On the Trail (Gastbeitrag von Sam Stauffer)

Der heutige Beitrag in Stef’s GlücksBlog stammt aus der Feder des Künstlers Sam Stauffer:

„Krisen sind Angebote des Lebens, sich zu wandeln. Man braucht noch gar nicht zu wissen, was neu werden soll. Man muss nur bereit und zuversichtlich sein.“ 
Luise Rinser

Solche Zitate sollen Mut machen und sie enthalten viel Wahres. Manchmal erscheinen sie aber auch als oberflächlich und nichtssagend – wenn die innere Bereitschaft oder Fähigkeit fehlt, sich wirklich darauf einzulassen. Wie geht es dir diesbezüglich?

CORONA ist noch lange nicht überwunden und wir alle haben mehr oder weniger damit zu kämpfen. Hinter mir liegt eine sehr ambivalente Zeit. Viele Pläne und Events, Auftritte und Feste mussten fallen gelassen werden, was mich schmerzt – nicht nur im Portemonnaie. Auch der Ärger über die 1000Meinungen und Theorien zu dieser Pandemie macht Mühe, wirkt trennend und macht müde.

Doch die Chance, von welcher oben die Rede ist, habe ich auch erlebt. Eine im Lockdown von mir gebaute Feuerstelle mitten im Wald wurde mir und meinen Freunden zum Treffpunkt und zur Insel, wo wir seither viele lustige, tiefgründige und herzhafte Stunden verbringen durften. Das Treffen am Feuer mit guten Whiskies, Fleisch und Raclette wurde zum Ritual, auf das ich mich jede Woche freue!

Die Reduktion auf das einfache Sein in der Natur, am Feuer, beim Holzen, Wandern, Nachdenken, Beten und Schreiben verlieh diesem Jahr eine spezielle, wertvolle Tiefe – auch eine Folge von Corona!

Der Höhepunkt war mein Trekking vom Niederhorn auf den Pilatus: 5 Tage allein, zu Fuss, ohne Zelt und Gaskocher, nur mit einem Feldbett, einer Tarp-Plane und was man sonst noch so zum Überleben braucht, ausgerüstet.

On-The-Trail-Sein in der Stille und Schönheit der Voralpen war mir ein Geschenk, welches mit keinem Luxus wettzumachen war.

Ist das nicht auch ein Bild für das Leben an sich? Was zählt wirklich? Worauf konzentriere ich meine Energie, meine Kraft, meinen Willen? Solche Fragen kommen nicht im Alltagslärm an die Oberfläche, sondern an den Grenzen der Komfortzone. Und ich möchte künftig solche Wanderzeiten in meine noch verbleibenden Jahre einbauen.

Kunst und Musik leiden ganz besonders in dieser Zeit und ich versuche nun, diesbezüglich gute Entscheidungen zu fällen. Bin gespannt, was der weitere Weg mit sich bringt und mit uns macht. Wir sind „on the trail“ und ich wünsche uns allen die Weisheit, diese Zeit auch bewusst zu nutzen, um wach zu werden für Wesentliches – es braucht Glaube, Liebe und Hoffnung – wiedermal diese drei, um nicht in der trüben Corona-Suppe einzusinken – und hüten wir uns vor social distancing!

Text und Bild: Sam Stauffer, Coaching-Kunde von Gerber Motivation & Training.

Glücksaufgabe

Wie sorgst du dafür, dass du auch gerade in der Corona-Zeit dieses „On-The-Trail-Sein“, wie es Sam nennt, nicht verlierst? Oder wieder neu findest?

Während sich die Agenda wieder leert, gönn dir doch dafür mehr Momente der Stille mit der mutigen Frage: Was zählt wirklich?

Täglich ermutigende Gedanken während des Corona-Slowdowns: stayhappy.blog

Kaká bei uns im Wohnzimmer

Neulich war Kaká bei uns zu Besuch und er hat uns einige spannende Leadership-Einsichten weitergegeben.

Leider war er nur via Kongress-Livestream bei uns zu Gast – aber immerhin. Er war Teil eines hochkarätigen Speaker-Line-Ups des diesjährigen (digitalen) Global Leadership Summits (GLS).

In normalen Zeiten darf ich diesen Weltklasse-Leadership-Kongress vor Ort in Chicago miterleben – auch das fiel leider Corona zum Opfer.

Zusammen als Familie verfolgten wir nun also den diesjährigen Summit gemütlich im Sofa. Als wir letztes Jahr gemeinsam in Chicago waren und Kaká für dieses Jahr als Referent angesagt wurde, war mein fussballbegeisterter Sohn Feuer und Flamme: „Ich komme nächstes Jahr wieder!“.

Gespannt erwarteten wir jetzt, was uns der ehemalige brasilianische Fussballspieler, Weltmeister und Champions League Sieger und FIFA-Weltfussballer des Jahres zum Thema Leadership zu sagen hat.

Ehrlicherweise erwartete ich vor allem einige Fussball-Anekdoten, einen unterhaltsamen Talk mit einem Weltstar.

Unterhaltsam war es – aber nicht nur. Es war sehr interessant, wie Kaká seine Erfahrungen mit den unterschiedlichen Trainern in Leadership-Lektionen umwandelte. Er konnte seine Coaches sehr konkret in zwei Kategorien einteilen: Entweder dominierte der Führungsstil „Leadership of Fear“ oder aber er beherrschte die Kunst von „Leadership of Love“.

