Trump, Schläpfer und die Ehe für alle

Der Andersdenkende ist kein Idiot,
er hat sich eben eine andere Wirklichkeit konstruiert.

Paul Watzlawick 

Die letzten zehn Tage lieferten wunderbares Anschauungsmaterial über den Zustand unserer Diskussions- und Streitkultur. Völlig verschiedene Themen, selbes Phänomen: Während einige wenige um eine sachliche, differenzierte Sichtweise bemüht sind, schiessen viele andere einen giftigen Pfeil nach dem anderen los, um entweder den eigenen Standpunkt lauthals klar zu machen oder um bewusst „den Feind“ empfindlich zu treffen.

In der direkten, persönlichen Begegnung mit dem Andersdenkenden gehen die Wogen in der Regel nicht ganz hoch – soviel Anstand ist uns noch geblieben. Es ist für viele auch eine (gesunde) Hemmschwelle, jemandem, der uns gegenüber sitzt, den wir persönlich kennen gelernt haben und mit dem uns vielleicht sogar eine Freundschaft verbindet, ehrverletzende Giftpfeile ins Gesicht abzufeuern.

Anders ist das in den Begegnungen in der digitalen Welt. Getarnt hinter dem sicheren Bildschirm, ausgerüstet mit der kraftvollen Tastatur wird der Mensch zum Tier. In E-Mails wurden mir schon Dinge zugemutet, die hätte mir der Absender in einem persönlichen Gespräch niemals an den Kopf geworfen.

Doch das war gestern, heute sind wir noch einen Schritt weiter: Debattiert wird heute auf Facebook. Und da verlieren einige nette Zeitgenossen tatsächlich hin und wieder jeden Sinn für Anstand. Man vergisst scheinbar, dass das, was man gerade in die Tastatur hämmert, nicht nur auf dem eigenen Bildschirm wiedergegeben wird, sondern häufig rund um den Globus „bestaunt“ werden kann.

Je anonymer umso besser: Während man auf Facebook noch mit seinem Namen für seine Meinungsbekundungen hinstehen muss, gibts in den Online-Kommentaren kein Halten mehr: Jede und jeder kann da unter einem Pseudonym seinen Frust loswerden und den Andersdenkenden verunglimpfen.

Wären Facebook und Online-Kommentare eine Art Klagemauer, an denen man Wahlniederlagen, Entlassungen oder andere Meinungen bedauern würde, könnten sie vielleicht sogar eine reinigende Wirkung haben – wie ein Gewitter nach einem Hitzetag.

Doch so scheint es mir selten zu sein. In der Regel arten die Äusserungen in regelrechte Grabenkämpfe aus und jeder Blitz dieses Gewitters ist ein Schlag ins Gesicht des Andersdenkenden. Geschrieben ist schnell, manchmal schneller als reflektierte Gedanken möglich sind, ein Blitz folgt auf den nächsten.

Wir haben immer eine Meinung, zu allem. Und einige müssen diese auch immer unaufgefordert loswerden – und schon wird wieder etwas in die Tastatur gehämmert, was wenig respektvoll, dafür sehr verletzend für unsere Mitmenschen ist.

„Ich habe mir dazu noch keine Meinung gebildet, aber rufen sie mich in 10 Tagen wieder an“, so würde Bill Hybels hin und wieder Journalistenanfragen beantworten, hat er kürzlich gesagt. Wenn sich ein so einflussreicher Leiter einer globalen Bewegung leisten kann, nicht zu allem eine Meinung zu haben (oder mindestens keine Meinung, die er öffentlich bekunden muss), sollten vielleicht auch wir lieber einmal weniger als einmal zu viel eine Meinung haben, die wir unreflektiert in die Welt hinausposaunen.

Möglicherweise würden nun doch einige noch gerne wissen, was ich zu Trump, Schläpfer und die Ehe für alle denke. Nur so viel: Die Erfahrung der letzten Woche, aber auch meine Erfahrung über die letzten Jahre, zeigt mir, dass Andersdenkende tatsächlich nicht unbedingt Idioten sein müssen. Man kann aus guten Gründen zu einer differenzierten, unterschiedlichen Ansicht kommen. Und: Man kann sogar durch Nachdenken seine Meinung verändern und weiterentwickeln. Ist erlaubt, hat mir selbst schon geholfen!

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die lernt, andere Meinungen auszuhalten. Ich muss das selbst aber noch etwas üben …

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich Gesellschaft“.

 

"Mach dich verletzlich!"

Be courageous. Be vulnerable. –
Sei mutig. Sei verletzlich.
Brené Brown (am Global Leadership Summit 2015)

Das braucht schon etwas Mut: Vor tausenden von handlungsorientierten, erfolgshungrigen Leaders zu stehen und zu sagen „Mach dich verletzlich!“. Dann noch von einer Frau (da Frauen auf Führungsebene immer noch massiv untervertreten sind, müssen sie sich leider zuerst behaupten, bevor man(n!) ihnen lernwillig zuhört).

