Gekonnt Scheitern

Auch wenn dein Leben gerade einem Scheiterhaufen ähnelt,
vergiss nicht: Es steckt ein unglaubliches Potenzial darin!

Stefan Gerber

Unser Leben stellen wir uns gerne als starken, mächtigen Baum vor. Da ist auch nichts verkehrtes dran: Ein Baum, der gut verwurzelt ist, weiss, aus welcher Quelle er schöpft, blüht und Frucht bringt, ist etwas Wunderbares und wird schon vom Psalmist besungen.

Doch unser Versagen führt dazu, dass vom grossen, starken Baum nicht mehr viel übrig bleibt. Bei meinem letzten Stille-Spaziergang durch den Wald kam mir dazu folgendes Wortspiel in den Sinn: Unser Versagen ist wie „dr starch Boum versage“ (Baum zersägen). Übrig bleibt nur noch ein Scheiterhaufen. Auch da gibt es wieder ein Wortspiel: Unser Scheitern führt zu einem Scheiterhaufen.

Doch das muss nicht das Ende sein, im Gegenteil! Genau hier liegt ein grosses Potenzial. Irgendeinmal kommt der Winter und dann können wir, im Bild gesprochen, aus dem Scheiterhaufen ein Feuer machen das andere wärmt. Mit unserer Geschichte werden wir anderen zur Ermutigung, zur Unterstützung, werden wir zu Nahbaren und solchen, die wirklich Verständnis zeigen und Anteil nehmen können.

Und so kann unsere Schwachheit zur Stärke werden. Vielmehr als wir es möglicherweise für andere wären, wenn wir ein stolzer, starker und übergrosser Baum sind. Ein Baum, der alle anderen überragt, wird unantastbar. Ein Scheiterhaufen hat das Potenzial, für andere zum wärmenden Feuer und zum richtungweisenden Licht zu werden.

Was es dazu braucht? Der Scheiterhaufen, die einzelnen Holzstücke, müssen selbst in Kontakt mit dem Feuer kommen, sie müssen sich anzünden lassen. Für mich ist dieses Feuer, diese Energie, Jesus. Wie es im Bibelspruch des Jahres zugesagt wird, kann der Sohn Gottes unsere Schwachheit in Stärke verwandeln: “Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.” (Jesus Christus in der Bibel, 2. Korinther 12,9)

Wenn wir uns mit Gottes Hilfe mit unserem Leben und unserem Scheitern versöhnen, steckt in diesem „Scheiterhaufen“ ein riesiges Potenzial: Gottes Kraft kann durch uns zum Segen für andere werden. Oft ist es doch so: Niemand kann Leidende so gut unterstützen, wie solche, die selbst durch dieses dunkle Tal gegangen sind.

Unser Versagen kann zur Stärke werden. Und: Wir Menschen haben, besonders in schwierigen Momenten, lieber ein wärmendes Feuer als grosse, perfekte Bäume, die uns einschüchtern.

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSpiritualität“.

Versöhnt leben

Die Frage des Friedens ist nicht zuerst eine Frage an die Welt,
sondern für jeden an sich selbst.

Karl Jaspers

„U i ha fasch aues gha vo däm woni tröimt ha. Bimene Häärli ömu…“, sagt Dällbach Kari im Film Eine wen iig. (Und ich hatte fast alles gehabt, wovon ich träumte. Beinahe jedenfalls.)

Träume im Leben sind wichtig, aber nicht alle Träume werden in Erfüllung gehen. Unsere Lebenszufriedenheit und unser Erfolg im Alltag hangen stark davon ab, wie wir mit unseren unerfüllten Träumen umgehen.

Ich denke an eine junge Frau, die bei mir in der Beratung war. Ihr Lebenstraum, früh zu heiraten und ein junges Mami zu sein, hatte sich nicht erfüllt. Sie kann jetzt ein Leben lang dem unerfüllten Wunsch nachtrauern und sich vielleicht sogar als Versagerin fühlen. Doch wenn sie den weiteren Lebensweg positiv und mit Freude gestalten will, muss sie unbedingt Möglichkeiten finden, sich mit der Situation zu versöhnen.

