Die Ego-Falle

In ihrem Referat am Willow Creek Leitungskongress 2020 machte Evelyne Binsack einen spannenden Unterschied zwischen dem Ich und dem Ego.

Das Ich, also das Selbst, beschreibt sie als Einklang von Körper, Geist und Seele.

Wenn wir, besonders in Grenzsituationen, die Kontrolle über uns selbst verlieren, unser Ich ausser Balance ist, bleibt gemäss Binsack das Ego übrig.

Diese Ego ist eigentlich für den Krisenmodus geschaffen: Das Ego ist der Antrieb zum Überleben.

Gleichzeitig ist das Ego aber der Antrieb für Ruhm und Macht oder führt bei einem ungesunden Ich zum unbedingten Verlangen nach Angenommenheit und Anerkennung. Wenn wir dies jedoch in Dingen und (allen) Menschen suchen, haben wir schon verloren.

Das Reden übers Ich oder vom Selbst hat nichts mit Egoismus zu tun. Im Gegenteil, das Reflektieren über unser Ich soll helfen, dass wir die Selbstkontrolle nicht verlieren und somit nicht unser Ego aufblasen.

Corona und die Ego-Falle

Ist dir das zu viel Psychologie und zu theoretisch? Dann lass uns praktisch werden!

Tatsächlich befindet sich derzeit schier die ganze Welt im Ausnahmezustand, im Krisenmodus.

Und in solchen Situationen kommt schön zum Ausdruck, wie es um unsere Balance, unsere innere Gesundheit und unsere Selbstkontrolle steht.

Ich beobachte zwei Formen von Egoismus:

Erstens: Das Ego, das nach Macht strebt

Es gibt immer noch Menschen, zum Glück werden es immer weniger, die die Weisungen vom Bundesrat nicht ernst nehmen und sich weigern, daheim zu bleiben – und zwar alleine, resp. als Familie.

Natürlich ist es nicht lustig, wenn wir die geliebte Freiheit für einen Moment aufgeben müssen. In unserer freien Gesellschaft, wo jeder tun und lassen kann, was er will (so lange er damit niemand gefährdet), tun wir uns schwer damit, unserer Regierung zu glauben, dass wir unser soziales Leben nun wirklich drastisch reduzieren sollten. Respektive nicht das soziale Leben, sondern die persönlichen Kontakte – Gott sei Dank gibt es heute unzählige andere Möglichkeiten, das soziale Leben weiter zu pflegen.

Es ist eine Form von egoistischem Machtstreben, wenn Jugendliche nun weiterhin Freunde zu Homepartys einladen. Und rüstige Rentner, die nach wie vor ihre Grosskinder betreuen, streben im Grunde genauso nach Macht: „Ihr habt mir nichts zu sagen, ich bin mein eigener ‚Herr und Meister‘!“.

Zweitens: Das Ego, das ums Überleben kämpft

Die aktuelle Unsicherheit bringt so manches Ich aus dem Gleichgewicht und bringt das Ego zum Vorschein, das in panischen Krisenmodus umstellt: Unbegründet werden WC-Papier und Konservenbüchsen gehamstert.

Panik ist genauso wenig angebracht in der aktuellen Situation wie die egoistische Gleichgültigkeit.

Solidarität statt Ego

Das Ego, in welcher Form auch immer, ist in der Coronakrise eine Falle in jeder Hinsicht:

Je mehr Leute sich eigenmächtig die Freiheit nehmen und sich weiterhin in Gruppen treffen, desto stärker wird schlussendlich unsere Freiheit eingeschränkt werden und es wird zu chaotischen Zuständen kommen – nicht nur in unseren Spitäler.

Je mehr Leute panische Hamstereinkäufe tätigen, desto grösser wird die allgemeine Verunsicherung, wenn man die leeren Gestelle sieht. Eine Ego-Falle, die einen unnötigen Negativstrudel auslösen.

Kommt dazu: Corona hin oder her – die Ego-Fall ist ein sicherer Weg ins Unglück. Neurologisch erwiesen ist hingegen, dass Solidarität, Grosszügigkeit und Gemeinsinn wahre Glücksförderer sind!

Die gute Nachricht: Im Grunde war Solidarität noch nie so einfach: Für einmal können wir Gutes tun indem wir einfach zuhause auf dem Sofa sitzen!

Glücksaufgabe

#stayhappy – auch in diesen verrückten Tagen.

Darum gibt es von gms/Happy Kids #stayhappy – die tägliche Ermutigung für dich und deine Familie. Verbinde dich mit uns auf Instagram oder Facebook

Oder whatse #stayhappy an +41 76 652 97 52 und du kriegst die tägliche Ermutigung direkt als WhatsApp Nachricht (keine Gruppe).

Und vielleicht ist genau jetzt dir richtige Zeit um intensiver darüber nachzudenken, wie du mehr Lebenszufriedenheit findest: Glück finden – hier und jetzt!

Glück in der Krise?!

Als mir eine Freundin vor einiger Zeit mitteilte, sie würde heute, am 20. März, heiraten, sagte ich: „So gut, dann heiratet ihr am internationalen Tag des Glücks!“.

Ob die Ziviltrauung wirklich heute stattfinden darf, war vor einigen Tagen ungewiss. Tja, was ist nun mit dem Glückstag?

Auch wenn du heute nicht geplant hast zu heiraten, fragt sich, ob du in diesen chaotischen Zeiten überhaupt Lust auf einen Tag des Glücks hast.

#stayhappy

Die Glücksforschung hat herausgefunden, dass unsere Lebensumstände nur einen kleinen Einfluss auf unser empfundenes Glück haben. Das muss sich nun in diesen Krisenzeiten zeigen.

Natürlich, wenn die Krise uns in existenzielle Nöte – gesundheitlich oder finanziell – bringt, haben die Lebensumstände schon einen grossen Einfluss auf unsere Lebenszufriedenheit.

