Kleine Träume leben

Aus einer erstklassigen Konferenz mit hervorragenden Referenten einen Speaker besonders hervorzuheben ist wie wenn du Matterhorn gegen Eiger, Mönch und Jungfrau ausspielen würdest.

Ich tu es trotzdem: Beim diesjährigen Global Leadership Summit waren praktisch alle Referenten in der „Matterhorn-Liga“ und doch gab es ein ganz besonders Highlight für mich – und wie sich später herausstellte auch für viele andere Teilnehmende unserer Studienreise.

Liz Bohannon, Gründerin der sozialbewussten Modemarke Sseko Designs, legte so einen frischen Auftritt mit einem überraschenden Spezialeffekt zum Abschluss hin, dass es eine herrlich unterhaltsame Wohltat war, ihr zuzuhören.

Unterhalten können einige, dabei noch eine Message transportieren, ist eine besondere Gabe.

So überraschend ihr Auftritt, so unkonventionell ihre Message.

Wie oft hören wir an Konferenzen von Leadership-Experten oder lesen in Blogs und Büchern von überdrehten Motivationstrainern oder gefeierten Pastoren Sätze wie diese:

Dream big!
Träume gross!

Du bist etwas Besonderes!

Finde deine Passion!

Nun kommt diese freche Social Entrepreneurin, die eine beachtliche Sozial-Firma aufgebaut hat, und dreht all diese bekannten Motivationssprüche um:

Dream small!

Du bist Durchschnitt!

Du kannst deine Passion nicht finden!

Irritation im Auditorium. Was jetzt, sollen wir etwa nicht gross träumen? Sind wir nicht alle berufen, etwas Besonderes zu sein, unsere Passion zu finden und die Welt zu verändern?

Das Problem mit diesen gut klingenden Sätzen in Büchern und auf grossen Bühnen ist, dass sie oft nicht alltagstauglich sind.

Klar komm ich topmotiviert aus Chicago zurück; gerade noch in einer energiegeladenen Konferenz mit 7’000 Personen, die alle die Welt verändern wollen – und sitze nun in meinem 3’000 Seelen Dorf, in einem Büro, das abwechselnd einem Lagerraum oder einem Kinderhort gleicht, und soll gross träumen, daran glauben, dass ich etwas ganz Besonderes bin, meine Passion finden und endlich beginnen, die Welt zu verändern …

Wer es da nicht schafft, die grossen Träume ganz klein werden zu lassen, hat schon verloren. Diese riesigen Konferenzen in einem super inspirierenden Umfeld können ganz schnell mehr Entmutigung als Inspiration sein, wenn man den Transfer in den eigenen Kontext nicht schafft.

Da sitzt man dann, frustriert von der eigenen Situation und möchte möglicherweise all diese kleinkarierten Umstände hinter sich lassen und wartet auf den grossen Moment: Wie damals bei Rudi Carell „Eben noch in der Autowerkstatt, jetzt auf der grossen Show-Bühne!“ …

„Eben noch in dieser kleinen Firma mit zu wenig Ressourcen, jetzt auf der grossen Bühne der Weltveränderer.“

„Eben noch unbeachteter Pfarrer einer kleinen Landgemeinde, jetzt Champion of Change in der Topliga der Trendsetter.“

Dream big!

„Träume gross und es werden noch grössere Dinge, als du sie dir überhaupt vorstellen kannst, geschehen!“

Seit zwanzig Jahren lasse ich mich immer wieder gerne von hervorragenden Leadership-Konferenzen inspirieren. Es gibt da wirklich sehr viel Gutes und wenn ich es in mein Umfeld übersetzen kann, profitiere ich sehr davon.

Aber ganz ehrlich: Was ich in den letzten zwanzig Jahren alles geträumt habe. Ich sage nur so viel: Ich habe ein ziemlich grosses Vorstellungsvermögen …

Dream big!

Nun, das hat eben auch Liz Bohannon gemacht: Als Studentin hat sie sich vom Schreibtisch aus vorgestellt, wie sie die Welt verändern würde. Big Dreams, aber keine Umsetzungsschritte.

Grosse Träume können auch lähmen. Wenn die Träume so gross sind, dass wir nicht mehr wissen, wo wir mit der Umsetzung beginnen können, sind sie wohl doch eher zu gros.

Darum: Lieber kleine Träume, dafür mit konsequenten Umsetzungsschritten. Ein kleiner Schritt nach dem anderen – bis der kleine Traum vielleicht irgendeinmal tatsächlich unsere ganze Vorstellungskraft sprengt.

Wir brauchen nicht grosse Sofa-Träumer, wir brauchen kleine Schritt-für-Schritt-Weltveränderer.

Und wir werden überrascht sein, was wir gemeinsam schaffen können!

Glücksaufgabe

Welchen grossen Traum legst du vielleicht besser mal zur Seite um einen kleinen Traum anzupacken?

Vielleicht inspiriert dich dieser Song zu Dream small:

In diesen Tagen erscheint von  Liz Bohannon  das Buch Beginner’s Pluck: Build Your Life of Purpose and Impact Now

Entscheide dich für den harten Weg

„Dieser Weg wird kein leichter sein!“ singt mir Xavier Naidoo immer mal wieder in Gedanken zu.

In den letzten drei Wochen war ich gleich auf drei Konferenzen. Auch wenn es drei völlig unterschiedliche Settings waren, hier und da drückte an jeder der Tagungen Naidoos „Dieser Weg wird klein leichter sein!“ durch. An der einen Konferenz war sogar sein Keyboarder Florian Sitzmann (Söhne Mannheims) dabei.

