Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bereits stehen wir in der Nachspielzeit. Für ein Weiterkommen benötigt der aktuelle Weltmeister einen Sieg. Doch während über 90 Spielminuten will den Deutschen trotz mehr Ballbesitz und hochkarätigen Chancen kein Treffer glücken.

Plötzlich steht es sogar 0:1, kurz später gar 0:2. Jetzt fehlen den deutschen Fussballprofis 3 Tore.

Und Spielzeit bleibt im Prinzip keine mehr – schliesslich steht das Spiel bereits in der 6. Nachspielminute. Trotzdem stürmen Hummels, Müller und sogar der Torwart Neuer Richtung gegnerischen Strafraum, als ob sie um ihr Leben rennen würden.

Wenn wir sagen „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meinen wir dann solche Situationen? Eine Hoffnung, die eigentlich völlig utopisch ist und jeder reellen Einschätzung der Sachlage entbehrt?

Langezeit ging es mir bei dieser Redewendung so. Es kam mir vor, als würde man die, die nach diesem Motto lebten, als naive Träumer belächeln.

„Warte nur, bis dich die Realität einholt!“
„Die Facts sprechen gegen dich, aber hoffen kannst du ja schon …“
„Du kannst schon auf glückliche Umstände hoffen, aber …“

Die Kraft der Hoffnung entdecken

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist jedoch kein billiges „Sich-Mut-zusprechen“ in ausweglosen Situationen. Klar gibt es auch diese Momente, in denen uns eigentlich nur noch ein Wunder helfen kann – und manchmal fallen sie tatsächlich, diese Tore in der Nachspielzeit, die über Sein oder Nicht-Sein entscheiden.

Doch ich frage dich heute: Was, wenn wir die Kraft der Hoffnung ganz allgemein in unserem Alltag entdecken würden?

Hoffnung ist ein Glücksfaktor! Und: Optimistisch in die Zukunft gehen, ist eine der 16 Glücksaktivitäten.

Es ist der Optimismus oder eben die Hoffnung, die in uns ungeahnte Kräfte freisetzen und uns die Gegenwart mit einem neuen Motivationsschub gestalten lassen.

In den Worten von Erich Fromm:

Wenn das Leben keine Vision hat,
nach der man sich sehnt,
die man verwirklichen möchte,
dann gibt es auch kein Motiv,
sich anzustrengen.

Vision ist ein optimistischer Blick auf die Zukunft. Ein Bild, das mit Hoffnung gefüllt ist.

Eine Sehnsucht,
die uns beflügelt,
die uns am Morgen aus dem Bett reisst,
die uns zu Höchstleistungen treibt,
die unsere Leidenschaft weckt,
die aus unserem Job eine Berufung macht.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist nicht ein Lebensmotto für naive Träumer. Es betrifft uns alle – bodenständige Realisten und verrückte Visionäre: Hoffnung haben, heisst leben!

Wenn die Hoffnung stirbt, sind wir innerlich tot.
Wenn die Hoffnung stirbt, haben wir innerlich gekündigt.
Wenn die Hoffnung stirbt, sind Sehnsucht und Leidenschaft von uns gewichen.

Du magst am Boden liegen,
dein Leben ist ein reines Chaos,
deine Firma ist Konkurs,
deine Partnerschaft kriselt,
deine Kinder wollen nichts mehr von dir wissen,
aber solange Hoffnung in dir lebt, bist du nicht geschlagen!

Hoffen heisst leben!

Glücksaufgabe

Hoffe nicht nur auf einen Treffer in der Nachspielzeit! Frag dich bereits in der regulären Spielzeit, was die Hoffnung in deinem Leben ist.
Worauf setzt du?
Was willst du nicht aufgeben, selbst wenn alles andere zerbricht?
Welche Sehnsucht ist es, die dir zeigt, dass du lebst?

Meine grösste Hoffnung ist, dass Gott mit meinem und deinem Leben zum Ziel kommen wird. Ein Ziel, das über dieses gegenwärtige Leben hinausgeht und die Unvollkommenheit, die Not und das Leid dieser Welt hinter sich lassen wird.

Werde stark!

Einmal im Monat denke ich mit einigen Leuten darüber nach, wie ein FULLDRIVE Leben aussehen könnte.  Damit meinen wir die Sehnsucht, die in uns Menschen steckt: Aus dem Vollen schöpfen zu können.

Es geht weniger um ein Leben auf der Überholspur. Nicht Vollgas meinen wir mit unserem Motto. Sondern: Ich bin voller Energie, weiss, wie ich meinen Tank füllen kann und wie ich ein Leben führen kann, das mich erfüllt.

Viel Gutes (von Fokus bis die richtigen Vorbilder haben) lernten wir bereits auf unserem gemeinsamen Weg. Letzten Sonntag ging es um Ausdauer.

Und noch schlimmer: Disziplin.

Ich weiss nicht, aber irgendwie wird es Disziplin wohl nie zum Lieblingswort des Jahres schaffen. Bei mir jedenfalls weckt schon nur der Begriff Disziplin eher das schlechte Gewissen als die Lebensfreude.

Während der Sonntags-Matinée durfte ich ein Interview mit einem Mentaltrainer führen.

