Geniales Saisonfinale

Während die Mutterenergie unserem Sein durch Liebe und Geborgenheit Wurzeln wachsen lässt, bringt uns die Vaterenergie zum Fliegen.
Stefan Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

Neulich sind wir geflogen, mein Sohn und ich. Nicht im wörtlichen Sinn, aber es fühlte sich schon sehr nach Fliegen an.

Gemeinsam glitten wir abseits der Skipiste über den gefrorenen Frühlingsschnee – es war wunderbar. Und es war genauso eine Situation, die ich meine, wenn ich davon schreibe, dass uns die Vaterenergie zum Fliegen bringt.

Weil die Familien-Saisonkarte im Vorverkauf günstiger ist, als die Wochenkarte für unsere Skiferien, sind wir seit einigen Jahren stolze Besitzer einer Saisonkarte im für uns schönsten Skigebiet (Silvretta Montafon). Und so kommt es vor, dass wir im Winter neben den fest eingeplanten Skiferien auch ein bis zwei weitere Male ins Montafon reisen.

Dieses Jahr war es die perfekte Saison: Wunderschöne Skiferien – super Wetter, super Schnee, super viele Stunden auf den anspruchsvollen Pisten (an einem Tag schaffte ich meine Lieblingsschwarzesennigratpiste gleich über ein Dutzend Mal).

Neben den Skiferien gab es zwei absolut geniale Kurztrips, die beide mit diesem Fliegen und der Vaterenergie zu tun hatten: Nach einem tollen Referentenweekend in der Ostschweiz holte mich mein Vater nach dem letzten Einsatz ab und gemeinsam verbrachten wir danach zwei wunderbare Tage im Montafon.

Was für eine schöne Vater-Sohn-Zeit: Stunden vom Diskutieren, tolles Skifahren, feines Essen. Das hat uns wirklich zum Fliegen gebracht und unsere Beziehung gestärkt. Ich geniesse es, einen immer noch jungen (oder sollte man inzwischen sagen „jung gebliebenen“?) Vater zu haben, der ernsthaft interessiert Anteil an meinem Leben nimmt und mit dem ich aktiv etwas unternehmen kann.

Und zum Saisonabschluss war ich nun also mit meinem Sohn für zwei Tage auf den Skipisten. Es war einfach genial und solche Papi-Sohn-Zeiten sollten eigentlich ins Pflichtprogramm von jedem Vater gehören. Sie tun einfach beiden gut!

Es muss ja nicht gleich das Ski-Weekend sein, aber schön ist es schon, wenn das möglich ist: Frühmorgens geht die Reise los, gemeinsam den Stau am Gubrist ausstehen, dann rauf auf den Berg, sich einigen, welche Skipisten gefahren werden, mitgebrachtes Sandwich geniessen, Hotel suchen, gemeinsam einchecken, Abendprogramm festlegen … All das sind wertvolle Erfahrungen und das gemeinsame Erleben dieser Dinge schweisst unheimlich zusammen.

Und so richtig zum Fliegen brachte uns eben am zweiten Tag, als wir gemeinsam abseits der Piste praktisch für uns alleine unsere Kurven in den Hang ziehen konnten. Erst wollte mein Sohn nicht – er hatte grossen Respekt davor, die Piste zu verlassen. Ich konnte ihn damit überzeugen, dass andere vor uns da auch schon durchfgefahren sind. Zuerst war vor allem Gleiten und Schieben angesagt – mein Sohn wollte schon fast aufgeben, es war ihm zu anstrengend, der Stock war kaputt und überhaupt hatte er einfach Bedenken, was da noch auf uns warten würde.

Es brauchte schon einiges Zureden von mir (und ich wusste ja selbst nicht, was genau da noch kommen würde). Schliesslich standen wir dann oben an einem schönen Hang: nicht zu steil, aber doch so, dass wir einige schöne Kurven ziehen konnten. Und danach ging es zurück an einem Bach entlang zur Skipiste. Es war fantastisch und am Ende war auch mein Sohn überzeugt, dass sich der Ausflug neben die Piste lohnte.

Ich traute meinem Sohn etwas zu, dass er sich selbst nicht zutraute. Und gemeinsam erlebten wir etwas, das für ihn Neuland war. Ich bin überzeugt, dass genau diese Dinge unsere Kinder zum Fliegen bringen. Und dafür sind wir Väter verantwortlich!

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Erfülltes Liebes- und Familienleben.

 

Respekt für die "Waffeln"

Männer sind einfach gestrickte Geschöpfe,
die meisten brauchen nichts weiter als Respekt!

Richard Rohr

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen – so habe ich Samstag bis Dienstag verbracht. Zuerst als Referent in zwei Kirchen, dann zusammen mit meinem Vater zwei wunderbare Skitage. Das tut gut!

Und zwar mehrfach: Der Respekt und die Anerkennung, die ich als Referent für mein Schaffen erhalte, beflügelt mich immer wieder. Da fühle ich mich in meinem Element, das ist mein „Pinguin-Moment„. Der Sprung ins Wasser (der Schritt auf die Bühne) braucht zwar auch nach vielen Jahren Erfahrung immer noch eine kleine Überwindung (Wird es hier auch funktionieren? Können die Leute mit dem, was ich sage, etwas anfangen? …), doch während dem Reden zu spüren, wie die Leute dabei sind und das gesagte dankbar aufnehmen, macht unheimlich viel Spass.

