Welche Spuren hinterlässt du?

Ich liebe Schnee.

Ich bin in einer „Skifahr-verrückten“ Familie gross geworden und es scheint, dass ich diese Leidenschaft meinen Kids weitergeben konnte. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie – im trotzigen Teenager-Alter – im Skiurlaub freiwillig kurz nach 7 Uhr aufstehen um spätestens um 8.15 Uhr bei der Gondelbahn zu stehen?

Es kommt ein- oder zweimal pro Saison auch vor, dass wir um 5.20 Uhr losfahren, um einen Skitag in unserem Lieblingsskigebiet zu verbringen.

Naja, verrückt eben, oder?

In den letzten Tagen war das mit dem Schnee an einigen Orten – auch in unserem Lieblingsskigebiet im Montafon – dann doch etwas gar des Guten zu viel. Als Flachländer bin ich ganz froh, dass wir hier nicht gegen Unmengen des „weissen Goldes“ ankämpfen müssen.

Spuren im Schnee

Als es neulich so schön verschneit war bei uns, verlegte ich meine morgendliche Fitnesseinheit vom Crosstrainer in den Wald: Ein Spaziergang auf knisternder Unterlage.

Glücksgefühle pur!

Auftanken an Körper, Geist und Seele. Einfach eine ganzheitliche Wohltat.

Und als ich so meine Spuren in den Schnee zeichnete, wurde mir ganz deutlich vor Augen geführt: Vor mir liegt unverbrauchter Schnee. Eine weisse Pracht ohne Spuren. Blicke ich zurück, sehe ich, welche Spuren ich hinterlasse.

Wie das Leben: Unverbraucht, frisch, noch ohne Spuren liegen all unsere zukünftigen Tage vor uns.

Jeder Tag ein Neubeginn – unverbraucht, rein, offen für neue Geschichten!

Jedes Jahr wieder eine neue Chance, andere Spuren zu zeichnen.

Die Vergangenheit, die Spuren die da sind, kannst du nicht ungeschehen machen, kannst du nicht auslöschen.

Doch beim Blick zurück kannst du dich fragen: Soll meine Spur so weitergehen? Will ich auch an diesem neuen unverbrauchten Tag solche Spuren hinterlassen?

Oder ist es heute, dieses Jahr, Zeit für einen Richtungswechsel?

Mehr als gute Vorsätze

Weisst du, was heute für ein Tag ist? Ich hab es bis vor paar Stunden (auch) nicht gewusst.

Jeder Tag steht für irgendetwas. Der 17. Januar ist der Ditch New Year’s Resolutions Day. Was etwa so viel meint wie: Tag der Eliminierung der Neujahrsvorsätze.

Ich weiss nicht, ob 17 Tage der Durchschnitt ist, wie lange wir uns an unsere Neujahrsvorsätze halten. Das könnte wohl in etwa passen.

Wie schade, dass sich so viele Leute von Jahr zu Jahr irgendwelche überzogene Vorsätze zum Jahresstart machen, aber dann schon nach etwas mehr als einem halben Monat aufgeben.

Jedes Jahr liegt wie ein verschneiter Weg vor uns. Und dann nehmen wir uns vor, dass wir dieses Jahr neue Spuren zeichnen wollen – und zack, bereits nach drei Wochen gleichen die neuen Schritte verblüffend den alten.

Wieder eine Chance vergeben, um neue Spuren zu hinterlassen.

Schade.

Das muss anders gehen.

Muss besser gehen.

Im Leben geht es nicht um Neujahrsvorsätze!

Es geht darum, dass wir unsere persönliche Mission finden.

Und diese leben!

Frag dich an Silvester nicht, was nächstes Jahr alles anders werden soll. Höchstwahrscheinlich wirst du dir im Übermut viel zu viel vornehmen.

Und bald darauf frustriert aufgeben.

Frag dich viel lieber an einem ruhigen Tag, welche Spuren du mit deinem Leben hinterlassen willst!

Was willst du sehen, wenn du einmal im hohen Alter auf dein Leben zurückblickst?

Was sind da für Spuren?

Wessen Spuren sind neben deinen zu finden?
Sprich: Mit wem willst du dein Leben verbringen?

Und nochmals: Das Gestern kannst du nicht ungeschehen machen. Aber du kannst dich heute entscheiden, dass du ab morgen andere Spuren hinterlassen wirst.

Dies geschieht nicht mit Neujahrsvorsätzen.
Dazu braucht es einfach ein neuer, frischer, unverbrauchter Schritt nach dem anderen.

Glücksaufgabe

Kommenden Sonntag starten wir im gms – z’friede läbe unsere neue Serie Mission (im)possible. Thema: Was ist die Mission?

Willst du, dass es in deinem Leben um mehr als weggeworfene Neujahrsvorsätze geht? Dann komm doch vorbei und lass uns gemeinsam über deine und meine Mission nachdenken! Ich freu mich auf dich!

 

 

Viel Glück fürs 2019

„Viel Glück!“ – mit diesem Wunsch zum Neujahr oder zum Geburtstag konnte ich bis vor einigen Jahren überhaupt nichts anfangen. Glück hatte für mich damals vor allem mit Glückssymbolen und „glücklichem Zufall“ zu tun.

Mit beidem konnte ich mich bisher nicht anfreunden.

Trotzdem wünsche ich heute gerne „Viel Glück!“. Weil Glück eben eine viel breitere Bedeutung hat und man tatsächlich auch etwas zum eigenen Glück beitragen kann und nicht tatenlos auf irgendwelches Zufallsglück hoffen muss.