Sein Ansatz ist nicht eiserne Disziplin, sondern das Arbeiten mit den richtigen inneren Bildern. Mit einem Topten 100 km-Läufer arbeitete er beispielsweise daran, sich auch bei Kilometer 65, wenn sich die Beine wie Beton anfühlen, mit dem Bild des Zieleinlaufs selbst zu motivieren.

„Stell dir vor, deine Kinder und Freunde warten kurz vor dem Ziel auf dich und begleiten dich die letzten Meter. Wie fühlt sich das an?“

Mit Ausdauer bis zum Ziel

Das ist intrinsische Motivation. Das Konzept ist längst bekannt: Für selbstgewählte Ziele (von innen) fällt es uns viel leichter, die nötige Ausdauer und Energie aufzubringen als für Ziele, die uns überstülpt werden.

Trotzdem vermute ich, dass die meisten von uns im Berufs- oder Familienalltag einen Mentalcoach gebrauchen könnten, der mit uns die motivierenden inneren Bilder zum Leben erwachen lässt.

Wir brauchen Ausdauer. Wir brauchen Disziplin. Keine Frage.

Doch weder Ausdauer noch Disziplin an sich sind unsere Ziele. Sondern sie sind Mittel auf dem Weg zu unserem Ziel.

Ob in Beruf, Familie, Partnerschaft, Gesellschaft, Sport oder Spiritualität – überall warten motivierende Ziele auf uns.

Doch nicht die Ziele, die uns irgendein Chef, Politiker oder Pfarrer vorgibt, sind die, die uns motivieren. Nein, wirklich motivieren tun uns die Ziele, die wir selbst wählen, deren Erreichen wir mit positiven Bildern und Gefühlen füllen können.

Ich hoffe, dass uns Führungspersönlichkeiten auf unserem Weg inspirieren, aber nur die selbstgewählten Ziele können die letzten Reserven in uns freisetzen.

In meinem Referat an besagter Sonntags-Matinée sprach ich über verlockende Abkürzungen und schmerzliche Umwegen.

Abkürzungen bringen uns vielleicht im Strassenverkehr schneller ans Ziel – wobei dies selbst dort nicht immer sicher ist. In Beruf und Leben sind Abkürzungen oft aber nicht wirklich ein guter Ratgeber.

Tja, und wer von uns sucht Umwege? Nicht wirklich. Und doch gehören sie zum Leben.

Früher oder später müssen wir alle mit Fehlentscheidungen, Zurückweisungen und mit schmerzlichem Leid umgehen. In der Situation selbst fragen wir uns bloss, wie wir da wieder rauskommen: Umzufallen ist nicht das Problem. Das Problem ist, wenn wir liegen bleiben.

Ich möchte jedoch nicht nur wieder aufstehen, ich möchte meine Umwege sogar als Lernfelder betrachten. Ich hoffe, dass wir selbst dem schrecklichsten Umweg mit der nötigen Distanz etwas abgewinnen können, das uns stärker macht.

Glücksaufgabe

Eine der Glücksaktivitäten ist es, Körper und Seele zu pflegen. Auch da braucht es Ausdauer, wohl sogar Disziplin. Welche inneren Bilder kannst du wecken (zB wie du mit 70 sein möchtest), damit du deiner Seele und deinem Körper heute die Pflege schenkst, die sie verdienen?

Jobbst du noch oder …

… lebst du bereits deine Berufung?

Ein Drittel bis zur Hälfte des Tages verbringen wir bei der Arbeit. Ein Grossteil der restlichen Zeit des Tages geht drauf für Schlaf, Essen, Körperpflege und allgemeine Pflichten wie Steuererklärung ausfüllen, Staubsaugen oder Altpapier entsorgen …

In einer durchschnittlichen Arbeitswoche bleibt also gar nicht so viel frei einteilbare Zeit. Gut, wenn wir sorgfältig abwägen, was wir mit unserer Zeit anstellen: Familienzeit, gesellschaftliche Verpflichtungen, Vereinsaktivitäten und Zeit mit Freunden.

Doch hier geht es jetzt um den, an unserer Investition von Zeit und Energie gemessen, grössten Lebensbereich: Die Arbeit.

Martin Seligman, einer der Vordenker der Positiven Psychologie, schreibt in Der Glücks-Faktor:

Eine Berufung ist eine mit Leidenschaft erfüllte Selbstverpflichtung, um der Sache willen zu arbeiten.

Gestern Abend durfte ich einen Talk mit Könu Blaser moderieren. Ein innovativer Pastor, der seine Berufung lebt. Sein Vorbild inspiriert mich: Er hört auf sein Herz und verfolgt seine Spur, selbst wenn dies unpopuläre Entscheide nach sich zieht.

Trotz seinem Erfolg (als Autor, Leiter einer wachsenden, zeitgemässen Kirche oder auch als Coach, der europaweit andere Pastoren förderte), bleibt der Emmentaler bodenständig im besten Wortsinn: Er strahlt Bescheidenheit und Demut aus, liebt seine Familie, ehrt und wertschätzt andere Menschen und bleibt ein Lernender.

Ich brauche Vorbilder wie Könu, die ihre Berufung, auch trotz Widerständen, leben.

Denn: Manchmal wäre es tatsächlich einfacher, bloss einem Job nachzugehen, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

Oder an der eigenen Karriere zu basteln, um möglichst zu mehr Geld und Prestige zu kommen.