Doch selbst wenn wir in eine persönliche Krise geraten, gibt es Wege, um unsere innere Stärke aufzubauen. Und gerade in solch beängstigenden Situationen wie der gegenwärtigen, ist es wichtig, dass wir nicht der Panik, dem Leid oder dem Selbstmitleid freien Lauf lassen.

Tu etwas, das dir gut tut! #stayhappy – trotz allem. Und genau dazu möchte der GlücksBlog ermutigen, zusammen mit unserer Kirche gms – z’friede läbe und der sozial-diakonischen Kinder- und Familienanimation Happy Kids werden wir während der Krise täglich eine Ermutigung für dich und deine Familie auf unseren sozialen Kanälen verbreiten.

#stayhappy – beginne heute am Glückstag damit

Im Buch Glück finden – hier und jetzt schreibe ich von 16 Glücksaktivitäten. Bestimmt hat es darunter auch eine für dich und für all deine Familienmitglieder: Mit welcher Aktivität willst du gleich heute beginnen, dein Glücksniveau trotz allgemeiner Krise zu steigern?

☐ Guter Umgang mit sich selbst
☐ Originalität leben
☐ Ziele setzen
☐ Körper und Seele pflegen
☐ Achtsamkeit, bewusstes Denken
☐ Dankbarkeit
☐ Vergebung
☐ Optimistisch in die Zukunft
☐ Genuss
☐ Gemeinschaft: Liebe geben und empfangen
☐ Großzügigkeit
☐ Ehe (Familie) gestalten
☐ Flow-Erfahrungen
☐ Stärken einbringen
☐ Berufung leben / Arbeit gestalten
☐ Spiritualität

Mein persönlicher Geheimtipp für dich: Dankbarkeit ist wahres Glücksdoping! Im allgemeinen Chaos und den von überall auf uns herabprasselnden Bad News können wir die Negativspirale damit durchbrechen, dass wir unseren Blick bewusst auf etwas Lenken, das unser Herz freut.

Für was bist du dankbar mitten in Coronazeiten? Für weniger Termine? Für das wunderbare Wetter der letzten Tage? Das erwachende Leben in der Natur? Die unkonventionellen Familienzeiten mit Homeoffice und Homeschooling?

Nimm doch Block und Schreibzeug und suche für dich oder zusammen mit deiner Familie Gründe, wofür du heute dankbar bist! Wer schafft mehr als 10 Dinge?

Wer will, findet immer einen Grund zur Dankbarkeit! Und wenn du dein Auge darin schulst, Tag für Tag drei Dinge zu finden, wofür du dankbar bist, wird dich das nachhaltig glücklicher machen!

Das GlücksBuch zum GlücksTag

Gerade mehr Zeit zum Lesen? Wie wärs mit dem GlücksBuch für dich oder deine Freunde?

Glück finden – hier und jetzt 
Das praktische GlücksBuch von Stefan Gerber jetzt bestellen.
Adonia Verlag, CHF 19.80, ISBN 978-3-03783-104-5
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#stayhappy – die tägliche Ermutigung abonnieren

Die „Happiness“ (#Glück/Lebenszufriedenheit) lassen wir uns auch vom #Coronavirus nicht nehmen. Im Gegenteil: In Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig zu wissen, was einen wirklich glücklich macht.

Darum gibts ab sofort #stayhappy – die tägliche Ermutigung für dich und deine Familie. Das reicht von der Spielidee über einen GlücksArtikel bis zur Bastelanleitung. Vielleicht gibt es sogar einmal einen Gesundheitstipp oder ein Kochrezept. Einige Überraschungen haben wir auch schon parat.

Du willst dich von uns ermutigen lassen? Oder ihr seid als Familie einfach dankbar für Ideen, die euch die Tage verkürzen?

Dann verbinde dich mit uns auf Instagram oder Facebook

Oder whatse #stayhappy an +41 76 652 97 52 und du kriegst die tägliche Ermutigung direkt als WhatsApp Nachricht (keine Gruppe).

Bleib gesund! Und verliere nicht die Hoffnung!

Geschenkte Zeit

Meine Agenda für den März war ziemlich dicht: Hier eine Schulung, da ein Kongress, dort ein Forum, verschiedene Vereinsversammlung und dazu noch ein Familienfest.

Und plötzlich wird ein Anlass nach dem anderen abgesagt und der Terminkalender wird sympathisch „luftiger“.

Da stellt sich die Frage: „Was tun mit der geschenkten Zeit?“

Per Knopfdruck zur Ruhe kommen?

Derzeit sind etliche meiner Berufskollegen in Quarantäne, resp. in häuslicher Isolation, und haben somit 14 Tage Zeit für „Selbstzeit“, die vermutlich bei manchen dieser engagierten Personen im Alltag eher zu kurz kommt.

Da einer unserer Referenten beim Leitungskongress von letzter Woche in Karlsruhe positiv auf Corona getestet wurde, sind einige weitere Referenten, Vorstände und Mitarbeitende, die mit dem Betroffenen am Abend vor dem Kongress zusammen waren, isoliert worden. Einige von ihnen haben in deutschen Medien über diese spezielle Zeit berichtet, heute hat sogar der Blick eine Story dazu gebracht (Samuel Koch in Corona-Quarantäne).

Wir standen als ganze Familie während dem Kongress im Einsatz. Als dieser am Freitagmittag abgebrochen wurde, musste ich zuerst meine Familienmitglieder suchen. Da meine Frau in der Referentenbetreuung engagiert war, stellte sich sofort die Frage: Ist sie auch von der Quarantäne-Massnahme betroffen?

Das war zum Glück nicht so! Weil sie wie die meisten Mitarbeitenden und die tausenden Teilnehmenden nicht mit dem Betroffenen in Kontakt kam und die sogenannten Kontaktpersonen 1 noch nicht ansteckend waren, bestand zu keiner Zeit Gefahr für die allermeisten Personen.

Wie schnell es hätte gehen können, zeigt jedoch die Tatsache, dass mindestens drei der Kontaktpersonen 1 inzwischen positiv getestet wurden. Noch eindrücklicher und erschreckender die Verbreitung des Virus beim Fastentreffen von «Porte Ouverte».