Der dröhnende Gong

Bei „Leadership of Fear“, als Führung durch Angst, kommt mir der Einstieg vom Hohelied der Liebe in den Sinn (Die Bibel, 1. Korinther 13,1):

Wenn ich in den unterschiedlichsten Sprachen der Welt, ja, sogar in der Sprache der Engel reden kann, aber ich habe keine Liebe, so bin ich nur wie ein dröhnender Gong oder ein lärmendes Becken.

Für mich ist das die Anti-Vision meines Lebens und somit auch meine Anti-Vision meiner Führungsaufgaben: Wenn ich in meinem Leben, Arbeiten und Führen keine Liebe habe, bin ich nur ein dröhnender Gong.

Wenn ich wunderbare Reden schwingen kann, die beste Strategie erarbeite und in grossartiger Effizienz meine Arbeit erledige, aber lieblos mit meinen Mitmenschen  und den mir anvertrauten Ressourcen umgehe, bin ich nichts mehr als ein dröhnender Gong.

Was macht der dröhnende Gong? Er schmerzt in Ohr und Herz. Mitmenschen werden verletzt und die Chance ist gross, dass hier ein „Leadership of Fear“ herrscht. Ein vergiftetes Klima, geprägt von Angst. Menschen sind verunsichert, schauen für sich selbst und sind ausser Stande, ihre beste Leistung abzurufen.

Dass dabei auch Freude und Leidenschaft auf der Strecke bleiben, versteht sich von selbst.

Aufblühen auf der Ersatzbank

Wie anders das vorherrschende Klima unter einer Führungskraft, die „Leadership of Love“ lebt. Aus eigener Erfahrung erzählte Kaká vom Teamgeist unter einem solchen Trainer, der es verstand, jedem Mitspieler Wertschätzung entgegenzubringen.

In den Top-Fussballteams ist jeder Mitspieler auch ein Konkurrent. In einem solchen Umfeld braucht es als Trainer besonders viel Fingerspitzengefühl. Kaká erzählte von einem solchen Coach, der es verstand, seinen topbezahlten Spielern so viel Teamgeist zu vermitteln, dass er dem Einzelnen auch die Rolle des Ersatzspielers mit Wertschätzung nahe bringen konnte.

Eindrücklich wie auch im knallharten Fussball-Business Menschen in einer Kultur von „Leadership of Love“ aufblühen und auf der anderen Seite in einem Klima von „Leadership of Fear“ ihre Leistung nicht abrufen können und das ganze Team vergiftet wird.

Egal wo: Menschen lieben es, wenn sie Liebe erfahren. Wertschätzung bringt uns alle zum Aufblühen.

Glücksaufgabe

Hast du schon „Leadership of Love“ erlebt? Wie hast du eine solche Führungskraft erlebt?

Und wo entdeckst du die dröhnenden Gongs? Was kannst du unternehmen, dass du selbst kein solcher liebloser Gong bis?

Äs guets Nöis!?

Gestern trafen wir uns zum ersten Unihockey-Training im neuen Jahr. Bei der Begrüssung wünschten wir einander natürlich „Äs guets Nöis!“ – „Happy New Year“ – „Bonne Anée“.

Auch wenn es einerseits eine Floskel ist, finde ich diesen Brauch anderseits auch schön: Man wünscht sich gegenseitig gutes Gelingen, Freude und eben einfach ein gutes neues Jahr.

Eine Mitspielerin (genau, auch das gibt es im freestylers-Plauschteam) hingegen stellte lapidar fest: Wenn wir uns jetzt „Äs guets Nöis!“ wünschen, heisst das dann, dass das Alte nicht gut war?

Nein, das will der Neujahrs-Glückwunsch nicht meinen. Natürlich ist jedes neue Jahr auch eine neue Chance, ein ungeschriebenes Buch das ganz frisch vor uns liegt. Eine Schneelandschaft, die noch ohne jegliche Spuren vor uns liegt und darauf wartet, dass wir unsere Spuren darein setzen.

Ich habe Mühe mit den fast-fix Rezepten „So wird 2020 ihr bestes Jahr“ – das suggeriert irgendwie, dass es immer noch besser werden muss.

Aber ein „gutes Jahr“, das wünsche ich mir, dir und allen von ganzem Herzen. Egal wie das letzte war: Vielleicht hast du – wie ich – das letzte Jahr im Flow beendet. Dann wünsche ich dir – und mir -, dass wir dort ansetzen können und die Geschichte weiterschreiben dürfen.

Und wenn das letzte Jahr mehr von Schmerz als von Freude geprägt war für dich, dann wünsch ich dir, dass du diesen Schmerz im neuen Jahr hinter dir lassen kannst und Gutes empfangen darfst.

Die Selbstopitimierungs-Falle

„Äs guets Nöis“ gefällt mir auch darum, weil es eben von „gut“ und nicht von „perfekt“ spricht.

Das gute Leben – das wünsch ich uns. Vollkommenheit ist für den Himmel reserviert, sage ich jeweils. Natürlich kann schon hier und da Himmel auf Erden geschehen. Aber das irdische Leben wir nie vollkommen sein.

Darum: Ein gutes Leben.

Und das heisst: Ich bin mir bewusst, dass neben vielen schönen Momenten im Leben, neben Freude, Erfolg und Erfüllung auch Schwieriges dazu gehört. Körperliche Schmerzen oder Beziehungsschmerzen. Karrierenbrüche oder emotionale Tiefs.

Glücklich ist nicht, wer das perfekte Leben gefunden hat.
Glücklich ist, wer sich mit all dem Schönen und all dem Schwierigen versöhnt hat und sein Leben aktiv gestaltet – in all den unterschiedlichen Lebensbereichen des ShalomLeben-Windrades:

Die Nabe: Bewusste Selbstführung

Glückliche Menschen sind mit sich im Reinen, blicken optimistisch in die Zukunft und pflegen einen dankbaren und achtsamen Lebensstil.