Session 4 Josephine Aparo

Vom Berner Bildungstag hab ich hier schon geschrieben (Jeder will gesehen werden!). Unseren Mitmenschen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, ist für viele von uns nicht ein Selbstläufer. Es braucht unsere bewusste Entscheidung dazu – und immer wieder offene Augen für die Welt ausserhalb von uns selbst. Eben, „dieser Weg wird kein leichter sein!“, aber ein lohnenswerter.

Easy Going als Lebensziel?

In aller Deutlichkeit hat es Lee Cockerell, ehem. Vizepräsident Disney World, Florida, beim Youngster-Kongress von Willow Creek in Erfurt auf den Punkt gebracht:

Entscheide dich für den harten Weg – und das Leben wird einfacher.
Lebe den einfachen Weg – und das Leben wird härter.

Session 3 Lee Cockerell

Wie wahr das ist, illustrierte Lee einerseits mit seiner eigenen Geschichte – Lee stammt aus sehr ärmlichen Verhältnissen, hatte keinen Abschluss und schaffte es trotzdem durch harte Arbeit Schritt für Schritt an die Spitze von Disney World. Anderseits führte er uns mit simpeln Beispielen vor Augen, dass Easy Going-Lifestyle das Leben nicht einfacher macht:

Bewege dich heute zu wenig – und dein Körper bestraft dich morgen.

Investiere heute keine Energie in deine Ehe – und deine Beziehung landet morgen in der Sackgassse.

Geh heute den schwierigen Gesprächen aus dem Weg – und das Leben wird morgen komplizierter.

Entscheide dich heute für die einfachen Aufgaben und Projekte – und du wirst morgen möglicherweise gelangweilt sein.

Kurz: Das einfache Leben mag heute gemütlich sein, doch die Folgen davon könnten hart und ungemütlich sein.

Umgekehrt: Wenn wir heute bereit sind, den Preis zu bezahlen, die extra Meile zu gehen, etwas mehr zu tun, als es unserem „inneren Schweinehund“ gerade recht ist, wird sich dies positiv auf unsere Zukunft auswirken.

Und noch ein Rat von Lee Cockerell habe ich mir notiert: Du gibst Geld und Zeit aus. Geld kann man zurückgewinnen. Aber die ausgegebene Zeit kannst du nicht zurückholen. Investierst du deine Zeit in die richtigen Projekte und Leute?

Liebe und Gnade auf dem Weg

Zum Glück waren die Referate von Lee eingebettet in ein vielfältiges Programm mit ergänzenden Inhalten. Denn für sich alleine war diese Botschaft doch sehr geprägt von Selbstoptimierung um jeden Preis und der Leistungsgedanke stand im Vordergrund.

Session 2 Keith Cote

Ja, wir sind gut beraten, wenn wir uns für den harten Weg entscheiden. Doch so manche sind schon daran zerbrochen, weil sie es mit dem harten Weg übertrieben haben.

Darum war beispielsweise das Zeugnis von Blaine Hogen, Creative Director und Regisseur aus Chicago, Balsam für verletzte Seelen: Als angeschlagener Mensch erzählte er sehr authentisch, wie wir trotz dunkeln Punkten in unserer Vergangenheit Freiheit finden können.

Der harte Weg hat manchmal auch mit schmerzvollen Verlusten zu tun. Dafür entscheiden wir uns nicht, doch sie gehören zum Leben einfach dazu. Das dominierte die dritte Konferenz. Während der icf conference fanden die Verantwortlichen einen eindrücklichen Weg, um mit dem Tod einer ihrer Sängerinnen umzugehen.

Neben vielen guten Begegnungen, Inspiration und Motivation nehme ich aus diesen letzten drei Wochen mit der „Konferenz-Infusion“ folgendes mit:

Ich will mich für den harten Weg entscheiden und dabei nicht vergessen, dass das nur in Kombination mit Gottes Liebe und Gnade gesund ist – weil ich ohne göttliche Perspektive dazu neige, egoistisch, verbissen und/oder verbittert zu werden.

Glücksaufgabe

Manchmal fällt uns das Glück einfach zu. Öfter hat es jedoch mit unseren Entscheidungen zu tun.

Welche Entscheidung schiebst du vor dich hin, obwohl du weisst, dass sie dich weiterbringen würde? Welches Gespräch ist dran? Welche Investition (in deinen Ehe, deine Kids, deinen Job) solltest du anpacken?

Und weisst du, wo du Liebe, Hoffnung, Frieden und Freiheit findest, wenn dein Weg im Übermass hart ist?

Lebe unverschämt! – Sage „NEIN!“

Anfangs Woche hatte ich eine Teamsitzung um die nächste gms Matinée vorzubereiten. Bereits vor Monaten haben wir festgelegt, dass in unserer Serie „FULLDRIVE – aus dem Vollen schöpfen“ im September das Thema des Morgens „Unverschämt glauben“ lauten soll.

Ich fand die Idee von Anfang an toll. Doch mein Team war sich irgendwie unsicher: „Unverschämt? – ist das nicht zu negativ geprägt?“

Mit was verbinden wir denn unverschämt? Freche Jugendliche? Sich auf Kosten von anderen bereichern? Respektlos? – Natürlich ist das nicht das, was ich mit „unverschämt glauben“ verbinden möchte …

Nun, ich gebe zu, auch das Google Wörterbuch ist nicht auf meiner Seite:

Wir fanden dann im Verlauf der Kreativ-Sitzung den Kern, auf den wir hinaus wollen: Wir wollen einem angepassten Lebensstil den unverschämten Lebensstil gegenüberstellen.

Angepasste gibt es genug! Sei unverschämt, sei dich selbst!

Dazu forderte uns auch die dritte Sprecherin des GLS18 heraus: In der Gesellschaft und am Arbeitsplatz gibt es so viele die in Konformität leben, sich also angepasst verhalten.