Aber wie geht es denn den Menschen in Quarantäne? Wie nutzen sie die geschenkte Zeit?

Laut ihren Berichten (z.B. im Der Leiterblog oder bei Craig Groeschel) ist es gar nicht so einfach, per Knopfdruck verordnet vom Gesundheitsamt zur Ruhe zu kommen.

Dank Homeoffice wird einerseits weitergearbeitet und durch den Kongressabbruch und das Umdisponieren wegen Corona gibt es nicht bloss Freiraum, sondern auch eine grosse Menge Zusatzarbeit.

Während Einkehrtage, Zeiten der Stille und Zurückgezogenheit sehr beliebt sind, fällt es verständlicherweise schwer, so unerwartet in Isolation zu leben: Keine Umarmung des Partners, einige verbringen die 14 Tage sogar ganz getrennt von Partner und Kinder.

„Jetzt hättest du doch einmal Zeit für …“

So einfach ist es eben für viele von uns nicht.

Ich hab das neulich erlebt. Völlig andere Situation, total harmlos: Wegen dem Sturm Sabine mussten wir einen Tag unserer Skiferien abseits der Piste – sprich in der Ferienwohnung – verbringen.

Jetzt hätte ich Stunden zum Lesen gehabt. Und genügend Lesestoff hatte ich in weiser Voraussicht sogar eingepackt.

Doch als enthusiastischer Skifahrer fiel es mir total schwer, innerlich zur Ruhe zu kommen, die „geschenkte Zeit“ umzunutzen und einfach den Moment beim Lesen zu geniessen.

Was ich merke: Ich muss eben auch freie Zeit bewusst gestalten, wenn ich sie bewusst erleben will. Während meinem Spitalaufenthalt vor einigen Jahren (ironischerweise nach einem Skiunfall) half mir, wenn ich den viel zu langen Tag durch Rituale in eine Struktur brachte.

Und für die nächsten Woche, wo jetzt plötzlich einige weisse Flecken in der Agenda zu finden sind, will ich nicht einfach zuschauen, wie sich die Tage von selbst füllen – denn das täten sie sich bestimmt. Stattdessen will ich mir bewusst Dinge einplanen, die sonst zu kurz kommen: Gartenarbeit, Menschen treffen, „an der Firma, nicht bloss in der Firma“ arbeiten und ja, Bücher lesen muss auch auf diese Liste.

Ich bin dankbar, hat es niemand aus unserer Familie punkto Quarantäne getroffen. Den Kollegen in Isolation wünsche ich, dass diese Zeit nicht nur Last sondern am Ende auch ein bisschen Lust mit sich bringt.

Glücksaufgabe

Derzeit müssen viele Veranstaltungen abgesagt werden. Wahrscheinlich wird wohl fast jeder dadurch etwas mehr Zeit geschenkt bekommen. Wie willst du diese Zeit gestalten, damit nicht bloss deine Bildschirmzeit erhöht wird?

Schönwetter Leben

Eine solche Skiwoche habe ich noch nie erlebt: Der Wetterbericht und die Sturmwarnungen machten schon im Voraus klar, dass „Schönwetter Skifahrer“ auf wenig Schneestunden kommen würden.

Das schönste Wetter wäre wohl für An- & Abreisetag zu erwarten, ergab unsere kurze Analyse. Und so gab es dann vorletzten Samstag um 5 Uhr Tagwache und um 5.30 Uhr gings mit vollgepackter Familienkutsche los Richtung Lieblingsskigebiet im Montafon.

Nach zwei ganz ordentlichen Skitagen war es Zeit für den Besuch von Sabine – am Montag stand alles still, am zweiten Sturmtag drängten wir uns gefühlt mit dem ganzen Montafon an die zwei geöffneten Skilifte.

Über mangelnde Abwechslung konnte sich keiner beklagen: Jeder Tag anderes Wetter, andere Schneeverhältnisse, Talabfahrt abwechselnd mit oder ohne Wanderintermezzo …

Was sich ziemlich konstant hielt: Die erste Abfahrt am frühen Morgen war die schönste! Ob frisch verschneite Hänge oder perfekt präparierte Pisten – wir waren uns einig: Der Lohn ist gross für den, der bereits um 8.15 Uhr an der Bahn steht.

Wie zu erwarten war: Das schönste Wetter kam zum Schluss. So verbrachten wir auch den Abreisetag auf der Piste und tankten (doch) noch einige Sonnenstunden.

Mehr als Sonnenschein

Ich liebe es, bei besten Bedingungen – sprich: Sonne, gute Sicht, toller Schnee, perfekt präparierte Pisten – mit langezogenen Schwünge  die Hänge herunterzubrettern.

Trotzdem wurde mir an diesem wunderschönen Samstag bewusst: Wären alle sieben Skitage so gewesen, hätte selbst dieses „Perfekte“ etwas Ermüdendes gehabt. Immer nur Sonne – auch das wird irgendeinmal langweilig.

Das Abenteuer war jedenfalls in dieser Skiwoche um einiges höher als im Schönwetter-Urlaub: Wie weit können wir heute die (offiziell gesperrte) Talabfahrt auf den Skis bewältigen? Welche Lifte sind heute geöffnet? Wo ist eigentlich Piste – und wo Nebel? …

Wunderbar waren die Abfahrten im Pulverschnee: Harte Piste mit paar wenigen Zentimeter Neuschnee – ein Gefühl vom Fliegen kam auf.

Natürlich liebe ich auch im Leben, wenn die Sonne scheint! Alle sind happy, die Projekte gehen alle gut von der Hand, die eigenen Kinder machen gerade mehr Freude als Ärger und in der Partnerschaft fliegen die Schmetterlinge.

Auf der anderen Seite ist es so mühsam, wenn man im Nebel herumirrt und nicht weiss, wo einem das Leben als nächstes hinträgt: Beziehungsknatsch, Kündigung, gesundheitliche Einschränkungen, Selbstzweifel, übergrosse Herausforderungen und erdrückende Verantwortung …

Ich ertappe mich hin und wieder beim Gedanken, dass ich mir mehr Zeit zum Geniessen wünsche – mehr Zeit an der Sonne, mehr Gelassenheit, mehr unbekümmerte Momente mit guten Menschen und weniger „unter Strom stehen“, weil schon wieder das nächste Projekt, die nächste Hürde oder auch einfach die nächste auszufüllende Steuererklärung warten.