Der deutsche Begriff Glück ist verfänglich. Glück wird rasch mit Glückssymbolen wie dem vierblättrigen Kleeblatt oder dem Glücksschwein assoziiert. Oder man denkt an einen persönlichen Glücksbringer. Gemeinsam ist beidem, dass sich der abergläubische Mensch dadurch ein Zufallen des Glücks erhofft. Und das ist ein irreführendes Verständnis von Glück: Glück als Zufallsglück oder auch als Losglück.

Zwar entspricht dies in etwa der ursprünglichen Bedeutung unseres Wortes «Glück», doch im Zusammenhang mit dem persönlichen Streben nach Glück ist es unpassend. Denn wie bereits ein Sprichwort weiß, müssen wir nicht einfach auf den Zufall hoffen, sondern können einen wesentlichen Beitrag zu unserem Glück leisten: «Jeder ist seines Glückes Schmied.»
(aus Glück finden – hier und jetzt)

Glück suchen, Shalom finden

Glück, im Sinn von Lebenszufriedenheit, Sinn und Bedeutung im eigenen Dasein zu empfinden, ist ein universelles, menschliches Bedürfnis. Die NZZ am Sonntag (30.12.18) suggeriert sogar, dass es in der heutigen Zeit der grösste gemeinsame Nenner ist: „Was verbindet die Menschen des digitalen Zeitalters über ihr universales Glücksbedürfnis hinaus?“

Wie wir dieses Bedürfnis stillen, haben wir zu einem grossen Teil selber in den Händen. Glück ist gestaltbar! Es hängt vor allem von unseren Denkweisen und unseren Handlungen ab. Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir unser Glücksniveau steigern können. So beschreibe ich im GlücksBuch beispielsweise 16 Glücksaktivitäten. Dankbarkeit ist dabei der Königsweg.

Noch lieber als „Viel Glück!“ wünsche ich meinen Mitmenschen „Shalom!“. Dieser hebräische Gruss steht für Frieden, meint aber viel mehr als das, woran wir beim deutschen Wort Frieden (Abwesenheit von Konflikt) denken.

Shalom meint das, was wir unter einem ganzheitlichen Glücksbegriff verstehen können: zuFRIEDEN in der Arbeit, zuFRIEDEN in der Liebe sowie zuFRIEDEN in der Gemeinschaft. Und über all dem auch in Frieden mit mir selbst und in Frieden mit dem Universum – für mich heisst das: in Frieden mit Gott, dem Schöpfer allen Lebens.

Glücklich leben, bedeutet für mich versöhnt leben. Versöhnt mit all meinen Lebensbereichen, allem was ich bin, mich ausmacht und mich geprägt hat.

Das ist Glück, das ist Shalom und das ist, wozu uns die Jahreslosung 2019 einlädt:

Suche Frieden und jage ihm nach!
Jahreslosung 2019, die Bibel, Psalm 34,15

Das universelle Bedürfnis nach Glück ist in der Tiefe unserer Seele die Sehnsucht nach Shalom, diesem Ankommen beim eigenen wahren Selbst, bei Gott und bei der Mitwelt. Ganzsein, sich sein, versöhnt sein.

Dieses Glück wünsche ich dir und mir fürs 2019!

Suche es, jage ihm nach!

Und wenn du diesen Shalom erlebst, beschenke die Welt um dich damit!

Glücksaufgabe

Wie gesagt, man kann das Glück und den Shlaom suchen, ihm sogar nachjagen!

Wir alle wollen Glück. Oft bleibt es beim Wollen.

Genau wie bei unseren Neujahrsvorsätzen.

Mach es dieses Jahr anders:
Suche das Glück mit Ausdauer!
Jage ihm sogar nach!

Vergiss nicht: Machen ist wie wollen nur krasser!

 

Glück finden – hier und jetzt 
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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bereits stehen wir in der Nachspielzeit. Für ein Weiterkommen benötigt der aktuelle Weltmeister einen Sieg. Doch während über 90 Spielminuten will den Deutschen trotz mehr Ballbesitz und hochkarätigen Chancen kein Treffer glücken.

Plötzlich steht es sogar 0:1, kurz später gar 0:2. Jetzt fehlen den deutschen Fussballprofis 3 Tore.

Und Spielzeit bleibt im Prinzip keine mehr – schliesslich steht das Spiel bereits in der 6. Nachspielminute. Trotzdem stürmen Hummels, Müller und sogar der Torwart Neuer Richtung gegnerischen Strafraum, als ob sie um ihr Leben rennen würden.

Wenn wir sagen „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meinen wir dann solche Situationen? Eine Hoffnung, die eigentlich völlig utopisch ist und jeder reellen Einschätzung der Sachlage entbehrt?

Langezeit ging es mir bei dieser Redewendung so. Es kam mir vor, als würde man die, die nach diesem Motto lebten, als naive Träumer belächeln.

„Warte nur, bis dich die Realität einholt!“
„Die Facts sprechen gegen dich, aber hoffen kannst du ja schon …“
„Du kannst schon auf glückliche Umstände hoffen, aber …“

Die Kraft der Hoffnung entdecken

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist jedoch kein billiges „Sich-Mut-zusprechen“ in ausweglosen Situationen. Klar gibt es auch diese Momente, in denen uns eigentlich nur noch ein Wunder helfen kann – und manchmal fallen sie tatsächlich, diese Tore in der Nachspielzeit, die über Sein oder Nicht-Sein entscheiden.