Juliet Funt, CEO von WhiteSpace, beobachtet in vielen Firmen eine gewisse Trägheit: Keiner ändert sich, bis sich alle ändern und sich so doch wieder niemand verändert.

Die Erklärung davon: Die Macht des Gruppendrucks.

Um dies zu veranschaulichen, brachte Juliet Funt folgenden Videoclip mit auf die GLS-Bühne:

Auf dem Weg zu mehr Einfachheit im Alltag und im Unternehmen, kommt uns diese menschliche Verhaltensweisen in die Quere. Der Gruppendruck führt zu einer gefährlichen Angepasstheit.

Laut WhiteSpace ist rund die Hälfte von dem, was uns am Arbeitsplatz stört, unser eigener Fehler. Das ändert sich erst, wenn wir uns und das System hinterfragen. Eine kleine, sichere, „unverschämte“ (unerwartete, unangepasste) Handlung bringt vieles in Bewegung.

„NEIN!“-sagen lernen

Funt: „Everyone says yes because no one knows how to say no.“ („Jeder sagt ja, weil niemand weiss, wie man nein sagt.“)

Angepasste sagen ja, wenn es von ihnen erwartet wird. Unverschämte sagen auch einmal nein.

Als Führungsperson ist es praktisch, Leute zu haben, die immer anständig mit dem Kopf nicken und tun, was man von ihnen wünscht. Doch als Chef sollten wir uns einmal überlegen: Was für Mitarbeitende will ich eigentlich? Angepasste oder unverschämte? (Natürlich geht das jetzt nur, wenn wir das Wort „unverschämt“ positiv füllen. Auch ich will keinen respektlosen, selbstsüchtigen und verletzenden Mitarbeiter.)

Aber ich wünsche mir Leute in meinem Umfeld, die sich gewohnt sind, selber zu denken. Die eine ehrliche Antwort geben – und nicht die Antwort, die zwar gut tönt, aber nicht authentisch ist.

Das heisst für uns als Führungsperson: Sei kein Kontrollfreak! Lerne loszulassen! Lerne zu delegieren – nicht nur an deine Topleute! Sondern auch an Leute, die du entwickeln willst – denn das sind deine zukünftigen Topleute!

Und wie lernen wir jetzt NEIN zu sagen?

Bist du eine Führungskraft? Dann sorge dafür, dass in deinem Team, deiner Organisation, eine Kultur herrscht, in dem Nein gesagt werden darf. Dies kannst du zum Beispiel, in dem du einem Mitarbeitenden, der Nein sagt, erwiderst: „Danke für deine Offenheit/Direktheit.“

Was ich versuche: Wenn ich nein sagen muss, bemühe ich mich, dem Fragenden eine Alternative anzubieten. „Ich kann dir nicht helfen, aber schau doch mal dort …“.

Wenn du nicht direkt nein sagen kannst – oder auch noch nicht weisst, ob deine Antwort ein Ja oder ein Nein sein soll – dann bitte um Bedenkzeit.

Wenn du zusagst, kannst du auch gleich sagen, dass du diese Arbeit jedoch in Zukunft nicht immer übernehmen kannst.

Falls dein Nein aus zeitlichen Gründen ist, biete einen späteren Zeitpunkt an.

Ganz schön finde ich diesen WhiteSpace-Tipp: “I have something on my calendar.” (Make sure you write the actual word “Something” on your calendar in spare moments so you can be honest when you use this phrase.)

Wenn es dir schwer fällt, nein zu sagen, dann übe es. Vielleicht bei Freunden oder in der Familie. Du kannst sogar um Hilfe bitten, damit sie dich beim Nein-sagen unterstützen.

Den schönsten Satz sparte sich Juliet Funt für den Schluss auf: „Legacy is a story that has yet to be written, but you hold the pen.“ („Vermächtnis ist eine Geschichte, die noch geschrieben werden muss, aber du hältst den Stift.“)

Glücksaufgabe

Welches Vermächtnis willst du hinterlassen? Was schreibst du für eine Geschichte mit dem Stift in deiner Hand? Ein angepasstes Leben? Oder bist du unverschämt unterwegs?

Wie kannst du respektvoll NEIN sagen und dein Leben leben?

Die Flauderei – oder: die kecke Chefin

Eine Berufung ist eine mit Leidenschaft erfüllte Selbstverpflichtung,
um der Sache willen zu arbeiten.
Martin Seligman

Warum arbeiten Sie eigentlich? Um Geld zu verdienen, Status zu erreichen oder weil es „ohne Arbeit kein Vergnügen“ gibt?

Vermehrt ist mir in den letzten Wochen begegnet, was ich hier auch schon behauptet habe: Für immer mehr Leute ist nicht Geld oder Status matchentscheidend, sondern die Sinnerfüllung in einer Tätigkeit. Besonders der jungen Generation Y sei die Sinnhaftigkeit im Job wichtiger, als die regelmässige Lohnerhöhung.

Martin Seligman, von dem obiges Zitat stammt, geht soweit zu behaupten, dass der, der seine Berufung gefunden hat,  sogar bereit wäre, ohne Geld zu arbeiten (Job, Karriere oder Berufung?). Bei Berufung geht es nicht mehr um Geld gegen Arbeit, sondern darum, mit Leidenschaft seinen Teil zu etwas Grösserem beizutragen.

Jeder ein Glückspilz, der seine Berufung gefunden hat. Wer sein Traumjob-Dreieck ausleben darf, sich im Einklang mit seinen Stärken, seiner Passion und im zu ihr oder ihm passenden Umfeld arbeiten darf, ist wirklich auf der Sonnseite des Lebens. Teamspirit und Sinnhaftigkeit werden dann wichtiger als die Lohnzahlung am Ende des Monats.