Möglicherweise geht es vielen von uns ähnlich – und es ist wichtig und gut, wenn wir diese Stimme in uns ernst nehmen.

Und doch: Ich will kein Schönwetter-Leben! Ich wünsche mir ganz viele Schönwetter-Momente in meinem Leben, aber das Leben finden nicht nur an der Sonnseite statt.

Und das ist gut so!

Wer meint, das Leben bestünde nur aus Schönwetter, wird die Sonne eines Tages nicht mehr geniessen können.

Je dichter der Nebel, umso schöner die strahlende Sonne danach.

Nein, ich suche nicht das Leid im Leben und ich wünsche es auch keinem. Tatsache ist aber, dass leidvolle Momente, Stürme, Herausforderungen, Brüche zum Leben dazugehören.

Ich wünsche uns, dass wir an diesen Stürmen nicht zerbrechen, sondern dass sie uns stärken und reifen lassen.

Damit wir dann die Sonne in vollen Zügen wieder geniessen können!

Glücksaufgabe

Welcher Sturm in deinem Leben hat dich zu einer reiferen Persönlichkeit gemacht?

Wie kannst du selbst für eine gesunde Ausgewogenheit zwischen Sturm (Herausforderungen) und Sonnenschein (Genussmomente) in deinem Leben sorgen?

Äs guets Nöis!?

Gestern trafen wir uns zum ersten Unihockey-Training im neuen Jahr. Bei der Begrüssung wünschten wir einander natürlich „Äs guets Nöis!“ – „Happy New Year“ – „Bonne Anée“.

Auch wenn es einerseits eine Floskel ist, finde ich diesen Brauch anderseits auch schön: Man wünscht sich gegenseitig gutes Gelingen, Freude und eben einfach ein gutes neues Jahr.

Eine Mitspielerin (genau, auch das gibt es im freestylers-Plauschteam) hingegen stellte lapidar fest: Wenn wir uns jetzt „Äs guets Nöis!“ wünschen, heisst das dann, dass das Alte nicht gut war?

Nein, das will der Neujahrs-Glückwunsch nicht meinen. Natürlich ist jedes neue Jahr auch eine neue Chance, ein ungeschriebenes Buch das ganz frisch vor uns liegt. Eine Schneelandschaft, die noch ohne jegliche Spuren vor uns liegt und darauf wartet, dass wir unsere Spuren darein setzen.

Ich habe Mühe mit den fast-fix Rezepten „So wird 2020 ihr bestes Jahr“ – das suggeriert irgendwie, dass es immer noch besser werden muss.

Aber ein „gutes Jahr“, das wünsche ich mir, dir und allen von ganzem Herzen. Egal wie das letzte war: Vielleicht hast du – wie ich – das letzte Jahr im Flow beendet. Dann wünsche ich dir – und mir -, dass wir dort ansetzen können und die Geschichte weiterschreiben dürfen.

Und wenn das letzte Jahr mehr von Schmerz als von Freude geprägt war für dich, dann wünsch ich dir, dass du diesen Schmerz im neuen Jahr hinter dir lassen kannst und Gutes empfangen darfst.

Die Selbstopitimierungs-Falle

„Äs guets Nöis“ gefällt mir auch darum, weil es eben von „gut“ und nicht von „perfekt“ spricht.

Das gute Leben – das wünsch ich uns. Vollkommenheit ist für den Himmel reserviert, sage ich jeweils. Natürlich kann schon hier und da Himmel auf Erden geschehen. Aber das irdische Leben wir nie vollkommen sein.

Darum: Ein gutes Leben.

Und das heisst: Ich bin mir bewusst, dass neben vielen schönen Momenten im Leben, neben Freude, Erfolg und Erfüllung auch Schwieriges dazu gehört. Körperliche Schmerzen oder Beziehungsschmerzen. Karrierenbrüche oder emotionale Tiefs.

Glücklich ist nicht, wer das perfekte Leben gefunden hat.
Glücklich ist, wer sich mit all dem Schönen und all dem Schwierigen versöhnt hat und sein Leben aktiv gestaltet – in all den unterschiedlichen Lebensbereichen des ShalomLeben-Windrades:

Die Nabe: Bewusste Selbstführung

Glückliche Menschen sind mit sich im Reinen, blicken optimistisch in die Zukunft und pflegen einen dankbaren und achtsamen Lebensstil.

Rotorblatt: Erfülltes Liebes- und Familienleben

Glückliche Menschen verbringen viel Zeit mit Menschen, die ihnen wichtig sind. Sie pflegen Freundschaften und gestalten ihr Liebes- und Familienleben aktiv.

Rotorblatt: Sinnerfüllte Tätigkeit

Glückliche Menschen gehen einer Aufgabe nach, die ihren Talenten und Interessen entspricht und mit der sie einen Unterschied auf dieser Welt machen können.

Rotorblatt: Reiches Sozialleben

Glückliche Menschen bringen sich als aktiven Teil in die Gesellschaft ein – sei dies in Beziehungen oder in freiwilligem Engagement für ihre Mitmenschen.

Der Wind: Gelebte Spiritualität

Ein Windrad ohne Wind ist bedeutlungslos. Wer für sich den Sinn des Lebens nicht gefunden hat, steht in Gefahr, sein Leben als bedeutungslos zu erleben. Darum finden glückliche Menschen Antwort auf die Sinnfrage.

Über diese fünf Lebensbereiche nachzudenken, sie bewusst zu gestalten, das finde ich seit vielen Jahren sehr wertvoll. Gerne reflektiere ich im Coaching oder in Workshops auch mit anderen ihr Erleben darin.

Doch das Ziel soll nicht das „perfekte Leben“ sein, sondern das gute, bewusste Leben.