Nach dem Referieren gibt es immer gute Begegnungen und dankbar nehme ich den Respekt an, der mir entgegengebracht wird. Es geht mir nicht um Respekt im Sinn von unterwürfiger Ehrfurcht – das könnte dann schon fast „guruhaft“ verstanden werden. Nein, ich meine den gesunden Respekt, den wir alle – mindestens wir Männer – zwingend zum Atmen brauchen: Anerkennung für das, was wir tun.

Besonders schön war das Referieren letzten Samstag, weil wir es als Ehepaar machen durften. Wir sprachen über die Unterschiede von Mann und Frau. Als Bild brauchten wir dafür Waffeln (Männer) und Spaghetti (Frauen). In Anlehnung an das entsprechende Buch beschrieben wir, dass Frauen oft alle Themen miteinander in Verbindung bringen (wie ein Teller Spaghetti), während Männer in einzelnen Kästchen denken und handeln (wie die Struktur der Waffel).

Herrlich das selbstoffenbarende Lachen der über 40 anwesenden Paare. Hier und da entdeckte ich während dem Referieren ein bestätigendes Kopfnicken und auch die Reaktionen im Nachhinein zeigen, wie alltagsrelevant für viele Paare dieses Thema ist.

Es ist immer gefährlich, wenn wir Menschen „schubladisieren“: Männer sind … / Frauen sind … Nicht überall treffen die Beschreibungen zu, manchmal sind die Rollen sogar umgekehrt vorhanden. Tatsächlich prallen jedoch in einer Partnerschaft diese zwei unterschiedlichen „Energien“ – das Männliche und das Weibliche – aufeinander. Im schlimmsten Fall wird aus diesem Aufeinanderprallen ein Krieg der Geschlechter, im Idealfall wird es ein Zusammenspiel, eine wertvolle Ergänzung.

Ich bin meinem Coach (Georges Morand) noch immer dankbar dafür, dass er mich zu einem „Richard Rohr Leser“ gemacht hat. In seinem Buch Vom wilden Mann zum weisen Mann stellt Rohr das Konzept von Wurzeln und Flügeln vor. Die Mutterliebe erdet uns, schenkt uns Geborgenheit, verwurzelt uns. Die Vaterliebe traut uns etwas zu, fordert uns heraus, bringt uns zum Fliegen.

Und ich meine immer mehr zu beobachten, dass uns dieses Konzept auch eine Ahnung davon gibt, wie Männer und Frauen unterschiedlich Liebe auftanken:

  • Männer suchen Respekt:
    Sie fühlen sich geliebt, wenn sie Anerkennung für ihr Tun erhalten.
  • Frauen suchen Geborgenheit:
    Sie fühlen sich geliebt, wenn sie Annahme für ihr Sein spüren.

Ich weiss, dass mein Wert nicht abhängig von meinen Taten ist – ich bin geliebt (gerade auch von meinem himmlischen Schöpfer) auch ohne tolle Taten. Trotzdem gehört es zu meinem Mannsein, dass ich gerne etwas leiste und dafür Anerkennung ernten möchte. So wie ich es letztes Wochenende beim Referieren erlebte. Und so wie meine Flügel bei den schönen Skistunden mit meinem Vater weiter wuchsen: Wir flogen schier über die Pisten und in den gemeinsamen Gesprächen spürte ich Anerkennung für mein Tun.

Richard Rohr hat recht: Wir Männer sind ziemlich einfache Wesen …

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Das Tischgespräch

Für ein gutes Tischgespräch kommt es nicht so sehr darauf an,
was sich auf dem Tisch, sondern was sich auf den Stühlen befindet.

Walter Matthau 

Bald ist es wieder soweit und wir werden vom netten Blumengeschäft daran erinnert, dass wir am Valentinstag unsere Liebsten beschenken sollen. Wenigstens einmal im Jahr! Ein Blumenstrauss zur rechten Zeit – oder noch besser: immer wieder als kleine Überraschung im Alltag – ist wahrlich nichts Verkehrtes. Aber ob es ausgerechnet am 14. Februar sein muss. (Allen, die wiederkehrend den eigenen Hochzeitstag vergessen, mag das agressive Marketing um den Valentinstag ein willkommener Wink mit dem Zaunpfahl sein. Trotzdem: Unsere Liebsten hätten eigentlich etwas anderes verdient, oder nicht?)

In den Wochen vor dem Valentinstag findet seit einigen Jahren an verschiedenen Orten auf der Welt die MarriageWeek statt. Mir gefällt diese Idee, weil die unterschiedlichsten Veranstalter die Paare dazu einladen, etwas miteinander zu erleben. Das gemeinsame Erlebnis, zum Beispiel die Schneeschuh-Wanderung oder die kurze Auszeit zu zweit, wirkt noch nach, wenn die Blumen schon lange verwelkt sind.

Für mich muss es gar nicht (immer) das grosse Abenteuer sein. Mir bedeutet das gemeinsame „zu Tisch sitzen“ mit meiner Frau sehr viel. Gerne in einem chicen Restaurant, aber auch daheim – wenn sich die Kinder in ihre Zimmer verzogen oder sonst ein eigenes Programm haben – geniessen wir solche Stunden der Gemeinsamkeit. Bei einem Teller Spaghetti und einem Glas Rotwein sprechen wir über Freud und Leid des Alltags, schmieden Zukunftsvisionen und stärken unsere Beziehung.