Doch ich frage dich heute: Was, wenn wir die Kraft der Hoffnung ganz allgemein in unserem Alltag entdecken würden?

Hoffnung ist ein Glücksfaktor! Und: Optimistisch in die Zukunft gehen, ist eine der 16 Glücksaktivitäten.

Es ist der Optimismus oder eben die Hoffnung, die in uns ungeahnte Kräfte freisetzen und uns die Gegenwart mit einem neuen Motivationsschub gestalten lassen.

In den Worten von Erich Fromm:

Wenn das Leben keine Vision hat,
nach der man sich sehnt,
die man verwirklichen möchte,
dann gibt es auch kein Motiv,
sich anzustrengen.

Vision ist ein optimistischer Blick auf die Zukunft. Ein Bild, das mit Hoffnung gefüllt ist.

Eine Sehnsucht,
die uns beflügelt,
die uns am Morgen aus dem Bett reisst,
die uns zu Höchstleistungen treibt,
die unsere Leidenschaft weckt,
die aus unserem Job eine Berufung macht.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist nicht ein Lebensmotto für naive Träumer. Es betrifft uns alle – bodenständige Realisten und verrückte Visionäre: Hoffnung haben, heisst leben!

Wenn die Hoffnung stirbt, sind wir innerlich tot.
Wenn die Hoffnung stirbt, haben wir innerlich gekündigt.
Wenn die Hoffnung stirbt, sind Sehnsucht und Leidenschaft von uns gewichen.

Du magst am Boden liegen,
dein Leben ist ein reines Chaos,
deine Firma ist Konkurs,
deine Partnerschaft kriselt,
deine Kinder wollen nichts mehr von dir wissen,
aber solange Hoffnung in dir lebt, bist du nicht geschlagen!

Hoffen heisst leben!

Glücksaufgabe

Hoffe nicht nur auf einen Treffer in der Nachspielzeit! Frag dich bereits in der regulären Spielzeit, was die Hoffnung in deinem Leben ist.
Worauf setzt du?
Was willst du nicht aufgeben, selbst wenn alles andere zerbricht?
Welche Sehnsucht ist es, die dir zeigt, dass du lebst?

Meine grösste Hoffnung ist, dass Gott mit meinem und deinem Leben zum Ziel kommen wird. Ein Ziel, das über dieses gegenwärtige Leben hinausgeht und die Unvollkommenheit, die Not und das Leid dieser Welt hinter sich lassen wird.

Werde stark!

Einmal im Monat denke ich mit einigen Leuten darüber nach, wie ein FULLDRIVE Leben aussehen könnte.  Damit meinen wir die Sehnsucht, die in uns Menschen steckt: Aus dem Vollen schöpfen zu können.

Es geht weniger um ein Leben auf der Überholspur. Nicht Vollgas meinen wir mit unserem Motto. Sondern: Ich bin voller Energie, weiss, wie ich meinen Tank füllen kann und wie ich ein Leben führen kann, das mich erfüllt.

Viel Gutes (von Fokus bis die richtigen Vorbilder haben) lernten wir bereits auf unserem gemeinsamen Weg. Letzten Sonntag ging es um Ausdauer.

Und noch schlimmer: Disziplin.

Ich weiss nicht, aber irgendwie wird es Disziplin wohl nie zum Lieblingswort des Jahres schaffen. Bei mir jedenfalls weckt schon nur der Begriff Disziplin eher das schlechte Gewissen als die Lebensfreude.

Während der Sonntags-Matinée durfte ich ein Interview mit einem Mentaltrainer führen.

Sein Ansatz ist nicht eiserne Disziplin, sondern das Arbeiten mit den richtigen inneren Bildern. Mit einem Topten 100 km-Läufer arbeitete er beispielsweise daran, sich auch bei Kilometer 65, wenn sich die Beine wie Beton anfühlen, mit dem Bild des Zieleinlaufs selbst zu motivieren.

„Stell dir vor, deine Kinder und Freunde warten kurz vor dem Ziel auf dich und begleiten dich die letzten Meter. Wie fühlt sich das an?“

Mit Ausdauer bis zum Ziel

Das ist intrinsische Motivation. Das Konzept ist längst bekannt: Für selbstgewählte Ziele (von innen) fällt es uns viel leichter, die nötige Ausdauer und Energie aufzubringen als für Ziele, die uns überstülpt werden.

Trotzdem vermute ich, dass die meisten von uns im Berufs- oder Familienalltag einen Mentalcoach gebrauchen könnten, der mit uns die motivierenden inneren Bilder zum Leben erwachen lässt.

Wir brauchen Ausdauer. Wir brauchen Disziplin. Keine Frage.

Doch weder Ausdauer noch Disziplin an sich sind unsere Ziele. Sondern sie sind Mittel auf dem Weg zu unserem Ziel.

Ob in Beruf, Familie, Partnerschaft, Gesellschaft, Sport oder Spiritualität – überall warten motivierende Ziele auf uns.

Doch nicht die Ziele, die uns irgendein Chef, Politiker oder Pfarrer vorgibt, sind die, die uns motivieren. Nein, wirklich motivieren tun uns die Ziele, die wir selbst wählen, deren Erreichen wir mit positiven Bildern und Gefühlen füllen können.

Ich hoffe, dass uns Führungspersönlichkeiten auf unserem Weg inspirieren, aber nur die selbstgewählten Ziele können die letzten Reserven in uns freisetzen.

In meinem Referat an besagter Sonntags-Matinée sprach ich über verlockende Abkürzungen und schmerzliche Umwegen.