Rotorblatt: Erfülltes Liebes- und Familienleben

Glückliche Menschen verbringen viel Zeit mit Menschen, die ihnen wichtig sind. Sie pflegen Freundschaften und gestalten ihr Liebes- und Familienleben aktiv.

Rotorblatt: Sinnerfüllte Tätigkeit

Glückliche Menschen gehen einer Aufgabe nach, die ihren Talenten und Interessen entspricht und mit der sie einen Unterschied auf dieser Welt machen können.

Rotorblatt: Reiches Sozialleben

Glückliche Menschen bringen sich als aktiven Teil in die Gesellschaft ein – sei dies in Beziehungen oder in freiwilligem Engagement für ihre Mitmenschen.

Der Wind: Gelebte Spiritualität

Ein Windrad ohne Wind ist bedeutlungslos. Wer für sich den Sinn des Lebens nicht gefunden hat, steht in Gefahr, sein Leben als bedeutungslos zu erleben. Darum finden glückliche Menschen Antwort auf die Sinnfrage.

Über diese fünf Lebensbereiche nachzudenken, sie bewusst zu gestalten, das finde ich seit vielen Jahren sehr wertvoll. Gerne reflektiere ich im Coaching oder in Workshops auch mit anderen ihr Erleben darin.

Doch das Ziel soll nicht das „perfekte Leben“ sein, sondern das gute, bewusste Leben.

Diese Woche habe ich in einem Kiosk gleich mehrere Zeitschriften gesehen, die ihre Titelstory der Selbstopitmierungs-Falle widmen.

Das Glück im Leben soll Freude machen – und nicht zusätzlichen Stress auslösen.

Glücksaufgabe

Wie steht es um deine aktuelle Zufriedenheit in den unterschiedlichen Lebensbereichen? Dieser Workshop kann dir dabei helfen (PDF-Download).

Weitere Anregungen findest du in meinem Buch „Glück finden – hier und jetzt“ oder in einem Coaching.

Kleine Träume leben

Aus einer erstklassigen Konferenz mit hervorragenden Referenten einen Speaker besonders hervorzuheben ist wie wenn du Matterhorn gegen Eiger, Mönch und Jungfrau ausspielen würdest.

Ich tu es trotzdem: Beim diesjährigen Global Leadership Summit waren praktisch alle Referenten in der „Matterhorn-Liga“ und doch gab es ein ganz besonders Highlight für mich – und wie sich später herausstellte auch für viele andere Teilnehmende unserer Studienreise.

Liz Bohannon, Gründerin der sozialbewussten Modemarke Sseko Designs, legte so einen frischen Auftritt mit einem überraschenden Spezialeffekt zum Abschluss hin, dass es eine herrlich unterhaltsame Wohltat war, ihr zuzuhören.

Unterhalten können einige, dabei noch eine Message transportieren, ist eine besondere Gabe.

So überraschend ihr Auftritt, so unkonventionell ihre Message.

Wie oft hören wir an Konferenzen von Leadership-Experten oder lesen in Blogs und Büchern von überdrehten Motivationstrainern oder gefeierten Pastoren Sätze wie diese:

Dream big!
Träume gross!

Du bist etwas Besonderes!

Finde deine Passion!

Nun kommt diese freche Social Entrepreneurin, die eine beachtliche Sozial-Firma aufgebaut hat, und dreht all diese bekannten Motivationssprüche um:

Dream small!

Du bist Durchschnitt!

Du kannst deine Passion nicht finden!

Irritation im Auditorium. Was jetzt, sollen wir etwa nicht gross träumen? Sind wir nicht alle berufen, etwas Besonderes zu sein, unsere Passion zu finden und die Welt zu verändern?

Das Problem mit diesen gut klingenden Sätzen in Büchern und auf grossen Bühnen ist, dass sie oft nicht alltagstauglich sind.

Klar komm ich topmotiviert aus Chicago zurück; gerade noch in einer energiegeladenen Konferenz mit 7’000 Personen, die alle die Welt verändern wollen – und sitze nun in meinem 3’000 Seelen Dorf, in einem Büro, das abwechselnd einem Lagerraum oder einem Kinderhort gleicht, und soll gross träumen, daran glauben, dass ich etwas ganz Besonderes bin, meine Passion finden und endlich beginnen, die Welt zu verändern …

Wer es da nicht schafft, die grossen Träume ganz klein werden zu lassen, hat schon verloren. Diese riesigen Konferenzen in einem super inspirierenden Umfeld können ganz schnell mehr Entmutigung als Inspiration sein, wenn man den Transfer in den eigenen Kontext nicht schafft.

Da sitzt man dann, frustriert von der eigenen Situation und möchte möglicherweise all diese kleinkarierten Umstände hinter sich lassen und wartet auf den grossen Moment: Wie damals bei Rudi Carell „Eben noch in der Autowerkstatt, jetzt auf der grossen Show-Bühne!“ …

„Eben noch in dieser kleinen Firma mit zu wenig Ressourcen, jetzt auf der grossen Bühne der Weltveränderer.“

„Eben noch unbeachteter Pfarrer einer kleinen Landgemeinde, jetzt Champion of Change in der Topliga der Trendsetter.“

Dream big!

„Träume gross und es werden noch grössere Dinge, als du sie dir überhaupt vorstellen kannst, geschehen!“

Seit zwanzig Jahren lasse ich mich immer wieder gerne von hervorragenden Leadership-Konferenzen inspirieren. Es gibt da wirklich sehr viel Gutes und wenn ich es in mein Umfeld übersetzen kann, profitiere ich sehr davon.