Leider sind bei uns gegenwärtig viele Abende durch Sitzungen und Veranstaltungen verplant. Die Zeiten zu zweit am Tisch sind daher umkämpfter als auch schon. Dafür haben wir uns aufs neue Jahr ein neues Ritual zugelegt: 1-2 Mal pro Woche gehen wir, so bald die Kinder aus dem Haus sind und bevor wir mit der Arbeit starten, auf eine Walking-Tour der Aare entlang. Es ist ein Privileg, Zeit zu zweit geniessen zu können, während andere bereits an der Arbeit sind. Auf der anderen Seite sind wir oft dann noch am Arbeiten, wenn andere schon lange ihren Feierabend geniessen. Was ich damit sagen will: Jede Person und jedes Paar ist dafür verantwortlich, sich diese eigenen Inseln für sich und für die Beziehung dort zu schaffen, wo es möglich ist.

Zurück zum Tisch: Den teile ich nämlich auch gerne mit anderen Menschen, die mir wichtig sind. Ob das jährliche „Weihnachtsessen“ mit meinem Rektor aus der Studienzeit oder die regelmässigen Eat’n’Meets, zu welchen wir jeweils drei Paare zu uns nach Hause an unseren langen Tisch einladen – es bedeutet mir viel, mich mit Menschen zu umgeben, die mir gut tun, mit denen ich über Gott und die Welt philosophieren kann und die sich aufrichtig an mir als Person interessieren.

Auch wenn ich feines Essen und guter Wein sehr schätze, stimme ich mit Walter Matthau und seinem Eingangszitat völlig überein: Es ist wichtiger, mit wem man zu Tisch sitzt, als was auf dem Tisch steht.

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Erfülltes Liebes- und Familienleben.

 

Fremdverliebt?

Einen Menschen zu lieben heißt einzuwilligen, mit ihm alt zu werden.
Albert Camus

Als Teenager war ich in mehrere Mädchen gleichzeitig verliebt. Es schien mir zu viele tolle Menschen des anderen Geschlechts zu geben, um mich auf ein Mädchen festzulegen. Gleichzeitig war keines so perfekt, dass sie alles verkörperte, was mir wichtig war: Mit Corinne konnte ich nächtelang über das Leben philosophieren, mit Renate genoss ich kumpelhafte Momente und bei Mirjam stimmte die Figur …
(Damit keine Missverständnisse entstehen: Namen und Attribute sind fiktiv.)

Aus dem Teenager wurde ein Jugendlicher, aus dem Händchenhalten wurde ein Knutschen. Es gab die eine oder andere längere oder vor allem kürzere Beziehung, doch die richtige Frau war irgendwie noch nicht auf meiner Bildfläche erschienen. Verliebt zu sein, war ein schönes Gefühl – zu oft aber auch ein schmerzhaftes, weil die Liebe nicht erwiedert wurde oder zu schnell in der Sackgasse endete.

Als sie, die richtige Frau, dann im Frühjahr 1999 auftauchte, ging es ziemlich zügig voran: Am 9.9.99 wurde verlobt, im Mai 2000 geheiratet – aber das ist eine andere Story …

Mutig wie wir sind, gaben wir unserer Hochzeitsanzeige den Titel „für immer“. Uns erschien dies nicht mutig – es war (und ist) ja unsere klare Absicht. Doch einige Reaktionen aus unserem Umfeld liessen uns spüren, dass diese Festlegung scheinbar etwas Mutiges an sich hat.

Mit dem Tag der Hochzeit hat sich alles komplett verändert: Ich hatte nur noch Augen für meine Frau, in meinem Alltag begegnete ich (ausser ihr) keiner schönen Frauen mehr, da war kein Wunsch nach kumpelhafter gegengeschlechtlicher Freundschaft mehr und mit jemand anderem ausser ihr nächtelang zu philosophieren, verlor auf einen Schlag seinen Reiz.

Natürlich nicht! Irgendwie hatte wohl bei mir das Software-Update nicht einwandfrei funktioniert. Jedenfalls viel mir nach der Schmetterlingphase auf, dass es da auf dem Planeten ja noch viele weitere schöne und/oder spannende Frauen gab, die eine starke Anziehungskraft auf mich ausüben.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin kein „Schürzenjäger“ und war es auch nie! Was ich sagen will: Der Mensch ist so ausgestattet, dass andere Menschen eine starke (emotionale oder/und erotische) Anziehungskraft auf einen ausüben – selbst wenn man in einer festen Partnerschaft ist. Und ich behaupte: Sogar, wenn man in einer glücklichen, festen Partnerschaft lebt. Unsere Hardeware ist einfach so ausgestattet.

Es wäre ja einfach, wenn es diese Software geben würde, die schöne Frauen ignorieren würde und uns hälfe, nur noch Augen und Gefühle für unseren Partner zu haben …

Ich habe diese Software bis jetzt nicht entdeckt – und bin mir nicht mal sicher, ob ich sie wirklich installieren würde. Die Frage ist vielmehr: Wie gehen wir damit um, dass andere Menschen eine starke Anziehungskraft auf uns ausüben? Was machen wir damit, wenn wir uns „fremdverlieben“?