Doch was weder Job noch Karriere bieten können, bringt uns das Ausleben unserer persönlichen Berufung.

Das Wort „Selbstverpflichtung“ im Seligman-Zitat mag uns nicht sehr sympathisch sein. Der Wortteil „Pflicht“ ist negativ geprägt,  tönt mehr nach Last als Lust.

Was meint Seligman damit? Es geht bei Berufung um eine freiwillige Entscheidung unserer Leidenschaft zu folgen – egal was es kostet, egal was es an Lohn und Prestige einbringt.

„Selbstverpflichtung“ mag ein Wort sein, das uns nicht beflügelt. Doch pass auf, dass du deswegen nicht den Sinn dahinter verpasst: Berufung heisst, seinem Herz zu folgen und wegen unserer Überzeugung zu arbeiten – nicht primär wegen Geld und Ruhm!

Und das ist die edelste und erfüllendste Art, wie wir unser Arbeitsleben gestalten können: Arbeitszeit ist auch Lebenszeit! Und zwar einen sehr grossen Teil unserer Lebenszeit.

Stell dir vor, du gehst in dieser Zeit bloss einem Job nach, der dich nicht erfüllt.
Du bist am Abend müde und leer.
Wieder acht Stunden deiner Lebenszeit irgendwie verbracht.

Stell dir vor, du bastelst in dieser Zeit an deiner Karriere, die dein Herz nicht berührt.
Du bist am Abend reicher, aber auch müde und leer.
Wieder zehn Stunden deiner Lebenszeit auf Äusserlichkeiten gesetzt.

Stell dir nun vor, du lebst in dieser Zeit deine Berufung, gehst deiner Leidenschaft nach.
Du bist am Abend auch müde, aber erfüllt, weil du deinem Herzen folgst.
Wieder acht oder zehn oder gar zwölf Stunden deiner Lebenszeit das gemacht, wofür du bestimmt bist!

Jobbst du noch oder lebst du bereits deine Berufung?

Glücksaufgabe

Hand aufs Herz – hast du beim Lesen gerade gedacht: „Ach, Stef, du kannst schon schreiben! Irgendwie muss ich ja meine Familie durchbringen und die Welt wartet nicht darauf, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf mache …“

Berufung zum Beruf zu machen, ist tatsächlich in der Alltagsrealität herausfordernd und wird uns selten in den Schoss gelegt.

Darum die heutige Glücksaufgabe: Wie kommst du in kleinen Schritten deiner Berufung und deinem Traumjob näher? Wer könnte dich auf diesem Weg begleiten? Ist es vielleicht Zeit für einen Coaching-Prozess?

Als Führungskraft lernend bleiben

Ich war 25jährig, gut ein Jahr verheiratet, voller Träume und Erwartungen. Als Paar hatten wir gerade unsere erst (und bisher einzige) Rundreise genossen – 14 Tage durch die schönsten US-Nationalparks, inkl. romantischem Besuch des Delicate Arches (obwohl der Aufstieg bei der grossen Hitze nicht ganz so romantisch war, wie ich mir dies vorgestellt hatte).

Nun waren wir nach Chicago weitergeflogen und sassen mit tausenden Führungskräften im Auditorium und ich wusste nach den ersten fünf Minuten, dass dies der richtige Entscheid war: Unser erster Global Leadership Summit.

Eröffnet wurde dieser Leadership-Kongress mit einem musikalischen Feuerwerk. Äusserst kreativ und inspirierend ging es in den nächsten Tagen weiter. Ich weiss noch gut, wie wir auf dem Balkon sassen und uns der Stardirigent Benjamin Zander dazu brachte, im grossen Chor Beethoven zu singen, als hinge unser Leben an dieser einen Performance.

Mit dieser Übung unterstrich er, dass wir als Führungskräfte immer wieder „out of the box“ denken müssen. Das begleitet mich bis heute – und ich versuche nun schon fast 20 Jahre immer wieder kreative, nicht ganz alltägliche Lösungsansätze zu finden.

Leadership – egal in welcher Branche – sucht immer wieder Horizonterweiterung, neue Denkweisen und Kreativität. Die Kunst der Führung zeigt sich unter anderem darin, dass wir den Mut haben, abgetretene Pfade zu verlassen und uns auf Neues einzulassen.

Die einzige Konstante ist die Veränderung – darum brauchen wir dieses „out of the box“-Denken!

Diesem ersten Global Leadership Summit – kurz: GLS – verdanke ich sehr vieles.

Seither konnte ich etliche weitere Male live beim GLS in Chicago dabei sein. Inzwischen darf ich als Willow Creek Schweiz Geschäftsführer die jährliche Studienreise an den GLS begleiten.

Was für ein Vorrecht! Über all die Jahre durfte ich von Dutzenden Weltklasse-Speakern profitieren – von Jim Collins genauso wie Marcus Buckingham, von Melinda Gates genauso wie Brené Brown oder von Ed Catmull, Adam Grant, Bill Hybels, Bono, Sheila Heen, Horst Schulze, Sheryl Sandberg …

Diesen August ist es wieder so weit und ich freue mich schon sehr auf Simon Sinek oder Erwin McManus.