Diese Woche habe ich in einem Kiosk gleich mehrere Zeitschriften gesehen, die ihre Titelstory der Selbstopitmierungs-Falle widmen.

Das Glück im Leben soll Freude machen – und nicht zusätzlichen Stress auslösen.

Glücksaufgabe

Wie steht es um deine aktuelle Zufriedenheit in den unterschiedlichen Lebensbereichen? Dieser Workshop kann dir dabei helfen (PDF-Download).

Weitere Anregungen findest du in meinem Buch „Glück finden – hier und jetzt“ oder in einem Coaching.

Kleine Träume leben

Aus einer erstklassigen Konferenz mit hervorragenden Referenten einen Speaker besonders hervorzuheben ist wie wenn du Matterhorn gegen Eiger, Mönch und Jungfrau ausspielen würdest.

Ich tu es trotzdem: Beim diesjährigen Global Leadership Summit waren praktisch alle Referenten in der „Matterhorn-Liga“ und doch gab es ein ganz besonders Highlight für mich – und wie sich später herausstellte auch für viele andere Teilnehmende unserer Studienreise.

Liz Bohannon, Gründerin der sozialbewussten Modemarke Sseko Designs, legte so einen frischen Auftritt mit einem überraschenden Spezialeffekt zum Abschluss hin, dass es eine herrlich unterhaltsame Wohltat war, ihr zuzuhören.

Unterhalten können einige, dabei noch eine Message transportieren, ist eine besondere Gabe.

So überraschend ihr Auftritt, so unkonventionell ihre Message.

Wie oft hören wir an Konferenzen von Leadership-Experten oder lesen in Blogs und Büchern von überdrehten Motivationstrainern oder gefeierten Pastoren Sätze wie diese:

Dream big!
Träume gross!

Du bist etwas Besonderes!

Finde deine Passion!

Nun kommt diese freche Social Entrepreneurin, die eine beachtliche Sozial-Firma aufgebaut hat, und dreht all diese bekannten Motivationssprüche um:

Dream small!

Du bist Durchschnitt!

Du kannst deine Passion nicht finden!

Irritation im Auditorium. Was jetzt, sollen wir etwa nicht gross träumen? Sind wir nicht alle berufen, etwas Besonderes zu sein, unsere Passion zu finden und die Welt zu verändern?

Das Problem mit diesen gut klingenden Sätzen in Büchern und auf grossen Bühnen ist, dass sie oft nicht alltagstauglich sind.

Klar komm ich topmotiviert aus Chicago zurück; gerade noch in einer energiegeladenen Konferenz mit 7’000 Personen, die alle die Welt verändern wollen – und sitze nun in meinem 3’000 Seelen Dorf, in einem Büro, das abwechselnd einem Lagerraum oder einem Kinderhort gleicht, und soll gross träumen, daran glauben, dass ich etwas ganz Besonderes bin, meine Passion finden und endlich beginnen, die Welt zu verändern …

Wer es da nicht schafft, die grossen Träume ganz klein werden zu lassen, hat schon verloren. Diese riesigen Konferenzen in einem super inspirierenden Umfeld können ganz schnell mehr Entmutigung als Inspiration sein, wenn man den Transfer in den eigenen Kontext nicht schafft.

Da sitzt man dann, frustriert von der eigenen Situation und möchte möglicherweise all diese kleinkarierten Umstände hinter sich lassen und wartet auf den grossen Moment: Wie damals bei Rudi Carell „Eben noch in der Autowerkstatt, jetzt auf der grossen Show-Bühne!“ …

„Eben noch in dieser kleinen Firma mit zu wenig Ressourcen, jetzt auf der grossen Bühne der Weltveränderer.“

„Eben noch unbeachteter Pfarrer einer kleinen Landgemeinde, jetzt Champion of Change in der Topliga der Trendsetter.“

Dream big!

„Träume gross und es werden noch grössere Dinge, als du sie dir überhaupt vorstellen kannst, geschehen!“

Seit zwanzig Jahren lasse ich mich immer wieder gerne von hervorragenden Leadership-Konferenzen inspirieren. Es gibt da wirklich sehr viel Gutes und wenn ich es in mein Umfeld übersetzen kann, profitiere ich sehr davon.

Aber ganz ehrlich: Was ich in den letzten zwanzig Jahren alles geträumt habe. Ich sage nur so viel: Ich habe ein ziemlich grosses Vorstellungsvermögen …

Dream big!

Nun, das hat eben auch Liz Bohannon gemacht: Als Studentin hat sie sich vom Schreibtisch aus vorgestellt, wie sie die Welt verändern würde. Big Dreams, aber keine Umsetzungsschritte.

Grosse Träume können auch lähmen. Wenn die Träume so gross sind, dass wir nicht mehr wissen, wo wir mit der Umsetzung beginnen können, sind sie wohl doch eher zu gros.

Darum: Lieber kleine Träume, dafür mit konsequenten Umsetzungsschritten. Ein kleiner Schritt nach dem anderen – bis der kleine Traum vielleicht irgendeinmal tatsächlich unsere ganze Vorstellungskraft sprengt.

Wir brauchen nicht grosse Sofa-Träumer, wir brauchen kleine Schritt-für-Schritt-Weltveränderer.

Und wir werden überrascht sein, was wir gemeinsam schaffen können!

Glücksaufgabe

Welchen grossen Traum legst du vielleicht besser mal zur Seite um einen kleinen Traum anzupacken?

Vielleicht inspiriert dich dieser Song zu Dream small:

In diesen Tagen erscheint von  Liz Bohannon  das Buch Beginner’s Pluck: Build Your Life of Purpose and Impact Now

My Message

Stell dir vor, du kriegst einen völlig überraschenden Anruf mit der Aufforderung, an einer grossen Veranstaltung – nehmen wir aus aktuellem Anlass das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug – eine Ansprache oder ein Kurzreferat zu halten.