Sind wir denn diesen Gefühlen machtlos ausgeliefert? Ich finde es zu einfach, wenn man behauptet, Liebe sei ein Gefühl, für oder gegen das man sich nicht entscheiden könne. Das mag bei den Schmetterlingen im Bauch und dem „Verliebtheitsgefühl“ so sein. Doch wir entscheiden, ob es Liebe wird. Liebe hat so viel mehr mit einer Entscheidung als mit einem schönen Gefühl zu tun. Oder wie es eben im Eingangszitat heisst: „Einen Menschen zu lieben heißt einzuwilligen, mit ihm alt zu werden.“

„Einwilligen“ tönt jetzt nicht wirklich nach grossem Gefühlskino. „Einwilligen“, das ist ein Entscheid, den ich tagtäglich neu zu treffen habe. Hier geht es um Treue, Beziehungspflege, gemeinsam Hochs und Tiefs durchleben, für einander kämpfen, einander verzeihen, zueinander stehen … Und hoffentlich schaffen wir es dann auch, immer wieder Momente des Prickelns im Bauch gemeinsam zu erleben. Auch dafür kann man sich entscheiden!

Was bleibt: Andere Frauen haben immer noch ihre Anziehungskraft. Gerade diese Woche habe ich geschäftlich eine wunderschöne Frau kennen gelernt. Meine Software konnte sie einfach nicht ignorieren …

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Erfülltes Liebes- und Familienleben.

 

Purer Luxus

Ohne Genussfähigkeit im Moment werden wir verbissen: Wer nicht genießt, wird ungenießbar.
Stef Gerber im Glücksbuch

Gut möglich, dass es den regelmäßigen Lesern meines Blogs schon aufgefallen ist: Ich bin eher so der Genießer-Typ. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen: „Meine Liebessprache ist Essen.“ Das könnte ich durchaus auch unterschreiben.

Nur, manchmal ist das mit dem Genuss so eine Sache: Wie kann man bewusst genießen während die To-Do-Liste immer länger und länger wird? Oder: Wie kann ich auf Geniesser-Modus schalten, während der Rest der Familie in hektischer Betriebsamkeit feststeckt? Ich kann das tatsächlich. Was dann aber sofort zur nächsten Frage führt: Wie um alles in der Welt kann ich mir erlauben, zu genießen, während meine Frau noch so viel zu tun hat?

Da ich ja für mein persönliches Auftanken selbst verantwortlich bin, muss ich mir Genießer-Inseln schaffen, ganz unabhängig von der Hektik rund um mich herum. Ich darf mir auch mal Zeitung lesend ein Vollbad gönnen, während Frau und Kinder mit Haushaltsaufgaben beschäftigt sind. Versteht sich von selbst: Natürlich nur, wenn ich auch meinen Teil der Haushaltspflichten beigetragen habe.

Auf der anderen Seite darf ich mein Auftanken nicht vom Auftanken meiner Frau abhängig machen. Die tankt nämlich ganz anders auf als ich. Gerade neulich habe ich beobachtet, wie es ihr schon nach zehn Minuten Vollbad langweilig wurde. Während ich im Entspannungsmodus passiv auftanke (z.B. eben mit einem einstündigen Vollbad), ist für sie das Auftanken etwas aktives (beispielsweise Nähen).

Für uns und durch unsere Timeout-Weekends auch für viele andere Paare, war es ein Schlüsselmoment, zu entdecken und sich auch einzugestehen, dass wir unterschiedlich auftanken.

Immer wieder tanken wir aber auch gemeinsam auf: Ein gutes Essen in einem schicken Restaurant bedeutet uns beiden viel. Mindestens einmal im Jahr verreisen wir auch in einen Kurzurlaub. Hoch im Kurs ist dabei die gemeinsame Auszeit in einem Wellnesshotel.

Wenn wir etwas besonders zu feiern haben, darf es auch einmal ein Luxushotel sein. Wie dieses Jahr, als wir vier Tage im Lenkerhof, einem 5-Sterne-Haus im Berner Oberland, verbrachten. Man muss wissen: Der Lenkerhof ist nicht einfach ein gutes Hotel unter vielen. Der Lenkerhof ist die Adresse und wurde als beste Genusslocation der Schweiz auserkoren.

Mit anderen Worten: Luxus pur, wie wir ihn nicht jeden Tag erleben – eigentlich vorher noch nie erlebt hatten. Ein 15-Gang-Abendessen ist ja wahrlich nicht etwas alltägliches … Die Wellness-Oase, die gemeinsamen Spaziergänge, das Essen, die sympathischen Leute – wir haben unsere Auszeit sehr genossen.

Zurück im Alltag konnte ich nicht anders, als den Leuten von dieser Luxus-Auszeit zu erzählen. Zuerst etwas verhalten, dann zeigte ich einige Bilder und schlussendlich teilte ich meine Freude auch mit meinen Facebook-Freunden.

Ich hab mir dies jedoch gut überlegt: Darf man ohne schlechtes Gewissen solchen Luxus genießen und dann sogar noch andern davon erzählen? Vor allem: Darf man das, wenn man von Spenden lebt wie wir?

Fürs Auftanken sollte man sich nicht schämen müssen, darum erzähle ich auch davon.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebeund ist bereits als Kolumne im Magazin Family erschienen.