Tatsächlich ist nicht die Unzufriedenheit mit dem Lohn erster Kündigungsgrund, Sinnerfüllung in der Tätigkeit ist wichtiger und am meisten kommt es zu Kündigungen, weil es personell einfach nicht stimmt: Beat Lutz von Lutz & Partner sagt dazu im Interview: „Aber wenn sie mir dann erklären, warum sie den Job wechseln wollen, lautet die Antwort in 90 Prozent der Fälle: wegen den Personen. Und zwar ist es meistens die Chemie gegen oben, die nicht stimmt.“

Eine Chefin, für die ich gerne arbeiten würde, habe ich gestern kennen gelernt. Nach über dreistündiger Anreise war ich bereit, die Unternehmerin des Jahres 2005 in ihrem Chefbüro kennen zu lernen.

Nichts Chefbüro. Stattdessen erwartete mich die kecke, sympathische Frau bereits an der Haltestelle der Appenzeller Bahn in Gontenbad. Herzlicher Empfang, sofort ist man per Du. Gabriela Manser stellt mir ihre Goba AG, Mineralquelle und Manufaktur, vor, zeigt mir den Betrieb, führt mich zur Quelle, erzählt aus ihrer Führungserfahrung und am Ende sitzen wir in Appenzell in der Flauderei, dem betriebseigenen Shop und Café. Und als wir uns nach knapp zwei Stunden wieder verabschieden, habe ich fast das Gefühl, eine Freundin gewonnen zu haben.

Wer das Geheimnis hinter dem Erfolgsgetränk Flauder entdecken will, sollte eine Stunde mit Gabriela Manser verbringen und die Flauderei besuchen: Kreativität und „out of the box“-Denken springen einem da direkt ins Gesicht. Bald würde Manser vom Forum und den Kreativprozessen als Zusammenspiel unterschiedlichster Menschen erzählen, ihre Augen würden leuchten, wenn sie die Goba-Geschichte erklären würde …

Dass die Unternehmerin genauso leidenschaftlich wie sie heute ein Unternehmen mit 60 Mitarbeitenden sowie wachsender Produktpalette führt und damit in neue Märkte vordringt, früher als Pädagogin für die Kinder da war, kann man sich lebhaft vorstellen.

Und dass ihr Statussymbole nicht viel bedeuten, glaubt man ihr sofort: Da scheint jemand wirklich ihre Berufung gefunden zu haben und lebt mit Leidenschaft und Kreativität ihre Stärken aus. Zum Wohl der Mitarbeitenden und einer ganzen Region.

 

 

„Eine Stunde mit Gabriela Manser“ ist tatsächlich möglich. Im Rahmen der Willow Tageskonferenz Leiten mit Leidenschaft und Exzellenz wird sie in einem Talk über ihre Erfahrungen als Führungskraft berichten.

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Sinnerfüllte Tätigkeit.

Ist christlicher Sport gefährlich? Oder: Was mich zum Blühen bringt

Überlege, was dich aufblühen lässt. Dem gehe nach.
Ulrich Schaffer

Eines vorweg: Ich glaube nicht, dass es „christlichen Sport“ gibt. Ich kann als Christ Sport machen. Und hoffentlich prägt mein Glaube auch die Art und Weise, wie ich Sport mache, wie ich mit Sieg und Niederlage umgehe, wie ich den Gegner ansehe … – Liebe und Respekt sollen auch mein Verhalten auf dem Sportplatz bestimmen. Doch christlich wird der Sport deswegen nicht. Muss er auch nicht. Sport ist Sport.

Zwei Dinge bewegen mich gerade und ich versuche sie hier zu verbinden: Zum Einen beschäftigt mich die Frage „Wo blühe ich auf?“, die unser Gast beim aktuellen Chäs, Brot, Wy – u mini Gschicht mit Gott aufwirft. Zum Anderen stimmt mich nachdenklich, dass Jugend+Sport (J+S) die langjährige, gute Partnerschaft mit christlichen Jugendverbänden gemäss BASPO-Entscheid kündigen soll.

Rückblende: Sommer 1995

Was für ein Flow-Jahr: Beruflich durfte ich einen sehr guten Lehrabschluss feiern. Daneben galt meine Leidenschaft voll der Jungschararbeit. Eine Jungschar im eigenen Dorf – das war meine Vision.

Noch vor meinem 20. Geburtstag war es soweit: Mein erstes Zeltlager als Hauptleiter fand bei uns auf dem Jäisberg statt. Mit allen Kindern und Leitenden verbrachten um die hundert Leute eine Woche in der freien Natur, genossen Spiel + Sport, Lagerromantik, Gruppenerlebnisse, Singen und Impulse fürs Leben.

Der Bauer, bei dem ich als Kind in meinen Ferien jeweils helfen durfte, stellte uns das Land zur Verfügung. Die örtliche Feuerwehr unterstützte uns beim Bau einer riesigen Wasserrutsche und beim grossen „Wetten, dass …?“ mit einigen Promis und vielen Gästen auf dem Dorfplatz sicherte die Feuerwehr das Harassenklettern ab.

Es war gigantisch! So gigantisch, dass ich gleich angefragt wurde, ob ich die 1. August-Rede im Dorf übernehmen würde. Na klar, ist doch Ehrensache! Und so gigantisch, dass mich das Erlebte von diesem Sommer bis heute prägt und beeinflusst. Was ich heute bin und tue, wäre ich nicht, wenn dieser Sommer nicht stattgefunden hätte.