Abkürzungen bringen uns vielleicht im Strassenverkehr schneller ans Ziel – wobei dies selbst dort nicht immer sicher ist. In Beruf und Leben sind Abkürzungen oft aber nicht wirklich ein guter Ratgeber.

Tja, und wer von uns sucht Umwege? Nicht wirklich. Und doch gehören sie zum Leben.

Früher oder später müssen wir alle mit Fehlentscheidungen, Zurückweisungen und mit schmerzlichem Leid umgehen. In der Situation selbst fragen wir uns bloss, wie wir da wieder rauskommen: Umzufallen ist nicht das Problem. Das Problem ist, wenn wir liegen bleiben.

Ich möchte jedoch nicht nur wieder aufstehen, ich möchte meine Umwege sogar als Lernfelder betrachten. Ich hoffe, dass wir selbst dem schrecklichsten Umweg mit der nötigen Distanz etwas abgewinnen können, das uns stärker macht.

Glücksaufgabe

Eine der Glücksaktivitäten ist es, Körper und Seele zu pflegen. Auch da braucht es Ausdauer, wohl sogar Disziplin. Welche inneren Bilder kannst du wecken (zB wie du mit 70 sein möchtest), damit du deiner Seele und deinem Körper heute die Pflege schenkst, die sie verdienen?

Zeit verschwenden – für mich

Gestern war wieder so ein Tag: Ich habe Zeit verschwendet. Ich sass keine Stunde im Büro. Ich war bis 15 Uhr in keinem wichtigen Meeting. Ich hab kein Projekt vorangetrieben. Nichts organisiert, nichts verkauft, keinen Umsatz generiert.

Und doch hatte ich ein Projekt, das wichtigste sogar: Das Selbst-Projekt.

Glück – und nach meinem Verständnis auch Erfolg – beginnt mit dem guten Umgang mit sich selbst. Schon vor vielen Jahren habe ich in einem Führungsseminar gelernt, dass Leading up, Leading down und horizontales Führen zwar ganz schön herausfordernd sein kann, doch die wahre Leadership-Kunst beginnt bei mir selbst: Die Champions League der Führung ist die Selbstführung!

Und darum verschwendete ich gestern meine Arbeitszeit: Zuerst traf ich mich mit einer anderen Führungsperson zum Frühstück. Wir haben eigentlich kaum über unsere tollsten Projekte gesprochen, keine Best Practice durchgespielt oder mit unseren Zahlen geblufft. (Gut, vielleicht haben wir das nicht gemacht, weil wir beide derzeit nicht unbedingt mit Zahlen bluffen können …)

Aber vielleicht haben wir uns auch weniger auf die „hard Facts“ konzentriert, weil wir beide erfahren haben, dass die „soft Facts“ und dabei ganz besonders unsere Rolle als Führungsperson und Mensch, wichtiger sind, als die Zahlen. Natürlich wünschen wir uns auch Vorzeige-Projekte, Wachstum und Erfolg.

Doch ich glaube zu tiefst, dass stimmt, was der Rabbi Jesus gesagt hat: »Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen.«

Schön, wenn die Zahlen stimmen. Aber Zahlen sind nicht das Leben! Und mit Zahlen können wir uns das Leben nicht kaufen.

Und darum haben wir gestern beim Frühstück darüber gesprochen, was die Führungsaufgabe mit uns persönlich macht. Offen haben wir über Fehler, Nöte und Freuden gesprochen. Dabei war uns klar: Wir bleiben Lernende.

Nach dieser inspirierenden Begegnung ging mein Zeitverschwenden weiter: Ich schlenderte durch die Stadt, weinte schier, als ein kleines Mädchen trotzte und von ihrer Mutter bloss die kalte Schulter zu spüren bekam, freute mich am Violinenspiel in der Bahnhofspassage, genoss die Zeitungslektüre und gönnte mir im Starbucks eine Zeit vom Lesen, Reflektieren und Tagebuchschreiben.

Ist das verschwendete Zeit? Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mich für solche Tage zu rechtfertigen beginne. Doch eigentlich weiss ich es besser: Ich brauche diese Auszeiten, die Stille, das „an der Firma, nicht in der Firma“ Arbeiten, das Nachdenken über mich, die Unterbrechung vom Alltag, die Offenheit für Neues.

Ein guter Umgang mit sich selbst ist von zentraler Wichtigkeit, das wusste bereits König Salomo:

Was ich dir jetzt rate, ist wichtiger als alles andere:
Achte auf deine Gedanken und Gefühle,
denn sie beeinflussen dein ganzes Leben!
König Salomo

Glücksaufgabe

Vielleicht hast du das Glück wie ich, dass du deine (Arbeits)Zeit selbst einteilen kannst: Dann frag dich, wo du so eine Stille Stunde einbauen kannst.

Und wenn das bei dir nicht möglich ist, dann suche andere Wege, wie du den Alltag durchbrechen, über dich und das Leben nachdenken und dich für neues öffnen kannst.

Jobbst du noch oder …

… lebst du bereits deine Berufung?

Ein Drittel bis zur Hälfte des Tages verbringen wir bei der Arbeit. Ein Grossteil der restlichen Zeit des Tages geht drauf für Schlaf, Essen, Körperpflege und allgemeine Pflichten wie Steuererklärung ausfüllen, Staubsaugen oder Altpapier entsorgen …

In einer durchschnittlichen Arbeitswoche bleibt also gar nicht so viel frei einteilbare Zeit. Gut, wenn wir sorgfältig abwägen, was wir mit unserer Zeit anstellen: Familienzeit, gesellschaftliche Verpflichtungen, Vereinsaktivitäten und Zeit mit Freunden.