Auf jeden Fall hatte am Leadership Summit Dr. Brené Brown genau diesen Mut und war auch bereit, sich verletzlich zu machen. Zum Glück! Was für eine Botschaft für Menschen, die etwas bewegen wollen, grosse Träume haben, ihre Visionen in Teilziele einteilen und sich gewohnt sind, handfeste Strategien zu entwickeln. Leadership ist mehr als bloss ein paar Managementtechniken anzuwenden. Managen können wir Finanzen und Maschinen – aber nicht Menschen.

Brené Brown sagte: „Wir wollen mehr Liebe, Intimität, Zugehörigkeit und Freude. Der Weg dazu geht über Verletzlichkeit.“ Diese menschlichen Grundbedürfnisse, die Sehnsucht geliebt und angenommen zu sein, sind bestimmt nicht dort zu finden, wo wir zwischen uns und unseren Mitmenschen eine Mauer aufbauen. Geben wir uns distanziert, oberflächlich und stets kontrolliert, wird die Intimität in einer Partnerschaft ab- und nicht zunehmen.

Doch diese Tatsache ist nicht nur auf unser Liebes- und Familienleben beschränkt. Sie zählt ganz allgemein für unseren Umgang mit Menschen – auch als Chef. Die allermeisten Menschen suchen nach Nähe, Zuneigung und einem Ort, wo sie dazugehören. Und dies werden wir erst erfahren, wenn wir uns öffnen und uns daher auch verletzlich machen.

Wie viele unnahbare Chefs kennen wir? Nur weil in der ganzen Firma alle per Du sind (weil das mal an einem Motivationsseminar so aufgezwungen wurde), heisst das noch nicht, dass eine Kultur der Zugehörigkeit, Wertschätzung und ja, sogar eine Kultur der Liebe herrscht (der Unterschied von einem guten zu einem Spitzenteam macht der Umgang miteinander, die gegenseitige Liebe, aus!). Es braucht echte Leaders, um eine solche Kultur aufzubauen. Menschen, die nicht Offenheit diktieren, sondern leben! Menschen, die bereit sind, zu scheitern – und auch dazu zu stehen. Menschen, die den Mut haben, sich auch von einer verletzlichen Seite zu zeigen.

Und dazu gehört auch, dass wir uns in Konfliktsituationen nicht einfach zurückziehen. Wie oft hat mir mein Bauchgefühl gesagt, dass etwas nicht stimmt. Und wie selten habe ich die Situation wirklich angesprochen. Ich wollte die Wahrheit im Grunde gar nicht wissen. Aus Angst vor Ablehnung, blieb ich lieber in der Ungewissheit.

Aber genau das ist eine grosse Gefahr. Brené Brown zeigte an Hand einer persönlichen Geschichte aus ihrem Ehe- und Familienalltag auf, dass wir dazu neigen, die fehlende Stücke einer Story selbst zusammenzubasteln. Sprich: Da gibt es eine irritierende Situation im zwischenmenschlichen Bereich und ohne nachzufragen fertigen wir unsere eigene Version der Geschichte zusammen. Unser Hirn glaubt zu wissen, warum der andere jetzt gerade so gehandelt hat. Doch unser Hirn kann leider nicht ins Hirn des anderen gucken und so passiert, was in den meisten Konflikten geschieht: Durch Fehlinterpretation eines Verhaltens fühlen wir uns zurückgewiesen, ziehen uns danach selbst zurück und statt mehr Intimität wächst eine Distanz zwischen uns.

Darum: Die Liebe gewinnt, wenn wir den Mut haben, uns verletzlich zu machen. Uns selber reflektieren, unsere Emotionen klären, einen Schritt auf den anderen zu gehen und Unangenehmes anpacken und so eine neue Kultur in unserer Partnerschaft, Familie, Organisation und Firma implementieren.

KONKRET

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Glück in der Liebe

Bei einer/m Anderen wächst das Gras nicht grüner.
Das Gras ist dort grüner, wo du giesst.
Shauna Niequist

Der Mythos hält sich hartnäckig: Was das Glück in der Liebe angeht, sind wir gnadenlos dem Zufall und den Schmetterlingen, die mal in diese und dann wieder in die andere Richtung fliegen, ausgeliefert. Und das führt dann zur verherenden Schlussfolgerung: Meine (Verliebtheits-)Gefühle bestimmen mein (Liebes-)Verhalten.

Genau in die gegenteilige Richtung zielt das obige Zitat: Nein, bei einer anderen Frau, bei einem anderen Mann, wächst das Gras auch nicht grüner – sprich: auch dort entspricht nicht einfach alles meinen Idealbildern, oder besser: Illusionen. Das Gras ist dort grüner, wo wir giessen – sprich: wir sind nicht einfach machtlos unseren Gefühlen ausgeliefert, sondern wir können unsere Gefühle beeinflussen, indem wir uns überlegen, wo wir uns investieren.

Wo ich Gedanken, Zeit und Energie investiere, wächst eine innere Verbundenheit. Und da stellt sich natürlich die Frage: Wo fliessen all meine Gedanken und meine Energie hin? Wer oder was steht da in Konkurrenz zu meiner Frau?