In J+S-Lagerleiterkursen lernte ich, was es braucht, um solche Lager zu organisieren und ein Mitarbeiterteam zu leiten. In der Jungschar lernte ich auf ganz praktische Weise, was es heisst, ein guter Leiter zu sein. Ich hatte das Glück, in jungen Jahren gute Vorbilder zu haben, die mir nicht nur die Freude an Spiel & Sport vermittelten, sondern auch zeigten, wie man eine Sitzung leitet oder wie man kreativ und altersentsprechend eine biblische Lebensweisheit weitergeben kann.

Dieser Sommer 1995 brachte mich definitiv zum Blühen! Ich konnte meine Stärken in den Bereichen Organisation und Leitung ausleben und entwickeln.

Natürlich habe ich in der Berufslehre auch viel gelernt und möchte diese auf keinen Fall missen. Doch wo ich auf motivierende, ganzheitliche Art fürs Leben und für meine weitere Berufslaufbahn gelernt habe, war in der Jungschararbeit. Und ich weiss heute, was mich zum Blühen bringt und wo ich Sinnhaftigkeit in meinem Tun erleben kann.

Als ehemaliger J+S-Leiter habe ich der Jungschararbeit so viel zu verdanken, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann: Eine ganzheitlichere Förderung meiner Person und Talente kann ich mir kaum vorstellen!

 

 

Was ich erlebt habe, soll so nicht mehr möglich sein: Das BASPO will künftig aus Prinzip Jugendverbände mit einer positiven, lebensbejahenden, christlichen Grundeinstellung zum Dasein nicht mehr unterstützen. Obwohl vorbildliche J+S-Arbeit geleistet wird, soll die jahrelang bewährte Partnerschaft gekündigt werden? Eine solche Diskriminierung ist unseres Landes unwürdig!! Bitte jetzt Petition unterzeichnen!

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Gelebte Spiritualität.

Sein, wie ich bin

Die Selbstsucht besteht nicht darin, dass man lebt, wie man will, sondern dass man von anderen verlangt, sie sollen leben, wie man will.
Oscar Wilde

Sind die Grund- und Sicherheitsbedürfnisse, also einerseits Essen, Trinken, Schlafen und anderseits Wohnen und Arbeit, gedeckt, beginnt der Mensch sich nach Erfüllung der Sozialen Bedürfnisse (Freundschaft, Liebe, Gruppenzugehörigkeit) auszustrecken. So sagt es jedenfalls die Bedürfnispyramide nach Abraham Malsow.

Sind auch die Sozialen Bedürfnisse befriedigt, entwickelt sich das menschliche Streben und Verlangen weg von der Defizit- hin zur Wachstumsorientierung: Jetzt geht es um ICH-Bedürfnisse (Erfolg, Anerkennung) und Selbstverwirklichung.

Die ganze Frage und Suche nach Glück und Lebenszufriedenheit ist wohl in dieser Form ein „Wohlstandsbedürfnis“. Während der Mensch damit beschäftigt ist, Grund- und Sicherheitsbedürfnisse zu stillen, steht die Frage nach dem Glück in Form von Selbstverwirklichung völlig im Hintergrund. Ironischerweise ist nicht selten gerade bei den Menschen, die bereits mit der Erfüllung der existenziellen Bedürfnisse herausgefordert sind, mehr über Lebenszufriedenheit zu lernen, als dort, wo äusserlich gesehen „alles“ vorhanden ist.

Aber bleiben wir für einen Moment bei den Sozialen Bedürfnissen: Was tut der Mensch alles, um von anderen geliebt zu werden? Dass es uns nicht völlig egal ist, was andere Menschen so über uns denken, bringt natürlich einige Vorteile mit sich und ist im Grunde eine gute Sache. Eine Welt, in der jeder nur auf sich schaut und völlig ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen „sein Ding“ durchzieht, möchte ich mir lieber gar nicht vorstellen.

Auf der anderen Seite der Skala gibt es aber eben auch die Versuchung, für etwas Annahme, Liebe und Gruppenzugehörigkeit alles zu tun, was die anderen von einem erwarten könnten. Weil man gefallen will, ist man im Dauerstress, versucht den anderen jeden Wunsch von den Lippen zu lesen und verfällt dem Helfersyndrom.

Auch eine solche Welt möchte ich mir lieber nicht vorstellen. Anderen helfen ist ne gute Sache – und ja, wir brauchen unbedingt mehr Wärme, Liebe und Mitmenschlichkeit in unserer Welt. Doch: Wenn mein Helfen eigentlich nur mir selbst helfen soll, mich geliebt zu fühlen, ist etwas völlig aus dem Ruder gelaufen. Das ist nicht Liebe, das ist in Hilfsbereitschaft getarnter Egoismus.

Was ich mir wünsche, ist eine Welt, in der ich ich sein darf und du du sein darfst! Die anderen müssen nicht alles gut finden, was ich tue, aber sie akzeptieren und respektieren mich und meine Art zu leben. Worauf ich wirklich allergisch bin, sind Menschen, die keine Ahnung von meinem Leben und meinen Herausforderungen haben, sich aber dazu gedrängt fühlen, mir „hilfreiche“ (aus ihrer Sicht) Tipps zu überstülpen. Ich bin lernbereit, aber ich will selbst entscheiden, wann und von wem ich lerne.

Auf der anderen Seite ist es auch nicht an mir, andere besserwisserisch zu belehren. Natürlich, als Autor, Coach und Referent bin ich immer mal wieder in der Rolle eines Lehrers. Doch ich will diese Rolle eher als Reisebegleiter ausfüllen – mit Fragen und Inputs, die hoffentlich helfen, eigene Entdeckungen zu machen.

Ich wünsche mir, Orte schaffen zu können, wo man einfach sein kann und auf kreative Weise in entspannter Atmosphäre fürs Leben lernen will. Aber ich hüte mich davor, anderen vorzuschreiben, so zu leben, wie ich es tue.