Der Weltfriede beginnt im Herzen jedes Einzelnen. Wenn ich dieser Welt Frieden wünsche, stellt sich die Frage nach dem Frieden in mir selbst. Gelingt es mir, trotz zerbrochenen Träumen und unerfüllten Wünschen mein Leben positiv zu gestlaten und jedem meiner Tage etwas Gutes abzugewinnen?

Leben im Jetzt

Wie Dällebach Kari im Kinofilm stehen wir in Gefahr, in unserer Vergangenheit stecken zu bleiben. Wir trauern einer bestimmten Zeit in unserem Leben nach oder verharren in der Enttäuschung, dass etwas nicht so gekommen ist, wie wir uns das gewünscht hätten. Die Liste der möglichen Früste aus der Vergangenheit ist lang: unerfüllter Berufswunsch, unglückliche Liebe, zerbröckelte Visionen, gescheiterte Projekte, zerplatzte Träume, zerbrochene Freundschaften…

Wer in der Vergangenheit stecken bleibt, wird im Jetzt nicht glücklich. Was kann ich also tun, um bewusst im Jetzt zu leben und mich mit meinem Leben zu versöhnen?

  • Enttäuschungen nicht unterdrücken!
    Zerplatzte Träume bewusste wahrnehmen und nicht verdrängen.
  • Situation reflektieren! 
    Über Vergangenes nachdenken, Enttäuschungen in die Augen schauen und „Frust vom Leib schreiben“, z.B. in einem Tagebuch.
  • Vergangenheit verabschieden!
    Unerfüllte Träume bewusst innerlich loslassen, vielleicht sogar mit einer symbolischen Handlung („Traum beerdigen“).
  • Zukunft gestalten!
    Wenn die alten Träume losgelassen sind, wird Energie frei, um neue Träume anzupacken.

Ich möchte nicht Opfer meiner Lebensumstände, meiner zerplatzten Träumen und meines Scheiterns sein. Dass wir unser Leben immer wieder aktiv gestalten und unseren Blick vorwärts richten können, das wünsche ich mir und allen Menschen.

Manchmal brauchen wir dazu die Unterstützung eines Partners, eines Freundes, von einem Coach oder das geführte Nachdenken über unser Leben in einem entsprechenden Seminar. (Allen Frauen kann ich zu diesem Thema das nächste Timeout-Weekend für Frauen empfehlen.)

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst“.

 

z'friede mit sich säuber?!

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
afrikanisches Sprichwort

Heute einige Gedanken aus der aktuellen Serie „z’friede läbe“ der gms Matinées. Kürzlich haben wir darüber nachgedacht, wie wir zufrieden mit uns selbst sein können. Was mir persönlich dabei hilft, sind folgende drei Kernpunkte:

Ursprung allen Lebens

Kein Mensch hat sich selbst erfunden! Es brauchte schon einen genialen Schöpfer, um dich und mich und all die kreativen Kreationen auf dieser Welt zu erschaffen!
Das Leben ist lebenswert, weil es ein wertvolles Geschenk des Himmels ist. Unseren Wert ist unabhängig von unserer Leistung!

Darum, nicht vergessen:

Ich darf und soll einen gesunden Selbstwert haben. Denn: Mein Leben ist lebenswert!

Mein Platz im Universum

Wir hätten so gerne alles unter Kontrolle, möglichst jedes Detail fest im Griff. Wir leiden kollektiv unter einem Machbarkeitswahn. Der Mensch glaubt tatsächlich, dass alles machbar ist.

Doch das Leben lehrt uns:

  • Nicht alles ist machbar!
  • Nicht alles ist abhängig von mir!
  • Nicht alles ist dringend!

