Vertrau nie deinem Erfolg!

If it can happen to Nokia, it can happen to you too.

Mit dieser Feststellung führte uns Ramsmus Ankersen beim Global Leadership Summit 2018 in sein Thema ein.

Die Nokia-Story und unzählige weitere Geschichten von Unternehmen, die sich auf ihrem Erfolg ausruhten, arrogant, selbstzufrieden und schliesslich träge wurden, sind eine deutliche Warnung für uns alle: Wenn es ihnen passieren konnte, sind vielleicht auch wir nicht davor gefeit.

Es passiert genau in den Momenten, in denen alles so glatt läuft, wir am besten sind, ein Flow auf den letzten folgt.

Genau da stehen wir in Gefahr, dass lauter „Fliessen“ plötzlich der Erfolg davon fliesst.

Nicht unbedingt, weil unser Produkt, unsere Dienstleistung oder unser Einsatz nicht mehr gut wären. Im Gegenteil: Sie können nahezu perfekt sein.

Das Nokia 3210 war perfekt für seine Zeit. Es war innovativ und unzerstörbar.

Wenn man die Konkurrenz abhängt, sind nicht mehr die Mitbewerber die grössten Hindernisse für den Unternehmenserfolg, sondern die Vorgänge in der Firma selbst. Wir werden zu unseren grössten Konkurrenten.

Wer beginnt Erfolg zu verwalten, hat seine Führungsposition eigentlich schon verloren. Vielleicht versuchen wir unser Produkt, unsere Dienstleistung in den kleinsten Details zu verbessern, Prozesse werden immer besser gemanagt, Produktivität steigt während Kosten sinken …

Gleichzeitig fehlt es an visionärem, vorausschauendem Leadership.

Der Erfolg von heute wird zur Fallgrube von morgen.

Warum? Wie gesagt: Das Nokia 3210 war perfekt für seine Zeit.

Während wir uns auf unsrem Erfolg ausruhen oder hart daran arbeiten, noch besser zu werden, versäumen wir möglicherweise die Zeichen der Zeit.

Man sagt, die besten Kutschen wurden hergestellt, als das Auto erfunden wurde.

Das Problem war nicht, dass die Kutschen nicht gut gewesen wären. Die waren perfekt.

Aber ihre Zeit war vorbei! Mit dem Auto brach eine neue Ära an.

Das Nokia 3210 war super – aber seine Zeit war irgendwann vorbei. Und darauf war Nokia nicht vorbereitet.

Erfolg kritisch hinterfragen

Wer Erfolg hat, hat Recht. Ob im Sport, der Wirtschaft oder gar in der Kirche. Offensichtlicher Erfolg – Tabellenplatz, Umsatzzahlen oder volle Kirchenbänke – sind der beste Beweis dafür, dass man etwas richtig macht.

Und so betiteln wir den Erfolgreichen als Genie.

Nur: Erfolg ist zufälliger, als wir denken! Eindrücklich zeigte Rasmus Ankersen dies an Hand von Beispielen aus dem Sport. Newcastle United beispielsweise spielte 2011/12 eine super Fussballsaison, man sprach schon von einer neuen Ära – und stürzte in der darauffolgenden Saison ab.

Die Daten hätten zeigen können, dass der Erfolg von Newcastle United zu einem grossen Teil auf glückliche Umstände zurückzuführen war.

Doch im Erfolg wollen wir solches nicht hören. Kritische Fragen stellen wir in der Regel nur, wenn der Erfolg ausbleibt.

Das ist ein grosser Fehler: Genauso kritisch wie wir den Misserfolg analysieren, sollten wir den Erfolg hinterfragen.

„Never trust success“, sagte Ankersen dazu.

Unser Erfolg sagt vielleicht einfach, das gerade alles stimmt: Unser Angebot, Bedürfnisse der Leute, Bekanntheit, glückliche Umstände …

Aber das kann morgen schon wieder anders sein!

Darum: Ruhe dich nicht auf dem Erfolg von heute aus, sondern bleibe aufmerksam und erkenne, wenn sich die Zeiten (Bedürfnisse) ändern!

Glücksaufgabe

In welcher Branche du auch immer tätig bist, werde dir bewusst, wer deine wahre Konkurrenten sind: Die Konkurrenz der Kutschen-Hersteller waren nicht die anderen Kutschen-Hersteller, sondern die aufkommende Automobilindustrie.

Wo stehst du dir selber im Weg weil du an deinem Erfolg von gestern festhältst, statt zu fragen, was morgen gefragt sein wird?

Und wenn du nicht Unternehmer bist, kannst du dich für deine berufliche Entwicklung fragen, welche nächsten Schritte dich selbst zukunftsfähig machen.

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