Glücklich erfolgreich sein – weitere Inspirationen dazu finden Sie in meinem Glücksbuch!

Grenzerfahrung in den Familienferien

Wohl denen, die ihren Kindern den Sinn dafür bewahren,
dass kleine Dinge sie freuen.

Jeremias Gotthelf

Da hatte ich wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen: Neben den gemütlichen Wanderungen in den Bergen unseres geliebten Montafons wollte ich vorige Woche in unseren Familienferien auch eine Wanderung unternehmen, die uns vier so richtig fordert.

Bekanntlich ist der Grat zwischen gesunder Forderung und ungesunder Überforderung ein schmaler. So begaben wir uns auf diesen schmalen Grat: Angefangen bei der Bergstation unserer Lieblingsskipiste. Nach einem kurzen Marsch war schon die Wormserhütte in Sicht. Da dies die letzte Berghütte für den Rest des Tages sein würde, genossen wir hier bei (noch) guter Laune Käsespätzle und Wiener Schnitzel.

Die Gratwanderung führte uns weiter zum Kreuzjoch – guten Mutes krackselten wir zum Gipfelkreuz, freuten uns über die Aussicht, schossen einige Bilder. Soweit alles gut, bis hier her war es kein Spaziergang, aber wir kannten den Weg schon und waren körperlich und psychisch ja noch fit …

Aber jetzt begann das Abenteuer – von hier würde es kein Zurück mehr geben: Unser Ziel war das Dorf St. Gallenkirch. Doch welchen Weg wählen wir? Weiter krackseln auf dem Höhenweg und so unsere Gratwanderung bis zur Zamangspitze weiterführen? Oder doch eher auf den breiteren Weg über die grünen Matten „umsteigen“?

Es sollte ein Tag der Herausforderungen sein. Darum wählten wir natürlich die Gratwanderung. Was nun aber nicht allen Familienmitgliedern im selben Mass zu gefallen wusste. So machte sich erste mentale Müdigkeit breit: Während das eine Kind die anspruchsvolle Höhenwanderung genoss, fand dies das andere Kind alles andere als lustig und versuchte es – ziemlich erfolglos – mit einem Sitzstreik.

Als wir die Zamangspitze links neben uns liessen und der Weg nicht mehr ganz so anspruchsvoll war, wurde aus dem Sitzstreik ein Wettrennen und dasselbe Kind zog davon. Somit war die Reihe am nächsten Kind: Wir wurden mit viel Missfallen in der Stimme darauf aufmerksam gemacht, dass unser Wandertempo nicht den Vorgaben der Wanderwege entspräche und wir deutlich im Verzug seien.

Von nun an gings steil abwärts: Es waren noch rund 1’000 Höhenmeter ins Tal zu bezwingen und natürlich begann sich jetzt auch die körperliche Müdigkeit breit zu machen, dementsprechend gings mit der Laune schneller abwärts als mit den Höhemetern …

Wahlweise wurde nun darum gerungen, welcher Weg (schmal und steil oder breit und dafür länger) unseren noch vorhandenen Möglichkeiten am besten entspräche, ob es wohl ein Taxi bis hierher schaffen würde und ob eine Pause das ganze Abenteuer nur unnötig in die Länge ziehen würde oder ob ein kurzer Rast nicht doch helfen könnte, die letzten Kräfte zu mobilisieren.

Nun versuchte sich auch Kind B erfolglos mit einem Sitzstreik, begleitet von lauten Tönen des Missfallens – dies ausgerechnet in einem Weiler namens „Tanafreida“. Die Eltern, körperlich auch ziemlich angeschlagen und mental nicht mehr ganz so frisch, schafften es dann doch, alle Beteiligten von einem kurzen Rast zu überzeugen.

Gestärkt ging es auf die letzte Etappe. Und da war der Abstieg nochmals so steil, dass wir zu viert rückwärts Richtung Tal trotteten. Auf miese Laune mochte nun keiner mehr machen und so waren wir belustigt, glücklich, erleichtert und sehr, sehr müde im Dorf angekommen.

Und genau das war Balsam für die Vaterseele: Dass die grenzwertige Herausforderung manche Auf und Ab’s mit sich bringen würde, war klar. Doch das Ziel, am Ende fröhlich und stolz zurückblicken zu können, war erreicht!

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Alles andere als fade

Die Liebe ist das Gewürz des Lebens.
Sie kann es versüßen,
aber auch versalzen.
Konfuzius

Wie haben Sie es mit der Liebe? Ist sie die Gewürznote, die das Leben so spannend und abwechslungsreich macht? Oder empfinden Sie Ihr Leben punkto Liebe aktuell eher als etwas fade?

Wie schon Konfuzius bemerkte, kann die Liebe das Leben versüssen oder versalzen. Überhaupt ist die richtige Würzung nicht nur beim Kochen eine Kunst für sich: Ohne Salz schmeckts nicht, zu viel Salz machts nicht besser. Ich liebe es, wenn zum Salz noch etwas Blumenpfeffer und weitere spannende Gewürze dazu kommen. Natürlich kann es dann auch mal des Guten zu viel sein – darum: Der richtige Mix macht es aus.

