Respekt! – Ist das zuviel verlangt?

Das Wir wäre ein Vielfaches stärker,
würde das Ich das Du respektieren.
Stefan Gerber

Leider ist es auch in diesen Tagen nicht anders als eigentlich immer: Ein kurzer Blick auf die Schlagzeilen reicht, um zu begreifen, dass es um das Wir (Wir als Gesellschaft/Menschheit) nicht zum Besten steht.

  • Amoklauf in Newtown USA
  • Brutalste Vergewaltigung in Indien
  • Drama in Daillon, Wallis

Es ist müssig darüber zu diskutieren, welche Tat nun wohl die schlimmste sei. Überall, wo andere Menschen gezielt oder wahllos getötet werden, handelt es sich um eine Tragödie und ein Beweis dafür, dass das Wir sehr anfällig ist.

Vielleicht etwas überraschend haben mich zuletzt die Meldungen über Verkehrstote besonders berührt. Möglicherweise weil letzten Monat auch eine Arbeitskollegin meines Bruders in einen solchen Unfall verwickelt war.

Erschrocken bin ich über folgende Kurzmeldung (gelesen in der NZZ am Sonntag, 30. Dezember 2012):

Grausam! Klar, Unfälle und Katastrophen passieren – oft auch ohne fahrlässiges Handeln. Doch da wo Menschenleben einfach weggeworfen wird (Beispiel in Indien), wo das eigene Verhalten Tote in Kauf nimmt (Raser) oder wo gezielt Leben ausgelöscht wird (Daillon und Newtown), frag ich mich schon, ob in unserer Gesellschaft der Respekt vor dem Leben abhandengekommen ist.

Nun gut, man kann wohl einwenden, früher hätte ein Menschenleben noch viel weniger Wert gehabt und der Schutz des Lebens und der Respekt vor dem Individuum sei heute, gerade in der westlichen Kultur, weit fortgeschritten. Doch: Ist nicht jedes Vergewaltigungsopfer eines zu viel? Ist nicht jedes Raseropfer eines zu viel? Ist nicht jeder Getötete einer zu viel?

Wenn das Ich so sehr in den Mittelpunkt gestellt wird, dass dabei das Du nur noch zur Spielfigur des eigenen „Games“ wird, hat die Individualisierung eine zerstörerische Linie überschritten. Die Gesellschaft wird so lebensunfähig.

Auf der anderen Seite: Wenn wir beginnen, das Du mindestens so stark zu beachten und zu respektieren wie das Ich, könnte das Wir an neuer Stärke gewinnen. Nochmals: Es kann doch nicht sein, dass wir so respektlos miteinander umgehen, dass wir (im Extremfall) auch Tote in Kauf nehmen! Das sprichwörtliche „Über Leichen gehen“ wird knallharte Realität – im Strassenverkehr, im Bus, in der Schule, im Quartier.

Wollen wir eine solche Gesellschaft? Es gibt Alternativen! Respekt, Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe.

«You & Me» – Du & ich

Ich habe mich in meinem Blog schon im Oktober, noch vor dem grossen Hip, als Fan vom Projekt Heilsarmee rocks Malmö geoutet. Inzwischen hat der Song You & Me die Schweizer Ausscheidung des Eurovision Song Contests gewonnen und die Heilsarmee dadurch mächtig viel Schlagzeilen bekommen. Die Reaktionen reichen von erstaunter Bewunderung bis zu bissigem Zerriss.

Bald wurde über Uniform, Name und darüber, ob wir uns als Schweiz tatsächlich so dem modernen Europa präsentieren wollen, debattiert. Leider habe ich nie davon gelesen oder gehört, dass auch über den Inhalt des Songs nachgedacht wurde. Denn You & Me singt davon, dass wir zusammengehören – und so aus dem Ich und dem Du ein starkes Wir werden kann.

 

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichGesellschaft“.

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