Aber ganz ehrlich: Was ich in den letzten zwanzig Jahren alles geträumt habe. Ich sage nur so viel: Ich habe ein ziemlich grosses Vorstellungsvermögen …

Dream big!

Nun, das hat eben auch Liz Bohannon gemacht: Als Studentin hat sie sich vom Schreibtisch aus vorgestellt, wie sie die Welt verändern würde. Big Dreams, aber keine Umsetzungsschritte.

Grosse Träume können auch lähmen. Wenn die Träume so gross sind, dass wir nicht mehr wissen, wo wir mit der Umsetzung beginnen können, sind sie wohl doch eher zu gros.

Darum: Lieber kleine Träume, dafür mit konsequenten Umsetzungsschritten. Ein kleiner Schritt nach dem anderen – bis der kleine Traum vielleicht irgendeinmal tatsächlich unsere ganze Vorstellungskraft sprengt.

Wir brauchen nicht grosse Sofa-Träumer, wir brauchen kleine Schritt-für-Schritt-Weltveränderer.

Und wir werden überrascht sein, was wir gemeinsam schaffen können!

Glücksaufgabe

Welchen grossen Traum legst du vielleicht besser mal zur Seite um einen kleinen Traum anzupacken?

Vielleicht inspiriert dich dieser Song zu Dream small:

In diesen Tagen erscheint von  Liz Bohannon  das Buch Beginner’s Pluck: Build Your Life of Purpose and Impact Now

Welche Spuren hinterlässt du?

Ich liebe Schnee.

Ich bin in einer „Skifahr-verrückten“ Familie gross geworden und es scheint, dass ich diese Leidenschaft meinen Kids weitergeben konnte. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie – im trotzigen Teenager-Alter – im Skiurlaub freiwillig kurz nach 7 Uhr aufstehen um spätestens um 8.15 Uhr bei der Gondelbahn zu stehen?

Es kommt ein- oder zweimal pro Saison auch vor, dass wir um 5.20 Uhr losfahren, um einen Skitag in unserem Lieblingsskigebiet zu verbringen.

Naja, verrückt eben, oder?

In den letzten Tagen war das mit dem Schnee an einigen Orten – auch in unserem Lieblingsskigebiet im Montafon – dann doch etwas gar des Guten zu viel. Als Flachländer bin ich ganz froh, dass wir hier nicht gegen Unmengen des „weissen Goldes“ ankämpfen müssen.

Spuren im Schnee

Als es neulich so schön verschneit war bei uns, verlegte ich meine morgendliche Fitnesseinheit vom Crosstrainer in den Wald: Ein Spaziergang auf knisternder Unterlage.

Glücksgefühle pur!

Auftanken an Körper, Geist und Seele. Einfach eine ganzheitliche Wohltat.

Und als ich so meine Spuren in den Schnee zeichnete, wurde mir ganz deutlich vor Augen geführt: Vor mir liegt unverbrauchter Schnee. Eine weisse Pracht ohne Spuren. Blicke ich zurück, sehe ich, welche Spuren ich hinterlasse.

Wie das Leben: Unverbraucht, frisch, noch ohne Spuren liegen all unsere zukünftigen Tage vor uns.

Jeder Tag ein Neubeginn – unverbraucht, rein, offen für neue Geschichten!

Jedes Jahr wieder eine neue Chance, andere Spuren zu zeichnen.

Die Vergangenheit, die Spuren die da sind, kannst du nicht ungeschehen machen, kannst du nicht auslöschen.

Doch beim Blick zurück kannst du dich fragen: Soll meine Spur so weitergehen? Will ich auch an diesem neuen unverbrauchten Tag solche Spuren hinterlassen?

Oder ist es heute, dieses Jahr, Zeit für einen Richtungswechsel?

Mehr als gute Vorsätze

Weisst du, was heute für ein Tag ist? Ich hab es bis vor paar Stunden (auch) nicht gewusst.

Jeder Tag steht für irgendetwas. Der 17. Januar ist der Ditch New Year’s Resolutions Day. Was etwa so viel meint wie: Tag der Eliminierung der Neujahrsvorsätze.

Ich weiss nicht, ob 17 Tage der Durchschnitt ist, wie lange wir uns an unsere Neujahrsvorsätze halten. Das könnte wohl in etwa passen.

Wie schade, dass sich so viele Leute von Jahr zu Jahr irgendwelche überzogene Vorsätze zum Jahresstart machen, aber dann schon nach etwas mehr als einem halben Monat aufgeben.

Jedes Jahr liegt wie ein verschneiter Weg vor uns. Und dann nehmen wir uns vor, dass wir dieses Jahr neue Spuren zeichnen wollen – und zack, bereits nach drei Wochen gleichen die neuen Schritte verblüffend den alten.

Wieder eine Chance vergeben, um neue Spuren zu hinterlassen.

Schade.

Das muss anders gehen.

Muss besser gehen.

Im Leben geht es nicht um Neujahrsvorsätze!

Es geht darum, dass wir unsere persönliche Mission finden.

Und diese leben!

Frag dich an Silvester nicht, was nächstes Jahr alles anders werden soll. Höchstwahrscheinlich wirst du dir im Übermut viel zu viel vornehmen.

Und bald darauf frustriert aufgeben.

Frag dich viel lieber an einem ruhigen Tag, welche Spuren du mit deinem Leben hinterlassen willst!

Was willst du sehen, wenn du einmal im hohen Alter auf dein Leben zurückblickst?

Was sind da für Spuren?