Die versalzene Suppe schmeckt nicht, schlimmer noch ist eine fade Suppe. Fade steht gemäss Wörterbuch für reizlos, langweilig, ohne Geschmack.

Und wer wünscht sich schon, dass sein Leben reizlos, langweilig, ohne Geschmack ist?

Würzige Partnerschaft leben

Beim monatlichen „Chäs, Brot, Wy„-Anlass von „gms – z’friede läbe“ hatten wir gestern Abend ein junges, cooles Ehepaar zu Gast. Ihre Liebesgeschichte ist spannend, überraschend, konsequent. Und ganz bestimmt alles andere als fade. Gemeinsam engagieren sie sich für mehr Friede, Freude und Gerechtigkeit auf dieser Welt. Sie leben eine gemeinsame Berufung – ein durchaus gutes Gewürz für eine Liebesbeziehung.

Sie erzählten uns auch, was sie bezüglich Ehe und Familie geprägt hat. Da waren Eltern, die sehr engagiert miteinander diskutierten – und manchmal mehr als das, es seien auch mal Späne geflogen. Aber immer hätten sie sich wieder versöhnt. Was für ein Vorbild für die Kinder und was für ein gutes Gewürz für eine Liebesbeziehung.

Anderer Anlass, auch gestern: Regierungsrat Bernhard Pulver referiert über die Führungsgrundsätze der Erziehungsdirektion. Dabei geht es auch um die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Behörden. Das hat also auf den ersten Blick überhaupt nichts mit unserem Thema hier zu tun.

Auf den zweiten Blick jedoch sehr wohl. Die Schlagwörter Verstehbarkeit, Verbundenheit und Gestaltbarkeit, welche Pulver uns vorstellte, können nicht nur das richtige Gewürz für ein funktionierendes Teamwork an einer Schule sein, sondern tun auch ihren Dienst im Teamwork als Liebespaar.

Mit dem Stichwort Verstehbarkeit ist das wichtige Gewürz der aktiven Kommunikation gemeint. Nicht nur reden, reden, reden – sondern auch verstehen, sich in den anderen einfühlen, seine Position zu verstehen versuchen. Bevor wir aufschreien und böse Blicke, Sprüche oder Mails versenden, nehmen wir besser eine positive Unterstellung vor: Mein Gegenüber hat sich bestimmt etwas dabei gedacht, als er genau so handelte. Was waren seine Überlegungen?

Unsere Welt könnte so viele Konflikte aus der Welt schaffen, wenn wir die Welt für einen Moment aus der Brille unseres Gegenübers betrachten würden! Und das gilt auch für unsere Liebesbeziehungen. Eine gute Kommunikation ist für die Liebe wie das Salz fürs Kochen – sie ist unabdingbar!

Bei der Verbundenheit geht es um einen wertschätzenden Umgang miteinander. Dankbarkeit ist ein Gewürz, dass die Kraft hat, die ganze Mahlzeit – das ganze (Liebes)Leben – in eine neue Richtung zu lenken.

Und schliesslich die Gestaltbarkeit. Es gibt keine Einheitslösungen. Wer alles nur mit Aromat würzt, hat wenig Gestaltungsraum. Doch jede Beziehung und jede Partnerschaft ist einmalig und hat es verdient, dass wir sie auch entsprechend behandeln. Wir dürfen und sollen uns die Freiheit herausnehmen, unsere Liebesbeziehung nach unserem eigenen Rezept zu würzen und zu gestalten.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

  Lassen Sie sich von meinem Glücksbuch inspirieren!

Damit die Liebe nicht auf der Strecke bleibt

Wer Zufriedenheit im Leben sucht, muss seinem Liebestank die nötige Aufmerksamkeit schenken.
Stef Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

Was für eine Wohltat: Nach vielen Regentagen hat mich heute Morgen in der Früh wieder mal die Sonne im Gesicht gekitzelt. Ein Blick durchs Zimmerfenster meines Sohnes brachte jedoch auch zum Vorschein, was während dem Regenwetter so schön verborgen blieb: Die Fenster hätten dringendst eine Reinigung nötig.

„Find ich auch“, sagte meine Frau als ich ihr sagte, dass wir uns unbedingt bald einmal dem Fensterputzen widmen sollte. „Aber wann?“

Die Zeit rast, bald ist die erste Hälfte des Jahres vorbei und erfahrungsgemäss geht es nach den Sommerferien steil Richtung Weihnachten … Wer nicht aufpasst, reiht da schnell ein Jahr ans andere und kommt sich wie einer vor, der im Schnellzug sitzt und nur noch zuschauen kann, wie sein Leben an ihm vorbeizieht.

Gibt es in diesem Schnellzug eigentlich auch eine Notbremse? Ich meine jetzt nicht unbedingt die Bremse, um dann daheim die Fenster zu putzen. Was sind schon schmutzige Fenster im Vergleich zu all den „Qualitätsstunden“, die uns in der Hektik des Alltags abhanden kommen?

Ja, eine solche Bremse gibt es! Sie beginnt mit einem Wort, das im obigen Zitat aus dem Glücksbuch vorkommt: Aufmerksamkeit.

Wer aus diesem Schnellzug des Getriebenseins aussteigen will, beachtet aufmerksam, wo seine (Lebens)Zeit hingeht: „Wiederspiegelt mein Zeitmanagement die Prioritäten in meinem Leben?“ „Tu ich, was mir wirklich wichtig ist?“ „Wenn ich könnte, wofür würde ich mir mehr Zeit nehmen?“ – Und warum tun Sie es nicht einfach?