Darum: Wenn ich hier von Glück in der Liebe schreibe, geht es nicht ums Zufallsglück (engl. Luck), sondern um Glück im Sinn von Zufriedenheit (engl. Happiness).

Investition Nr. 1: Unsere Kommunikation

Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir in das Glück unserer Liebe investieren können. Gemeinsam ist den verschiedenen Varianten, dass sie alle ein Mindestmass unserer Aufmerksamkeit, unserer Gedanken, Energie und Zeit erfordern.

Aus meiner Sicht ist der (Un)Glücksförderer Nr.1 in den meisten Partnerschaften die Kommunikation. Worte können so viel anrichten – positiv wie negativ! Während uns die positive Kommunikation in der Verliebtheitsphase regelrecht zum Aufblühen treibt, droht unsere Liebe in der knappen Alltagskommunikation einzugehen. Woher hatten wir in der Verliebtheitsphase nur all diese Zeit und Energie? Hatte es wohl einfach mit der Neugier und dem Interessen am Gegenüber zu tun?

Wenn ja, dann gilt es, auch nach Jahrzehnten Ehe/Partnerschaft, das Interesse am Partner hochzuhalten. Wie kann das gelingen?

Eine wertvolle Hilfe finde ich das folgende Kommunikationsmodell. Und zwar ist es eine Weiterführung der Idee des aktiven Zuhörens. Im Wesentlich geht es darum, wie wir reagieren, wenn uns unser Partner etwas mitteilt. Martin Seligman schreibt dazu in seinem Buch Flourish: „Es gibt vier grundlegende Arten zu reagieren, von denen nur eine Art eine Beziehung aufbaut.“

Bestimmt haben Sie sofort herausgefunden, welche der vier Reaktionsmöglichkeiten die aufbauende ist. Und welche Form wählen Sie gewöhnlich in der Kommunikation mit Ihrem Partner oder mit Ihren Kindern? Bei mir ist es leider viel zu oft die „passiv-konstruktive Art“. Ich bin mit vielem Anderem beschäftigt und nehme mein Gegenüber bloss zur Kenntnis, statt dass ich durch konkretes Nachfragen aktiv Anteil nehme und meiner Frau damit Wertschätzung gebe und sie ermutige.

Glück in der Liebe ist kein Zufall. Unsere Zufriedenheit in der Liebe hängt in starkem Mass mit unserer Investition in die Beziehung zusammen!

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

  • Welche Investitionen in Ihre Partnerschaft planen Sie für die kommenden Monate? Hier drei entsprechende Veranstaltugnstipps:
    – „Z’Morge für Paare“ im Rahmen der Marriage Week:
    Sa, 31. Januar 2015 in Studen
    Timeout-Weekend für Paare:
    11. + 12. April 2015 im Zentrum Ländli
    – Relax-Wochenende für Paare:
    19. – 21. Juni 2015 im Zentrum Ländli
  • Weitere Artikel zur Paar-Kommunikation.
  • Buchtipp: Der Glücks-Faktor sowie Flourish von Martin Seligman.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Sich (miss)verstehen

Um sich zu verstehen, brauchen die Menschen nur wenige Worte.
Viele Worte brauchen sie, um sich nicht zu verstehen.

Indianische Weisheit

„Unsere Ehe-Kommunikation hat mal wieder nicht funktioniert“, leicht resignierend und etwas frustriert versucht mir eine Bekannte zu erklären, warum sie sich erst jetzt für einen Anlass anmeldet. Kaum 24 Stunden bevor es losgehen soll und wir natürlich schon alles organisiert haben.

Ein klassisches Missverständnis: Auf die Aufforderung ihres Mannes hin, hat sie den Termin in ihrer Agenda notiert. Dabei ging jedoch vergessen, zu klären, wer sich bei uns, dem Veranstalter des Anlasses, melden würde.

Leider ist der Alltag voll von solchen und ähnlichen Missverständnissen. Gerade der Paaralltag bietet hier einen fruchtbaren Nährboden, der zu einem furchtbaren „Aneinander-Vorbei-Kommunizieren“ führen kann.

Störfaktore erkennen

Dank Kommunikationswissenschaftler wie Schulz von Thun wissen wir, dass es auf dem Weg zu einer gelingenden Kommunikation mehrere Hindernisse gibt. So erinnert uns das 4-Ohren-Modell daran, dass sich unser Kommunizieren nicht nur um die Sache selbst dreht, sondern auch immer eine Beziehungsebene hat und zudem spielen unsere Erwartungen an den anderen eine wesentliche Rolle. Nicht zu unterschätzen gilt es im Weiteren meine eigene Verfassung: Bin ich gereizt? Fühle ich mich schon im Voraus in einem Minus? Oder ist mein Grundgefühl eher von Arroganz und dem Wunsch, die anderen herumzudirigieren, geprägt?

All diese Faktoren zeigen, dass in jeder Kommunikation neben dem sachlichen Informationsaustausch sofort auch immer unsere Emotionen mitspielen. Und ein kurzer Selbsttest zeigt mir, dass die emotionale Seite der Kommunikation die sachliche Seite häufig überlagert. Ich ertappe mich regelmässig dabei, dass ich in E-Mails lieber das lese, was da gar nicht steht (Was finde ich zwischen den Zeilen? Was will mir mein Gegenüber wirklich sagen? …) und dann interpretiere ich das, was da nicht steht, auch noch und schon habe ich mehr mit meiner Emotionalität zu tun als mit der Sache selbst.