In einer Erzählung von Jesus wird ein Bauer geschildert, der die Saat ausstreut und sich anschliessend zur Ruhe legt. Wenn die Zeit (oder das Korn) reif ist, folgt die Erntearbeit. Der Bauer erlebte, dass nicht alles machbar ist. In der Geschichte steht: „… und die Saat geht auf und wächst – wie, das weiß er selbst nicht.“ (Die Bibel, Markus 4,27)

Mein Lebensrhythmus

Die Geschichte vom Bauern zeigt ein weiterer Punkt für ein zufriedenes Leben: Es braucht einen gesunden Rhythmus von Anspannung und Entspannung. Es gilt, die verschiedenen Lebensphasen zu beachten:

Säen - Schlafen - Ernten - Danken

  • Säen: sich etwas vornehmen, Projekt anpacken, gut beginnen
  • Schlafen: zur Ruhe kommen, loslassen, tanken, warten (auch: warten müssen, ausharren)
  • Ernten: starkes Engagement, Endspurt, Früchte, Resultate
  • Dank: Freuen, Pause, abschliessen, Erfolge feiern, Auswertung

Ideen zum Nachdenken und Anwenden

  • Kann ich sagen: „Ich nehme das Geschenk des Lebens dankbar und demütig an!“?
  • Wo stehe ich in Gefahr, alles unter Kontrolle haben zu wollen? Wie kann ich lernen loszulassen („Von-Selbst-Prinzip“)?
  • Stimmt mein Lebensrhythmus? Habe ich alle Phasen im Blick? In welcher Phase stehe ich gerade?
  • Manchen ist es eine Hilfe, die persönliche Lebenskurve aufzumalen (mit allen Höhen und Tiefen) und so über das eigene Leben nachzudenken!
  • Gerne unterstützen wir Sie mit unseren Timeout-Weekends, Seminaren oder einem Coaching.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst“.

 

Zeigen Sie Schwäche

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
Jesus Christus in der Bibel, 2. Korinther 12,9

Noch klingt uns das Wort des Jahres 2011 in den Ohren: „Stresstest“ wurde in Deutschland zum Schlagwort des Jahres gewählt. Die Wörter, Unwörter oder Sätze des Jahres sind immer ein Rückblick auf die vergangenen Monate. Im Gegensatz dazu bieten uns kirchliche Kreise immer im voraus ein Wort zum Jahr. Ein Spruch aus der Bibel, der ermutigen, zum Nachdenken anregen und herausfordern soll.

In diesen Tagen gibt es jedoch eine auffällige Verbindung zwischen dem Wort des (letzten) Jahres und dem Bibelspruch des Jahres. Während in Deutschland der Bundespräsident Christian Wulff einem Stresstest unterzogen wird, muss sich in der Schweiz der Präsident der Nationalbank, Philipp Hildebrand, öffentlich zu seinen privaten Bankgeschäften äussern. Dürfen solche mächtigen Personen des öffentlichen Lebens Schwächen haben und diese auch zeigen?

Bei solchen angeblichen Skandalen tritt jeweils ein interssantes Phänomen zutage: Die Massenmedien, die ja bekannterweise nicht immer durch ihre Integrität glänzen, spielen sich zu den Hüter von Moral und Wahrheit auf. Da stehen dann plötzlich Persönlichkeiten am Pranger, die vorher durchaus als glaubwürdig und anständig wahrgenommen wurden.

In Deutschland hat sich inzwischen auch Hape Kerkeling zu Wort gemeldet und schliesst seinen Kommentar mit den Worten: „Herr Präsident, bleiben Sie im Amt und vor allem bleiben Sie Mensch!“ Denn, auch ein Präsident kann nicht unfehlbar sein.

Der Bibelspruch des Jahres verspricht den beiden Männern – und damit uns allen -, dass sogar eine Kraft darin liegt, wenn wir Schwäche zeigen. Es ist Jesus, der uns das zusagt. Er selbst will unsere Kraft sein, wenn wir schwach sind. Das ist nicht „Schwachsinn“ – es ist die Zusage der Bibel, meine tiefe Glaubensüberzeugung und die Erfahrung von tausenden Menschen aller Zeiten und aller Orten.