Wessen Spuren sind neben deinen zu finden?
Sprich: Mit wem willst du dein Leben verbringen?

Und nochmals: Das Gestern kannst du nicht ungeschehen machen. Aber du kannst dich heute entscheiden, dass du ab morgen andere Spuren hinterlassen wirst.

Dies geschieht nicht mit Neujahrsvorsätzen.
Dazu braucht es einfach ein neuer, frischer, unverbrauchter Schritt nach dem anderen.

Glücksaufgabe

Kommenden Sonntag starten wir im gms – z’friede läbe unsere neue Serie Mission (im)possible. Thema: Was ist die Mission?

Willst du, dass es in deinem Leben um mehr als weggeworfene Neujahrsvorsätze geht? Dann komm doch vorbei und lass uns gemeinsam über deine und meine Mission nachdenken! Ich freu mich auf dich!

 

 

Glücklich erfolgreich sein

Was hast du dir und anderen zum neuen Jahr gewünscht? Für mich steht fest: Ich wünsche mir, glücklich erfolgreich zu sein. Und das wünsche ich auch dir!

Wie das geht? Zuerst müssen wir uns mal klar darüber werden, was hinter diesen Begriffen steht – oder noch besser: Was jeder von uns darunter versteht. Und dann ist entscheidend, unsere Reise zu Glück und Erfolg an der richtigen Stelle zu beginnen.

Neulich wurde ich zu einem Rotary-Treffen eingeladen, um über das Thema „Erfolgsfaktor Glück“ zu sprechen.

Ich lud die Zuhörenden ein, die eigene Begriffsdefinition auf der einen Seite zum Wort Glück und auf der anderen Seite zum Begriff Erfolg aufzuschreiben.

Bist du glücklich? Bist du erfolgreich? Bevor du das überhaupt beantworten kannst, solltest auch du für dich definieren:

  • Was verstehe ich unter Glück?
    Was ist Glück für mich persönlich?
    Was müsste sein, damit ich mich als glücklich bezeichnen würde?

 

  • Was verstehe ich unter Erfolg?
    Was ist Erfolg für mich persönlich?
    Was müsste sein, damit ich mich als erfolgreich bezeichnen würde?

Ich verrate dir gleich, was ich unter Glück und Erfolg verstehe. Aber um sicher zu gehen: Hast du dir schon überlegt oder gar aufgeschrieben, was für dich Erfolg und Glück bedeuten?

Meine Glücksdefinition habe ich in „Glück finden – hier und jetzt“ niedergeschrieben und dort auch aufgezeigt, wie man das erreichen kann. Hier also, was ich unter Glück verstehe:

Glück besteht aus einem dankbaren Blick zurück,
einem genussvollen Leben im Hier und Jetzt sowie
aus einer hoffnungsvollen Perspektive für die Zukunft.
Dazu gehört ein Versöhntsein mit sich,
seinen Mitmenschen und dem Leben ganz allgemein.

Und wann bin ich erfolgreich? Hier meine Erfolgsdefinition:

Erfolgreich bin ich dann,
wenn die Investition meiner Ressourcen
eine für mich befriedigende Resonanz bewirkt.

In den Augen der Anderen sind wir vielleicht die ewigen Looser – oder: Andere finden, wir seien längst erfolgreich, aber für uns selbst fühlt es sich gar nicht so an. Darum ist meine Erfolgsdefinition ganz eine persönliche: Erfolgreich fühle ich mich da, wo ich zufrieden bin mit dem Resultat, den Auswirkungen, von dem, was ich eingesetzt habe an Energie, Geld, Ideen, Arbeitskraft …

Und wie geht jetzt Erfolg? Wie geht Glück? Diesen Fragen gehen wir in den nächsten Wochen hier nach. Bist du bereit für ein erfolgreiches 2018? Bist du offen für dein Glück?

Glücksaufgabe

Verfasse deine persönliche Glücks- und Erfolgsdefinition und bewerte gemäss diesen Definitionen auf einer Skala von 0 – 10 wie glücklich und erfolgreich du gerade bist.

 

Glück finden – hier und jetzt 
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Sprint oder OL?

Was hat es für einen Sinn schnell zu laufen,
wenn du auf dem falschen Weg bist?
Unbekannt

Sind Sie auch gerne schnell unterwegs? Ich liebe Tempo – ob auf den Skis, dem Bike oder beim Arbeiten. Es gibt kaum etwas so langweiliges wie langfädige Sitzungen. Oder das endlose Warten beim Skifahren, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist. Oder ins Alter gekommene Sonntagsautofahrer, wenn man eilends zu einem Termin unterwegs ist.

Tempo macht (mir) Spass. Und ich bin voller Energie, wenn ich freie Fahrt habe und mit schnellen, langgezogenen Schwüngen meine Lieblingspiste am Sennigrat heruntersausen kann oder wenn sich in meiner Arbeitswoche ein Termin an den nächsten reiht.

Doch das hohe Tempo birgt neben aller Faszination auch einige Gefahren in sich. Einerseits ist es gesundheitsschädigend, wenn man sich von einem Adrenalinkick zum nächsten schwingt und das Stresslevel nicht regelmässig in den Normalbereich fällt. Anderseits verpasst es derjenige, der mit rasantem Tempo unterwegs ist, manchmal, abzuchecken, ob die eingeschlagene Richtung immer noch die richtige ist.

Stimmt die Richtung?

Die Berner Leichtathletin Anita Weyermann hat vor vielen Jahren den Spruch „Gring abe u seckle“ geprägt. Dieses Motto mag für ein kurzes Rennen, bei dem es immer schön geradeaus geht, passend sein. Aber als Lebensmotto taugt es nicht.