Doch hier geht es jetzt um den, an unserer Investition von Zeit und Energie gemessen, grössten Lebensbereich: Die Arbeit.

Martin Seligman, einer der Vordenker der Positiven Psychologie, schreibt in Der Glücks-Faktor:

Eine Berufung ist eine mit Leidenschaft erfüllte Selbstverpflichtung, um der Sache willen zu arbeiten.

Gestern Abend durfte ich einen Talk mit Könu Blaser moderieren. Ein innovativer Pastor, der seine Berufung lebt. Sein Vorbild inspiriert mich: Er hört auf sein Herz und verfolgt seine Spur, selbst wenn dies unpopuläre Entscheide nach sich zieht.

Trotz seinem Erfolg (als Autor, Leiter einer wachsenden, zeitgemässen Kirche oder auch als Coach, der europaweit andere Pastoren förderte), bleibt der Emmentaler bodenständig im besten Wortsinn: Er strahlt Bescheidenheit und Demut aus, liebt seine Familie, ehrt und wertschätzt andere Menschen und bleibt ein Lernender.

Ich brauche Vorbilder wie Könu, die ihre Berufung, auch trotz Widerständen, leben.

Denn: Manchmal wäre es tatsächlich einfacher, bloss einem Job nachzugehen, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

Oder an der eigenen Karriere zu basteln, um möglichst zu mehr Geld und Prestige zu kommen.

Doch was weder Job noch Karriere bieten können, bringt uns das Ausleben unserer persönlichen Berufung.

Das Wort „Selbstverpflichtung“ im Seligman-Zitat mag uns nicht sehr sympathisch sein. Der Wortteil „Pflicht“ ist negativ geprägt,  tönt mehr nach Last als Lust.

Was meint Seligman damit? Es geht bei Berufung um eine freiwillige Entscheidung unserer Leidenschaft zu folgen – egal was es kostet, egal was es an Lohn und Prestige einbringt.

„Selbstverpflichtung“ mag ein Wort sein, das uns nicht beflügelt. Doch pass auf, dass du deswegen nicht den Sinn dahinter verpasst: Berufung heisst, seinem Herz zu folgen und wegen unserer Überzeugung zu arbeiten – nicht primär wegen Geld und Ruhm!

Und das ist die edelste und erfüllendste Art, wie wir unser Arbeitsleben gestalten können: Arbeitszeit ist auch Lebenszeit! Und zwar einen sehr grossen Teil unserer Lebenszeit.

Stell dir vor, du gehst in dieser Zeit bloss einem Job nach, der dich nicht erfüllt.
Du bist am Abend müde und leer.
Wieder acht Stunden deiner Lebenszeit irgendwie verbracht.

Stell dir vor, du bastelst in dieser Zeit an deiner Karriere, die dein Herz nicht berührt.
Du bist am Abend reicher, aber auch müde und leer.
Wieder zehn Stunden deiner Lebenszeit auf Äusserlichkeiten gesetzt.

Stell dir nun vor, du lebst in dieser Zeit deine Berufung, gehst deiner Leidenschaft nach.
Du bist am Abend auch müde, aber erfüllt, weil du deinem Herzen folgst.
Wieder acht oder zehn oder gar zwölf Stunden deiner Lebenszeit das gemacht, wofür du bestimmt bist!

Jobbst du noch oder lebst du bereits deine Berufung?

Glücksaufgabe

Hand aufs Herz – hast du beim Lesen gerade gedacht: „Ach, Stef, du kannst schon schreiben! Irgendwie muss ich ja meine Familie durchbringen und die Welt wartet nicht darauf, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf mache …“

Berufung zum Beruf zu machen, ist tatsächlich in der Alltagsrealität herausfordernd und wird uns selten in den Schoss gelegt.

Darum die heutige Glücksaufgabe: Wie kommst du in kleinen Schritten deiner Berufung und deinem Traumjob näher? Wer könnte dich auf diesem Weg begleiten? Ist es vielleicht Zeit für einen Coaching-Prozess?

Bleibe neugierig!

Heute Morgen stecke ich zusammen mit meiner Frau und mit einem Team, mit dem zusammen ich eine Konferenz veranstalte, in einem genialen Workshop der Habegger Academy.

Titel des Workshops: Mediale Erlebniswelten.

So spannend der Titel, so spannend auch der Inhalt. Wir lernen, wie nachhaltige Wirkung entsteht und wie das Zusammenspiel zwischen dramaturgischen, kreativen und technischen Komponenten gelingen kann.

Würdest du am liebsten den Platz mit mir tauschen und jetzt an meiner Stelle hier sitzen und entdecken, wie du multimediale Erlebniswelten schaffst?

Wenn ja, kein Problem: Diese Workshops gibt es immer wieder und kosten nur einen Spottpreis.

Wenn nein, kein Problem: Wenn das nicht deine Welt ist, dann bleibe auf einem anderen Gebiet neugierig!

Weiterbildung macht glücklich

So sehr die Grundausbildung unglücklich machen kann, steckt in der (richtig – und vor allem selbstmotiviert – gewählten) Weiterbildung das Potenzial, uns glücklich zu machen.

Glückliche Menschen sind neugierig. Sie wollen Neues entdecken, ihren Horizont erweitern, einen Blick über den Tellerrand hinauswerfen und sie wollen lernen.