Setze auf deine Stärken

Eine der wichtigsten Lektionen über all die Jahre kam von Marcus Buckingham. Seine Thema der Stärkeorientierung war mir damals nicht neu – in meinem kirchlichen Umfeld versuchten wir bereits nach diesem Ansatz zu leben: Jeder hat besondere Fähigkeiten (Gaben). Alle gewinnen, wenn jeder seine besonderen Stärken einbringen kann.

Doch was Buckingham ausführte, erschütterte und ermutigte gleichzeitig: Nicht einmal 20 % der Arbeitnehmenden können ihre Stärken am Arbeitsplatz wirklich einbringen.

Erschütternd ist diese Tatsache, weil wir oft in einer „Schwäche-Kultur“ leben: Fehler ausmerzen, statt auf Stärken aufzubauen.

Unsere Schwächen-orientierte Gesellschaft lebt nach dem Motto: „So lange ich nichts sage, bin ich mit deiner Arbeit zufrieden.“ Mit anderen Worten: Wir fixieren das Negative, suchen die Fehler. Und dadurch setzen wir dann all unsere Energie darauf, ja keinen Fehler zu begehen.

Ermutigend waren die Ausführungen, weil sie zum Träumen einluden: Was könnte geschehen, wenn wir unsere Stärken identifizieren, wenn wir erkennen, wo wir gut sind und was wir gerne tun? Und was könnte geschehen, wenn wir unsere Stärken nicht nur herausfänden, sondern diese auch in unserem (Arbeits-)Alltag einbringen würden?

Wenn wir unsere Stärken einbringen, gewinnen alle!

Das sagt auch die Glücksforschung.
Denn: Die Möglichkeit, unsere Stärken auszuleben, ist ein wichtiger Glücksfaktor.

Du bist glücklicher, wenn du im Bereich deiner Stärken tätig bist. Und deine Organisation (Profit oder Non-Profit) gewinnt doppelt:
– Die Stärken der Mitarbeitenden ist ein wichtiges Kapital.
– Glückliche Mitarbeitende sind auch engagiertere Mitarbeitende.

 

Glücksaufgabe

Setzt du schon auf deine Stärken oder versuchst du noch Fehler auszubügeln? Und als Führungskraft: Schaffst du ein Umfeld, das auf die Stärken der Mitarbeitenden basiert?

Was kann der nächst Schritt sein, um deine Stärken zu entfalten? Und was kannst du in deinem Umfeld unternehmen, damit aus der Schwächen-Orientierung eine Stärken-Orientierung wird?

Vorbilder für meine Reise

Vorbilder sind Menschen, die uns ein Bild vormalen. Das Bild, das wir sehen, spricht uns an, inspiriert uns. Was wir sehen, wird zur Inspiration für unsere eigenen Träume. 

Jeder hat andere Vorlieben, darum hat auch jeder andere Vorbilder: Jedem gefallen andere Bilder, Träume sind persönlich.

Was sind deine Vorbilder? Welche Bilder gefallen dir?

– Roger Federer, der hart für seinen Erfolg arbeitet?
– Mutter Teresa, die sich den Ärmsten annahm?
– Schönbächlers, die ausgewandert sind?
– 
Francine Jordi, die mit Charme Leute verzaubert?
– Eltern, die endlos Geduld mit ihren Kids haben?

Vorbilder zu haben, motiviert uns. Ihnen eifern wir nach.

Wann wird jemand zum Vorbild? Für mich sind drei Kennzeichen zentral:

Vorbilder lassen sich von einem Traum rufen

Im gms – z’friede läbe sind wir derzeit mit der Themenserie FULLDRIVE – aus dem Vollen schöpfen unterwegs. Für mich heisst FULLDRIVE im Leben – von Beruf über Familie bis Glaube – kraftvoll unterwegs zu sein.

Neulich haben wir uns vom biblischen Helden Abraham inspirieren lassen. Er kann so ein Vorbild sein. Er hat sich von Gott rufen und be-rufen lassen.

Je nachdem, welche Bedeutung für dich Gott und der Glaube haben, wird es dir auch wichtig sein, deine Träume und deine Berufung auf „Gottes Rufen“ auszurichten.

Doch egal, welche Rolle Gott in deinem Leben spielt, du kannst dich so oder so von deinen Träumen rufen lassen.

Das heisst: Geh nicht einfach einem Job nach und verfolge nicht bloss eine Karriere. Sondern komme deiner eigenen Berufung auf die Spur!

FULLDRIVE erlebst du in deinem Leben nur dann, wenn du dich immer wieder aus deinem Alltagstrott rufen lässt. Du musst dich unterbrechen lassen!
Horizonterweiterung suchen.
Neues wagen und lernen.
Weiterbildungen besuchen.
Orte aufsuchen, wo du empfänglich für neue Ideen bist.

Vorbilder machen sich auf die Reise

Was ich nicht einordnen kann, sind Menschen, die ihre Berufung entdeckt haben, dann aber nicht dem Beispiel von Abraham folgen: Er machte sich auf die Reise. Er liess sich nicht nur be-rufen, er folgte der Berufung auch.

Wir sollten uns nicht nur von grossen Visionen und Träumen faszinieren lassen, wir sind aufgerufen, unseren Träumen auch Taten folgen zu lassen.

Genau das tun Vorbilder: Sie leben ihre Berufung, auch wenn sie dafür einen Preis zu zahlen haben.