Wir alle haben die Freiheit – und Verantwortung! – unser Leben selbst zu gestalten!

 

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Reiches Sozialleben.

 

Du bist gewollt!

Einen Menschen lieben heißt ihn so sehen, wie Gott ihn gemeint hat.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Letzte Woche habe ich hier in meinem GlücksBlog behauptet, dass der gute Umgang mit sich selbst mit einem stabilen Selbstwert beginnt. Und ich schrieb: „Wir sind, was wir uns selbst sagen, was wir sind!“

„Stimmt das?“ habe ich meine Familie gefragt. Die Reaktion meiner Frau hat mir gefallen: „Aus unserer Sicht schon. Aber nicht aus Gottes Sicht.“

Ich stehe immer noch zu meiner These. Es ist von entscheidender Bedeutung, was wir selbst über uns denken, glauben, fühlen, sagen … Das macht uns aus, das bestimmt, wie wir uns verhalten, wie wir uns in Gruppen hineingeben, wie wir uns „verkaufen“ – beim Bewerbungsgespräch, im Verein oder in der Nachbarschaft – aber auch im Freundeskreis.

Die Frage dahinter ist: Wer bestimmt, was wir uns selbst sagen, was wir sind? Konkret: Wovon machen wir unser Selbstbild abhängig?

Aus unserer Sicht sind wir, was wir uns selbst sagen, was wir sind. Aus Gottes Sicht sind wir viel mehr. Die Herausforderung besteht darin, Gottes Sicht auf uns in unser eigenes Bild von uns zu integrieren.

Leider scheitern wir oft genau an diesem Punkt: Unser Denken über uns selbst wird bestimmt von dem, was wir denken, dass andere über uns denken. Wir fühlen uns geliebt, gewollt und wertvoll – so lange andere uns mit Anerkennung und Liebe überschütten.

Das Problem dabei: Die anderen können uns gar nie mit so viel Liebe und Anerkennung überschütten, wie wir es uns wünschen. Dabei ähneln wir einem Löcherbecken: Je mehr Lob, Anerkennung und Liebe uns andere schenken, desto schneller läuft dieses „wohlige Wasser“ ab und verliert seine Wirkung.

Meine Blogleser wissen hoffentlich, dass mir eine Kultur der Wertschätzung sehr wichtig ist und ich davon überzeugt bin, dass wir uns gegenseitig mit Anerkennung und Liebe beschenken sollen.

Doch: Wenn wir unseren Wert davon abhängig machen, bauen wir aufs falsche Fundament!

Bei Apostel Paulus lese ich, dass unser Leben am besten „in der Liebe verwurzelt und auf das Fundament der Liebe gegründet ist.“ Und zwar geht es hier um die göttliche Liebe, die uns unabhängig von der Anerkennung unserer Mitmenschen gilt: Du bist wertvoll und geliebt, weil Gott Ja zu dir sagt!

Meine Sicht über mich selbst verändert sich, wenn ich glauben kann, dass Gott mich gewollt hat, dass er gute Gedanken über mich hat. 

Der Wert des Menschen ist nicht abhängig von Äusserlichkeiten! Unseren Wert haben wir, weil uns unser Leben von Gott als Ursprung des Lebens anvertraut wurde!

Wir bleiben, was wir uns selbst sagen, was wir sind. Aber mit dem Glauben daran, dass Gott zu uns sagt: „Du bist gewollt!“ werden wir uns hoffentlich andere Dinge zu uns selbst sagen!

Und natürlich wünsche ich mir, dass wir gemäss dem Eingangszitat auch andere Menschen so sehen, wie Gott sie gemeint hat. Doch so schön dieses Zitat auch ist (es wurde auffällig mehr mit „Gefällt mir!“ markiert als andere Zitate, die ich postete), bleibt für mich an diesem Punkt auch eine gewisse Ernüchterung: Ich kann andere gar nie vollständig so sehen, wie Gott sie gemeint hat. Und ich kann andere auch nie so lieben, wie Gott sie liebt.

Es bleiben edle Ziele – und die will ich auch gar nicht aufgeben. Aber es reicht nicht: Jeder muss für sich selbst an dieser göttlichen Liebe angedockt sein, sonst bleibt das Leck in unserem Liebestank einfach zu gross.

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Gelebte Spiritualität.

Der Boom vom Selbst

Man darf sich von sich selbst nicht alles gefallen lassen.
Viktor Frankl

Selbst-Wörter haben Hochkonjunktur: Ein Blick in die Ratgeberliteratur widerspiegelt den Boom zur Beschäftigung mit dem Selbst. Von Selbstführung über Selbstoptimierung bis zu Selbstliebe sind tausende Titel zu finden. 

Auch Google wird nicht sprachlos und liefert mir unzählige Vorschläge zur Vervollständigung meiner Suche nach Selbst…: Von Selbstkompetenz über Selbsthilfegruppe bis Selbstbewusstsein.

Auf die Gefahr hin, dass die „Selbst-Wörter“ inflationär gebraucht werden, bin ich der festen Überzeugung, dass es sich hier um mehr als um eine Modeerscheinung des Individualismus handelt. In diesen vielen Selbst… liegt ein wesentlicher Schlüssel unseres Daseins.