Kennen Sie das? Solche Prozesse geschehen ja meistens unbewusst, doch die unpersönliche und oft hastige Kommunikation mit den neuen Technologien lädt uns geradezu ein, zwischen den Zeilen zu lesen und zu interpretieren. Die Kommunikation in der persönlichen Begegnung scheint mir da etwas einfacher zu sein, weil es weniger Spielraum zur Interpretation gibt, resp. viel einfacher abgetastet oder direkt nachgefragt werden kann.

Nun, der Interpretationsspielraum bei der Kommunikation mit den neusten Technologien mag ein möglicher Störfaktor sein. Natürlich gibt es davon noch viele weitere. Gerade in der Kommunikation als Paar gilt es, herauszufinden, was das gemeinsame Gespräch behindern könnte:

  • Falscher Zeitpunkt?
    Z.B. weil die Kinder gerade kein persönliches Gespräch zu zweit zulassen.
  • Falsche Tageszeit?
    Z.B. weil einer der beiden zu müde ist nach dem anstrengenden Arbeitstag.
  • Falscher Ort?
    Z.B. weil die Ablenkung hier zu gross ist.
  • Falsche Voraussetzung?
    Z.B. weil die Stimmung bereits gereizt ist.

Das Bewusstsein von möglichen Störfaktoren ist der erste Schritt zu einer verbesserten Kommunikation. Wenn es uns dann noch gelingt, diese Störfaktoren aus dem Weg zu räumen, werden die Missverständnisse weniger.

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

  • Unser Seminar zum Thema: Was ich dir eigentlich sagen wollte… …oder die Kunst einer gelungenen Paar-Kommunikation.
  • Eine wohltuende, ganzheitliche und alltagstaugliche Auszeit für Paare – das ist unser Timeout-Weekend für Paare. Immer am ersten Weekend im April.
  • Weitere Artikel zur Paar-Kommunikation.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

You've got mail!

Wer meint, ständig verfügbar (erreichbar) sein zu müssen, 
wird eines Tages überhaupt nicht mehr verfügbar sein.
Stefan Gerber

Eine US-Studie sagt, dass sich das Kommunikationstempo seit 1825 um das 10-Millionenfache und das Reisetempo um das Hundertfache beschleunigt hat. Dieses Tempo hat seinen Preis: Die Zunahme der Informationsflut, die ständige Erreichbarkeit, Multitasking und damit verbunden der immer höhere Zeitdruck sorgen für eine ungesunde Beschleunigung „dank“ der digitalen Kommunikationsformen. Nicht nur deswegen, aber eben auch deswegen, hat der mentale Stress am Arbeitsplatz in den letzten 20 Jahren enorm zugenommen. Und als Folge von solchem Stress erleben wir seit einigen Jahren eine drastische Zunahme von psychischen Erkrankungen.

Während meine ersten Erinnerungen an „You’ve got Mail“ auf Grund des gleichnamigen Filmes mit Tom Hanks und Meg Ryan eher mit romantischen Gedanken verbunden sind, wird heute die Meldung von noch mehr neuer E-Mails im Posteingang von vielen als Bedrohung wahrgenommen. Tatsächlich ist die Überflutung des Maileingangs in immer mehr Jobs zu einer echten Belastung geworden.

So kommt es nicht selten vor, dass die Führungsperson im Familienurlaub am Strand liegend ihre geschäftlichen Mails checkt, nur um am ersten Arbeitstag nach den Ferien nicht unter der drückenden Last von Hunderten von neuen elektronischen Nachrichten zusammenzubrechen. Besser wäre jedoch, den ersten Arbeitstag bewusst „nur“ zur Abarbeitung der Mails zu nutzen und dafür während den Ferien wirklich abzuschalten. Erste Firmen entdecken diese Wichtigkeit des Abschaltens ihrer Mitarbeitenden und sperren zum Beispiel abends den mobilen Mailempfang (VW) oder verpflichten ihre Mitarbeitenden dazu, sich in den Ferien während mindestens fünf Tagen am Stück nicht in den Firmenserver einzuloggen (CS).

Was tun gegen die Mailflut?

Der Neurobiologe Joachim Bauer wird in der NZZ am Sonntag vom 5. Januar 2014 wie folgt zitiert: „Wir sollten über alle technischen Entwicklungen die Kontrolle behalten und uns nicht von ihnen beherrschen lassen. Das ist die Kunst, die es zu erlernen gilt.“

Somit geht es in erster Linie darum, dass wir technische Hilfsmittel als das nehmen, was sie eigentlich sind: Hilfsmittel. Wir sollen sie beherrschen und nicht sie uns. Doch das ist einfacher gesagt, als umgesetzt. Neben dem Arbeitsdruck ist im Umgang mit Mails nämlich noch ein anderes Phänomen zu beobachten: Selbst wenn es arbeitstechnisch nicht nötig ist, wandert unser Blick immer mal wieder in den Posteingang oder wir zücken auch in der Freizeit unser Smartphone um rasch die Mails zu checken.