Auch der stärkste Mensch, das lehren uns diese Tage, braucht einen Ort, wo er schwach sein kann. Und dieser Ort sollte nicht zuerst die Massenmedien sein (auch wenn uns die Kommunikationslehre zu recht sagt, dass Intransparenz und Salamitaktik nicht gut ankommen). Wir sollen auch in der Öffentlichkeit Schwäche zeigen und zu unseren Fehlern stehen; die Kraft liegt aber darin, wenn wir zuerst im Rückzug in die Stille unser Sein und Tun reflektieren und vor Gott unser Schwachsein offen legen.

Wer in Stille, Meditation und im Gespräch mit dem Schöpfer über sein moralisches, rechtliches oder verborgenes Fehlverhalten nachdenken kann, wird innerlich gestärkt in die Öffentlichkeit zurückkehren. Wer inneren Frieden geschenkt bekommt, kann sich nun auch für äusserlichen Frieden stark machen. Was von Fall zu Fall etwas anderes heissen kann: Eine Entschuldigung von Mensch zu Mensch, ein „sich Stellen“ der Justiz, ein öffentliches Bekennen…

Jeder von uns stolpert von Zeit zu Zeit über seine Schwächen. Darum sind mir auch Personen des öffentlichen Lebens lieber, die Schwächen zeigen und uns (auch) im Umgang mit ihren Fehlern Vorbild sind. Ich glaube sogar, dass wir am meisten von diesen Führungspersonen lernen können, wenn sie uns daran teilhaben lassen, wie sie mit den Herausforderungen des Lebens umgehen. Hochglanz Promis, egal ob sie nun aus Gesellschaft, Politik, Sport oder Kirche kommen, die immer alles im Griff haben, schrecken mich ab.

Darum: Zeigen Sie Schwäche! Sie werden bei Ihren Mitmenschen mehr punkten, als wenn Sie so tun, als würden Sie immer alles richtig machen. Und vergessen Sie nicht: Es gibt einen über uns, der uns genau in unserer Schwachheit Stärke sein möchte.

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Mehr Speed?

Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert,
geht immer noch geschwinder als der ohne Ziel umherirrt.

Gotthold Ephraim Lessing (1729-81)

Anders ausgedrückt: Du kannst mit hundert Sachen auf der Autobahn des Lebens unterwegs sein und doch nie ankommen.

Mir scheint, in unserer Gesellschaft wird eines völlig überbewertet: die Geschwindigkeit. Auf der anderen Seite wird etwas völlig unterbewertet: die Zielorientierung.

Hauptsache schnell. Kürzlich hat mir eine Frau gesagt, ihr Mann kuriere gerade ein Burnout aus. Auf mein Nachfragen hin erzählte sie mir vom Job und den Arbeitsbedingungen ihres Mannes. Als Manager einer grossen, weltweit tätigen Firma gehört es zum Beispiel zu den Erwartungen, dass Anfragen innert zehn Stunden beantwortet werden – Ferien hin oder her. „In Dubai wird auch sonntags gearbeitet, also muss mein Mann auch dann online sein“, erklärte mir die Frau.

Im Artikel „Damals sollte man gelebt haben!“ (NZZ am Sonntag, 18. Dezember 2011) fragt Martin Helg danach, in welcher Zeit die Gesellschaft wohl am glücklichsten war. Die Babyboomer schneiden ganz gut ab, denn sie hatten: „Einen Job mit eigener Sekretärin. Steil steigende Löhne. Geschäftsreisen in der Businessclass. Ein flauschiges Altersfürsorge-Kissen (das wir für sie polstern). Und zu allem Überfluss gab es noch kein Handy, also keine Kontrollanrufe von daheim und keinen Zwang, Twitter-Botschaften abzusetzen.“

Ich möchte nicht in einer anderen Zeit gelebt haben, doch ein Wunsch an unsere Zeit hätte ich schon: Wie wärs, wenn wir mal den Fuss vom Gaspedal nähmen und statt in immer höherer Geschwindigkeit neue Rekorde zu erzielen eine Denkpause einlegen würden? Es ist nämlich durchaus erlaubt, den Geschwindigkeitsrausch einmal kritisch zu hinterfragen! Vielleicht eignet sich keine Zeit so gut wie der Jahreswechsel, um darüber nachzudenken, ob wir tatsächlich rund um die Uhr erreichbar sein wollen. Soll der Chef wirklich über unser ganzes Leben verfügen dürfen?