Vorbilder hinterlassen ein grosses Erbe

Die Amis lieben es, zu fragen: „What is your legacy?“ – was ist dein Vermächtnis?

Vorbilder hinterlassen ein Erbe. Sie bewegen etwas, setzen sich zum Guten ein und zeichnen ihre Spuren in die Geschichte.

Welches Erbe wirst du einmal hinterlassen?

 

Glücksaufgabe

Hast du deine Berufung schon gefunden? Dann leben sie!
Wenn nicht: Wie kannst du deinen Alltagstrott durchbrechen, um dich für Neues zu öffnen?

Dem Dankbaren gehört die Welt!

Wer ohne Umwege glücklich werden will, beginnt am besten mit einem dankbaren Lebensstil. Die Auswirkungen von gelebter Dankbarkeit sind erstaunlich: Dankbare Menschen erfahren erwiesenermaßen in ihrem Leben mehr Zufriedenheit und sind in ihrem Alltag glücklicher. Dankbar zu sein hat viele positive Nebenwirkungen. Es hilft, positive Erfahrungen zu genießen, steigert den Selbstwert, ist Stressprävention, verhindert Vergleichen und Neid, stärkt Beziehungen …

Dankbarkeit ist die beste „Droge“ für ein zufriedenes Leben. Das haben zahlreiche Studien der Glücksforschung herausgefunden, das sagt uns eigentlich auch der gesunde Menschenverstand und das lehren uns die alten Weisen schon seit tausenden von Jahren:

Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat!

So schreibt beispielsweise König David in einem seiner bekanntesten Psalmen. Das Gotteslob ist an dieser Stelle eine Einladung zur Dankbarkeit, eine Einladung, all das Gute, was uns im Leben geschenkt ist, zu sehen.

Wer das Gute sieht, kann nicht anders als in dieses (Gottes)Lob einzustimmen – und genau das wird ihn glücklich machen.

Wessen Blick jedoch immer nur auf das Negative, auf die Defizite – von sich, von anderen oder von der Gesellschaft als Ganzes  – gerichtet ist, wird ziemlich rasch unglücklich und irgendwann verbittert oder depressiv.

Gerade sitze ich in Dortmund und warte auf meine Weiterreise. Hinter mir liegen drei inspirierende Tage am Willow Creek Leitungskongress und vor mir liegt der Skiurlaub mit meiner Familie.

So reich beschenkt wurde ich in den letzten Tagen und so grosse ist die Vorfreude auf Schnee, Sonne, Zeit mit der Familie und tolle Schwünge auf meiner Lieblingsskipiste, da kann ich natürlich gar nicht anders, als dankbar zu sein.

Hm, doch, es ginge auch anders! Der Wetterbericht ist nicht top, mein Hals kratzt und ich bin müde, der Leitungskongress war sehr gut, aber vielleicht hätten wir vom Schweizer Team doch noch etwas mehr daraus machen können.

Du siehst, worauf ich hinaus will. Es ist immer eine Frage der Perspektive und es ist immer eine Entscheidungssache: Wer will, findet etwas Positives und Grund zum Danken. Und wer will, findet auch immer etwas Negatives und Grund zum Nörgeln, Trauern, Beklagen, Jammern …

Dem Dankbaren gehört die Welt! Das ist wirklich je länger je mehr meine Überzeugung. Unsere Sorgen, unser Beklagen und unser Jammern bringen uns nicht weiter. Nein, ich will nicht, dass du mir dunkle Wolken rosarot malst. Darum geht es mir nicht! Was nicht gut ist, soll auch beim  Namen genannt werden dürfen.

Doch wenn du statt der Nörgler- die Dankbarkeits-Brille aufsetzt, wird die Welt tatsächlich in viel bunteren Farben zu dir kommen. Das Leben wird leichter, das Herz schlägt nicht nur, es hüpft sogar!

 

Glücksaufgabe

Keine Ausrede mehr, beginne gleich jetzt: Nimm ein Stift zur Hand und schreibe zehn Dinge auf, für die du genau jetzt dankbar bist! Und du willst neben dir noch wer anderes glücklich machen? Dann schreibe eine kurze Dankes-SMS oder -Postkarte an eine Person!

 

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Erfolgsfaktor Glück

«Nicht Erfolg macht uns glücklich.
Glück macht uns erfolgreich.»
Manfred Winterheller

Du erinnerst dich? Mein Ziel für 2018: Glücklich erfolgreich sein. Was ich unter Glück und Erfolg verstehe, habe ich im letzten Blogartikel geschrieben. Und du hast hoffentlich auch ernsthaft darüber nachgedacht, was für dich persönlich Glück und Erfolg beinhalten.

Aber wie stehen den Glück und Erfolg zueinander? Ist Glück ein Erfolgsfaktor? Oder ist Erfolg ein Glücksfaktor?

Im Titel „Erfolgsfaktor Glück“ steckt die These, dass unser persönlich erlebtes Glück Einfluss auf unseren Erfolg hat.  Das bedeutet: Glück kommt vor Erfolg!