Paarbeziehung aktiv gestalten

Gerade für Paare mit Kindern sind die Anforderungen zeitweise enorm hoch. Das Bild vom Schnellzug wird vielen Eltern vertraut sein. Die Situation spitzt sich dann noch zu, wenn man als Eltern plötzlich feststellt, dass man nicht einmal im selben Schnellzug festsitzt: Jeder rast durch seinen Job, füllt Familienverpflichtungen aus, engagiert sich noch hier oder da … Und plötzlich bleibt die Frage: Wo sind eigentlich unsere Gemeinsamkeiten geblieben? Wann kreuzen sich unsere Züge vielleicht wiedereinmal? Und wann treffen wir uns mal wieder im Bett?

Eine Liebesbeziehung pflegt man nicht einfach so husch, husch im Vorbeigehen! Wenn wir ein starkes Paar werden, sein und bleiben wollen, muss die Beziehungspflege ganz oben auf unserer Prioritätenliste ihren Platz finden.

Darum sind wir stolz auf die vielen Paare, die in den letzten zehn Jahren eines unserer Timeout-Weekends für Paare besucht haben. Wir hören immer wieder, dass es ein Investment ist, das sich lohnt. Einige müssen sich für diese zwei Tage wirklich „frei schaufeln“ – Termin freihalten, alle Kids irgendwo unterkriegen, eine Stange Geld in die Hand nehmen … Doch es gibt Paare, die kommen Jahr für Jahr wieder mit uns ins Timeout. Für sie scheint das Timeout eine wohltuenden Oase im Alltagschaos zu sein.

An unserem Jubiläums-Timeout haben wir eine Top 5 Liste von Beziehungsförderer im Paaralltag präsentiert. Und hier ist sie nun auch im Blog, meine Liste zum Füllen des Liebestanks:

  • #5: Meine Life-Balance gestalten
  • #4: Dankbarkeit & Wertschätzung
  • #3: Konstruktive Kommunikation
  • #2: Investition ins gemeinsame Glück
  • #1: Erfülltes Sexleben

Die Umfrage bei den Teilnehmenden zeigte in aller Deutlichkeit die Herausforderung und Wichtigkeit des Zeitmanagements und der Zeit zu zweit (siehe Foto). Darum ist das Gestalten der eigenen Life-Balance sehr wichtig – inklusive Zeit- und Energiemanagement. Noch wichtiger ist die Investition ins gemeinsame Glück, also gemeinsam etwas zu erleben.

Und zu guter Letzt: Unser Sexleben sagt einiges über die Qualität unserer Paarbeziehung aus. Für mich – und damit bin ich nicht alleine – lässt sich der Liebestank durch nichts anderes so nachhaltig füllen wie durch regelmässigen, schönen Sex.

 

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

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Einmal volltanken!

Dankbarkeit bringt Farbe in das Grau des Alltags.
Peter Hahne

Warum klatschen die alle?“, fragte unsere Tochter auf dem Katamaran während der Abendrundfahrt. Natürlich verdankten wir keinem Menschen den wunderschönen Sonnenuntergang – Erde und Sonne folgten bloß ihrem normalen Lauf. Trotzdem war es auch mir zum Applaudieren zumute.

Es war so ein Moment, wie er in der Liedzeile „when the world‘s all as it should be’“ (wenn die Welt so ist, wie sie sein sollte) von Matt Redman besungen wird. Zusammen mit meiner Familie durfte ich während unserer Auszeit diesen ergreifenden Moment auf dem Meer erleben. Da war dieses Gefühl von Ganzheit, umfassender Liebe und von Einssein mit sich und der Umwelt. In diesen Momenten spürte ich, wie mein Tank mit neuer Energie gefüllt wurde.

Ich kann nur mutmaßen, warum die anderen 130 Teilnehmenden dieser Katamaranfahrt an der Küste Spaniens an diesem Abend beim Sonnenuntergang applaudierten. Aber ich kann darüber reflektieren, warum es mir in diesem Moment einfach zu spontanem Applaus zu Mute war. Es war eine Form von Lobpreis: Überwältigt vom Anblick der roten Kugel, die da am Horizont langsam verschwand, wollte auch mein Herz jemandem für die Schönheit des Moments danken. Darum gehörte mein Applaus dem Schöpfer all dieser Schönheit.

Mein Herz war jedoch nicht nur wegen des Sonnenuntergangs voller Dank. Das Erlebnis war eingebettet in unser langersehntes Sabbatical. Erstmals konnten wir als Familie einen richtig langen Urlaub erleben, erstmals waren wir zusammen am Meer und erstmals wohnten wir in einer Villa mit eigenem Pool. Das war richtig toll und hat uns unheimlich gut getan.

Lange hatten wir vor unserer fünfwöchigen Auszeit überlegt, was wir machen könnten, damit alle auf ihre Rechnung kommen. Pläne wurden geschmiedet – und oft wieder verworfen. Meistens, weil die Pläne a) zu teuer und b) zu sehr nach dem Geschmack des Papis waren. Als ein finanzierbarer und konsensfähiger Plan geschnürt war, stieg die Vorfreude auf unser Sabbatical von Monat zu Monat. Was uns Freunde schon im Voraus sagten, hat sich eindeutig bestätigt: Weniger wichtig ist, was wir unternommen haben, sondern dass wir einmal Zeit für ein ausgedehntes Familienerlebnis hatten.