Werden Sie Ihr eigener Chef

Haben Sie schon einen Neujahrsvorsatz gefasst? Wenn nicht, hab ich hier einen Vorschlag: Werden Sie im neuen Jahr Ihr eigener Chef. „Wie soll das gehen?“ fragen Sie vielleicht. Im Prinzip ganz einfach – und oft doch so schwer: Beginnen Sie damit, selbstbestimmt zu leben und sich nicht als Opfer Ihrer Umstände zu fühlen.

Die beste Erfindung beim Handy ist der Ausschaltknopf. Seien Sie einfach mal nicht erreichbar. Lassen Sie sich nicht dirigieren von Meinungen, Trends, unrealistischen (und unmenschlichen) Arbeitsbedingungen. Wer sich vom Markt und vom Geld bestimmen lässt, ist höchst unfrei. Wir werden zu Gefangenen unserer materialistischen „Begierden“. Klar gibt es schon bald wieder ein noch besseres iPhone – doch, werden Sie Ihr eigener Chef und stürzen Sie Appel & Co. vom Thron.

Heisst mehr Geschwindigkeit auch mehr Lebensqualität?

Der eigene Chef zu werden, wird nicht immer einfach sein. Es gibt Konflikte, weil so viele andere gerne Chef über uns wären. Und manchmal kann der Preis auch hoch sein: Freundschaften könnten in Gefahr stehen oder ich muss mich tatsächlich nach einem geeigneteren Job umsehen, wenn ich mich nicht länger den unwürdigen Arbeitsbedingungen beugen will.

Ich bin überzeugt: Unser Leben gewinnt an Qualität, wenn wir etwas Geschwindigkeit raus nehmen, unser eigener Chef werden und auch mal ein Timeout einschalten.

„Immer schneller“ ist ein schlechtes Lebensmotto. Wer sich dem „Immer schneller“ Anspruch anpasst, muss sich nicht verwundern, wenn er eines Tages aufwacht und erschrocken feststellt, dass sein Leben an ihm vorbeigerauscht ist.

Am Ende zählt nicht die Geschwindigkeit. Was zählt, ist die richtige Richtung. Wer beharrlich und ausdauernd seine Ziele verfolgt, wird es selbst in Schritttempo weiterbringen als der ziellose Raser.

Wie wärs, im neuen Jahr etwas Tempo wegzunehmen um Schritt für Schritt den eigenen Zielen näher zu kommen? Gerne unterstützen wir Sie dabei, zum Beispiel mit unseren Timeout-Weekends oder mit einem Coaching. Happy New Year!

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

Lernen vom Schuhmacher Martin

„Ich habe keine Lust weiterzuleben, frommer Mann. Ich wünsche mir nur noch den Tod. Nur dies allein erflehe ich von Gott. Ich bin ein Mensch ohne jeden Wunsch und jede Hoffnung.“
Der Schuhmacher Martin in einer Erzählung von Leo Tolstoi (Wo die Liebe ist, da ist auch Gott)

Meine Frau hat sich dieses Jahr einen Wunsch erfüllt: Basierend auf die bekannte Erzählung vom „Schuhmacher Martin“  hat sie ein Hörspiel geschrieben und ein Figurentheater entwickelt. Das Stück „Lueg use, Martin“ ist nicht nur sehr schön, es ist auch sehr berührend.

Im Figurentheater geht es um den vom Leben gezeichneten und dennoch zufriedenen Schuhmacher Martin, der zusammen mit der Maus Melchior in seiner Werkstatt wohnt. Während Melchior Besuch von seinem Bruder Balthasar bekommt und dieser seinen gewohnten Alltag durcheinander bringt, gibt Martin in verschiedenen Begegnungen unbemerkt viel Wärme und Liebe weiter.