Trotzdem kann man in unserer Gesellschaft überall Menschen entdecken, die ihren Alltag genau nach diesem Motto gestalten. Wir leben mit der Stoppuhr in der Hand und „Gring abe u seckle“ im Hinterkopf:

  • Immer schneller, immer weiter, immer höher, immer mehr, immer besser.
  • Hauptsache volle Kraft voraus.
  • Fixiert auf Leistung, Geschwindigkeit und Grösse.

Die Stoppuhr hat aber einen grossen Nachteil: Sie zeigt bloss Zahlen an, aber nicht, ob die eingeschlagene Richtung stimmt!

Zu oft schauen wir nur auf die Zahlen – und vergessen, dass die höchsten Zahlen, die beste Leistung, die stärkste Kraft in die falsche Richtung keinen Wert hat.

Ich hab schon als Kind lieber OL’s (Orientierungslauf) gemacht als Sprints. Und so ist mir der Kompass auch viel lieber als die Stoppuhr. Beim OL kannst du zwar sehr schnell sein, aber wenn du die Orientierung verlierst, drehst du dich schnell einmal im Kreis.

Und im Leben ist das genauso: Wir können zwar sehr schnell unterwegs sein, auf jeden Trend aufspringen, immer mehr erreichen – aber wer dabei die Orientierung verliert, hat im Grunde alles verloren.

Lieber langsam auf das Ziel zu, als mit hundert Sachen in die falsche Richtung!

Weil ich weiss, dass Tempo nicht alles ist, nehme ich an mindestens einem Tag pro Woche bewusst Tempo raus, lass die elektronischen Medien links liegen, suche die Stille, lege die Stoppuhr zur Seite und wage den Blick auf den Kompass: Stimmt die Richtung?

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Motivation am Arbeitsplatz

Führung heißt, Mitarbeiter sachbezogen einzusetzen, zu motivieren und für ihre Fähigkeiten die Entfaltungsräume zu schaffen.
Rita Süssmuth

Kürzlich wurde ich als Coach und Motivationstrainer für eine Abschlussarbeit um ein Interview gebeten. Hier folgt Teil 2 mit dem Schwerpunkt Motivation in der Arbeit:

Wie gelingt die Mitarbeitermotivation?
Mehr auf Stärken achten, weniger die Schwächen betonen. Dabei spielt die intrinsische Motivation ein wichtige Rolle: Wenn ich einem Mitarbeitenden ein Umfeld bieten kann, in dem er aufblüht, seine eigenen Interessen und Talente einbringen kann, habe ich einen „selbstmotivierten“ Mitarbeiter gewonnen. Wenn ich jedoch nur extrinsisch, also mit äusseren Anreizen wie Lohnerhöhung oder Bonus, motiviere, müssen immer schneller, immer höhere Anreize folgen.

Wie wichtig ist Lob?
Lob tönt zu sehr nach Taktik. Wichtig ist ein Klima der Wertschätzung. Der Mitarbeiter braucht nicht nur nette Komplimente, sondern das Gefühl, dass er als Person und als Mitarbeiter wertgeschätzt wird.

Wenn die Motivation für die Arbeit fehlt, liegt das immer an der eigenen Einstellung?
Nein. In einem Umfeld, das mich immer wieder runterzieht, kann ich noch so sehr an mir und meiner Einstellung arbeiten. Zuerst an sich zu arbeiten, ist wichtig. Doch wer sein Leben aktiv gestaltet, wird lernen, wo er Ja und wo er Nein sagt. Nein z.B. auch zu einem Arbeitsumfeld, dass nicht passt. Oft ist nicht einmal die Tätigkeit der Grund für eine Kündigung, sondern dass eine Firma oder ein Chef den Mitarbeitenden in seiner Entwicklung behindert. Da sucht man sich besser einen neuen Chef.

Was, wenn gar nichts mehr hilft?
Da würde ich mit der betroffenen Person in einem Coaching analysieren, bei welchem Teil des Traumjob-Dreiecks der Schuh drückt. Wenn der Jobbeschrieb einfach nicht zu meinen Fähigkeiten passt, müssen Wege gefunden werden, wie die eigenen Stärken eingebracht werden können – entweder durch eine Veränderung am jetzigen Arbeitsplatz oder durch eine neue Arbeitsstelle.
Ob Job oder privat: Mit etwas Abstand den eigenen Alltag reflektieren, evtl. zusammen mit einem Freund oder Coach, ist ein erster Schritt in eine neue Richtung.

Ist Erfolg das Ergebnis ständiger Veränderung?
Nicht nur. Aktiv das Leben zu gestalten, hat auch mit Veränderungsbereitschaft zu tun. Doch wer andauernd alles verändert, wird nicht automatisch erfolgreich. Es braucht auch Ausdauer, Geduld und Zielstrebigkeit – und gleichzeitig Gelassenheit, weil wir „den Erfolg“ nicht in allen Bereichen „machen“ können. Es gibt wesentliche Dinge im Leben, die kann man sich nur schenken lassen.

Wenn es um Leistung geht, sind wir sehr ehrgeizig. Übertreiben wir es manchmal?
Leider ja. Es beginnt oft bei einer rein monetären Erfolgsdefinition. Und dann sind viele Systeme (in Schule und Arbeit) so aufgebaut, dass sie eher einen ungesunden Ehrgeiz fördern, als dass sie uns auf den Weg einer gesunden Selbstverwirklichung bringen. Ich meine damit nicht, dass sich alles um mich drehen muss. Aber ich wehre mich dagegen, wenn Menschen wie Maschinen behandelt werden, die immer nur leisten sollten. Ich will Menschen darin unterstützen, zu entdecken, was Gott in sie hineingelegt hat und mit ihnen Wege entdecken, wie sie dieses Potenzial im Alltag (Job, Freizeit, Familie) einbringen und so im Leben aufblühen können.