Schliesslich schreibe ich ja in Glück finden – hier und jetzt auch: „Das persönliche Glück beginnt mit dem guten Umgang mit sich selbst.“ Tatsächlich gehe ich soweit, dass ich behaupte, im Zentrum der Lebenszufriedenheit steht das Selbst – genau wie beim Windrad die Nabe den Mittelpunkt bildet und alles zusammenhält:

Im Zentrum des Windrades befindet sich die Nabe; sie hält die Rotorblätter zusammen. Sie bedarf einer ganz besonderen Beachtung, da die Rotornabe der Teil des Windrades ist, welcher der höchsten Belastung ausgesetzt ist. Dasselbe gilt für das Selbst in Bezug auf das Menschsein. Leider tragen wir dieser Tatsache im Alltag oft zu wenig Rechnung. Obwohl bereits die Weisheitsliteratur im Alten Testament daran erinnert, ganz besonders auf das eigene Selbst zu achten, wird nicht selten ausgerechnet bei der Selbstfürsorge gespart.

Der innere Dialog

Worte haben Macht, Worte können aufbauen oder zerstören. Das kennen wir alle nur zu gut aus dem zwischenmenschlichen Bereich. Worte haben aber auch Macht, wenn wir sie uns selbst sagen. Wir sind, was wir uns selbst sagen, was wir sind!

Natürlich sind wir objektiv betrachtet meistens (ein bisschen) anders, als wir uns einreden: Die Einen sind dann doch nicht ganz so gut, wie sie sich selbst zureden. Bei den Meisten von uns kippt der Selbstbetrug jedoch in die andere Richtung: Wir machen uns in unseren Gedanken kleiner, als wir tatsächlich sind.

Und so kommen wir mit Viktor Frankl zur Frage, wo wir uns selbst im Wege stehen:

  • Wo sollte ich mir von mir nicht alles gefallen lassen?
  • Wo muss ich meinem Selbst beibringen, dass diese (negativen) Gedanken nicht zielführend sind?
  • Wo sollte ich hingegen selbsterrichtete Schranken niederreissen?
  • Wo muss ich Nein zu mir selbst sagen? (Nicht im Sinn von Selbstablehnung, sondern im Sinn von Selbsteinschränkung)
  • Wo braucht es endlich ein starkes Ja?

Wird der Dialog mit anderen Menschen zu verletzend, ziehen wir uns aus gutem Grund zurück (Selbstschutz). Doch beim inneren Dialog versagt nicht selten genau dieser Mechanismus: Statt die selbstverletzenden (Selbstsabotage) Worte, die wir an uns selbst richten, zu stoppen, geben wir unseren zerstörerischen Gedanken und Gefühlen freien Lauf und die negativ Spirale zieht uns immer tiefer und tiefer.

Basis von all diesen Selbst-Dingen ist der Selbstwert. Ist der Selbstwert intakt, können wir auch die nächsten Schritte zur Selbstannahme, zu einem stabilen Selbstvertrauen und grundsätzlich zu einem guten Umgang mit uns selbst – und schliesslich auch mit unserern Mitmenschen – gehen. Doch wenn der Selbstwert immer wieder einsackt, kämpfen wir mit Selbstablehnung und so gehört die Selbstsabotage zu unserem stetigen Begleiter.

Leider verfallen viele Menschen dem Irrtum, sie müssten sich den Selbstwert erst noch verdienen. Doch Selbstwert haben wir nicht, weil wir etwas besonders gut können, sondern weil wir leben. Das Leben ist ein Geschenk – darum hat jeder Mensch seinen Wert. Und darum liegt unser Selbstwert in unserem Sein, nicht in unserem Tun!

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Bewusste Selbstführung.

Ein Hoch auf unseren Verein

Echte Freunde erkennt man, wenn das Eis bricht.
Eskimo-Weisheit

Mein Eis ist gerade ziemlich dünn. Keine Sorge, ich denke nicht, dass es bricht. Aber es sind so die Tage, an denen der Terminkalender im Voraus eigentlich ganz okay aussieht, aber dann kommt eine unvorhergesehene Sache nach der anderen: Komplikationen während dem Spitalaufenthalt eines Familienmitglieds, Zusatzsitzungen, Anfrage zur Gestaltung einer Trauerfeier, kurzfristiger Coachingauftrag sowie massiver Zeitdruck bei der Organisation und Vermarktung einer Konferenz – und natürlich sollten alle Herausforderung noch vor dem Skiurlaub gemeistert sein.

Es gibt ein paar Dinge, die genau in solchen Situationen kommen, aber nie so unpassend sind wie dann:

  • Quengelnde und/oder kranke Kinder.
  • Schlaflose Nächte.
  • PC-Probleme.

Jetzt raten Sie mal, welche dieser besonderen Herausforderungen sich in den letzten Wochen zu den bereits vorhandenen Herausforderungen gesellt haben!

Richtig! Alle drei!

Dass das Eis in dieser Situation nicht gebrochen ist, verdanke ich zu einem nicht zu unterschätzenden Teil meinen Unihockey-Freunden von den freestylern. Als ich mich nämlich nach Stunden ohne Erfolg durch einschlägige Foren durchgegoogelt hatte und bei mir keiner der vorgeschlagenen Tricks ein Fensterchen zu Windows öffnen wollte, war mir klar, dass ich nun fremde Hilfe in Anspruch nehmen musste.

Aber woher kriege ich einen fachkundigen Spezialisten, der mir nicht nur irgendwelche Tipps gibt, sondern mein Problem innert nützlicher Zeit auch wirklich lösen kann und erst noch in Reichweite meines Budgets liegt?

Erster Versuch: Carlos, der auch sonst bei uns im gms – z’friede läbe-Projekt so das eine oder andere technische Ding macht. Leider musste auch er kapitulieren, doch er brachte mich auf die Lösung bringende Idee: „Frag doch im freestyler-Chat wer helfen kann!“.