Folgendes kann im Umgang mit Mails helfen:

  • Hinweise auf neue Mails deaktivieren (Symbole und Töne).
  • Fixe Zeiten für die Bearbeitung von Mails reservieren (wir rennen ja auch nicht ständig zum Briefkasten, um nach Post zu sehen).
  • Auf eine Tätigkeit konzentrieren (jede Unterbrechungen kostet uns Minuten, bis wir wieder konzentriert bei der eigentlichen Tätigkeit sind).
  • „24 h ohne“: Einmal pro Woche richtig abschalten und auf Mails, (Soziale) Medien und Dauerberieselung durch Online-News verzichten.

 

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Kommunikation mit Frustpotenzial

Zwei Dinge sind Zeichen von Schwäche:
Schweigen, wenn man reden müßte,
und sprechen, wenn man schweigen sollte.
Aus Persien

Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Unsere allgemeine Zufriedenheit wird massgeblich vom Gelingen oder Scheitern unseres Kommunizierens beeinflusst.

Wie schön ist es, sich mit seinen Gedanken und Gefühlen mitzuteilen und sich dabei von seinem Gegenüber verstanden zu fühlen? Auf der anderen Seite: Wie schmerzlich ist es, wenn es uns einfach nicht gelingt, uns so auszudrücken, dass das, was wir empfinden beim anderen ankommt?

Ob in der beruflichen Kommunikation, im Austausch mit Freunden oder im Reden zu zweit in einer Liebesbeziehung – überall warten einige Stolpersteine, die in unserem zwischenmenschlichen Kommunizieren zu unbefriedigenden Situationen führen können. Im internationalen beruflichen Umfeld können diese Stolpersteine mit den unterschiedlichen Kulturen und Sprachen zusammenhängen. Bei Freunden mag es zum Beispiel ein Hindernis sein, wenn unser Gegenüber lieber ununterbrochen von sich selbst spricht als uns auch mal Gelegenheit zu geben, uns auszudrücken.

Auch im Paaralltag sind die kommunikativen Hürden mannigfaltig. Einige mögen in der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau begründet sein. Andere liegen in den verschiedenen Prägungen, die wir von unserem Elternhaus mitbringen. Und natürlich spielt auch unser jeweilige Persönlichkeitsstil eine grosse Rolle.

In die Beziehung investieren

Letztes Wochenende durften meine Frau und ich an unserem Kommunikationsseminar wieder einmal mit zehn anderen Paaren über die Kunst des positiven miteinander Redens im Beziehungsalltag nachdenken. Dabei durften die Teilnehmenden an einer Frustwand, je eine für Männer und Frauen, das loswerden, was ein zufriedener Austausch hindert. Eindrücklich ist diese Übung schon nur darum, weil es bei so manchen ein befreiendes Aha-Erlebnis gibt: „Ich bin ja gar nicht der einzige, der das so erlebt!“ Oder: „Ah, das kennen andere auch?!“

Natürlich blieben wir nicht dabei, einfach den Frust abzuladen. Wir nahmen die frustrierenden Erfahrungen auf und versuchten ihnen entsprechende Lösungswege gegenüberzustellen. Und wir beschäftigten uns auch mit einigen Grundlagen zur Kommunikation. Natürlich darf da auch das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun nicht fehlen, das eindrücklich verdeutlicht, wie sehr unser Kommunizieren eben ein Beziehungsgeschehen ist.

Wenn unsere Beziehung im „grünen Bereich“ ist, fällt uns auch das gemeinsame Kommunizieren leichter. Ist die Beziehung grad etwas ausser Balance, stehen wir in Gefahr, alles Gesprochene zwischen den Zeilen zu deuten. Und je nachdem wie wir das Reden unseres Partners deuten, gerät unsere Beziehung weiter in Schieflage.

Ich muss also nicht einfach nur im richtigen Moment reden oder schweigen, ich muss auch in unsere Beziehung investieren. Was unternehmen wir, um unsere Paarbeziehung zu stärken? Wie kann ich meine Liebe so ausdrücken, dass es beim Partner auch ankommt? Was erleben wir gemeinsam? Und was möchte ich mit meinem Gegenüber teilen?

 

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Anders streiten

Glückliche Paare streiten kaum weniger oft und laut,
doch sie streiten anders.

Sonja Lyubomirsky (in: Glücklich sein)

Wenn wir Paare mit einem Ehevorbereitung-Coaching auf ihren grossen Tag hin begleiten, kommt es immer wieder zu diesem einen spannenden Moment: Wenn es im Gespräch um ihre Konfliktstrategien geht. Vorbereitend auf dieses Treffen beschäftigen sich Mann und Frau separat mit Fragen wie diesen:

  • Neigt ihr dazu, Gefühle (besonders negative) für euch zu behalten?
  • Sagt ihr einander, wenn ihr euch nicht verstanden fühlt?
  • Wer neigt eher dazu, mehr zu sprechen – Dinge anzusprechen?
  • Wie geht ihr vor, wenn Konflikte zu bereinigen sind?
  • Bist du zufrieden, wie ihr Differenzen bereinigt?