Es lohnt sich, die Geschichte etwas genauer zu betrachten: Da ist ein armer Schuhmacher, der viele Schicksalsschläge wegstecken muss. Seine Frau stirbt früh, seine Kinder auch und schlussendlich erliegt auch sein jüngster Sohn einer Krankheit.
In dieser Situation gibt sich Martin „ganz der Verzweiflung hin“. Aus dieser Zeit stammt der oben genannte Ausschnitt aus einem Dialog.

Die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung haben nicht das letzte Wort. Tatsächlich wird aus dem lebensmüden Martin ein warmherziger Mensch, der Nächstenliebe ganz konkret lebt.

Was ist geschehen?

Hören wir nochmals in den Dialog hinein, den ich oben bereits angerissen habe: „Und der Alte erwiderte: ‚Für Gott müssen wir leben, Martin. Er ist es, der dir das Leben gegeben hat, ihm sollen wir es leben. Wenn du ihm lebst, wirst du dich um nichts mehr bekümmern, und alles wird dir leicht erscheinen.'“

Es scheint eine etwas gar einfache Lösung zu sein. Und tatsächlich wird es uns im wirklichen Leben oft auch um einiges komplexer vorkommen. Doch dieser Ratschlag war für Martin der Beginn einer spannenden Reise. Durch diesen Rat gelingt es ihm, von sich weg zu Gott hin und dadurch auch zum Mitmenschen zu schauen.

Wie können wir Rückschläge verkraften und Schicksalsschläge überwinden? Wie werden wir versöhnt mit uns und unserem Leben? Es beginnt dort, wo wir den Blick von uns weg auf unser Gegenüber hin richten. Wer nur sich und seine Probleme sieht, wird sich immer elender fühlen. Wer es wagt, auf Gott zu schauen, kann neue Perspektive gewinnen. Und wer in aller Schwachheit beginnt, dem Mitmenschen zu dienen, wird erleben, wie ein Heilungsprozess in Gang gesetzt wird.

Das empfehlenswerte Figurentheater Lueg use, Martin ist im Advent 2011 in Studen BE zu sehen und kann im Adonia-Verlag als Hörspiel gekauft werden.

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst„.

Was macht mich einzigartig?

Jeder von uns ist einzigartig, was manchmal wunderbar und manchmal schwierig ist, aber immer einzigartig.
(Marcus Buckingham)

Wer kennt es nicht? Der Arbeitskollege kann etwas, das ich auch gerne so gut beherrschen möchte. Beeindruckt schielen wir auf unsere Mitmenschen und wünschten uns, ihre speziellen Talente wären die unseren.

Gerade diese Woche haben wir in unserer Klein-/Gesprächsgruppe über diesen Punkt gesprochen: Ich gab zu, dass ich manchmal etwas neidisch auf andere schaue und mich beim Gedanken ertappe, auf der Erfolgswelle bestimmter Menschen mitsurfen zu wollen.

Einer aus der Gruppe fragte zurück, ob ich den bereit wäre, das ganze Leben des anderen „zu leben“. Quasi: „Willst du sein Leben brutto oder nur netto?“. Netto wäre ja schon chic: Den Erfolg der anderen nehmen wir, den Preis dafür bezahlen wir jedoch nicht.

Kein Leben ist nur rosa gefärbt. Es ist nicht fair, wenn wir denken, die anderen haben es besser, die haben ja ein Erfolgserlebnis nach dem anderen. Jeder hat mit Schattseiten fertig zu werden und jeder muss schwierige Situationen meistern.

Soweit so gut. Die Frage ist nun: Kenne ich überhaupt meine Einzigartigkeit? Vielleicht fällt mir nur auf, was andere gut können. Vielleicht habe ich nur einen Blick auf den Erfolg der anderen und die Erfolgserlebnisse in meinem (Berufs)Alltag sind für mich gewöhnliche Selbstverständlichkeiten.

