Was jetzt gefragt ist

Die Lage ist ausser Kontrolle!

Natürlich finden sich kaum offizielle Statements, die diesen Satz bestätigen würden.

Die Politik bemüht sich, zu versichern, dass es zwar jetzt sehr ernst und fragil sei, man die Lage aber nach wie vor im Griff habe.

Weniger zuversichtlich zeigen sich die wissenschaftlichen Experten. Aber da findet man ja je nach eigener Brille fast für jede These, mag sie noch so verrückt sein, einen Experten, der die gewünschte Theorie bestätigt.

Richtig wild wird es, wenn man die Posts und Kommentare auf den Social Media etwas verfolgt, die Meinung des Volkes also.

Kaum präsentiert das BAG auf Twitter die neuesten Zahlen, hagelt es bissige Verlautbarungen von Zeitgenossen, die den Bundesrat zum Handeln aufrufen – einzelne möchten diesen wegen fahrlässiger Tötung sogar gerne hinter Gitter sehen.

Auf der anderen Seite gehen den Corona-Leugnern mehr und mehr die Argumente aus, doch die Proteste gegen die verschärften Massnahmen gehören nach wie vor zur Tagesordnung.

Corona leugnen lässt sich sicher nicht mehr. Während im Frühjahr in der Deutschschweiz noch viele gesagt haben, sie kennen gar niemanden, der an Corona erkrankt war, hat sich dies nun in der zweiten Welle deutlich geändert.

Kann man Corona auch übertreiben? Natürlich! Wir werden erst im Nachhinein wissen, welche Massnahmen tatsächlich auch sinnvoll und welche unnötig oder gar kontraproduktiv waren. Wahrscheinlicher ist wohl sogar, dass wir es gar nie wissen werden.

Wir dürfen die seelische Gesundheit nicht vergessen und darum braucht es (kreative) Wege, um Nähe herzustellen trotz physischer Distanz.

Doch das Geschrei nach Eigenverantwortung nervt mich tatsächlich, wenn ich sehe, wie ein Spital nach dem anderen zu kämpfen hat, ein geregelter Schulbetrieb kaum mehr aufrecht erhalten werden kann und sich das Virus unkontrolliert weiter ausbreitet.

Ich würde gerne in einer Welt leben, in der das mit der Selbstverantwortung klappen würde! Dann könnten wir endlich alle Verkehrsschilder abmontieren und könnten sehr viele Kontroll- und Sicherheitssysteme abschaffen.

Das tönt für mich paradiesisch:

Wolf und Lamm werden friedlich zusammen weiden,
der Löwe wird Heu fressen wie ein Rind,
und die Schlange wird sich von Erde ernähren.
Sie werden nichts Böses mehr tun und niemandem
schaden auf meinem ganzen heiligen Berg.
Mein Wort gilt!
(Die Bibel)

Das Geschenk demütig annehmen

Aber eben: Die Lage ist ausser Kontrolle! Und wir leben noch nicht im Paradies.

Die Lage scheint ausser Kontrolle, wenn ich schaue, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen. Und dass wir den Corona-Virus noch im Griff haben, bezweifle ich sehr.

Doch das überrascht mich nicht! Es ist eine Arroganz unserer Zeit, dass wir meinen, wir hätten „es unter Kontrolle“.

Was kannst du wirklich kontrollieren?
Was hast du echt im Griff?

Und schon wieder kommt mir ein Bibelwort in den Sinn:

Wer von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um einen Tag verlängern?
(Jesus)

Darum glaube ich, dass wir jetzt vor allem Demut brauchen!
Ja, wir können unser Leben und unser Glück zu einem grossen Teil gestalten.

Nein, kontrollieren, im Griff haben, können wir unser Leben nicht.

Es ist ein Geschenk des Himmels,
das wir demütig annehmen dürfen,
aber auch demütig wieder loslassen müssen.

Corona räumt in unserer hochtechnologischen und sicherheitsverliebten Gesellschaft gerade mit dem Irrglauben auf, wir hätten alles unter Kontrolle.

Mir tut es dabei gut, darauf zu vertrauen, dass da ein Gott über mir ist, der nicht so schnell ausser Kontrolle zu bringen ist.

Glücksaufgabe

Was bedeutet es für dich, das Leben als Geschenk des Himmels demütig anzunehmen und ebenso demütig wieder loszulassen?

Eine Antwort auf „Was jetzt gefragt ist“

  1. Danke für die Worte, sie geben mir kraft und zuversicht. Das Gefühl nicht alleine zu sein. Und nicht Notwendigkeit heute zu wissen, ob ich alles richtig mache, tut mir gut.
    Die Welt kennt immer wieder spezielle Momente und ich glaube, es gibt immer wieder wege die sich öffnen. Und wenn ich weiss, ich bin nicht alleine, Jesus begleitet mich.

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