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Meinen Nordstern leuchten lassen

Nur wer sein Ziel kennt,
findet den Weg.

Laozi

Langsam aber sicher verabschieden sich die Festtage und wir starten wieder in den Arbeitsalltag. Spätestens am Montag wird es für die allermeisten wieder losgehen. Damit sich nicht einfach ein weiteres Dienstjahr ans letzte reiht und wir in unreflektierter Routine bloss das tun, was wir schon immer getan haben, lade ich mit diesen Zeilen zu einem Zwischenhalt an der Schwelle zum neuen Arbeitsjahr ein.

Vielleicht haben Sie sich einen dieser beliebten Neujahrsvorsätze („Mehr Bewegung!“) gefasst und wollen es mindestens in einem Bereich etwas besser machen als im letzten Jahr. Die meisten dieser Vorsätze sind erstens schwer einzuhalten (Gründe dazu gibt es viele: Von zu wenig konkreten Zielen über falsche Strategien bis dahin, dass wir es gar nicht wirklich wollen.) und betreffend zweitens vor allem unser Privatleben.

Darum die Frage: Haben Sie sich schon Gedanken dazu gemacht, was Ihnen das Arbeitsjahr 2014 bringen soll? Ich meine jetzt nicht die Jahresziele, die Ihnen Ihr Chef bestimmt schon in einer der vielen Mails oder im letzten Bulletin kommuniziert hat. Diese Ziele können auch gut, hoffentlich hilfreich und im besten Fall ein gesunder Ansporn sein. Doch die Frage ist: Welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich? Eine Weiterbildung? Vermehrt die eigenen Stärken einbringen können? Ein Jobwechsel? Mehr Verantwortung? Oder: Weniger Verantwortung dafür mehr Zeit für die Familie?

Oder: Die persönliche Berufung finden?

Darf man von seinem Job mehr als bloss Geld als Gegenwert für die geleistete Arbeit erwarten? Ich finde: Ja, unbedingt! Eine Kolumne von Seraina Rohrer, Direktorin der Solothurner Filmtage, in der NZZ am Sonntag (29. Dezember 2013) suggeriert etwas anderes. Zwar finde ich gut, wenn hier vor einer Überidentifikation mit dem Job gewarnt wird, jedoch finde ich es schade, wenn daraus eine Arbeit ohne Selbsterfüllung resultiert.

Es gibt drei Möglichkeiten, wie wir unsere Arbeit sehen können: Arbeit als Job (Arbeitskraft gegen Geld), Arbeit als Karriere (Arbeitskraft gegen Beförderung) und Arbeit als Berufung (Arbeitskraft als Teil unserer Mission). Wer seine Arbeit als Berufung ausleben möchte, muss demnach zuerst herausfinden, was seine persönliche Mission ist.

Die eigene Vision und Mission werden so zum persönlichen Nordstern. Wer diesen Nordstern für sich definiert hat, kann ihn im Alltag (beruflich wie privat) leuchten lassen und seinen Kompass regelmässig daran ausrichten. Und so wird aus der Arbeit mehr als ein Job, auch mehr als ein weiterer Sprung auf der Karriereleiter. Die Arbeit wird zu einem wichtigen Teil eines aufblühenden Lebens.

Zu meinem Nordstern gehört, dass ich Hoffnung verbreiten will. Und darum liebe ich es, andere darin zu unterstützen, mit dem LiB-Kompass ihren eigenen Nordstern zu entdecken.

Jobben Sie noch oder leben Sie schon Ihre Berufung?

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Verlass die Komfortzone

Wer es sich auf dem Teppich seiner Gewohnheiten gemütlich macht,
darf nicht erwarten, dass dieser irgendwann zu fliegen beginnt.
Ernst Ferstl

Heute feiere ich meinen 37. Geburtstag. Es ist etwas Besonderes, an diesem Tag über den Lebensbereich Selbst nachzudenken und einen Blogartikel zu schreiben. Schliesslich bietet sich unser Geburtstag wie kaum ein anderer Tag an, uns zu fragen, ob wir zufrieden damit sind, wie wir mit uns selbst umgehen.

  • Schaue ich gut zu mir selbst?
  • Ist „mein“ Leben wirklich „mein“ Leben? (Lebe ich als Original oder tu ich, was ich tue, nur, um anderen zu gefallen?)
  • Stimmt die Richtung meines Lebens?
  • Habe ich meine persönlichen Ziele im letzten Jahr erreicht?

Mein vergangenes Lebensjahr war ein sehr spezielles – in zweierlei Hinsicht: 1. Wünschte ich mir vor gut einem Jahr, vermehrt „inhaltich“ (als Referent, Seminarleiter, Autor) tätig sein zu dürfen und weniger im Bereich Administration/Organisation. Und 2. hatte ich in den vergangenen Monaten herausfordernde Fragen bezüglich meinen verschiedenen Tätigkeiten und möglichen neuen Aufgaben zu klären.

Um den ersten Punkt soll sich dieser Artikel drehen: Ich sass also auf meinem abgetretenen Teppich, um im Bild vom obigen Zitat zu bleiben,  und war zunehmend unzufrieden damit. Zu viel Routine, zu wenig Herausforderung, viel Büro, wenig Kreativität.