Im Coaching unterstütze ich Menschen darin, ihre Einzigartigkeit herauszufinden. Einen Workshop, den ich dabei sehr gerne einsetze, ist die Frage nach den positiven Erfahrungen in der Vergangenheit.

  • Positive Erfahrungen
    Schreibe ausdem Bereich „Arbeit“, „Familie/Partnerschaft“ und „Gesellschaft“ je 3 positiveErfahrungen auf. Situationen, in denen du dich selbst als erfolgreich, erfülltund glücklich erlebt hast (FLOW-Erlebnisse: da war ich „voll in Fahrt“).Überleg dir danach, warum die einzelnen Momente für dich wertvoll waren. Warumhast du dich bei dieser einen Sache gut gefühlt?

Wenn wir unsere Einzigartigkeit, unsere Stärken und Möglichkeiten besser kennen, können wir im Job und überhaupt in unserem Leben eine grössere Zufriedenheit erlangen. Und vielleicht gelingte es uns auch, immer mehr unsere Einzigartigkeit zu schätzen und unserem Gegenüber seine Einzigartigkeit von Herzen zu gönnen. Ich träume von einer Welt, in der sich Menschen gegenseitig am Erfolg der anderen mitfreuen können.

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichArbeit„.

Stehe ich mir selbst im Weg?

„Selbsterrichtete Schranken sind die schwersten Hindernisse.“ 
Else Pannek



Wir haben es alle längst bemerkt: Auf unserem Weg kommen uns immer wieder Hindernisse in die Quere. Wer zufrieden und erfolgreich auf seinem Lebensweg vorwärts gehen will, muss lernen, diese Hindernisse zu überspringen, zu umgehen oder aus dem Weg zu räumen.


Dabei geht es zu allererst darum, überhaupt zu erkennen und zu akzeptieren, dass uns irgendetwas  in unserem Vorwärtskommen blockiert. Das tönt simpel, ist es aber in der Praxis oft gar nicht: Wir erkennen die Schranken nicht, merken nur, dass wir immer mehr Kraft brauchen, uns erfolglos abmühen und trotz immer grösserer Anstrengung doch weniger zügig vorwärts kommen.


Wenn wir unseren Alltag reflektieren und feststellen: „Da bremst uns etwas“, gilt es natürlich als Nächstes zu fragen: „Was sind die Hindernisse auf meinem Weg.“


Da gibt es viele Möglichkeiten, vom blockierenden Umfeld über den falschen Beruf bis zu den knappen Ressourcen. Das Zitat der Woche bringt jedoch noch eine zusätzliche und weit schwierigere Kategorie von Hindernissen zur Sprache: Selbsterrichtete Schranken.


Was können solche Schranken sein? Ich sehe sie in unserem Denken und Fühlen bezüglich unseren Fähigkeiten und unserem Platz im Sozialgefüge. Es sind Glaubenssätze über uns selbst, die uns im Alltag blockieren. Diese Sätze können zum Beispiel lauten:

  • Ich kann das nicht!
    Der Zweifel an unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten kommt uns ganz oft als selbsterrichtete Schranke in die Quere. Klar, es kann gefährlich werden, wenn wir uns ständig überschätzen. Doch viel zu oft geschieht es, dass wir uns zu wenig zutrauen und uns einreden: „Das schaff ich nicht.“
  • Ich will das nicht!
    Ab und zu kommt uns auch unsere Sturheit in die Quere. Sie wird auch eine solche selbsterrichtete Schranke, wenn wir uns gegen etwas wehren, das uns eigentlich eine Bereicherung oder Hilfe auf dem Weg sein könnte.
  • Ich darf nicht!
    „Was würden wohl die anderen dazu sagen?“ Dies ist eine selbsterrichtete Schranke, weil das  das Problem darin liegt, was wir denken, was die anderen denken könnten. Konkret kann das zum Beispiel heissen: „Ich darf nicht nein sagen, sonst denken die anderen, ich mag sie nicht.“
  • Ich hab das immer schon so gemacht!
    Kennen Sie die letzten sieben Worte einer Organisation? – „Wir haben das immer schon so gemacht!“. Auch im persönlichen Leben kann dieser Satz zu einem grossen Hindernis werden. Zum erfolgreichen Vorwärtskommen gehört es, dass wir immer mal wieder neue Wege ausprobieren und lieb gewonnene Traditionen (oder dumme Macken) aufgeben.
  • Ich kann mir das nicht vorstellen!
    Manchmal liegt das Problem auch ganz einfach in mangelnder Vorstellungskraft. „Was wir noch nicht kennen, gibt es gar nicht.“ Doch besser gelingt unsere Lebensgestaltung mit der Haltung: Ich bin neugierig, lerne täglich dazu und denke auch
     ausserhalb des gewohnten Rahmens.