Auch wenn wir im Coaching dann nicht jede einzelne Frage durchgehen, sind die Gespräche höchstspannend und wertvoll. Es geht darum, dass jedes Paar einen eigenen, positiven Umgang mit Konfliktsituationen finden kann.

Eigentlich könnte jedes Paar, ob kurz vor dem Start in die Ehe, frisch verheiratet oder bereits eine halbe Ewigkeit zusammen, solche und ähnliche Fragen für sich selbst regelmässig besprechen. Doch wer tut das schon? Darum sind solche Angebote wie ein Ehe-Coaching, Ehe-Seminar oder auch unser Timeout-Weekend für Paare eine grosse Chance. Die besondere Stärke: Zu einem festen Termin werden Dinge angesprochen, die in der Hektik des Alltags unterzugehen drohen. Und: Weg von diesem Alltag kann ganz anders, unbelasteter über wesentliche Dinge gesprochen werden.

Wer kann schon in einer akuten Konfliktsituation die eigene Streitkultur reflektieren? Darum: Besser in einer guten Phase in die eigene Ehe investieren, als erst in schwierigen Momenten aktiv werden!

Vergebungsbereitschaft als Schlüssel

Zusammen mit meiner Frau darf ich die Ehe-Konferenz vom Forum Ehe + Familie moderieren. Im Vorgespräch mit Paaren, die wir an dieser Konferenz interviewen werden, durften wir spannende Storys kennen lernen. Auch wenn diese Paare in den unterschiedlichsten Umständen leben, ist mir eine Gemeinsamkeit aufgefallen: Jedes Paar hat auf die eine oder andere Art gesagt, dass Vergebungsbereitschaft zu einem wichtigen Schlüssel in ihrer Beziehung wurde.

Die Wichtigkeit der Vergebung hat Jesus schon vor 2000 Jahren seinen Zuhörern gepredigt. Und heute lehrt die Positive Psychologie, dass ein glücklicher Mensch ein Mensch ist, der vergeben kann. Ob für eine gesunde Partnerschaft, eine gute Stimmung am Arbeitsplatz oder einfach für unser Lebensglück: Wir müssen lernen zu vergeben.

So lange wir immer Recht haben wollen und die Schuldfrage ins Zentrum rücken, werden wir nachtragend. Und das stört jede Beziehung, besonders die Ehebeziehung. Aus der Störung wird eine Distanz und schlussendlich wohl eine Zerstörung: „Distanz und vor allem Rache machen Sie unglücklich, zerstören Beziehungen und können sich sogar negativ auf die Gesellschaft auswirken“, schreibt Sonja Lyubomirsky im Buch Glücklich sein.

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE ZUM THEMA

  • Wenn Sie das Thema dieses Artikels angesprochen hat, wird Ihnen auch unser nächstes Ländli-Seminar gefallen (4.-6. Okt. 2013): Was ich dir eigentlich sagen wollte… …oder die Kunst einer gelungenen Paar-Kommunikation.
  • Eine wohltuende, ganzheitliche und alltagstaugliche Auszeit für Paare – das ist unser Timeout-Weekend für Paare. Immer am ersten Weekend im April.
  • Gerne unterstützen wir Sie auch mit unseren weiteren Blogartikel zum Thema Partnerschaft sowie mit einem Coaching.
  • In unserem Online-Shop finden Sie unsere Buchtipps im Bereich Partnerschaft sowie das empfehlenswerte Buch Glücklich sein von Sonja Lyubomirsky.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Des Mannes leere Kästchen

Richtig verheiratet ist erst der Mann, der jedes Wort versteht,
das seine Frau nicht gesagt hat.

Alfred Hitchcock

Bei unserem letzten Timeout-Weekend für Paare (Männer sind anders, Frauen auch) „feierten“ wir die Unterschiede von Mann und Frau. Dabei stellte meine Frau das Konzept „Männer sind Waffeln, Frauen sind Spaghetti“ vor. Hier einige Gedanken aus dem Referat von Brigitte Gerber:

Dass Frauen und Männer anders sind, wissen wir. Trotzdem scheitern wir immer wieder daran, dass wir einander nicht verstehen und meinen der Partner müsse Dinge genauso anpacken wie wir oder eben genauso funktionieren wie wir selbst. Bilder können uns helfen das Verhalten von Mann bzw. Frau besser einzuordnen und einander mit mehr Verständnis und Gelassenheit zu begegnen.

Männer sind wie Waffeln

Männer verarbeiten ihr Leben in Kästchen. Wenn wir eine Waffel genau betrachten, sehen wir eine Menge einzelner Kästchen die voneinander getrennt sind. Das Bild ist typisch für die Lebensgestaltung von Männern. In jedes Kästchen passt nur eine Sache rein, also kommt die erste Alltagfrage in das erst Kästchen, die zweite in das nächste usw. Er macht eins nach dem andern und lässt sich dabei nicht stören…

Dafür gibt es einen Begriff: Soziologen nennen das „Kompartmentalisierung“. Das Leben und seine Aufgaben werden in verschiedene Abteilungen gepackt.