Stell dir weiter vor, es wäre wie in diesen „bösen“ Träumen, wo du vor Herausforderungen gestellt wirst und ihnen nicht ausweichen kannst – ausser du wachst in der nächsten Sekunde schweissgebadet auf und der Spuck ist vorbei … (Nebenbei: Ich war in einem solchen Traum neulich innert kürzester Zeit dreimal hintereinander in eine Verfolgung oder sonst eine missliche Lage verwickelt. Erholsam war dieser Schlaf nicht wirklich!)

Zurück zu dir: Du hast also die Gelegenheit in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Stadion oder Auditorium eine Botschaft zu platzieren. Und die Ausrede: Ich bin für diese Aufgabe nicht geeignet, wird nicht akzeptiert.

Bevor es dir die Schweissperlen auf die Stirn drückt: Natürlich ist es nur eine fiktive Aufgabenstellung; du brauchst nächste Nacht auch nicht davon zu träumen, wie du mit schlotternden Knien vor tausenden Leuten ausgestellt bist und dir einfach entfallen ist, was du in diesem kurzen Moment deiner Berühmtheit zu den Menschen sagen wolltest – und das Manuskript natürlich im Taxi liegen blieb …

Nein, das soll kein Albtraum werden! Es geht mir einzig und allein um die Frage:

Was wäre denn deine Message?

Am letzten Treffen der freiwilligen Mitarbeitenden in unserer gemeinnützigen Organisation hatten wir uns die Schlusspredigt von Sandra Bils am Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 angehört.

Für Sandra Bils war es, wenn ich es richtig verstanden habe, in etwa so, wie ich es oben geschildert habe: Völlig überraschende, ehrenvolle, aber auch sehr herausfordernde Anfrage für eine Kurzbotschaft vor riesiger Menschenmenge – im Dortmunder Fussballstadion und zu Hause an den TV-Geräten.

Bevor wir uns jedoch die mutige, kurzweilige Predigt anschauten und uns im Gespräch mit den steilen Aussagen beschäftigten, stellte ich unsere Mitarbeitenden genau vor diese Aufgabe: Schreibt mal auf, was eure Botschaft wäre, wenn euch während 15 Minuten die Aufmerksamkeit eins Stadions voll Menschen geschenkt würde.

Spannend, was da alles zusammenkam – so unterschiedlich und farbig, wie wir Menschen eben sind.

Ich glaube, dass jede und jeder von uns eine Botschaft zum Teilen hat. Und wenn nicht, wird es höchste Zeit, dass wir uns darüber Gedanken machen:

  • Für was stehe ich? Was ist mein grosses Lebensthema?
  • Was liegt mir besonders am Herzen? Was ist mir wichtig?
  • Wenn mich das Leben eine Lektion gelehrt hat, dann ist es ….
  • Was könnte mein Beitrag sein, damit diese Welt zu einem besseren Ort wird?
  • Von welcher meiner Lebenserfahrungen könnten andere auch profitieren?
  • Für welches grössere „WHY“ lebe ich?
  • Welche Hoffnung treibt mich an?

Lebe deine Botschaft! Verkörpere sie – und wenn nötig, zeige auch mal Ecken und Kanten. Das Leben wurde uns nicht geschenkt, um in der Masse unterzugehen.

Du bist besonders und du hast eine besondere Botschaft.
Finde sie und lebe sie!

Wenn mir ein ganzen Stadion zuhören würde, ginge es sicher irgendwie um diesen Shalom, diesen geschenkten, umfassenden göttlichen Frieden, der uns zu einem Versöhntsein mit allen Facetten des Lebens einlädt.

Glücksaufgabe

Hast du deine Botschaft schon gefunden? Wenn ja, lebst du sie schon? Wahrscheinlich haben du und ich nie die Gelegenheit, in einem vollen Stadion zu sprechen: Aber wo ist deine „Bühne“? Wo kannst du deine Botschaft unaufdringlich weitergeben?

Und falls du Lust hast: Ich finde es eine durchaus lohnenswerte Investition, die 13minütige Kirchentagspredigt von Sandra Bils nachzuhören.

Menschenwürdige Unternehmung

Vor zwei Jahren hatte ich am Entrepreneur Forum Seeland das Vergnügen, Bodo Janssen kennen zu lernen. Sein Referat traf ins Schwarze: „Betreiben wir Wertschöpfung durch Ausnutzung oder Wertschöpfung aus Wertschätzung?“

In einer Pause sprachen wir kurz über mein GlücksBuch, das ich ihm kurz davor geschenkt hatte. Er zeigte sich begeistert über die kurzweilige, einfache Form des Buches und sofort war klar, dass wir uns für dieselben Anliegen stark machen: Mehr Erfüllung und Zufriedenheit im Leben – auch im Berufsleben.

Einige Tage später schickte er mir seinen Bestseller Die stille Revolution zu. Mit Faszination habe ich das Buch über seine persönliche und unternehmerische Geschichte gelesen.

Nach dem Tod seines Vaters hatte er die Führung der elterlichen Hotelkette übernommen. – Und ist in Bezug auf die Mitarbeiterführung vorerst gründlich auf die Nase gefallen: Die Mitarbeiterbefragung ergab ein vernichtendes Ergebnis für den Chef.

Dies war jedoch nicht etwa das Ende. Im Gegenteil: Es war der Ausgangspunkt für „eine der beeindruckendsten Wandlungen der deutschen Management Geschichte!“, wie es das Magazin „Harvard Business Manager“ ausdrückte.

Nach Rückzug ins Kloster, Selbstreflexion, einüben einer gesunden Selbstführung war Bodo Janssen bereit für das, was heute Der Upstalsboom Weg bekannt ist.

Entstanden ist eine beeindruckende Unternehmenskultur, in der Mitarbeitende nicht einfach ein Kostenfaktor sind, sondern in erster Linie Menschen, die geachtet und wertgeschätzt werden. Viele von ihnen reden heute von Familie, wenn sie an ihren Arbeitsplatz denken.

„Vom wirtschaftlich geprägten Unternehmen haben wir uns zu einem menschen- und werteorientierten Unternehmen gewandelt“, so nennen sie es selbst und erzählen Interessierten gerne von ihren Erfahrungen.