Umgekehrt wäre der Titel irreführend, ja sogar falsch: Glücksfaktor Erfolg. Die Glücksforschung hat eindrücklich gezeigt, dass unser Erfolg unser Glücksempfinden viel weniger beeinflusst, als landläufig vermutet wird. Zahlreiche Studien beweisen dies. Eine davon zeigt beispielsweise auf, dass Assistenzprofessoren bei der Berufung zum Professor die erwarteten Glücksgefühle zwar tatsächlich erlebten, doch „die Dauer des empfundenen Glücks hielt nur sehr kurz an. Nach wenigen Monaten fühlten sie sich bereits wieder genauso glücklich wie vor dem Ereignis.“ (Oliver Haas in Corporate Happiness als Führungssystem)

Man kann also sagen: Erfolg taugt nicht als nachhaltiger Glücksfaktor. Auch der Lottogewinn tut dies übrigens nicht. Die gute Nachricht: Unser „psychologisches Immunsystem“ sorgt umgekehrt auch bei negativen Ereignissen dafür, dass sich unser Glücksempfinden nach einer relativ kurzen Zeit wieder im gewohnten Niveau einpendelt.

Also, glaub nicht, dass dich dein Erfolg für immer glücklich machen wird! Auch die nächste Lohnerhöhung hat auf dein Glück nur kurzzeitige Auswirkungen. Selbst das grössere Haus wird dich nicht langfristig zu einem glücklicheren Menschen machen!

Die Erkenntnisse der Glücksforschung gehen aber noch einen Schritt weiter: Nicht Erfolg beeinflusst unser Glück, aber unsere Glück beeinflusst unseren Erfolg!

Glück – im Sinn von Lebenszufriedenheit – beeinflusst zu einem grossen Teil unseren Erfolg.

In unserem Berufs- aber auch Erziehungsalltag folgen wir oft dem Muster:

Einsatz von Ressourcen + Kreativität + Leistung
=
Erfolg (Verkaufszahlen / gute Noten)
=
Glück

Die Wissenschaft sagt jetzt aber, es sei genau umgekehrt:

  • Wenn wir uns Glück in unserem Leben bewusst sind, werden wir erfolgreicher, kreativer, intelligenter, schreiben bessere Noten …

Wer seinem Glück etwas Gutes tun will, sollte lieber früher als später den Irrglaube „härter Arbeiten = mehr Glück“ zu Grabe tragen.

Für alle, die wie ich, gerne nicht nur glücklich sondern auch erfolgreich sind, hier die verblüffenden Zahlen, die Harvard-Professor Shawn Achor ins Feld führt:

«Im positiven Zustand ist das Gehirn 31 Prozent produktiver. Verkäufer steigern ihre Leistung um 37 Prozent. Ärzte arbeiten 19 Prozent schneller und akkurater, wenn ihr Gehirn in einem positiven Zustand ist.»

Wenn nicht mit Erfolg, wie können wir denn dann unser Glück beeinflussen? Dazu findest du mehr hier im GlücksBlog oder im GlücksBuch.

 

 

Glücksaufgabe

Reflektiere in einer ruhigen Minute darüber, welche Konsequenzen es auf deinen (Berufs)Alltag hätte, wenn tatsächlich Erfolg nicht glücklich, sondern Glück erfolgreich machen würde.

 

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Die Flauderei – oder: die kecke Chefin

Eine Berufung ist eine mit Leidenschaft erfüllte Selbstverpflichtung,
um der Sache willen zu arbeiten.
Martin Seligman

Warum arbeiten Sie eigentlich? Um Geld zu verdienen, Status zu erreichen oder weil es „ohne Arbeit kein Vergnügen“ gibt?

Vermehrt ist mir in den letzten Wochen begegnet, was ich hier auch schon behauptet habe: Für immer mehr Leute ist nicht Geld oder Status matchentscheidend, sondern die Sinnerfüllung in einer Tätigkeit. Besonders der jungen Generation Y sei die Sinnhaftigkeit im Job wichtiger, als die regelmässige Lohnerhöhung.

Martin Seligman, von dem obiges Zitat stammt, geht soweit zu behaupten, dass der, der seine Berufung gefunden hat,  sogar bereit wäre, ohne Geld zu arbeiten (Job, Karriere oder Berufung?). Bei Berufung geht es nicht mehr um Geld gegen Arbeit, sondern darum, mit Leidenschaft seinen Teil zu etwas Grösserem beizutragen.

Jeder ein Glückspilz, der seine Berufung gefunden hat. Wer sein Traumjob-Dreieck ausleben darf, sich im Einklang mit seinen Stärken, seiner Passion und im zu ihr oder ihm passenden Umfeld arbeiten darf, ist wirklich auf der Sonnseite des Lebens. Teamspirit und Sinnhaftigkeit werden dann wichtiger als die Lohnzahlung am Ende des Monats.

Tatsächlich ist nicht die Unzufriedenheit mit dem Lohn erster Kündigungsgrund, Sinnerfüllung in der Tätigkeit ist wichtiger und am meisten kommt es zu Kündigungen, weil es personell einfach nicht stimmt: Beat Lutz von Lutz & Partner sagt dazu im Interview: „Aber wenn sie mir dann erklären, warum sie den Job wechseln wollen, lautet die Antwort in 90 Prozent der Fälle: wegen den Personen. Und zwar ist es meistens die Chemie gegen oben, die nicht stimmt.“

Eine Chefin, für die ich gerne arbeiten würde, habe ich gestern kennen gelernt. Nach über dreistündiger Anreise war ich bereit, die Unternehmerin des Jahres 2005 in ihrem Chefbüro kennen zu lernen.