18 Monate später kann ich mich nicht über mangelnde Herausforderungen beklagen, und zunehmend gibt es Gelegenheiten, meine Kreativität auszuleben und meine Gedanken weiterzugeben. Wenn ich also auf das vergangene Lebensjahr zurückschaue, gibt es da viel Grund zur Dankbarkeit und zum Staunen.

Ist es von selbst dazu gekommen, während ich mich auf dem verstaubten Teppich ausruhte? Nicht wirklich!

Wünsche, Träume und Ziele brauchen es, dass wir uns von unserem gewohnten Teppich, so gemütlich dieser vielleicht auch ist, erheben und unsere Komfortzone verlassen.

Wenn es mir also ernst damit war, vermehrt „raus aus dem Büro“ zu kommen, mehr inhaltich gestalten zu können und weniger organisatorisch tätig sein zu müssen, musste ich mich auf den Weg machen (z.B. mit der Luege, Lose, Loufe-Strategie):

  • Zuerst: Situation wahrnehmen – was wünsche ich mir anders?
  • Zweitens: Möglichkeiten ausloten – was für Alternativen habe ich?
  • Und dann: Schritte wagen – was packe ich konkret an?

Ein wichtiger Entscheid in dieser Phase war, dass ich mich – gut zehn Jahre nach meinem Bachelor-Abschluss – fürs Masterstudium anmeldete. Eine gesunde Herausforderung für meinen Geist. – Und dabei zu erleben, dass meine Erfahrung und meine Art zu Denken mich durchaus zu sehenswerten Resultaten befähigen, hat im letzten Jahr schon manches Flow-Erlebnis mit sich gebracht.

Daneben habe ich weitere Ideen und Visionen angepackt – nicht alle mit dem selben Erfolg. Doch wie es so oft ist, wenn man sich aufmacht und neue Schritte geht, kommen plötzlich auch Dinge, die man nur sehr bedingt selbst in den Händen hat: Seminar- und Referentenanfragen häuften sich – und zwar aus unterschiedlichsten Bereichen (Wirtschaft, Behörden, Kirchen).  Durch meine Autorentätigkeit bei verschiedenen Zeitschriften kam es zu weiteren Anfragen – sogar über die Schweiz hinaus.

Und so kann ich heute an meinem Geburtstag zurückschauen und sagen: Wow, da gingen ja einige Wünsche ganz toll in Erfüllung!

Damit es soweit kam, war aber eines unbedingt nötig: Ich musste die Komfortzone verlassen.

Vor knapp einem Jahr stand ich genau vor dieser Herausforderung: Da lag eine Anfrage auf meinem Schreibtisch, die mich faszinierte, mich aber auch mächtig herausforderte: Eine Personalschulung zu einem Thema, das mir zwar gut bekannt war, womit ich aber noch kein Seminar abhielt. Und ein Umfeld, das mir gänzlich fremd war. Soll ich oder soll ich nicht?

In solchen Situationen werden wir mit unseren Ängsten, vielleicht können wir sie Berührungsängste nennen, konfrontiert. Das ist ein schwieriger und heikler, aber sehr wichtiger Moment! Es gibt nämlich zwei Sorten von Berührungsängsten und die Kunst liegt darin, sie voneinander unterscheiden zu können.

  • Berührungsängste, die uns vor etwas schützen wollen.
  • Berührungsängste, die uns etwas vorenthalten wollen.

Die beiden Sorten von Ängsten erfordern einen anderen Umgang. Während wir die Berührungsängste, die uns etwas vorenthalten wollen, unbedingt durchbrechen müssen, die Komfortzone verlassen, uns vom gemütlichen Teppich erheben sollen, ist bei den Berührungsängsten, die uns schützen wollen, genau das Gegenteil gefragt. Vielleicht ist diese Anfrage wirklich eine Nummer zu gross für uns, vielleicht ist der angedachte Schritt wirklich ein Schritt in die falsche Richtung, vielleicht ist das Joabangebot wirklich nicht passend zu unseren Fähigkeiten.

Vielleicht… – leider ist das manchmal ganz schwierig herauszufinden. Ich hab mich schon auf Abenteuer eingelassen, bei denen ich im Nachhinein sagen musste, dass die Berührungsängste berechtigt waren und mich hätten schützen wollen. Auf der anderen Seite bin ich, gerade im Rückblick auf das letzte Jahr, sehr froh, dass ich meine Komfortzone immer wieder verlassen habe und Neues ausprobiert und entdeckt habe.

Beim Herausfinden, mit welchen Berührungsängsten wir es gerade zu tun haben, können uns zwei Fragen helfen: 1. Passt das Neue, das noch Ungewohnte, grundsätzlich zu uns? Gibt es auch Berührungspunkte oder nur Berührungsängste? 2. Was sagen unsere Freunde dazu? Erhalten wir Ermutigung aus unserem Umfeld?

Ich bin gespannt, welche neuen Herausforderungen im nächsten Lebensjahr auf mich warten. Uns allen wünsche ich immer wieder die befriedigende Erfahrung, wenn unsere Träume in Erfüllung gehen.

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE ZUM THEMA

  • Brauchen Sie Unterstützung, um sich aus „dem gemütlichen Teppich“ zu erheben? In einem Coaching-Prozess gehen Sie neue Schritte.
  • Im Timeout-Weekend zum Jahresstart erstellen die Teilnehmenden einen eigenen PEP (persönlichen Entwicklungsplan), der ihnen durchs Jahr hindurch helfen wird, an den eigenen Träumen und Visionen dran zu bleiben.
  • Älterer Blogartikel zum gleichen Thema: „Beweg dich!“
  • Buchtipp: Dem Leben Richtung geben von Jörg Knoblauch

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst“.