Der Mann ist von Natur aus ein Problemlöser. Er betritt ein Kästchen, schätzt das Problem ab und formuliert eine Lösung = fertig!
Er verbringt die meiste Zeit in den Kästchen, in denen er erfolgreich ist. Kästchen, die ihn verunsichern oder ihn als Versager dastehen lassen, ignoriert er.
In der Kommunikation sucht er ein Ergebnis. Wenn der Mann glaubt, dass das Gespräch mit seiner Frau erfolgreich werden wird, ist er sehr motiviert. Erscheint ihm aber das Gespräch sinnlos und er versteht sein Frau nicht, dann verliert er alle Motivation. Es macht sich Frust breit und es fallen Kommentare wie: „Hat das Gespräch überhaupt einen Sinn? Führt das noch zu was? Komm bitte zur Sach!“

Zusammenfassend gilt: Wenn Männer Probleme lösen können, dann fühlen sie sich am wohlsten. Darum verbringen sie die meiste Zeit mit dem, was sie am besten können und ignorieren das andere.

Frauen sind wie Spaghetti

Die Lebensbewältigung von Frauen gleicht einem Teller Spaghetti. Jedes Spaghetti berührt mindestens ein anderes Spaghetti, sie kreuzen sich oder gehen nahtlos ineinander über. So sehen die Frauen ihr Leben. Alles steht in Beziehung zueinander. Das Leben ist ein Prozess. Darum können Frauen oft mehrere Dinge gleichzeitig tun. Weil ihre Gedanken, Gefühle und Überzeugungen miteinander verbunden sind, können sie mehr Infos gleichzeitig verarbeiten.

Auch sie lösen Probleme, aber aus einer anderen Perspektive als Männer. Ein Problem einfach zu lösen ohne zusammenhängende Fragen zu klären, ist für die Frau nicht vorstellbar. Darum will sie auch immer alles ausdiskutieren und alle Ebenen eines Themas miteinander verbinden. Für sie bedeutet das überhaupt keine Anstrengung und wenn alle Aspekte miteinander in Beziehung gesetzt werden, kommt die Antwort auf eine Frage automatisch an die Oberfläche.

Das führt zu Stress in der Paarbeziehung. Während sie alle Verbindungen herstellt, springt er hektisch von Kästchen zu Kästchen und versucht dem Gespräch zu folgen. Ist das Gespräch beendet fühlt sie sich besser und er ist übermannt.

Unterschiedlich gemacht

Ein Störfaktor in der Beziehung zwischen Mann und Frau ist die Tatsache, dass Männer auch Kästchen ohne Worte haben. Darin sind Gedanken – z.B. aus der Vergangenheit, der Arbeit, angenehme Erfahrungen… – abgelegt, die sich aber nicht in Worte verwandeln. Sie haben für ihn eine besondere Bedeutung, aber er kann sie nicht kommunizieren und darum fühlt sich die Frau ausgeschlossen.

Es gibt auch noch die Kästchen, die sind einfach leer, es sind auch keine Gedanken drin. Dorthin geht der Mann um sich zu erholen. Wir Frauen nehmen das wahr und denken, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um ein Gespräch zu führen. Mit der Frage: „Was denkst du gerade?“ Stecken wir unseren Partner in eine Zwickmühle. Sagt er die Wahrheit, glaubt die Frau, dass er lügt, etwas zu verbergen hat oder aus Angst nicht reden will.

Für Frauen jedoch ist es unvorstellbar auch nur für einen Augenblick keine Worte im Kopf zu haben. Damit er seine Frau nicht enttäuscht, wandert der Mann hektisch von Kästchen zu Kästchen und wenn er ein Kästchen mit Worten findet, dann verwickelt er sie in ein Gespräch. Anschliessend werden beide Partner ihre Beziehung als positiv empfinden. Wenn er aber zu langsam ist, dann fühlt er sich schlecht und würde seiner Frau gerne erklären, dass er manchmal einfach nichts denkt.

Hier eine wunderbare Illustration von Loriot zu dieser Herausforderung:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=PgqpJlV1JuI[/youtube]

Der Schöpfer hat uns unterschiedlich geschaffen. Wir denken verschieden, verarbeiten Gefühle unterschiedlich, treffen Entscheidungen anders und lernen unterschiedlich. Trotzdem ergänzen sich Mann und Frau so wunderbar, dass eine gesunde Beziehung beide vollständiger macht.

 

Weiterführende Links:
– Buch Männer sind Waffeln, Frauen sind Spaghetti
– Timeout-Weekend für Paare
– Ehe-Impuls-Wochenende: Was ich dir eigentlich sagen wollte…

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichLiebe“.

Konflikte austragen

Um sich zu verstehen, brauchen die Menschen nur wenige Worte.
Viele Worte brauchen sie, um sich nicht zu verstehen.