Während in meiner Schul- und ersten Berufsbildung oftmals die Frage im Raum stand, wo in meinem Leben dieses Wissen später mal zur Anwendung kommen sollte, waren all meine späteren Aus- und Weiterbildungen stark anwendungsorientiert.

Ich war intrinsisch motiviert (Jahrzahlen und griechische Wörter auswendig zu lernen, war zwar auch nicht gerade das Highlight meiner theologischen Ausbildung – aber ich wollte genau diese Ausbildung und sah den Nutzen für mein weiteres [Berufs]Leben.)!

Meine Welt wurde grösser – und trotzdem konnte ich mich mehr und mehr fokussieren auf meine Berufung!

Ich konnte eigene Gedanken entwickeln, Zusammenhänge entdecken und immer wieder sofort im (Berufs)Alltag umsetzen, was ich lernte.

Möglicherweise bist du auch da ganz anders als ich: Vielleicht interssieren dich gerade fremde Sprachen oder Zahlen, vielleicht sprechen dich mehr die Theorien als die Anwendung davon an, vielleicht faszinieren dich Betreuungsthemen oder du blühst im Lesen von Finanzberichten auf.

Egal! Hauptsache: Du bleibst neugierig!

Gerade habe ich von einem jungen Paar gehört, das seine Zelte abbricht, eine Asienreise macht und dann ein Jahr in eine Art modernes Kloster geht. Mutig, spannend, Horizont weitend.

Neues entdecken, heisst leben!

Neugierig bleiben, heisst sich weiterzuentwickeln!

So gewinnt das Leben an Intensität, du fällst weniger schnell in einen Alltagstrott, wirst dankbarer und wohl auch demütiger (oder mit Albert Einstein gesagt: „Je mehr ich weiß, desto mehr erkenne ich, dass ich nichts weiß.“)

Glücksaufgabe

In welche dir fremde Welt willst du eintauchen um Neues zu entdecken? Wann machst du es?

Welche Weiterbildung, Reise oder (neue) Freizeitbeschäftigung könnte genau die richtige für deine aktuelle Lebensphase sein?

Wage Neues, bleibe neugierig!

Als in Studen die Uhr stehen blieb

Heute ist in meinem Dorf ein Freudentag: Das unsägliche Leid der letzten Monate hat ein Ende gefunden. Die Uhr am alten Schulhaustürmchen funktioniert wieder!

Den Kredit zur Reparatur hatten wir im Gemeinderat schon längst gesprochen, Lieferschwierigkeiten der beauftragten Firma führten jedoch zu diesem wochenlangen zeitlosen Zustand in Studen.

Dies führte natürlich dazu, dass sich die netten bis weniger netten und witzigen Bemerkungen immer mehr häuften und wir in Studen schon etwas zur Lachnummer wurden: „Wenn ich im Lotto gewinne, werde ich Studen einen neue Turmuhr spendieren“, schrieb mir beispielsweise jemand von ausserhalb.

Aber die Situation hat auch ihr Gutes: Unsere Kinder hatten immer eine Entschuldigung, wenn sie zu spät nach Hause kamen. „Ah sorry, die Uhr hatte erst viertel vor sechs.“

Und ich staunte, wie hartnäckig unser Hirn doch ist. Ich wusste ja schon längst, dass die Uhr nicht mehr funktioniert. Und doch schaute ich bei jedem Vorbeigehen darauf und wollte mich versichern, ob ich pünktlich zum nächsten (Sitzungs)Termin oder zur Zugsabfahrt unterwegs bin.  „Ach ja, es ist immer noch viertel vor sechs.“

Doch heute ändert sich alles: Die Uhr funktioniert wieder, die Zeit geht auch in Studen wieder ihren normalen Lauf.

Im Jetzt leben

Eine stehengebliebene Uhr zeigt immerhin zwei Mal am Tag die richtige Zeit an. Da ist es bei uns Menschen schon etwas komplizierter: Bei uns ist es möglich, dass unser Lebensgefühl noch viel seltener „im Moment“ ist.

Immer ein Tick zu spät oder schon einen Schritt voraus. Kennst du das?

Es gibt Menschen, die klammern sich mit verklärtem Blick an die Vergangenheit:
„Früher war alles besser!“
„Als die Kinder klein waren, hatten wir es als Familie noch gut.“
„In meinen ersten Berufsjahren hatte ich noch nicht so einen grossen Druck.“
„Wie toll war es, als mein Körper diese langen Bergwanderungen noch zuliess …“

Die andere Gruppe Menschen besteht aus denen, die gedanklich immer schon in der Zukunft leben:
„Wenn ich Abteilungsleiter werde, kann ich endlich umsetzen wovon ich träume“.
„Sind die Kinder endlich aus dem Haus, wird unsere Ehe neu aufleben.“
„Bin ich erst einmal finanziell abgesichert, werde ich mein Leben geniessen.“
„Wenn ich …, dann …!“

Im GlücksBuch schreibe ich dazu:

Beide, der Visionär und der Nostalgiker, haben im Grunde dasselbe Problem: Die Gegenwart kann nie so gut sein, wie die Vergangenheit es war oder die Zukunft es sein wird. Natürlich malt der Nostalgiker die Vergangenheit in seinen Gedanken farbiger, als sie in Wirklichkeit war. Und ganz bestimmt malt sich der Visionär die Zukunft vollkommener aus, als sie in der realen Welt sein wird.