Drei Wochen verbrachten wir zusammen in einem wunderschönen Haus in Javea (Costa Blanca) – ohne Zeitdruck, ohne TV und PC, ohne To-Do-Liste. Dafür drei Wochen gefüllt mit Familienerlebnissen wie der Katamaranfahrt, dem stundenlangen Baden im Pool, dem Essen am Meer, dem Geocachen, dem Hören von alten TKKG-Fällen, der Irrfahrt durch den Industriehafen von Valencia … Vor und nach den drei Familienwochen hatten wir je eine Woche für uns als Ehepaar eingeplant. Zu unserem 15-jährigen Hochzeitstag haben wir uns mit einem Ausflug nach Venedig beschenkt und als krönender Abschluss unseres Sabbaticals durften wir beim Leadership Summit von Willow Creek dabei sein. Auch diese Ehezeiten waren sehr wertvoll.

Wenn ich an unser Sabbatical zurückdenke, will mein Herz gleich wieder applaudieren: „Danke, Gott, dass dieses Auftanken möglich war.“

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“ und ist bereits als Kolumne im Magazin Family erschienen.

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Begehrst du mich noch?

Es ist das Geheimnis einer guten ‪‎Ehe‬,
einer Serienaufführung immer wieder
Premierenstimmung zu geben.
Max Ophüls

Wann haben Sie letztmals mit Ihrem Partner etwas Aussergewöhnliches unternommen? Nein, ich denke jetzt nicht an eine 6monatige Traum-Weltreise (natürlich wäre das auch etwas Aussergewöhnliches), aber es geht mir um die Frage, wann Sie mitten im Alltag zu zweit etwas Schönes nur für Sie unternommen haben: Ein Theaterbesuch, ein gemütliches Essen im feinen Restaurant in der Innenstadt, ein Konzert, eine Sportveranstaltung oder vielleicht gar ein Kurztrip oder ein Timeout-Weekend … Und zwar nur Sie zwei – keine Kinder, keine Freunde – einfach Sie beide!

Laut einer Umfrage in England haben beinahe 40 % der Paare Mühe damit, sich spontan an den letzten gemeinsamen Ausgang erinnern zu können. Dem will die Marriageweek – immer eine Woche vor dem Valentinstag – entgegen wirken und sammelt viele kreative und inspirierende Ausgehtipps für Paare.

Während das Hamsterrad für einen wenig erfüllenden Alltagstrott steht, soll uns das ShalomLeben-Windrad daran erinnern, dass wir uns nicht vom Alltagstrott gefangen nehmen lassen sollen, sondern unsere verschiedenen Lebensbereiche aktiv gestalten können. Dabei ist die Liebe eines der grossen Lebensfelder. Wie gestalten wir also unsere Partnerschaft aktiv?

Dem bedeutenden deutsch-französischen Film-, Theater- und Hörspielregisseur Max Ophüls (1902 – 1957) ist zuzustimmen, wenn er im eingangs erwähnten Zitat bemerkt, ein Schlüssel zu einer guten Partnerschaft sei es, der Serienaufführung immer wieder Premierenstimmung zu verleihen.

Trotz der Vertrautheit einer Serienaufführung – man kennt die Charakteren, man kann in etwa abschätzen, was einen erwartet – darf die Neugier auf eine Premiere – die erwartungsvolle Spannung auf den grossen Moment – nicht verloren gehen. Die Vertrautheit einer langjährigen Paarbeziehung hat viele Vorzüge, kann aber ohne bewusste Pflege zur abgenützten Selbstverständlichkeit verkommen.

Anders gesagt: Auf eine Premiere wartet man sehnsüchtig, man will sie nicht verpassen – man tut alles, um beim grossen Moment dabei sein zu können. Hingegen spielt es bei einer Serienaufführung keine so grosse Rolle, ob ich jetzt heute oder morgen dabei bin.

Auf die Paarbeziehung übertragen: Kaum einer leistet sich beim ersten Date eine Verspätung – aus einem spannenden Mix von Gründen: Endlich ist es nach ungeduldiger Vorfreude soweit, man will einen guten Eindruck machen, Respekt vor dem Gegenüber … Hand aufs Herz: Nach einer Reihe von Ehejahren sind wir nicht mehr im gleichen Mass um Pünktlichkeit bemüht. Und was kommunizieren wir damit: Die Arbeit ist mir wichtiger als die Zeit mit dir, meine Vorfreude auf unsere gemeinsame Verabredung ist nicht so gross, dass ich lieber 10 Minuten früher als später bei dir bin …

Vielleicht ist es eine zu einfache Männerlogik, aber ich meine, dass es am Ende auf die einfache Frage hinausläuft: Begehrst du mich noch – emotional und körperlich? Willst du mich so sehr, dass es auch bei der vertrauten Serienaufführung mit Premierenstimmtung knistert?

Und so bleibt dann für den Valentnistag weniger die Frage, welche Rosen ich wähle, sondern: Was tue ich dafür, dass ich begehrenswert für meinen Partner bin?

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