Nichts Chefbüro. Stattdessen erwartete mich die kecke, sympathische Frau bereits an der Haltestelle der Appenzeller Bahn in Gontenbad. Herzlicher Empfang, sofort ist man per Du. Gabriela Manser stellt mir ihre Goba AG, Mineralquelle und Manufaktur, vor, zeigt mir den Betrieb, führt mich zur Quelle, erzählt aus ihrer Führungserfahrung und am Ende sitzen wir in Appenzell in der Flauderei, dem betriebseigenen Shop und Café. Und als wir uns nach knapp zwei Stunden wieder verabschieden, habe ich fast das Gefühl, eine Freundin gewonnen zu haben.

Wer das Geheimnis hinter dem Erfolgsgetränk Flauder entdecken will, sollte eine Stunde mit Gabriela Manser verbringen und die Flauderei besuchen: Kreativität und „out of the box“-Denken springen einem da direkt ins Gesicht. Bald würde Manser vom Forum und den Kreativprozessen als Zusammenspiel unterschiedlichster Menschen erzählen, ihre Augen würden leuchten, wenn sie die Goba-Geschichte erklären würde …

Dass die Unternehmerin genauso leidenschaftlich wie sie heute ein Unternehmen mit 60 Mitarbeitenden sowie wachsender Produktpalette führt und damit in neue Märkte vordringt, früher als Pädagogin für die Kinder da war, kann man sich lebhaft vorstellen.

Und dass ihr Statussymbole nicht viel bedeuten, glaubt man ihr sofort: Da scheint jemand wirklich ihre Berufung gefunden zu haben und lebt mit Leidenschaft und Kreativität ihre Stärken aus. Zum Wohl der Mitarbeitenden und einer ganzen Region.

 

 

„Eine Stunde mit Gabriela Manser“ ist tatsächlich möglich. Im Rahmen der Willow Tageskonferenz Leiten mit Leidenschaft und Exzellenz wird sie in einem Talk über ihre Erfahrungen als Führungskraft berichten.

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Sinnerfüllte Tätigkeit.

Glücklich erfolgreich sein

Erfolg ist kein Zufall.
Es ist harte Arbeit, Ausdauer,
Lernen, Studieren, Aufopferung,
jedoch vor allem, Liebe zu dem,
was du tust oder dabei bist zu lernen.

Pelé

Er muss es wissen, wird er doch gemeinhin als bester Fussballspieler aller Zeiten bezeichnet, ist im Besitz von zahlreichen Titeln (z.B. drei Weltmeistertitel), hat in 1363 Spielen 1281 Tore geschossen und wurde vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts ernannt. In seinem Heimatland Brasilien wird er der König genannt – Pelé, der herausragendste Fussballspieler der Geschichte.

Ich finde es spannend, wenn einer, der so viel erreicht hat, über Erfolg sinniert. Die erste Frage, die sich mir stellt, kann wohl nur ein Nicht-Sportler stellen: Was ist denn überhaupt Erfolg? Im Sport ist das klar: Da gibt es oft nur Sieg oder Niederlage. Es wird um Tore, Punkte, Hundertstelsekunden oder Zentimeter gekämpft – und am Ende steht das Verdikt schwarz auf weiss: Sieg oder Niederlage, gefeierter Held oder bemitleidenswerter Verlierer.

Doch wie sieht es abseits der Sportstadien und Rennstrecken aus? Wie wird da Erfolg definiert? Oft erliegen wir auch hier der Versuchung, Erfolg in Zahlen auszudrücken. In der Wirtschaft bedeutet Erfolg, wenn man mindestens eine Umsatz-, vor allem aber eine Gewinnsteigerung vorweisen kann.

Doch: Machen Zahlen eigentlich glücklich?

Gerade erinnere ich mich an den Satz, den ich diesen Frühling auf einem Führungskräfte-Kongress hörte: „Eine Wirtschaft, die nicht dient, dient zu nichts.“ Ja, wer dient jetzt da wem: Dient der Mensch den Unternehmenszahlen oder gibt es heute tatsächlich noch Unternehmen, die dem Menschen dienen?  Ich zieh meinen Hut vor jedem Unternehmer, der seinen Erfolg darin definiert, dass er seinen Angestellten eine sinnvolle Tätigkeit und eine Existenzgrundlage sichern kann und in der Umsatz- und Gewinnsteigerung höchstens Mittel zum Zweck, aber nie den Zweck selbst sieht.

Eine zweite Frage stellt sich mir: Gilt denn der Umkehrschluss Ihres Zitates auch, lieber Herr Pelé? Hat jeder, der sich anstrengt, aufopfert, lernt und liebt, was er tut, automatisch Erfolg? Da begegnen wir im Sport vielleicht einer härteren Realität als im restlichen Leben: Wie gesagt, Erfolg ist da schnell definiert – und somit auch schnell klar, dass es nur Sieger gibt, wenn es viel mehr Verlierer gibt.

Wahrscheinlich hängen meine beiden Fragen mehr miteinander zusammen, als ich es gedacht hätte: Wenn wir Erfolg über harte Facts (Zahlen) definieren, kann es nur wenige Gewinner und viele Verlierer geben. Da kann sich der Verlierer noch so hart anstrengen wie er will und seine Tätigkeit von ganzem Herzen lieben – es kann nun mal nicht jeder Marktführer, Weltmeister oder Start-up Millionär sein.