„The time is now!“ habe ich letzte Woche in einem Referat gehört. Das muss ich mir immer wieder sagen. Als Visionär neige ich dazu, in der Zukunft zu leben. Aber was zählt, ist der Moment:
„Ich fokussiere mich auf diese Begegnung gerade hier und jetzt.“
„Die Arbeit, die ich jetzt gerade tue, ist jetzt meine Priorität.“
„Die Zeit mit meinen Kids verdient jetzt meine volle Aufmerksamkeit.“
„Meine Ehe pflege ich jetzt – nicht erst in fünf Jahren.“
„Ich lebe im Moment.“

Der Visionär muss sich quasi zurück in die Gegenwart holen. Bist du eher ein Nostalgiker? Dann halte nicht fest an der Vergangenheit, sondern mach einen Schritt vorwärts, komm in die Gegenwart!

Die Zeit ist jetzt!

Glücksaufgabe

Zu was neigst du eher – dem verklärten Blick in die Vergangenheit oder zur rosaroten Zukunftsbrille? Versuche heute jeden Augenblick bewusst zu leben. Versuche zum Beispiel die Person, die dir gerade jetzt gegenübersteht als die wichtigste Person auf Erden zu behandeln.

 

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Die Stürme des Vaterseins

Wir Eltern sind ja manchmal ganz schön irrational, wenn es um unsere Kinder geht. Das beobachte ich durch alle Gesellschaftsschichten hindurch. Ich denke zum Beispiel an eine Kinderärztin, die sich gewohnt ist, im Notfall rasch und rational zu agieren. Und das tut sie auch. Normalerweise. Wenn es nämlich um ihre eigenen Töchter geht, ist diese intelligente Frau plötzlich wie verwandelt: Sie ist zutiefst unsicher und beängstigend hilflos.

Dieses Phänomen lässt sich auch bestens an der Schule erkennen: Da spielt es keine Rolle mehr, ob jemand Verkäufer, Familienfrau, Psychiater oder Serviceangestellte ist. Wenn es um die eigenen Kinder geht, sinkt die Fähigkeit zur Selbstreflexion in den Keller und es wird mit fragwürdigen Mitteln für jeden erdenklichen Vorteil des eigenen Nachwuchses gekämpft.

Natürlich kenne ich als Vater solche Situationen auch. Da wird mein Sohn zu Recht oder zu Unrecht angegriffen und es ist, als würde jemand in mir den „Turbo Booster“ drücken. Innert Sekunden fühlt es sich an, als würde ich zum wilden Tier mutieren. In einem solchen Moment hat ein Hauswart einmal all meine Aggressionen verbal zu spüren bekommen. Dieser stand ganz erschrocken neben mir, weil er mich noch nie derart in Rage erlebt hatte.

Ein anderes Mal sass ich in unserem Garten, während mein Sohn mit einem Freund auf dem Gemeinschaftsrasen Fussball spielte. Wenn kleine Jungs leidenschaftlich spielen, gibt es natürlich auch entsprechende Nebengeräusche – aber es ist ja Mittwochnachmittag und aus Sicht des Vaters liegt der Lärm im normalen Toleranzbereich. Der Nachbar auf dem Balkon des 2. Stockwerks sah dies anders, brüstete sich auf und schrie meinen Sohn an mit Worten, die wir hier lieber nicht wiedergeben wollen.

Inzwischen sass ich natürlich auch nicht mehr ruhig in meinem Garten und wies meinen Nachbarn „in aller Liebe“ darauf hin, dass die Kinder doch am Mittwochnachmittag hier spielen dürften.

Spannend finde ich, was es in uns als Väter (und Mütter) auslöst, wenn unser Kind schlecht behandelt oder kritisiert wird. Wahrscheinlich ist ja diese Reaktion genauso „von der Natur“ gedacht, damit wir unsere Kinder bei einem Angriff mit aller Kraft verteidigen.

Nur leben wir aber inzwischen nicht mehr in der freien Natur und ich musste meine Kinder bis jetzt noch nie vor einem Raubtier beschützen. Und da frage ich mich, wie ich mit diesen teils sehr irrationalen Gedanken und Gefühle konstruktiv umgehen kann. Ich will ja eigentlich nicht zum Tier mutieren, wenn ich den Eindruck habe, meine Tochter wird von ihren Lehrpersonen ungerecht behandelt.

Ich habe die Lösung noch nicht (abschliessend) gefunden und ich vermute, dass der „Turbo Booster“ Teil meines Vaterseins bleibt – mindestens bis unsere Kinder volljährig sind. Was ich aber schon herausgefunden habe: Wenn ich zu lange kein persönliches Timeout habe, werde ich viel schneller reizbar und stehe in Gefahr zur Überreaktion.

Mein persönliches Timeout, meine wöchentliche Tankstelle, hilft mir Stress abzubauen und die Alltagsprobleme mit etwas Distanz aus einer anderen Perspektive zu sehen. Es sind meine 2-3 Stunden, in denen ich Stille geniesse, mir Zeit fürs Lesen, Beten und Tagebuchschreiben gönne. Dieses Timeout hält mich – in der Regel – auch in stürmischen Zeiten über Wasser.

Glücksaufgabe

Diese Timeouts und Tankstellen sind ja oft umkämpft und stehen in Konkurrenz mit all den Aktivitäten, die wir am Laufen zu halten haben. Trotzdem: Wo kannst du dich – auch wenn es nur für paar Minuten ist – regelmässig aus der Alltagshektik herausnehmen, um die innere Balance nicht zu verlieren?

 

Diesen Artikel erschien zuerst im Magazin Family, wo ich in der Rubrik Tankstelle regelmässig über meine „Vatergefühle“ schreibe.  

