wir jemand, der/die in der Arbeit aufgeht? Oder jemand, der/die sich mit letzter Kraft „in die nächste Runde“ kämpft?

Für alle, die gerade gegen das Untergehen im Job ankämpfen, mag es nach reiner Provokation tönen, aber es ist so: Aufgehen in der Arbeit lohnt sich!

Und zwar vielfach:

  • Meine Freude an der Arbeit steigt und ich erlebe mehr Flows.
  • Ich arbeite mit grosser Leidenschaft, wahrscheinlich kann ich auch meine besonderen Stärken einbringen.
  • Ich blühe auf.
  • Mein Arbeiten ist von mehr Erfolg gekennzeichnet.
  • Meine Kunden werden die Zusammenarbeit mit mir schätzen.
  • Meine Firma wird (dank mir) erfolgreicher.
    (Übrigens: Für die Firma ist es nicht nachhaltig, wenn ich in der Arbeit unter-, statt aufgehe. Stichwort: Folgekosten von Burnout.)
  • Und zu guter Letzt: Mein Privatleben wird profitieren. Meine Beziehungen in Familie und Freundeskreis werden spürbar besser sein.

Ich liebe die ansteckende Wirkung von Menschen, die in ihrer Arbeit aufgehen. Ob im Restaurant, wo der Koch zaubert und die Serviceangestellte „gute Laune“ verbreitet. Ob in der Schule meiner Tochter, wo die Lehrerin mit Leidenschaft ein Umfeld schafft, in dem sich die Kinder gut entwickeln können. Ob in einem Kurs, beim Arzt oder im Konzert… Wo auch immer ich Menschen erlebe, die in ihrer Arbeit aufgehen, fühl ich mich wohl. Wo ich hingegen auf abgelöschte Menschen treffe, löscht es mir selbst ab.

Darum: Gehen Sie noch unter? Oder haben Sie schon einen Job, in dem Sie aufgehen?

 

PS: Meine Frau geht in ihrer Arbeit auf, wenn sie kreativ sein und ein Projekt entwickeln kann. Dabei erlebt sie die positiven Auswirkungen, die ich oben geschildert habe. So ist sie zum Beispiel mit ihrem letzten Projekt („Lueg use, Martin“) für den StopArmut-Kreativpreis nominiert worden. Im Livenet-Interview sagt Brigitte Gerber, was ihre Botschaft ist.

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichArbeit“.

Mehr Zeit

Es gibt nichts, wofür man Zeit findet.
Wenn man Zeit haben möchte,
muss man sich welche schaffen!
Leopold von Ranke

Diese Woche durfte ich für ein Verwaltungsteam einen Motivationstag Mehr Zeit durchführen. Doch eigentlich war schon der Titel dieser Personalschulung eine (bewusste) Mogelpackung.

Unsere Zeit vermehren – das funktioniert nur in den Märchen. Wir haben nun mal nicht mehr als 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. In dieser Hinsicht ist die Zeit etwas sehr Gerechtes: Jeder hat 60 Minuten Zeit pro Stunde.

Die grosse Frage ist: Wie nutzen wir die uns zur Verfügung stehende Zeit? Und genau da setzte ich an diesem Motivationstag Mehr Zeit an: Wir können nicht zusätzliche Zeit kaufen, aber wir können die vorhandene Zeit sinnvoll und verantwortungsbewusst nutzen.

Dabei geht es mir weniger um die ausgeklügelten Techniken, wie wir noch mehr in unsere Tagesplanung quetschen können. Diese Zeitspartipps sind zwar sehr wesentlich und können eine grosse Hilfe sein. Und natürlich haben wir uns am besagten Motivationstag ausführlich damit beschäftigt. Doch bevor wir mit immer besseren Techniken in immer grösseren Aktivismus ausbrechen, gilt es ganz grundsätzlich über die Zeit nachzudenken:

  • Unsere Einstellung zur Zeit ist matchentscheidend.
  • Der Kompass ist wichtiger als die Uhr.
  • Jeder verschwendet ab und an Zeit.

Unsere Einstellung

In seinem grundlegenden Zeitmanagementbuch Das neue 1×1 des Zeitmanagements schreibt Lothar Seiwert: „Erfolgreiches Zeitmanagement hängt mehr von der richtigen Einstellung und konsequentem Verhalten ab als von ausgefeilten Techniken und trickreichen Mehtoden.“

Beginnen wir also damit, eine positive Einstellung zur Zeit zu gewinnen. Nicht: „Ich habe keine Zeit!“ sondern: „Wie will ich meine Zeit gestalten?“.
Der Blick soll nicht auf das gerichtet sein, was wir alles nicht schaffen können, sondern bewusst auf das gelenkt werden, was wir wirklich schaffen wollen. Die richtige Motivation ist auch hier entscheidend: Ist es nicht erstaunlich, was wir alles an einem Tag schaffen, wenn wir wirklich wollen? Auf der anderen Seite gibt es auch Tage, an denen eigentlich schon beim Aufstehen klar ist, dass wir heute zu nichts Zählbarem in der Lage sein werden.

Der Kompass

Es ist eines meiner Lieblingsthemen und darüber habe ich in meinem Blog schon oft geschrieben: Wer seine Ziele kennt, kommt im Leben viel zufriedener und effektiver voran. Die Uhr ist gnadenlos und zeigt uns jede verflossene Stunde an. Doch der Kompass hilft uns, immer wieder zu kontrollieren, ob uns der eingeschlagene Weg ans avisierte Ziel führen wird.

Weiterführende Artikel zum Thema Kompass:

Zeitverschwendung

Als junger, visionärer Projektleiter wollte ich alles richtig machen: Ich las die Zeitmanagement- und Leadership-Bücher und wollte die vorgeschlagenen Techniken umsetzen, wollte meine Projekte und meine Tage durchorganisieren und optimal planen. Aber irgendwie war das frustrierend.

Warum? Ich bin nicht der „Buchhalter-Zeittyp“. Das heisst: Ich kann nicht genau budgetieren, wie viel Zeit ich für einzelne Tätigkeiten brauchen werde. Und noch fast weniger kann ich mich an einen genauen Plan halten. Das schränkt meine Kreativität und mein visionäres Potenzial ein.

Ich habe aufgegeben, die hochgepriesenen Techniken eins zu eins zu übernehmen. Hilfreiche Tools nehme ich gerne in Anspruch – wenn sie zu meinem Zeittyp (der Jongleur) passen und wirklich eine Erleichterung sind. Es geht ja nicht um die Technik, sondern dass wir unsere Mission erfüllen.

Inzwischen hab ich mich damit versöhnt, dass ich nicht jeden Tag zu aussergewöhnlichen Leistungen fähig bin. Ich will in einem gesunden Rhythmus leben und auch mal Zeit verschwenden dürfen. Meine Erfahrung ist: Zeit verschwenden, heisst manchmal auch Zeit gewinnen. In der Hektik des durchorganisierten Tages kommen mir nicht die besten Ideen. Aber vielleicht, wenn ich mit meinem Sohn am Rollhockey spielen bin…

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichArbeit“.