Indianische Weisheit

Unklare Erwartungen führen zu Missverständnissen. Viele Worte schaffen nicht immer Klarheit. Im Paaralltag endet ein wortreicher Schlagabtausch nicht selten im Konflikt. Wie kommunizieren wir als Paar in Konfliktsituationen, wie können wir Konflikte austragen?

Hier vier Tipps, die ich zusammen mit meiner Frau an unserem Timouet-Weekend für Paare mit dem Titel „Hilf mir, dich zu verstehen“ weitergab:

Vorsicht mit Verdächtigungen!

Immer wieder ist in Gruppen oder bei einzelnen Menschen ein Klima des Misstrauens festzustellen. Es ist die Grundhaltung: Der andere meint es nicht gut mit mir!
Diese Haltung des Misstrauens wirkt in einer Partnerschaft wie Gift. Wenn möglich, sind Verdächtigungen grossräumig zu umfahren!

„Hart“ aber fair!

Um den Brei herum reden bringt nichts: Wenn etwas vorgefallen ist, müssen die „harten“ Facts auf den Tisch. Bitte nicht nur Andeutungen machen, sondern die unbefriedigende Situation konkret und klar ansprechen.
Fair im Konflikt meint: Auch im Konflikt anständig bleiben und den anderen nicht beleidigen!

Konflikte als Selbstoffenbarung!

Konflikte können entschärft werden, wenn wir unsere Gefühle mitteilen, statt den Partner anzuklagen. „Ich habe mich verletzt gefühlt!“ statt „Du hast mich verletzt!“ oder „Diese Situation hat mich verunsichert“ statt „Ich bin dir ja egal!

Einander vergeben!

Dabei geht es nicht um ein allzu schnelles „Schwamm drüber“. Doch: Wer hart aber fair Konflikte ausgetragen hat, sollte sich am Ende umarmen können und sich versöhnen.

Infobox

Zum Thema „Hilf mir, dich zu verstehen – positive Paar-Kommunikation“ bieten wir Referate, Workshops und Seminare an. Die nächsten Termine:

  • Z’Morge für Paare„, 4. Februar 2012 in Studen BE
  • Impulsreferat, 28. April 2012 in Ins BE
  • Ehe-Impuls-Wochenende, 19. – 21. Oktober 2012 im Ländli, Oberägeri ZG

Weitere Angebote für Paare:

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichLiebe“.

Erwartungen klären

Manchmal wäre es einfacher, Männer würdensagen, was sie denken. Vielleicht wäre es manchmal einfacher, Frauen würdennicht ständig sagen, was sie denken. (C.J. in der Frauenzeitschrift Joyce 1/2011)

Die meistenKonflikte, nicht nur in Partnerschaft, auch im Job, haben mit uner­füllten Erwartungenzu tun. Wir sind enttäuscht, weil der andere unsere Erwart­ungen nicht erfüllt.

BeiEnttäuschung meinen wir, mind. emotional, der andere haben etwas falschgemacht. Wir denken oder sagen „Du hast mich enttäuscht“, doch richtiger wäreeigentlich „Ich habe mich getäuscht“. Eine Enttäuschung ist im Grunde eineTäuschung, die wir geglaubt haben, jetzt aber entmachtet wird.

Ein solcheTäuschung kann verschiedene Ursachen haben:

ð  Unausgesprochene Erwartungen: Für michist „normal“, was meinem Back­ground (Denkweise, Erziehung, Erfahrungen…)entspricht. Und dann schliesse ich von mir auf die anderen.
ð  Übersteigerte Erwartungen: Manchmalhaben wir auch zu grosse Erwart­ungen. Unsere Mitmenschen, oder eben unserPartner, kann beim besten Willen gar nicht erfüllen, was wir alles erwarten.
ð  Unklare Erwartungen: Oft erwarten wir von unserem Partner, dass er eine Aufgabe genau so angeht, wie wir das tun würden. Das kann schnell zu unklaren Erwartungen führen. Dabei gilt es zu bedenken: Es gibtoft mehrere Wege ansgleiche Ziel!!
ð  Scheinbare Erwartungen: In denvielen hunderten von Jahren haben wir Männer gelernt, möglichst rasch eineLösung auf ein Problem zu finden! Doch: Will die Frau wirklich meine Lösung fürihr Problem? Will die Frau wirklich Antwort auf ihre Frage? – oder nur einGefühl von ernst genommen sein?

Wir sehen, es wird uns nicht einfach gemacht: Es gibt nicht gäusserte Erwartungen des Partners, die wir nicht erkennen. Auf der anderen Seite sind offensichtliche Erwartungen, die aber gar keine sind. Was in jedem Fall hilft: Klare Kommunikation, Erwartungen miteinander besprechen, klare Abmachungen treffen. Setze nicht voraus, was gar nicht besprochen/abgemacht wurde!

Diese Gedanken stammen aus unserem Seminar „Hilf mir, dich zu verstehen!“. Beim letzten Timeout-Weekend für Paare beschäftigten sich 17 Paare mit der Thematik positiven Paar-Kommunikation.
Weitere Blogbeiträge zu diesem Thema finden Sie hier: Hilf mir, dich zu verstehen! / Verständnis zeigen

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichLiebe„.