Beim Überwinden selbsterrichteter Schranken wünsche ich Ihnen viel Freude und Ausdauer. Und vielleicht dürfen wir Sie dabei mit unseren „Leben in Balance„-Angeboten  sogar unterstützen. 



Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich „Selbst„.


Unsere aktuellen Angebote für alle, die sich mit sich und den selbst errichteten Schranken auseinandersetzen wollen:

  • Coaching: LiB-Kompass – den eigenen Nordstern finden 

Zitat der Woche 42

„SelbsterrichteteSchranken sind die schwersten Hindernisse.“
Else Pannek

Mein Zitat dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst„. Der passende Blogbeitrag dazu erscheint am Freitag

Gelassen auf der Achterbahn

„Derbeste Aussichtsturm des Lebens ist die Gelassenheit.“
(Ernst Ferstl)
Das war nicht mein Morgen! Vieles ist liegen geblieben – dabei dachte ich doch, ich sei gut im Zeitplan drin. Aber eben: Die Suche nach einer Powerpointpräsentation aus einem Seminar blieb erfolglos. Das heisst: Gefunden hätte ich die Datei schon, aber sie lässt sich aus irgendeinem Grund nicht mehr öffnen… Und ich brauch doch die Präsentation schon sehr bald (heute!). Inzwischen hab ich eine neue Präsentation geschrieben. Natürlich bin ich dadurch weit zurück in meinem Zeitplan.
 
Auch in anderen To-Dos ist gerade der berühmt berüchtigte Wurm drin: Für das Abschicken eines E-Mail-Newsletters bräuchte ich unbedingt noch eine Antwort einer Person…
 
Dabei hat doch die Woche so gut gestartet: Ich fühlte mich in den letzten Tagen in einer Art „Dauer-Flow“. Viel Arbeit zwar, aber viel gute Arbeit.
 
Und wie geht es mir jetzt, nach diesem missratenen Morgen? Ob wir einen guten Umgang mit uns selbst haben, zeigt sich eben nicht in erster Linie, wenn gerade alles glatt läuft. Ob wir die hohe Kunst des Self-Leaderships beherreschen, zeigt sich in den hektischen und schwierigen Momenten – auf der Achterbahn des Alltags.
 
Hier am Schreibtisch wird wohl heute die innere Gelassenheit nicht mehr zu mir zurückkehren. Darum bin ich froh, darf ich in einigen Stunden im Berner Oberland ins Timeout-Weekend für Familien starten. Dort werde ich den Aussichtsturm der Gelassenheit besteigen und hoffe, dass es mir gelingt,  die Teilnehmenden des Seminars mit auf diese Reise zu nehmen.
Ich möchte „versöhnt“ leben. Versöhnt mit mir selbst und meiner Umwelt. Will mich akzeptieren, auch wenn ich mit meiner Leistung gerade nicht zufrieden sein kann.
 
Also, wie ist unser Umgang mit uns selbst? Finden wir Gelassenheit trotz widrigen Umständen? Schaffen wir es, uns selbst anzunehmen, wie wir eben sind?

Diese Woche gings in meinem Blogbeitrag um den Lebensbereich „Selbst“.
Und hier noch das passende Zitat der Woche:

„Kein Mensch kann sich wohl fühlen, wenn er sich nicht selbst akzeptiert.“
(Marc Twain)