Bin ich glücklich?

Willkommen zur Stunde der Wahrheit: Wie steht es um dein Glück? Wie glücklich erlebst du dich in deiner aktuellen Lebensphase?

Heute ist internationaler Tag des Glücks und darum erscheint mein Blogartikel diese Woche auch etwas früher als sonst. Und darum stell ich mir heute die Frage: Bin ich eigentlich glücklich?

Glück ist nicht einfach ein Gefühl, auch nicht wirklich ein Zustand. Glück ist vielmehr eine Lebenseinstellung und hat mit meiner täglichen Entscheidung zu tun, mein Leben aktiv zu gestalten und die an mich gestellten Aufgaben positiv anzupacken.

Natürlich wünsch ich mir, dass Gefühle, Gedanken und meine Einstellung im Einklang zueinander sind. Glück fühlt sich durchaus gut an. Doch Glück ist eben auch mehr als ein gutes Gefühl. Glücksgefühle fallen einem manchmal überraschend zu – aber was, wenn sie ausbleiben?

Darum frage ich dich jetzt nicht bloss: Fühlst du dich glücklich? Sondern lade dich zu einer etwas differenzierteren Bestandesaufnahme anhand vom ShalomLeben-Windrad ein:

Die Nabe: Bewusste Selbstführung

Glückliche Menschen sind mit sich im Reinen, blicken optimistisch in die Zukunft und pflegen einen dankbaren und achtsamen Lebensstil.

Wo bist du mit deinem Umgang mit dir selbst zufrieden?

Was erlebst du im Zusammensein mit dir selber als schwierig?

Wo siehst du Wachstumspotenzial für eine bewusste Selbstführung?

Rotorblatt: Erfülltes Liebes- und Familienleben

Glückliche Menschen verbringen viel Zeit mit Menschen, die ihnen wichtig sind. Sie pflegen Freundschaften und gestalten ihr Liebes- und Familienleben aktiv.

Was läuft gut in deinem Liebes- und Familienleben?

Was erlebst du als schwierig, wenn du an dein Liebes- und Familienleben denkst?

Welches Entwicklungspotenzial entdeckst du?

Rotorblatt: Sinnerfüllte Tätigkeit

Glückliche Menschen gehen einer Aufgabe nach, die ihren Talenten und Interessen entspricht und mit der sie einen Unterschied auf dieser Welt machen können.

Wo kannst du deine Stärken einbringen? Was erlebst du positiv an deiner Arbeit?

Was bremst dich in deiner beruflichen Entwicklung?

Welchen Handlungsbedarf kannst du identifizieren?

Rotorblatt: Reiches Sozialleben

Glückliche Menschen bringen sich als aktiven Teil in die Gesellschaft ein – sei dies in Beziehungen oder in freiwilligem Engagement für ihre Mitmenschen.

Welche Freunde oder Gruppen tun dir richtig gut? Wo erlebst du ein positiv-förderndes Umfeld?

Was ist schwierig, wenn du an dein Sozialleben denkst?

Was würde dir helfen, diesen Bereich weiterzuentwickeln?

Der Wind: Gelebte Spiritualität

Glückliche Menschen verstehen sich als Teil des grossen Ganzen. Ihr Leben hat Bedeutung, weil sie sich im Dienst einer höheren Sache verstehen. Der Wind, der unser ShalomLeben-Windrad antreibt, steht für die Sinnhaftigkeit in unserem Sein.

Wo erlebst du dein Dasein als sinnvoll? Wie erlebst du Verbundenheit  mit dem Höheren?

Wo erlebst du deine Spiritualität gerade nicht als sehr tragfähig?

Welches Entwicklungspotenzial erkennst du in diesem Bereich?

Meine Glücksbillanz fällt heute nicht nur positiv aus – es gibt durchaus Bereiche, die ich gerade als schwierig erlebe. Doch: Glückliche Menschen sind gesünder und einfach angenehmere Zeitgenossen. Glücklichsein steht dir und mir! Und darum will ich mich auf das fokussieren, was positiv läuft und was ich selbst gestalten kann.

Glücksaufgabe

Und wie fällt deine Glücksbillanz heute am Tag des Glücks aus? Freu dich an all den positiven Punkten und nimm dir in 1-2 Bereichen einen kleinen nächsten Entwicklungsschritt vor.

Du willst dich eingehender mit deinem eigenen Glück beschäftigen? Dann findest du Anregungen hier im GlücksBlog. Zusätzlich empfehle ich dir mein Buch, in dem ich das ShalomLeben-Windrad und die Glücksaktivitäten ausführlich vorstelle:

Glück finden – hier und jetzt 
Das praktische GlücksBuch von Stefan Gerber jetzt bestellen.
Adonia Verlag, CHF 19.80, ISBN 978-3-03783-104-5
184 Seiten
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Mir gefällt das Buch von Stefan Gerber besonders gut, weil er es versteht, das Thema «Glück» verständlich, für alle nachvollziehbar und mit guten Beispielen versehen, zu beschreiben. Die Symbolik mit dem ShalomLeben-Windrad, der starken Nabe für die starke Selbstführung zeigt deutlich auf, dass wir zum grössten Teil selber Gestalter des eigenen Glücks sind. Ein praktisches (Arbeits)Buch für die Menschen, welche das Glück bereits gefunden haben oder noch auf der Suche danach sind.
Beat Rüfli, Geschäftsinhaber bizfit / Leiter Netzwerk santé&entreprise