Inzwischen ist sogar ein Kinofilm zu diesem faszinierenden Kulturwandel entstanden:

Natürlich habe ich nach unserer ersten kurzen Begegnung den Weg von Bodo Janssen aus der Ferne mit grossem Interesse weiterverfolgt. Und mich sehr gefreut, als er zusammen mit Anselm Grün ein weiteres Buch herausgegeben hat: Stark in stürmischen Zeiten.

Ein Buch für Führungskräfte, die begriffen haben, dass sie zuerst die Kunst der Selbstführung beherrschen sollten, bevor sie andere führen wollen.

Zugegeben, dieses Buch fand ich im Vergleich zum ersten Janssen-Buch streckenweise etwas langatmig und ich wurde nicht im selben Mass in Bann gezogen. Doch es gab immer wieder wertvolle Perlen auf dem Weg zu den letzten Seiten.

Und die haben es in sich. Während in der Mitte des Buches das Prinzip Führen durch Fragen vorgestellt wird, sind es genau diese Fragen, mit denen die beiden Leadership-Experten den Leser am Ende auf seinen eigenen Weg schicken:

Was möchtest du mit deinem Unternehmen den Menschen geben?

Gibst du Hoffnung auf ein gutes Leben?

Fühlen sich die Menschen in deinem Unternehmen verstanden?

Was für eine andere Unternehmenskultur hätten wir an manchen Stellen, wenn wir genau mit diesen Fragen unsere Organisationen führen würden? Mit solchen Fragen kommen wir zurück auf den Kern des Problemes: Existieren die Menschen für die Unternehmen? Oder sind die Unternehmen für die Menschen da?

Und das geht uns alle an! Wir brauchen nicht mit dem Finger auf die Grossunternehmen zu zeigen und uns an übertriebenen Bonuszahlungen aufzuregen.

Wir fragen besser, wie wir unser „Unternehmen“ führen, was wir aus unserem Einfluss (Denn: Jeder hat Einfluss!) machen: Gestalten wir unsere Familie, unseren Verein, unsere Kirche, unsere Freundschaften … menschenwürdig? Was geben wir den Menschen? Welche Hoffnung geben wir weiter?

Oder geht es uns am Ende doch bloss um unseren eigenen Profit?

Es folgen weitere tolle Fragen am Ende des Buches Stark in stürmischen Zeiten. Nur so viel sei hier noch „ausgeplaudert“:

Es beginnt mit Stille: Kann ich mich selbst aushalten?

Geht über Klarheit: Weiss ich, was ich will?

Und braucht Verletzlichkeit: Spiele ich Rollen – oder darf ich Menschen (auch meinen Mitarbeitenden) so begegnen, wie ich wirklich bin?

Glücksaufgabe

In diesem Artikel hat es viele gute Fragen. Wenn du es mit dem Glück – dem persönlichen, dem deiner Unternehmung und dem deiner Mitmenschen – ernst meinst, nimm die Frage mit in einen stillen Moment.

Und wenn du weitergraben willst, empfehle ich dir eines der erwähnten Bücher:

Die stille Revolution von Bodo Janssen

Stark in stürmischen Zeiten von Bodo Janssen und Anselm Grün

Glück finden – hier und jetzt von Stefan Gerber

„Dankbarkeit ist Glücksdoping!“

Heute ist der internationale Tag des Glücks. Das Wochenmagazin ideaSpektrum führte dazu ein Interview mit mir als Glücks-Buch Autor.

Hier also einige Anregungen zum Weltglückstag.

 

Dass am 14. Februar Valentinstag ist, wissen alle. Dass am 20. März der internationale Tag des Glücks ist, weiss nur Stefan Gerber. Warum ist das so?

(lacht) Durchforschen Sie Twitter nach #InternationalDayOfHappiness und Sie werden herausfinden, dass noch zwei, drei andere davon wissen. Die Uno-Hauptversammlung hat den Weltglückstag 2012 beschlossen, um daran zu erinnern, dass es ein Wohlergehen gibt, das über den materiellen Wohlstand hinausgeht.

Ich erlebe ein wachsendes Interesse am Glücksthema und am Weltglückstag als solches. So hat beispielsweise das Forum christlicher Führungskräfte seine Tagung vom 20. März 2020 passend zum Tag des Glücks unter das Motto „Frohes Schaffen!“ gestellt.

Haben wir unser Glück selber in der Hand?
Mehr, als wir oft denken! Viele meinen, ihr Glück sei abhängig von ihren Lebensumständen, und denken, wenn sie nicht endlich diese Lohnerhöhung, den Traumpartner oder das neue Auto erhalten, können sie auch nicht glücklich werden. Die Glücksforschung sagt etwas anderes: Unsere Zufriedenheit wird nur zu einem kleinen Teil von solchen Dingen beeinflusst. Fast zur Hälfte wird das Glück durch unsere Denk- und Verhaltensweise geprägt. Und die sind durchaus lern- und veränderbar.

Nicht verheimlichen will ich, dass rund die Hälfte unseres Glücksempfindens auf unsere Gene zurückzuführen ist und es uns somit je nach Veranlagung einfacher oder schwerer fällt, unser Dasein positiv und optimistisch zu gestalten.

Was ist Ihr Rezept auf dem Weg zum Glück?
Ich würde nicht von Rezept sprechen, aber es gibt einige Glücksaktivitäten (in meinem Buch liste ich 16 davon auf), die nachweislich unser Glücksniveau steigern: Regelrechtes Glücksdoping ist die Dankbarkeit! Weitere Förderer unserer Zufriedenheit sind: Grosszügigkeit, Gemeinschaft, Genuss, Flow-Erfahrungen, Ziele setzen oder auch Achtsamkeit und Spiritualität.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Gott und Glück?
Aber sicher. In der Positiven Psychologie finden wir Glücksaktivitäten, bei denen klar im Vorteil ist, wer sein Leben aus seiner Gottesbeziehung heraus gestaltet: Getragen von der christlichen (Auferstehungs-)Hoffnung kann ich optimistischer in die Zukunft gehen und wer Vergebung von Gott erlebt, kann selbst auch einfacher vergeben.