Darum braucht es aus meiner Sicht andere Erfolgsdefinitionen. Es ist ähnlich wie bei der Glücksdefinition. Jeder muss für sich selbst definieren, woraus für ihn oder sie Erfolg besteht. Ist jeder Tag, an dem ich einem Mitmenschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnte, ein erfolgreicher Tag – oder ist mir das zuwenig? 

Ist es zynisch, wenn ich zum Ende noch sage, dass ich neben diesen beiden Fragen durchaus mit dem Zitat von Pelé einverstanden bin? Nein, ich glaube nicht. Wenn wir nämlich definiert haben, was für uns Erfolg ist, dann brauchen wir tatsächlich all das, was Pelé aufgezählt hat, um unser Ziel zu erreichen. Und, wie er richtig sagt, „vor allem Liebe, zu dem, was du tust“.

Daher ganz persönlich gefragt: Liebst du, was du tust?

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.


Glücklich erfolgreich sein – weitere Inspirationen dazu finden Sie in meinem Glücksbuch!

Mehr als Zahlen und Normen

Love is not in the numbers.
(Die Liebe ist nicht in Zahlen zu finden.)
Shauna Niequist (im Bestseller Present Over Perfect)

Während dem Frühstück entdeckte ich heute bei der Zeitungslektüre eine halbseitige Werbung für eine Schönheitsoperation. Die Botschaft: Steigern Sie Ihr Selbstwertgefühl durch einen chirurgischen Eingriff.

Ich will ja gar nicht abstreiten, dass es Ausnahmefälle gibt, in denen ein solcher Eingriff aus unterschiedlichen Gründen seine Berechtigung haben mag.

Doch diese Werbeanzeige passt bestens zu dem, was ich mit meinem Wochenzitat (siehe oben) ausdrücken will: Wir tappen immer wieder in die Falle, dass wir Liebe, Zuneigung und Anerkennung in Zahlen und Normen suchen.

Dabei vergessen wir, dass Zahlen und Normen in den wenigsten Fällen glücklich machen!

Darum will ich uns als Eltern, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber heute daran erinnern: Verkaufs- und Besucherzahlen, Schulnoten und Zahltage sind wichtig, aber sie machen nicht unser Leben aus! In diesen Zahlen finden wir nicht die ersehnte Liebe – höchstens eine gekaufte Liebe.

Wenn sich also in diesen Wochen tausende Kinder erstmals und noch mehr Kinder zum wiederholten Mal auf den Weg in die Schule machen, lassen wir sie wissen: Gute Schulleistungen sind wichtig, aber sie sind nicht alles!

Wenn in diesen Wochen tausende junge Menschen in die Berufswelt einsteigen, lassen wir sie spüren: Eine steile Karriere kann etwas Schönes sein, aber sie ist nicht alles!

Wenn wir uns als Arbeitnehmer diese Tage frisch erholt und doch schon wieder erschlagen von Mailflut, Umstrukturierungen, neuen Chefs oder schlicht von der überwältigenden Arbeitslast aus den Ferien zurückmelden, denken wir daran: Ein guter Job ist viel wert, aber er ist nicht alles! Das Leben ist mehr als Arbeit!

Wenn wir als Arbeitgeber und Chefs nach den Sommermonaten unsere Mitarbeitenden motivieren wollen, nun mit zusätzlichem Engagement in der verbleibenden Zeit bis Silvester die Jahresziele noch zu erreichen, lassen wir uns erinnern: Zahlen sind wichtig, aber sie sind nicht alles!

Es ist etwas Gesundes und Schönes, dass wir gute Leistungen an den Tag legen wollen. Ja, wir sind dazu geboren worden, unseren Beitrag zu leisten. Und wer nicht bloss einem Job nachgeht, sondern in seinem Beruf auch seine Berufung leben kann, hat wahrlich grossen Grund zur Freude.

Ins Schleudern kommen wir dabei jedoch dann, wenn wir unser Selbstwertgefühl von unseren Leistungen, unseren Noten, unserem Aussehen oder unseren Verkaufszahlen abhängig machen. Die Liebe, die wir suchen, werden wir in diesen Dingen nicht dauerhaft finden!

Es gilt dabei zwischen Selbstwert und Selbstvertrauen zu unterscheiden:

Während der Selbstwert etwas mit dem geschenkten Lebenswert zu tun hat, meint das Selbstvertrauen: Ich weiß, dass ich etwas leisten kann – ich traue mir etwas zu.
(aus dem GlücksBuch)

Für unseren Selbstwert gilt es, das Leben als Geschenk anzunehmen. Wir haben unseren Wert, weil wir sind, nicht weil wir tun! Und darum liegt die Lösung für ein geknicktes Selbstwertgefühl auch nicht in der Schönheitsoperation, den besten Schulnoten oder der steilen Berufskarriere.

Liebe finden wir im menschlichen Miteinander, in dem wir uns gegenseitig mit Wertschätzung begegnen – unabhängig ob wir mit Äusserem brillieren können oder nicht.

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

 Lassen Sie sich von meinem Glücksbuch inspirieren!