Das tat ich dann auch und was folgte, hatte mich nicht wirklich überrascht, aber mehr als gefreut. Ja, auf ne Art hat es mich sogar berührt:

  • Einer genoss gerade seine Ferien in Leukerbad – und trotzdem meldete sich Brun schneller auf meinen Hilfeschrei, als jede Hotline meinen Anruf entgegengenommen hätte.
  • Ein anderer war beruflich gerade auf einem Piketteinsatz und hätte wohl genug damit zu tun gehabt. Doch Glen rief mich umgehend an und erkundigte sich nach meinen PC-Problemen.
  • Die Erlösung schliesslich sollte ein weiterer freestyler-Freund bringen. Während ich den Chat absetzte, war er zwar noch gerade als Topskorer unseres Teams im Einsatz, aber vermutlich hat er sich bereits vor dem ersten Bierchen bei mir gemeldet und Hilfe für den nächsten Tag in Aussicht gestellt.

Leider brachte uns dann auch der kompetente Telefonsupport von Dubi nicht weiter. Doch er bot mir an, dass ich mein Gerät zu ihm ins Geschäft bringen könne. Die ersten paar „Handgriffe“ stellten auch den Profi vor ein Rätsel, aber dann plötzlich mit dem richtigen Befehl, siehe da, der PC begann seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

Der Rest ist schnell erzählt: Der PC brauchte mehrere Stunden um den „kleinen“ Systemfehler zu beheben, aber ich durfte meinen PC anderntags überglücklich wieder abholen – ohne Datenverlust, ohne mühsames Neuaufsetzen – ich kann wieder Arbeiten!

Mir tun die freestyler gut! Wann immer möglich, bin ich mittwochs dabei, schwitze, treffe meistens über das Tor, aber es macht Spass und hilft gerade in taffen Zeiten.

Und dass ich jetzt noch erleben durfte, wie selbstverständlich mir bei meinen PC-Problemen geholfen wurde, macht meine „Liebe“ zu den freestylern gleich noch eine Portion grösser! Sowas ist grossartig, sowas ist wahre Unterstützung, sowas ist sehr wertvoll – gerade wenn das Eis dünn ist.

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Reiches Sozialleben.

 

Das Tischgespräch

Für ein gutes Tischgespräch kommt es nicht so sehr darauf an,
was sich auf dem Tisch, sondern was sich auf den Stühlen befindet.

Walter Matthau 

Bald ist es wieder soweit und wir werden vom netten Blumengeschäft daran erinnert, dass wir am Valentinstag unsere Liebsten beschenken sollen. Wenigstens einmal im Jahr! Ein Blumenstrauss zur rechten Zeit – oder noch besser: immer wieder als kleine Überraschung im Alltag – ist wahrlich nichts Verkehrtes. Aber ob es ausgerechnet am 14. Februar sein muss. (Allen, die wiederkehrend den eigenen Hochzeitstag vergessen, mag das agressive Marketing um den Valentinstag ein willkommener Wink mit dem Zaunpfahl sein. Trotzdem: Unsere Liebsten hätten eigentlich etwas anderes verdient, oder nicht?)

In den Wochen vor dem Valentinstag findet seit einigen Jahren an verschiedenen Orten auf der Welt die MarriageWeek statt. Mir gefällt diese Idee, weil die unterschiedlichsten Veranstalter die Paare dazu einladen, etwas miteinander zu erleben. Das gemeinsame Erlebnis, zum Beispiel die Schneeschuh-Wanderung oder die kurze Auszeit zu zweit, wirkt noch nach, wenn die Blumen schon lange verwelkt sind.

Für mich muss es gar nicht (immer) das grosse Abenteuer sein. Mir bedeutet das gemeinsame „zu Tisch sitzen“ mit meiner Frau sehr viel. Gerne in einem chicen Restaurant, aber auch daheim – wenn sich die Kinder in ihre Zimmer verzogen oder sonst ein eigenes Programm haben – geniessen wir solche Stunden der Gemeinsamkeit. Bei einem Teller Spaghetti und einem Glas Rotwein sprechen wir über Freud und Leid des Alltags, schmieden Zukunftsvisionen und stärken unsere Beziehung.

Leider sind bei uns gegenwärtig viele Abende durch Sitzungen und Veranstaltungen verplant. Die Zeiten zu zweit am Tisch sind daher umkämpfter als auch schon. Dafür haben wir uns aufs neue Jahr ein neues Ritual zugelegt: 1-2 Mal pro Woche gehen wir, so bald die Kinder aus dem Haus sind und bevor wir mit der Arbeit starten, auf eine Walking-Tour der Aare entlang. Es ist ein Privileg, Zeit zu zweit geniessen zu können, während andere bereits an der Arbeit sind. Auf der anderen Seite sind wir oft dann noch am Arbeiten, wenn andere schon lange ihren Feierabend geniessen. Was ich damit sagen will: Jede Person und jedes Paar ist dafür verantwortlich, sich diese eigenen Inseln für sich und für die Beziehung dort zu schaffen, wo es möglich ist.

Zurück zum Tisch: Den teile ich nämlich auch gerne mit anderen Menschen, die mir wichtig sind. Ob das jährliche „Weihnachtsessen“ mit meinem Rektor aus der Studienzeit oder die regelmässigen Eat’n’Meets, zu welchen wir jeweils drei Paare zu uns nach Hause an unseren langen Tisch einladen – es bedeutet mir viel, mich mit Menschen zu umgeben, die mir gut tun, mit denen ich über Gott und die Welt philosophieren kann und die sich aufrichtig an mir als Person interessieren.

Auch wenn ich feines Essen und guter Wein sehr schätze, stimme ich mit Walter Matthau und seinem Eingangszitat völlig überein: Es ist wichtiger, mit wem man zu Tisch sitzt, als was auf dem Tisch steht.

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Erfülltes Liebes- und Familienleben.