Sie haben ein Buch mit Glücksrezepten geschrieben. Sind Sie glücklich?
Ich versuche es und nehme mir zu Herzen, was schon König Salomo zu diesem Thema gesagt hat: „Achte auf deine Gedanken und Gefühle, denn sie entscheiden über dein Leben!“. Es gelingt mir nicht jeden Tag, aber ich lerne, auch dann positiv zu sein, wenn ich gerade mit widrigen Umständen konfrontiert bin.

(Interview: Rolf Höneisen, ideaSpektrum)

Glücksaufgabe

Pflück dir eine der genannten Glücksaktivitäten und beginne gleich heute am Weltglückstag damit, etwas mehr Freude und Positivität in dein Leben zu bringen.

Dabei kann dir auch das Glücksbuch helfen. Wenn du es noch nicht gelesen hast – warum nicht heute damit beginnen?

Und wenn du es schon gelesen hast – vielleicht kann eine kleine Glücks-Auffrischung ja ganz gut tun … Oder du entscheidest dich für die Glücksaktivität „Grosszügigkeit“ und schenkst das Buch jemandem.

Glück finden – hier und jetzt 
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Adonia Verlag, CHF 19.80, ISBN 978-3-03783-104-5
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… ohne müde zu werden

Neulich lachte mich auf einem dieser blauen Plakate in gelber Schrift folgender Satz an: „Werdet nicht müde, Gutes zu tun.“

Es war tatsächlich, als hätte der liebe Gott mit diesem Plakat eine Message für mich bereit. Der Spruch stand in einer Serie von Ereignissen, die mir halfen, mich in einem Entscheidungsfindungsprozess zu orientieren.

Vielleicht ist dir der Gedanke, dass da ein Gott ist, der zu uns Menschen spricht – erst noch von einer Plakatwand – etwas fremd. Wie du zu dieser Idee stehst, spielt jetzt eigentlich auch gar nicht so eine grosse Rolle. Lass uns doch einfach mal über diesen Satz vom Plakat nachdenken.

Meine erste Reaktion auf den Satz ist: Genau, da haben wir sie wieder, die biblische Aufforderung zu einer calvinistischen Arbeitsmoral. „Schaffe, schaffe, Häusle bauen.“

Werdet nicht müde.
Macht keine Pause.
Vergeudet keine Zeit.
Schlaft nicht zu lange.
Gönnt euch keinen Luxus.

Hm, will mir Gott sagen, ich soll mich einfach (noch) mehr anstrengen?

Nein, in meiner Situation heisst es ganz einfach:
Gib nicht auf!
Bleib dran!

Und dann dreh ich den Satz um und frage mich: Wie kann ich dafür sorgen, dass ich beim Guten, das ich tue, nicht müde werde?

Plötzlich komme ich auf ganz andere Folgerungen:

Mach mal Pause.
Vergeude auch mal etwas Zeit.
Schlaf genug.
Gönn dir ab und zu einen Luxus.

Wenn ich nicht müde, ausgelaugt, ausgepowert, erschöpft werden will, bei dem, was ich alles an Gutes tue, muss ich eben das Tun auch mal ruhen lassen.

Ausgewogen leben heisst für mich nicht ein langweiliges, immer gleiches monotones Leben. Nein, es kann für mich heissen: Diese Woche gebe ich Vollgas, ein Termin jagt den nächsten, dafür sind die Tage danach mit viel freiem Gestaltungsraum ausgestattet. Ich habe Zeit für mich, Zeit für liegengebliebene Büroarbeit, Zeit für meine Familie.

Gutes tun

Noch einige Gedanken zum zweiten Teil des Spruches – „Gutes zu tun“. Was ist denn das Gute, das wir tun sollen?

Sich für das Gute, für mehr Mitmenschlichkeit, Nachhaltigkeit, Liebe und Gerechtigkeit einzusetzen, scheint mir allgemeingültig zu sein.

Aber ich glaube auch dran, dass wir – jeder für sich – unser individuelles „Gute“ haben. Ich meine: Ich habe meine persönliche Berufung im Leben und du hast deine eigene.

Und bei Berufung kommt mir unweigerlich die Kategorisierung in den Sinn, die ich bei Martin Seligman von der Positivien Psychologie entdeckt habe:

Tu ich einfach einen Job?
=> Geld verdienen, weil es halt einfach Geld zum Leben braucht.

Bastle ich an meiner Karriere?
=> Erfolg suchen, um möglichst schnell aufzusteigen und mehr Geld zu verdienen.

Lebe ich meine Berufung?
=> Meine Bestimmung – meinen Platz – finden, weil ich mehr von diesem Leben erwarte als Geld, Erfolg und Karriereschritte.

Letzte Woche sass ich in Budapest in einem Meeting, das mit einer Reflexionszeit gestartet wurde. Wie gut tut das, mitten im Betrieb, mitten in strategischem Denken, eine Pause einzulegen und sich übergeordneten (Lebens)Fragen zu stellen.

Und nochmals hatte ich, wie beim Plakat, den Eindruck, als wolle Gott etwas zu mir sagen: Bist du success driven oder calling driven? Orientierst du dich am Erfolg oder an deiner Berufung?

Erfolg gehört für mich in die obige Kategorie von Karriere: Was dient meiner Karriere, meiner erfolgreichen Entwicklung?

Meine Berufung zu leben, kann aber heissen, dass ich mich gegen den (schnellen) Erfolg entscheide, gegen die Karriere.

Und dafür nicht müde werde, das Gute zu tun – an dem Platz, an den ich hingestellt wurde.

Glücksaufgabe

Zwei Dinge zum Weiterdenken:

Was heisst „das Gute tun“ in deinem Leben? Wo ist dein Platz? Was ist deine Berufung?

Das Gute zu tun, seine Berufung zu leben, kann ganz viel Ausdauer erfordern: Wie kannst du dafür sorgen, dass du dabei nicht müde wirst?